Ein einfacher und günstiger Schritt näher an das autarke Leben ist ein Selbstversorger-Garten. Mit einem Permakultur – Aufbau nutzt man den natürlichen Ablauf der Natur, um sein Grundstück ideal zu nutzen. Aber wie sieht es im Winter aus? Reicht es aus, den Garten der Natur zu überlassen, oder sollte man ihm unter die Arme greifen?

Das Permakultur-Prinzip

Der Permakultur-Anbau entsteht aus dem Gedanken, einen naturschonenden und zukunftsfähigen Anbau zu finden, der Mensch, Tiere, Boden und Pflanzen gleichermaßen versorgt. Dafür hat man sich an den natürlichen Vorgängen in Gärten, Feldern und Wäldern orientiert. Wenn man den Mustern folgt, die man in ökologischen Abläufen findet, kann man nachhaltig und umweltfreundlich agieren. Ein wichtiges Werkzeug ist es dabei, den Konsum und Wachstum auf das zu begrenzen, was man braucht, und Überschüsse zu teilen.
Für diesen Zweck hat einer der Gründer des Permakultur-Prinzips, der Australier David Holmgren, 12 Gestaltungsgrundregeln festgelegt:

Die 12 Grundregeln der Permakultur

 
1. Beobachte & interagiere.

2. Sammle & speichere Energie.

3. Erziele eine Ernte.

4. Nutze Selbstregulation & akzeptiere Feedback.

5. Nutze & schätze erneuerbare Energien und Dienstleistungen.

6. Produziere keinen Abfall.

7. Entwirf vom Muster hin zum Detail.

8. Interagiere eher, als zu trennen.

9. Nutze kleine & langsame Lösungen.

10. Nutze & schätze Vielfalt.

11. Nutze Randzonen & schätze das Marginale.

12. Nutze Veränderung & begegne ihr mit Einfallsreichtum.

Auch für den Privatgarten sind einige dieser Regeln von Bedeutung: Zusammengefasst soll man seinen Garten komplett durchplanen, damit alle Teile ineinandergreifen und kein Abfall entsteht. Alles, wird wiederverwertet und zur Unterstützung der anderen Gartenareale genutzt. Dabei kann man sich auf vielfältige Erfahrungen beziehen, seinen Garten beobachten und individuelle Lösungen finden. Deshalb basieren Permakultur-Gärten auf Mischkulturen und Artenvielfalt.

Um den Boden zwischen Nutzphasen zu schonen, sollte der Anbau verschiedener Bereiche rotieren, Teile sollten der Natur überlassen werden und andere mit mehrjährigen Pflanzen bedeckt werden. Auch das Halten von Hühnern oder Schafen lässt sich integrieren. Tier und Pflanzenabfälle werden als Mulch und Dünger genutzt. Tier, Pflanze und Mensch stehen in einem Kreislauf, und „ernähren“ sich gegenseitig.

Winterzeit = Ruhezeit?

In der Natur gibt es nur bedingt Strategien, einen Garten effektiv winterfest zu gestalten. Bei vielen Selbstversorger-Gärten wird die Gartenarbeit deshalb über die Frostmonate pausiert. Wer den Winter über weiterhin Gemüse ernten und nicht nur von Konserven leben möchte, die er zuvor angesammelt hat, kann aber auf naturfreundliche Strategien aus der Landwirtschaft zurückgreifen. Auch nach den Permakultur-Prinzipien spricht nichts gegen wetterfeste Pflanzenkübel und das Unterstützen von kälteresistenten Pflanzen, solange sie in das nachhaltige System des Gartens eingeplant sind.

Hochbeete

Im Herbst fallen viele Gartenabfälle an, deshalb ist er eine gute Zeit, um Beete zu bauen und den Boden auf den Winter vorzubereiten. Permakultur arbeitet nicht mit dem Umgraben von Böden. Stattdessen wird mit Mulch und Mist-Dünger gearbeitet, um den Grund locker und Nährreich zu halten. Dabei wird das Beet durch den Verrottungsprozess von unten gewärmt, statt von der Sonne profitieren zu müssen.

