Modulhaus vs. Tiny House – Vorzüge und Nachteile (2)

Im ersten Teil dieses Artikels haben wir erläutert, dass die Bestimmungen der deutschen Straßenverkehrsordnung Größen- und Gewichtslimits für Fahrzeuge mit sich bringen und im Fall von Tiny Houses (on Wheels) die Möglichkeit eines wohnraumgerechten Bauens entsprechend eingeschränkt ist. Die Frage stellt sich daher, „Muss ein Minihaus, um die Möglichkeit zu bieten, damit bei Bedarf umziehen zu können, tatsächlich mobil sein oder reicht es nicht auch, dass es transportiert werden kann?“

Transportabel statt mobil

Die wenigsten BauherrInnen in spe haben vor, mit ihrem Zuhause quartalsweise umzuziehen oder gar auf Reisen zu gehen. Den meisten ist einfach wichtig, das Haus im Falle eines Umzugs mitnehmen zu können. Zugleich wünschen sie sich, einen Platz zu finden, an dem sie dauerhaft wohnen können. Es geht also lediglich um eine Option im Fall des Falles – und auch die Befürchtung, die man von Gemeinderäten hört, dass es in Minihaussiedlungen zu starker Fluktuation kommen könne, scheint unbegründet.

Wer nicht sehr erfahren ist, schwere Anhänger von A nach B zu transportieren, dem sei empfohlen, auch kein Tiny House selber durchs Land zu ziehen. Ganz abgesehen davon, dass die wenigsten Bewohner von Tiny Houses einen SUV oder ein anderes passendes, jedoch gleichzeitig unökologisches Zugfahrzeug haben. Selbst wer mit seinem transportablen Zuhause alle 5-10 Jahre den Standort wechseln will, ist besser beraten, für diesen Zweck ein Transportunternehmen zu beauftragen. Sparen kann er sich dabei die Kosten für das Fahrgestell, die regelmäßige TÜV-Abnahme und Absagen von Bauämtern, die nur für stationäre Wohngebäude Baugenehmigungen erteilen wollen.

Je kleiner das Haus, umso höher der Quadratmeterpreis

Auch was die Kosten betrifft, bekommen BauherrInnen bei einem Modulhaus im Schnitt mehr Quadratmeter Wohnfläche für das gleiche Geld. Die Preise für ein schlüsselfertiges Tiny House mit 15 qm beginnen bei um die 45.000 Euro. Für nur wenig mehr bekommt man ein Wohnmodul mit der doppelten Wohnfläche.

Der Vorteil eines Modulhauses liegt außerdem darin, dass die Wohnfläche jederzeit an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden kann: Egal, ob man sich auf 25, 40 oder 60 Quadratmeter beschränken möchte, Wohnmodule lassen sich in allen erdenklichen (Zwischen-)Größen fertigen. Und, wenn aus zwei Singles ein Paar wird oder Wohnen und Arbeiten unter einem Dach Platz bekommen sollen, dann lassen sich Wohnmodule ganz einfach koppeln. Anders als bei Tiny Houses (on Wheels) kann das erweiterte Modulhaus dann wie aus einem Guss wirken.

Der eine oder andere Tiny-House-Hersteller bietet zwar ebenfalls die Realisierung von Lösungen an, bei denen zwei Tiny Houses gekoppelt werden. Dies muss jedoch von Beginn an geplant sein, ansonsten können Tiny Houses lediglich – gegebenenfalls mit einer speziell anzufertigenden „Schleuse“ – nebeneinander gestellt werden. Und dies wiederum erweckt dann die zwar romantische, aber bei Gemeinderäten eher unbeliebte Assoziation einer „Wagenburg“.

Für wenn kann ein Tiny House die perfekte Wohnlösung sein?

Was Ökologie und Nachhaltigkeit betrifft stehen Modulhäuser den Tiny Houses in nichts nach. Im Gegenteil: Für alle Gewerke können, da nicht auf Wandstärke und Gewicht Rücksicht genommen werden muss, ökologische Baustoffe verwendet werden. Das Haus kann wesentlich solider gebaut werden, was die Chance auf eine höhere Lebensdauer erhöht. Und, das Fahrgestell kann eingespart werden. Genauso wie Tiny Houses (on Wheels) müssen Modulhäuser keine Flächen versiegeln. Und zwar dann nicht, wenn sie auf Punkt- bzw. Schraubfundamente gesetzt werden. Worin bestehen also noch die Vorteile von Tiny Houses (on Wheels)?

  • Tiny Houses (on Wheels) sind ideal für Menschen, die sich ihr Haus selber bauen wollen. Im Miniformat werden bei so einem Bauvorhaben alle Gewerke – Holzrahmenbau, Dachdeckung, Innenausbau, Sanitärinstallationen, Elektrik u.dgl.m. – untergebracht. Insofern kann so ein Bauprojekt äußerst horizonterweiternd und befriedigend sein.
  • Tiny Houses (on Wheels) eignen sich als romantisches Ferienhäuschen – vor allem dann, wenn man damit einen Platz in einem traumhaft gelegenen, großzügig angelegten Ferienpark oder auf einem ebensolchen Campingplatz ergattert. Aber Achtung: Die meisten Campingplätze können nur Tiny Houses bis zu 3,50 m Höhe aufnehmen.
  • Tiny Houses (on Wheels) sind außerdem interessant für die gewerbliche Nutzung – sei es zur Vermietung als Ferienhaus oder zur Nutzung als Büro oder Verkaufsraum. Denn, Tiny Houses, die als Ganzes – also als Fahrzeug, nicht als Ladung – vom TÜV abgenommen wurden, können wie andere geschäftlich genutzte Fahrzeuge von der Steuer abgesetzt werden, und dies über einen kürzeren Zeitraum, als es bei Wohnmodulen der Fall wäre.