Ein Hochbeet, ob selbst gebaut oder aus einem gekauften, wetterbeständigen Pflanzkübel, wird deshalb schichtweise gefüllt:

Der Aufbau eines Hochbeets

 
Unterste Schicht: Baum- und Strauchschnitt

2. Schicht: Grünabfälle wie Gras & Laub

3. Schicht: Tiermist & halbreifer Kompost

4. Schicht: Gartenerde-Kompost-Mischung

Nach 5 bis 7 Jahren sind die Schichten so weit verrottet, dass man das Beet neu aufsetzen muss. In der Zwischenzeit verliert es auch im Jahresverlauf an Volumen und sollte einmal jährlich aufgefüllt werden. Dafür nimmt man die obere Erdschicht zur Seite, streut erneut verrottendes Pflanzenmaterial und bedeckt es wieder mit der Erde.

Wer seine Pflanzen zusätzlich schonen möchte, kann sie mit einer Folie bedecken. Noch effektiver ist ein Gewächshausaufsatz, der die Wärme des Bodens und der Sonnenstrahlen fängt und die Pflanzen so vor Frost schützt.

Selbstversorgung aus dem Hochbeet

Winterfestes Gemüse

Auch in der Natur finden wir Gemüsesorten, die der Kälte standhalten können oder sie sogar brauchen. Viele dieser Saaten muss man im Sommer bereits pflanzen, da sie zu dieser Zeit langsam wachsen. Dafür lohnt es sich mitunter sie in Töpfern heranzuziehen, damit man das Beet nicht dauerhaft belegt.

Porree

Porree hat zwar auch Sommersorten, Winterporree-Varianten überleben die Kälte aber ohne Probleme.

Grünkohl

Grünkohl gehört vor allem für die Menschen im Norden fest zu ihren Kaltwetter-Gerichten. Ihn sät man im Mai bis Juli und erntet ihn nach dem ersten oder zweiten starken Frost.

Wintergemüse anbauen: Grünkohl

Feldsalat

Ein anderer Name für Feldsalat ist auch Wintersalat. Wenn man ihn Juli bis September aussät, kann man ihn im Winter ernten. Eine Saat von November zeigt im Frühjahr Ertrag.

Pastinaken

Wer im Mai Pastinaken pflanzt, hat den ganzen Winter über etwas von den Rüben.

Wintergemüse Pastinake

Winterpflege für den Selbstversorger-Garten

Auch wer nichts über den Winter anbaut, sollte die Zeit nutzen, seinen Garten ideal auf das Frühjahr vorzubereiten. Dafür beobachtet man seine Anbauflächen und streut überall dort, wo noch unbedeckte Stellen sind, Mulch, Mist und Stroh. Durch diese Decke bleibt der Boden geschützt. Um Bäume und Sträucher kann man mit durch Steine beschwerte Strohbedeckung Wärmefallen bauen, um die Bodenwärme dort besser zu halten. Der Rest des Winters ist die ideale Zeit, sein nächstes Anbaujahr zu planen.

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Frühbeet an der Hauswand

Wer sein Lieblingsgemüse aus dem Garten so früh wie möglich ernten möchte, legt am besten ein Frühbeet an. Wenn es für den Pflanzenanbau im Freiland noch zu kalt ist, kann im Frühbeet mit der Aussaat bereits Ende Februar begonnen werden. Hier wachsen Salat, Radieschen und Co. problemlos – trotz niedriger Außentemperaturen. Im folgenden Artikel möchten wir Ihnen genauer erläutern, wie Sie selber ein Frühbeet bauen und es danach erfolgreich bepflanzen können.

Was ist überhaupt ein Frühbeet?

Ein Frühbeet ist ein Gewächshaus im Kleinformat. In einem hölzernen oder metallenen Kasten mit lichtdurchlässiger Überdachung kann der Gemüse- und Kräuteranbau schon vor dem offiziellen Beginn der Gartensaison starten. Die transparente Abdeckung des Frühbeets sorgt nämlich dafür, dass die Wärme im Kasteninneren gehalten wird. So können sich hier auch kälteempfindliche Pflanzen und Keimlinge wohlfühlen.