Allen BauherrInnen in spe, die sich auf wenige Quadratmeter Wohnfläche beschränken möchten, legen wir aus den vorgenannten Gründen ans Herz, genau zu prüfen, welche dieser Kleinwohnformen die richtige für sie ist. In jedem Fall wünschen wir Ihnen gutes Gelingen bei Ihrem Bauvorhaben!

 
Bildquellen: Cabin One (Bild 1+3), Jenna Spesard / Tiny House, Giant Journey (Bild 2), annimu / Pixabay (Bild 4), Tiny Tirol House (Bild 5).


Willkommen im Minihaus! – Gastlichkeit auf kleinem Raum 2.0


Feiern mit Freunden, Besuch von der Familie, perfektes Dinner – ist all das mit dem Umzug ins Minihaus nicht mehr möglich? Doch, natürlich! Wer den Raum clever nutzt, schafft auf wenigen Quadratmetern hyggelige Gastlichkeit.

Ein Gästezimmer im Minihaus

Minihaus mit Gästezimmer – klingt unmöglich. Ist es aber nicht. Der Trick: Das Wohnzimmer so gestalten, dass es sich mit wenigen Handgriffen umfunktionieren lässt. Wie gelingt das?

Unverzichtbar für einen Übernachtungsgast ist das Gästebett. Tagsüber würde es allerdings zu viel Raum einnehmen und würde im Wohnraum stören. Ein Gästebett unter einem Podest löst hier das Problem. Der Aufbau kann im Alltag zum Beispiel als Erhöhung dienen, um den Raum in mehrere Ebenen zu untergliedern. Wenn Gäste einen gemütlichen Schlafplatz suchen, wird es einfach ausgezogen und bietet reichlich Fläche für eine geruhsame Nacht.

Eine zweite Option: Das Bett in einen Schrank integrieren. Hierzu braucht es nicht viel, nur eine ausklappbare Fläche. Die wird dann mit Kissen oder dem Klassiker – einem Luftbett – gemütlich ausgepolstert. Viele der klassischen Tiny Houses on Wheels hierzulande haben an beiden Enden jeweils eine Schlafebene unter dem Dach. Die eine wird tagtäglich zum Schlafen verwendet, die zweite dient meist als Stauraum. Hier ist natürlich ebenfalls schnell Platz für 1-2 Übernachtungsgäste geschaffen: einfach runter mit dem Krempel!
Alternativ gibt es eine Erfindung aus Wohnmobilen: Tische, die sich zusammen mit dem Sofa zum Bett umfunktionieren lassen. Nach dem gemeinsamen Abendessen entsteht dadurch eine große Liegefläche.

Gemeinsam an der großen Tafel essen

Apropos Essen: Wie bewirte ich Gäste im Tiny House? Hier steht der Tisch im Fokus. Der ist normalerweise so bemessen, dass er nicht unnötig viel Raum einnimmt. Das muss er auch nicht, denn im Alltag nehmen nur ein oder zwei Personen an ihm Platz. Nun hat sich die Zahl der Esser aber plötzlich verdoppelt. Was tun? Die erste Möglichkeit besteht darin, Vorsorge zu treffen. Ein verlängerbarer Esstisch verwandelt sich ohne große Mühen vom kleinen Tisch zur großen Tafel. Hier gibt es zwei Varianten: ausklappbare Elemente oder Verlängerungsplatten zum Anbauen.

Aber was, wenn nur ein gewöhnlicher Tisch bereitsteht? Dann wird es Zeit, ein wenig zu tricksen. Ein Klapptisch auf gleicher Höhe muss her. Die finalen Millimeter an Höhenunterschied beider Tischplatten lassen sich notfalls mit Bierdeckeln ausgleichen. Dann ist das Platzproblem schon einmal gelöst. Am Ende soll der Tisch aber auch festlich aussehen. Daher sind noch Tischmolton und eine große Tischdecke nötig. Das Moltontuch schafft eine robuste Unterlage, die zugleich den Übergang zwischen den Tischen kaschiert. Darüber kommt die Tischdecke und es kann gedeckt werden.

Molton ist übrigens auch für andere Tische praktisch, denn es schützt das Holz vor Abdrücken von Töpfen oder verschüttetem Wein. Für die perfekte Tischkultur als Gastgeber ist nur noch passendes Geschirr nötig. Wer auch hier Minimalismus voll auslebt und nur zwei Teller und Gabeln besitzt: Festliches Porzellan gibt es auch zur Miete.

Sich gegenseitig Raum schenken

Zur Gastlichkeit im Minihaus gehört außerdem, den Gästen Privatsphäre zu bieten. Gerade wer sonst in einem großen Haus oder einer eigenen Wohnung lebt, kann sich sonst schnell eingeengt fühlen. Die beste Lösung: den Wohnraum nach draußen erweitern. Gäste werden es lieben, bei Sonnenschein auf der Terrasse vor dem Minihaus zu sitzen und das minimalistische Leben von seiner besten Seite zu genießen. Und bei Regenwetter? Trennelemente wie Schiebetüren oder Vorhänge machen aus einem Zimmer ganz unkompliziert zwei. Aber gerade bei Regen kann es schön sein, gemeinsame Zeit zu nutzen – und darum geht es bei einem Besuch schließlich auch.

Bildquellen: loreanto / Stock.adobe.com (Bild 1), New Frontier Design (Bild 2+3), Wohnwagon.at (Bild 4), rh2010 / Stock.adobe.com (Bild 5).


Tiny Houses: Wohn-Alternative oder Zweithaus

Eine großer Prozentsatz der deutschen Bundesbürger träumt vom Eigenheim, doch nicht selten werden die finanziellen Möglichkeiten, der Raum oder ökologische Punkte zum Hindernis. Denn der Hausbau in Deutschland ist nicht gerade günstig – und dies noch weniger, wenn man auf Ökologie und Nachhaltigkeit Wert legt. Die Option abseits der klassischen Immobilie ist dann das ökologische Minihaus. Dennoch gibt es auch hier verschiedene Hürden zu nehmen, um sich diesen Traum zu erfüllen …

Wohnflächen zwischen 15 und 50 Quadratmetern

Jeder Mensch hat auf seine ganz eigene Art und Weise eine spezielle Perspektive auf das Leben: Konditioniert von Eltern, Verwandten, Freunden, der Kultur, in der er aufwächst und noch vielem mehr formen sich über die Jahre hinweg Einstellungen der Welt gegenüber. Aber so wie sich Sprache, Überzeugung, Beruf und Liebesbeziehungen verändern können, ändert sich auch die Einstellung zum Wohnen und traditionelle wege werden überdacht. Ausschlaggebend hierfür kann unter anderem die Tatsache sein, dass immer weniger Bauplätze zur Verfügung stehen und die Preise gefühlt seit Jahren unaufhörlich steigen. Also warum nicht aus der Not eine Tugend machen? Die Lösung, angesichts des aktuellen Immobilienmarktes trotzdem ein Leben in Freiheit, Entfaltung und Selbstbestimmung leben zu können, sehen viele (vor allem jüngere) Menschen im Tiny House.

Auch wenn Tiny Houses unterm Strich wesentlich weniger kosten als konventionelle Häuser, ist der Quadratmeterpreis enorm: Die Preise für schlüsselfertige Tiny Houses mit um die 20 Quadratmeter Wohnfläche beginnen bei etwa 65.000 Euro. Die schüttelt man natürlich nicht einfach so aus dem Ärmel. In einem früheren Artikel hatten wir bereits Finanzierungsmöglichkeiten für Tiny Houses vorgestellt: Die Nachhaltigkeitsbanken bieten zwar Tiny-House-Kredite an, aber wer bereits im Besitz einer Immobilie ist, hat darüberhinaus noch weitere Möglichkeiten, an das Geld für ein Minihaus auf Rädern zu kommen.

Wer mit seinem „alten Leben“ im großen Haus ganz abschließen will, verkauft. Eine Option ohne Verkauf ist die altbekannte Hypothek und daneben gibt es noch die Möglichkeit eines Teilverkaufs an einen stillen Miteigentümer. Völlig unangetastet bleibt das Haus dagegen, wenn Sie eine inzwischen abgeschriebene Photovoltaikanlage verkaufen. In diesem Fall wird die Anlage verkauft, jedoch nicht abgebaut – stattdessen schließen Sie mit dem Käufer zusätzlich einen Pachtvertrag für Ihre Dachfläche, auf der die Anlage wie zuvor betrieben wird.

Übrigens können Sie auch passende leere Dachflächen zum Betreiben von Photovoltaikanlagen verpachten, die Einnahmen sind jedoch gering. Lohnenswert kann es allerdings dann sein, wenn das Dach ohnehin saniert werden muss. Dann können Sie sich diese Kosten sparen – die übernimmt der Betreiber der PV-Anlage genauso wie eine damit in Zusammenhang stehende etwaige Entsorgung der alten, möglicherweise asbesthaltigen Dacheindeckung. Mit dem gesparten Geld – und hier schließt sich der Kreis – können Sie dann z.B. Ihr Mini-Ferienhaus finanzieren.

Tiny House Movement bereits seit 1920

Eine Photovoltaikanlage lässt sich freilich ebenfalls auf einem Tiny House installieren, um das Wohnen noch nachhaltiger und vor allem unabhängiger zu gestalten. Allerdings reicht die Dachfläche nur für eine Mini-Anlage. Wenn Sie weitgehend unabhängig vom öffentlichen Stromnetz, aber gleichzeitig komfortabel leben wollen, dann geht das nicht auf dem freien Feld, sondern am ehesten auf einem minihaustauglichen Grundstück mit einem Carport neben dem Standplatz, und für diesen bietet sich die Ausstattung mit einem Solardach an. Alternativ kann eine Solaranlage neben dem Haus aufgeständert werden. So oder so kann damit dann auch ein E-Auto aufgetankt werden.

Eingeschworene Tiny-House-Bewohner haben bewusst ein Minihaus auf Rädern gewählt, um „mobil“ zu bleiben. Der Hintergedanke ist, dass das Tiny House bei Bedarf recht unkompliziert von A nach B transportiert werden kann. In der Realität zeigt sich aber, dass das Häuschen gar nicht so oft bewegt werden soll, dass es überhaupt mobil sein muss – stattdessen würde ein transportables Modulhaus in den meisten Fällen die Bedürfnisse viel besser decken.

Ob nun Tiny House on Wheels oder transportables Modulhaus, der Trend zum Kleinwohnformen wird immer deutlicher: Immer mehr Menschen leben alleine, weshalb sie weniger Wohnfläche benötigen, und immer mehr Menschen wollen ihre wohnliche Zukunft freier, nachhaltiger und bewusster gestalten. Mit zunehmender Wohnfläche entsteht mehr Besitz und damit mehr Verantwortung – was den Einzelnen mehr bindet, als ihm Freiheit zu geben. Die Verknüpfung von Wohnen auf kleiner Fläche und Freiheitsbedürfnis ist nicht neu: Bereits vor 100 Jahren gab es die ersten Wohnmobile, die den Komfort des eigenen Hauses mit dem Freiheitsgefühl des Reisens verbanden.



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Tiny House versichern – so einfach geht das!

Gastbeitrag der Oberösterreichischen Versicherung – Reichen wenige Quadratmeter Platz zum Leben? Wenn es nach Ansicht der stetig wachsenden Tiny-House-Community geht: ja. Flexibel, nachhaltig, ökologisch – ausgehend von den USA sind die Mikro-Behausungen auch hierzulande längst im Mainstream angekommen. Umso verwunderlicher, dass die großen Versicherer nicht schon längst passende Produkte für diesen schnell wachsenden Markt entwickelt haben. Die gute Nachricht für Tiny-House-Besitzer (oder jene die es noch werden wollen) gleich vorneweg: Eine gute Absicherung muss weder kompliziert noch teuer sein.

Welchen Risiken ist ein Tiny House ausgesetzt?

Aber der Reihe nach: Ob fest verankert oder auf Rädern, Bauherren in spe können sich die Bauform aussuchen, welche am besten zu ihren Bedürfnissen und ihrem Lebensstil passt – Tiny Houses auf Rädern, Modulhaus oder ein fest verankertes Minihaus. Tiny Houses sind in Zeiten von teuren Baugründen, steigenden Immobilienpreisen und knappen Platzangeboten eine leistbare Alternative. Neben den geringeren Anschaffungskosten halten sich die laufenden Kosten ebenfalls in Grenzen. Manch ein Tiny House ist überdies mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach und/oder einem Holzofen ausgestattet und somit tendenziell autark.

Für viele Tiny-House-Bewohner spielt das Thema Nachhaltigkeit und Selbstversorgung eine wichtige Rolle. Sie wollen so unabhängig wie möglich leben. Und selbstverständlich wollen sie ihr Zuhause auch für den Fall der Fälle gut geschützt wissen. Denn in einem Punkt unterscheiden sich Tiny Houses oder Minihäuser überhaupt nicht von ihren großen Pendants: Sie sind den gleichen Risiken ausgesetzt.

Gefahren wie Feuer, Sturm, Hagel oder Einbruchdiebstahl sind auch bei den neuen Wohnformen genauso vorhanden. Genau betrachtet ist das Risiko einer Beschädigung durch die dünnere „Hülle“ sogar noch eine Spur größer als bei einem massiven Ziegelhaus. Da sich die Tendenz zum Tiny House erst in den letzten Jahren etabliert hat, gab es für diesen Wohntrend noch nicht viele spezialisierte Angebote.

All-in-One-Versicherungslösung für Tiny Houses und Minihäuser

Die Oberösterreichische Versicherung hat die Nachfrage erkannt und deshalb eine spezielle Tiny-House-Versicherung entwickelt. Das Tiny House ist dabei grundsätzlich wie ein klassisches Einfamilienhaus versichert, unabhängig davon, ob es auf Rädern oder einem festen Fundament steht. Versichert sind damit also schon mal Schäden am gesamten Objekt. Da es sich bei dieser Versicherung um eine sogenannte Bündelversicherung handelt, sind auch eine Hausrat-, eine Glasbruch- sowie eine (ausschließbare) Haftpflichtversicherung inklusive.

Dieser Rundum-Schutz deckt dann unter anderem Schäden durch Brand oder Blitzschlag, Sturm und Hagel, sowie durch Leitungswasser ab. Eine Deckung von Einbruchdiebstahl inkl. Vandalismus sowie dem Raub des Objektes vom Risikoort ist selbstverständlich auch mit dabei. Wer eine Photovoltaikanlage sein Eigen nennt, für den gibt es optional auch dafür eine optimale Absicherung. Eine Fahrradversicherung (ebenfalls optional) sowie eine inkludierte Elementarversicherung gegen Gefahren wie Überschwemmung oder Schneelast und daraus folgende Schäden bis EUR 4.000 runden das Angebot ab.

Egal ob auf Rädern oder stationär auf einem fixen Stellplatz, das kleine Traumhaus kann so schon ab EUR 168,46 im Jahr abgesichert werden. Besonderes bequem für online-affine Tiny-House-Besitzer: Die Versicherung lässt sich bequem in vier einfachen Schritten rund um die Uhr von zu Hause aus abschließen. Interessierte können zunächst ohne Angabe von personenbezogenen Daten unverbindlich die Jahresprämie berechnen. Erst nach der Entscheidung für den Abschluss einer Police folgt die Abfrage persönlicher Daten und Zahlungsdetails.

Wie man sieht ist das Versichern von Tiny Houses nicht mega kompliziert. Im Gegenteil: Durch das vordefinierte Gesamtpaket, welches durch die ein oder andere Anpassung immer noch individualisiert werden kann, wird die Absicherung zum Kinderspiel. Getreu dem Motto der Oberösterreichischen: Keine Sorgen!


Weitere Informationen
Die Oberösterreichische Versicherung kann auf eine über 200-jährige Geschichte zurückblicken: Das Traditionsunternehmen wurde 1811 von König Maximilian I. von Bayern als Allgemeine Brandversicherungsanstalt für das Königreich Bayern gegründet. Die Oberösterreichische Versicherungs AG hat ihren Sitz in Linz und eine deutsche Niederlassung in Hanau. Website des Unternehmens: www.keinesorgen.de

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Modulhaus gekoppelt

Modulhaus vs. Tiny House – Vorzüge und Nachteile (1)


Der Begriff „Tiny House“ wird mittlerweile sowohl in den Medien als auch von Bewohnern aller möglichen kleinen Behausungen für ebensolche verwendet. Bei unseren Beratungen und auch hier auf der Website trennen wir die Begriffe nach wie vor und bezeichnen nur die Tiny Houses „on Wheels“, also auf Rädern, als Tiny Houses. Alle anderen Gebäude sind bei uns Minihäuser oder Kleinhäuser und können – entsprechend der Bauweise oder dem Konzept – weiter unterschieden werden. Diese Unterscheidung bewährt sich einerseits dahingehend, dass leichter und schneller geklärt werden kann, welche Wohnform den jeweiligen BauherrInnen als zukünftiges Zuhause vorschwebt, und andererseits lassen sich auch Bauvoranfragen ohne Missverständnisse stellen … Soviel vorab zur Begriffsklärung.

Tiny Houses (on Wheels) werden gerne als superflexible Wohnlösung angesehen, als singlefreundlich, kostengünstig und natürlich sehen sie niedlich aus. Kein Wunder also, dass es in den vergangenen Jahren zu einem regelrechten Hype kam.
In diesem Artikel möchten wir eine Lanze für Modulhäuser brechen und erläutern, welche Vorzüge sie gegenüber Tiny Houses (on Wheels) haben, aber auch für wen ein Tiny House dennoch die bessere Wahl sein kann.

Tiny Houses (on Wheels): Einschränkungen zugunsten von Mobilität

Das Wohnkonzept der Tiny Houses stammt aus den USA, wo Häuschen auf Trailern zum Wohnen in RV Parks abgestellt werden können. Ganz wie hierzulande auf Campingplätzen muss die Behausung dazu ein Fahrgestell haben. Der Unterschied liegt allerdings darin, dass in Deutschland auf den wenigsten Campingplätzen gewohnt werden darf und die „Wohnwägen“ eine Höhe von 3,50 m nicht überschreiten dürfen. Wer mit dem Wohnen in einem Tiny House liebäugelt, stellt sich aber zumeist auch gar nicht vor, damit auf einem Campingplatz zu wohnen.

Das Fahrgestell und die Möglichkeit, das Tiny House auf der Straße zu bewegen, bringt – auch wenn zumindest die deutschen Tiny Houses nicht zum Reisen gedacht sind – einige Einschränkungen mit sich:
Die Maße sind mit maximal 2,55 m in der Breite und 4,00 m in der Höhe sehr begrenzt. Hinzu kommt ein zulässiges Maximalgewicht von 3,5 to inklusive Fahrgestell. Das alles limitiert die Möglichkeiten zum Aufbau einer soliden Gebäudehülle enorm.

Holzständerbauweise mit halber Wandstärke

Obwohl die Holzrahmen- oder Holzständerbauweise (mit der auch Tiny Houses erstellt werden) einen schlanken Wandaufbau ermöglicht, bewegt sich die Wandstärke bei einem „normal großen“ in dieser Bauweise gebautem Haus immerhin zwischen 25 und 35 cm. Man braucht nicht viel Phantasie, um sich vorzustellen, dass der Wohnraum in einem Tiny House bei einem solchen Wandaufbau sehr schmal werden würde (wir erinnern uns: das Außenmaß darf in der Breite maximal 2,55 m sein). Anders als in Modulhäusern, die bei gleicher Wohnfläche nicht solchen Beschränkungen unterliegen, gäbe es in Tiny Houses neben den erforderlichen Einbauten nicht mehr genügend Bewegungsfreiheit. Die gewohnten Yoga-Übungen am Morgen müssten Sie auf den Sonnengruß reduzieren, wenn Sie nicht seitlich anstoßen wollen.

Innenraum Tiny House

Um nicht zu viel Wohnfläche zu verlieren, wird die Wandstärke also um etwa die Hälfte der üblichen Stärke reduziert und in der Regel mit Polystyrol gedämmt, um Gewicht zu sparen. Mit ökologischen Dämmstoffen wird es bei dieser Wandstärke nämlich auch nicht einfach, die Vorgaben der Energieeinsparverordnung einzuhalten, deren Nachweis für eine Baugenehmigung erbracht werden muss.

Solche Einschränkungen gibt es bei Modulhäusern nicht: Weder müssen sie ein bestimmtes Maximalgewicht einhalten noch solch geringen Außenmaße. Wohnmodule werden meist mit einer Breite von 3,50 m angeboten, da diese dann noch in einem Stück auf einem Tieflader transportiert werden können.

Die Frage ist also: Muss das eigene Haus tatsächlich mobil sein oder reicht es, dass es transportabel ist? Um diese Frage, um einen Kostenvergleich und um die tatsächlichen Vorteile von Tiny Houses (on Wheels) wird es im zweiten Teil dieses Artikels gehen.

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Wer sich mit dem Bau oder Kauf eines Tiny House schon mal beschäftigt hat, wird schnell bemerkt haben, dass es auch für die Minihäuser Vorschriften und Gesetze gibt. Und, dass im Baurecht kaum zwischen Wohnhäusern konventioneller Größe und Minihäusern unterschieden wird. Das gilt es europaweit zu ändern.

Was ist die Tiny Living Petition?

Hinter der Tiny Living Petition steckt eine selbstorganisierte Vereinigung, deren Ziel es ist Sprachrohr für alle Tiny-House-Gemeinschaften, -Allianzen, -Hersteller und Menschen zu sein, die kleiner leben wollen. Zu diesem Zweck wurde eine Plattform geschaffen, um lokale und europaweite Anliegen zum Thema „Tiny Living“ auszumachen und diese gemeinsam als Petition beim EU-Parlament oder auf Bundesebene einzureichen. Die Tiny Living Petition will sich für mehr Klarheit und Einheitlichkeit in der Gesetzgebung einsetzen. Sie will eine Änderung und Vereinheitlichung der Richtlinien in Europa anstoßen, unabhängig von Größe, Lage oder Baustil eines Minihauses.

Drei Schritte zum Ziel

Die Strategie, um möglichst viele Unterschriften zu sammeln und die Petition zum Erfolg zu führen, basiert auf drei Schritten:

Phase 1 (läuft aktuell)Phase 2 (ab Januar 2022)Phase 3 (ab September 2022)
Phase 1 (läuft aktuell)
Phase 1: Sammlung von Themen – Alle Menschen, denen das Thema „Wohnen auf kleinem Raum“ am Herzen liegt, können Ideen und Bedürfnisse beisteuern, wie sich der Weg zum Leben im Minihaus ebnen lassen könnte.
Phase 2 (ab Januar 2022)
Phase 2: Veröffentlichung der Themen – Alle gesammelten Themen werden veröffentlicht und die Leser können für ihre persönlichen Favoriten abstimmen. Aus dem Thema mit den meisten Stimmen wird eine Petition erstellt.
Phase 3 (ab September 2022)
Phase 3: Sammlung von Unterschriften – Nun gilt es so viele Unterschriften wie möglich für die Petition zu sammeln. Das erklärte Ziel ist, innerhalb eines Monats mindestens 500.000 Stimmen aus ganz Europa zu sammeln. Im Anschluss soll die Petition an das EU-Parlament weitergeleitet werden.

Wer die Kampagne unterstützen will, kann das entweder durch Input an Ideen auf der Website der Tiny Living Petition tun oder sich als aktives Mitglied beteiligen. Im Verlauf der Kampagne werden Treffen organisiert, damit sich aktive Unterstützer über Erfahrungen und Veränderungen, welche durch die Petition herbeigeführt werden sollen, austauschen können.


Mini-Doppelhaus

Der Trend zu kleineren Häusern ist nicht nur hier auf dieser Website DAS Thema: Sowohl Herausgeber von Hochglanz-Zeitschriften und Buchverlage, wie auch Messeveranstalter greifen den Trend unter dem Titel „Tiny Houses“ regelmäßig auf. Unter diesem Begriff wird dann Vieles subsummiert: von Holzwohnwägen über Tiny Houses „on Wheels“ bis hin zu Modulhäusern. In diesem Artikel befassen wir uns mit Tiny Houses „on Wheels“, den Häuschen auf Rädern, für wen sie sich eignen und was beim Selbstbau zu beachten ist.

Minihäuser werden immer beliebter

Laut einer repräsentativen Umfrage aus dem Jahr 2019 vom Vermittler für Baufinanzierungen Interhyp, haben 13 Prozent der Befragten durchaus ein Interesse an „Tiny Houses“ und würden darin auch gerne wohnen wollen.

Der Trend selbst stammt aber nicht aus Deutschland, sondern aus den USA. Im Jahr 2017 wurde dort im Baugesetz eine spezielle Definition eingefügt, in welcher es heißt: „Eine Wohnstätte mit bis zu 400 Quadratfuß Grundfläche – die Schlaflofts ausgenommen.“ 400 Quadratfuß entsprechen 37 Quadratmetern.

Für wen eignet sich ein Minihaus?

Ein Minihaus eignet sich prinzipiell für jeden, der sich vorstellen kann, auf sehr begrenztem Raum leben zu können. Das setzt auch voraus, dass man selbst den Minimalismus verfolgt und somit keinen großen Wert auf materielle Dinge legt. Besonders attraktiv erscheint vielen Interessenten wohl die Tatsache, dass die meisten modernen Minihäuser transportabel sind, ein Ortwechsel mitsamt dem Haus also möglich ist.

Mit dem Haus umziehen

Tiny Houses „on Wheels“ überdies sind nicht nur transportabel sondern (mehr oder weniger) mobil: Sie werden auf Kfz-Anhänger aufgebaut und lassen sich so von A nach B ziehen. Zum Reisen sind sie zwar nicht gemacht – und auch für Umzüge an einen mehr als ein paar Kilometer entfernten Standort lässt man sie besser auf einem Tieflader transportieren –, nichtsdestotrotz haftet an ihnen ein Flair von Abenteuerlust und Ungebundenheit.

Als Hauptwohnsitz sind Tiny Houses „on Wheels“ wenig praktikabel und längst nicht so wertbeständig wie Wohnmodule, sie stellen aber eine gute Lösung für einen Zweitwohnsitz in einem landschaftlich reizvoll gelegenen Erholungsgebiet dar. Auch für digitale Nomaden, die sich vorrangig im Ausland aufhalten, kann ein Tiny House „on Wheels“ eine gute Homebase darstellen.
Für alle anderen Interessenten sind Wohnmodule die empfehlenswertere Lösung. Hier ein paar ihrer Vorzüge:

  • Der Quadratmeterpreis ist geringer als bei Tiny Houses „on Wheels“,
  • die für eine Baugenehmigung erforderlichen Standards können leichter eingehalten werden,
  • auch sie können bei Bedarf an einen anderen Standort transportiert werden und nehmen dabei weniger Schaden,
  • sie beiten mehr Flexibilität bezüglich der Wohnfläche – es kann an- und wieder rückgebaut werden.

Ein Grund, weshalb die auf Anhängern aufgebauten Tiny Houses in der Szene so beliebt sind, ist allerdings die Möglichkeit sich mit etwas handwerklichem Geschick ein solches Haus selbst zu bauen. Mit dem Anhänger ist bereits das Fundament erstellt und der Rest ist Holzbau.

Eigenbau und Grundstücksuche – zwei Herausforderungen

Für den Bau eines Tiny Houses muss in jedem Fall berücksichtigt werden, dass professionelles Werkzeug erforderlich ist. Eine Flex, ein Schweißgerät, eine Profilmaschine für die Blechverarbeitung oder eine Aufspannplatte können sinnvoll sein. Letztere finden sich jedoch nicht bei jedem Heimwerker, sondern eher in kleinen oder mittelständischen Unternehmen und diese können auch angefragt werden, um diese Arbeiten durchzuführen.

Wenn die eigene Werkstatt ausgestattet ist und der Bau beginnen kann, spätestens dann sollte auch die Grundstücksuche beginnen – am besten steht der zukünftige Standplatz jedoch bereits vor dem Bau (oder Kauf) fest. Unzählige ambitionierte Selberbauer hatten bereits die baurechtlichen Bestimmungen unterschätzt und wussten bei Fertigstellung ihres Häuschens nicht, wohin damit.
Wie wir in unserer Rubrik „Baurecht“ umfassend erläutern, braucht selbst ein Tiny House auf Rädern, wenn es zu Wohnzwecken genutzt werden soll, eine Baugenehmigung – in Fall der bereits fertiggestellten Tiny Houses ist für das bloße Aufstellen (und Bewohnen) also eine Baugenehmigung erforderlich.

Im Sinne von Flexibilität und Kostenersparnis sollten Tiny-House-Bewohner in spe nicht nur nach günstigen Grundstücken zum Kauf Ausschau halten: Pachtgrundstücke für Tiny Houses können eine gute Lösung darstellen und werden in zunehmenden Maße für diese Nutzung angeboten.

Dass der spätere Standplatz optimalerweise bereits vor dem Bau feststehen sollte, begründet sich darin, dass Bebauungspläne und Ortsgestaltungssatzungen zum Beispiel bestimmte Dachformen oder Fassaden vorgeben können. Punkte, die beim Bau leicht angepasst werden können, andernfalls später jedoch der Erteilung einer Baugenehmigung entgegenstehen könnten.

Was kostet ein Tiny House?

Der Selbstbau eines Tiny Houses kostet im Durchschnitt 25.000 bis 40.000 Euro, wobei sich dies auch nach den eigenen Bedürfnissen bezüglich Ausstattung und Optik richtet. Die Preise für schlüsselfertige Tiny Houses von renommierten Herstellern beginnen dagegen bei etwa 50.000 Euro. Je nach gewünschtem Komfort kann ein Tiny House jedoch durchaus auch 150.000 Euro und mehr kosten – insbesondere, wenn die Technik und Ausstattung des Tiny Houses auf potentielle Autarkie ausgerichtet sein soll. Kostet doch alleine die Photovoltaikanlage bereits um die 8.000 Euro.

Bildquellen:
alexandre zveiger / stock.adobe.com (Bild 1),
Sarah Richter / Pixabay (Bild 2),
Brett / stock.adobe.com (Bild 3),
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In einem Minihaus zu wohnen bedeutet Minimalismus auf kleinstem Raum. Immer mehr Menschen bevorzugen diese Art von Wohnlösung, sodass sich selbst die kleinsten Versionen, die sogenannten Tiny Houses, inzwischen großer Beliebtheit erfreuen. Dass es sich bei dieser Entwicklung um eine gesunde, nachhaltige Entwicklung handelt, zeigt die linear steigende Nachfrage – bei einem Hype würde die Kurve exponentiell verlaufen. Die Gründe für das Interesse an kleinen Häusern liegen auf der Hand: die demographische Entwicklung zu mehr Singlehaushalten, der Wunsch dennoch ein eigenes Dach über dem Kopf und Raum für Individualität zu haben, ohne sich dafür über Jahrzehnte verschulden zu müssen. Für diejenigen unter Ihnen, die noch nicht tiefer in das Thema eingestiegen sind, fassen wir in diesem Artikel ein paar Informationen zum Phänomen der Minihäuser zusammen:

Was genau versteht man unter einem Minihaus?

Für den Begriff „Minihaus“ gibt keine allgemeingültige und offizielle Definition. Minihäuser werden je nach Typ und Größe (oder Marketingstrategie des Anbieters) auch Modulhaus, Singlehaus, Mikrohaus oder Tiny House genannt. Es werden damit sowohl stationäre als auch transportable Wohngebäude bezeichnet, die eine wesentlich kleinere Wohnfläche besitzen, als konventionelle Einfamilienhäuser – viele Modelle sind nur 40-60 Quadratmeter groß. Die Wohnfläche kann sowohl auf einer einzigen Ebene als auch auf zwei Etagen realisiert werden. Dank einer intelligenten, multifunktionalen Einrichtung, bei der vieles mehrfach genutzt wird, hat der Bewohner hier auf kleinstem Raum alles, was man zum Leben braucht: Ein Raumteiler zwischen der Küche und dem Wohnraum kann zugleich als Stauraum und Treppe fungieren. Waschmaschine, Küchenzeile, Bad mit Dusche – all dies beinhaltet das Minihaus. Auch eine Versorgung mit Frischwasser und Strom ist – schon allein aufgrund des im Baurecht verankerten Anschlusszwangs – wie in einem Standardhaus sichergestellt.

Warum werden Minihäuser immer beliebter?

Vor allem für Menschen, die in einem eigenen Haus leben wollen und auf der Suche nach preisgünstigem Wohnraum sind, eignet sich ein Minihaus hervorragend. Da Minihäuser auch modular aufgebaut sein können und die meisten Wohnmodule transportabel sind, passen diese sich gut den Anforderungen der modernen Welt an, in der Arbeitnehmer oft auch die Bereitschaft mitbringen müssen, ihren Wohnort zu wechseln. Menschen, denen Flexibilität und Mobilität wichtig ist, finden in einem Minihaus alles was sie suchen. Egal ob Singles, Paare ohne Kinder oder Alleinerziehende – mit ihrer geringen Größe werden Minihäuser dem Bedarf dieser Zielgruppen gerecht. Aber auch zunehmend mehr Unternehmer entdecken Minihäuser für sich und nutzen sie als temporäre Arbeits- und Geschäftsräume. Gleichzeitig gelingt es Firmen mit Wohnmodulen, in Ballungsgebieten mit Wohnungsnot schnell geeigneten Wohnraum für die eigenen Mitarbeiter zu schaffen.

Minihaus vs. klassisches EFH – die Vorteile

Minihäuser haben gleich eine ganze Reihe von Vorteilen zu bieten: Da sie aufgrund ihrer geringen Größe ressourcensparend sind und zur Herstellung wenig sogenannte „graue Energie“ verbraucht wird, profitiert auch der Besitzer von einem finanziellen Vorteil: Für einen vergleichsweise geringen Investitionsbetrag wird man zum stolzen und unabhängigen Eigenheimbesitzer. Zudem kann ein Minihaus schnell errichtet werden, wodurch man als BauherrIn bereits nach kurzer Zeit in die eigenen vier Wänden umziehen kann. Aufgrund der kleineren Wohnfläche fallen meist auch geringere Heiz- und Unterhaltskosten an als in einer herkömmlichen Wohnung. Wer besonders flexibel sein möchte, kann sich zudem für ein mobiles Tiny House entscheiden: Die rollenden Minihäuser lassen sich als Ganzes transportieren und garantieren damit jederzeit eine flexible Wohnortwahl – eine Aufstellgenehmigung am Zielort vorausgesetzt.

Was kostet ein Minihaus?

Wie bei anderen Immobilienangeboten hängt der Preis für ein Minihaus von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehört nicht nur die Größe des Minihauses, sondern auch die Ausstattung sowie die verwendeten Materialien. Kleinere Wohnmodule sind bereits ab etwa 25.000 EUR erhältlich. Dabei handelt es sich zugegebenermaßen um Modelle, die eine eher spartanische, jedoch funktionelle Ausstattung mitbringen. Preisliche Grenzen nach oben gibt es so gut wie nicht, denn die Minihaus-Hersteller können mittlerweile fast jeden erdenklichen Kundenwunsch realisieren, wie verschiedene Projektangebote rund um Immobilien zeigen. Zu den regulären Anschaffungskosten für das Minihaus gesellen sich bei der Platzierung auf einem eigenen Grundstück zudem noch die Kosten für die baulichen Grundstücksarbeiten sowie Baunebenkosten hinzu – diese sollten mit bis zu zwanzig Prozent der Kaufpreise kalkuliert werden. Als Alternative werden neuerdings zunehmend auch Pachtgrundstücke für Minihäuser angeboten.

Worauf sollte man bei der Wahl des Haustyps achten?

Nicht immer ist das Leben in einem Minihaus nur von Vorteilen geprägt, denn es gibt auch einige Nachteile: Das begrenzte Platzangebot ist sicherlich auf Dauer die größte Hürde, die man als Bewohner eines Minihasues – und erst recht eines Tiny Houses – auf sich nehmen muss. Wer beispielsweise noch Familienzuwachs erwartet, sollte unbedingt die modulare Variante und ein ausreichend großes Baufenster für eine Erweierung bevorzugen. Im Fall von Tiny Houses „on Wheels“, also den Tiny Houses auf Rädern, gilt es zudem zu bedenken, dass es fbislang in Deutschland ür diese nur begrenzte Standplätze gibt. Insofern ist man als Besitzer bei der Wohnortwahl nicht immer so flexibel ist, wie es auf den ersten Blick den Anschein macht. Aber auch die Tatsache, dass es bei Minihäusern deutlich schneller zu Abnutzungserscheinungen kommen kann, als an einem gewöhnlichen Eigenheim, müssen Interessenten bei der Wahl berücksichtigen.

Fazit

Minihäuser erfreuen sich größter Beliebtheit und bringen eine Menge Vorteile mit. Nichtsdestotrotz müssen Interessenten bei der Wahl eines Minihauses einige Aspekte beachten. Vor allem die persönlichen Bedürfnisse und Wünsche sollten hier im Vordergrund stehen.

Bildquellen: franswillemblok / istock.con (Wikkelhouse, Bild 1), tiny-lofts.com (Bild 2).