Anzucht im Frühbeet

Mit einem solchen Kälteschutz für das Beet können Sie nicht nur frühzeitig damit beginnen, Ihr Lieblingsgemüse anzubauen – das Frühbeet überzeugt außerdem mit diesen Vorteilen:

  • Frühe Ernte: Die frühe Aussaat Ende Februar/Anfang März verschafft Ihnen einen klaren Zeitvorteil – Sie säen früher aus und können sich deshalb auch früher über die erste Ernte freuen.
  • Pflanzenschutz: Die Überdachung des Frühbeets sorgt dafür, dass die angebauten Pflanzen vor Feuchtigkeit und Wind geschützt sind. Außerdem haben hier ungebetene Gäste, wie Schnecken, keine Chance an die leckeren Gemüsepflanzen zu kommen.

 

Frühbeet selber bauen: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Sie sind davon überzeugt, dass ein Frühbeet genau die richtige Anbaumethode für Sie ist? Dann müssen Sie sich nicht lange nach einem erfahrenen Handwerker umsehen. Sie können sich ein Frühbeet ganz einfach selbst zimmern – es muss auch nicht besonders groß sein.

Passend zum Tiny-House-Lifestyle kann auch ein kleineres Frühbeet eine lohnenswerte Angelegenheit sein. Dazu brauchen Sie die folgenden Materialien:

  • 4 fäulnisbeständige Holzbretter für den Kasten (Stärke: 20 mm, Länge: 1,5-2 m)
  • 4 Holzlatten für den Abdeckungsrahmen (Stärke: 20 mm, Länge: 1,5-2 m)
  • Styropor (zum Dämmen)
  • robuste und lichtdurchlässige Überdachung
  • Schrauben
  • Scharniere
  • Werkzeug (Schraubenzieher, Tacker, Säge, Hammer)

 

1. Holzrahmen zimmern

Stellen Sie die vier Holzplatten für den Beetkasten zu einem Viereck zusammen. Bevor Sie die Latten zusammenschrauben, sollten Sie diese zuerst zusammentackern – so bleiben sie beim Schrauben besser in der gewünschten Position.

Schrauben Sie nun die einzelnen Holzbretter zusammen und bauen Sie – mit Hilfe der Säge – einen Kasten mit abgeschrägten Seiten. Die Höhe des Holzrahmens sollte dabei am unteren Ende mindestens 35 cm und am oberen Ende 50 cm betragen. Somit ist also die Vorderkante niedriger als die Rückwand – die Abdeckung kann schräg aufliegen.

2. Abdeckung bauen

Nachdem Sie den Beetkasten fertiggestellt haben, bauen Sie das Dach für das Frühbeet mit den restlichen vier Holzlatten. Für die Eindeckung gibt es verschiedene Abdeckmaterialien, von ausgedienten Fenstern über lichtdurchlässige Doppelstegplatten bis hin zu Gewächshausfolien.

Doppelstegplatten aus Polycarbonat oder Acrylglas sind besonders gut geeignet – beide Kunststoffplatten sind zwar teurer in der Anschaffung als andere Materialien, aber sie punkten mit ihren vielen Vorteilen. So sind die Platten äußerst bruch- und schlagfest, lichtdurchlässig und wetterresistent: Ideale Voraussetzungen für ein perfekt bedachtes Frühbeet!

3. Innenseite dämmen

Wenn Sie Ihr Frühbeet einmal zusammengebaut haben, können Sie nun die Innenseiten mit Styropor auskleiden – dadurch dämmen und isolieren Sie Ihr kleinformatiges Gewächshaus optimal. Am besten befestigen Sie die einzelnen Styroporplatten mit Flachdrahtklammern – wählen Sie dabei die Länge der Klammern je nach Styropordicke aus.

4. Scharniere anbringen

Damit Sie das Frühbeet auch regelmäßig belüften können, sollten Sie Scharniere an der Rückseite des Holzrahmens befestigen. So können Sie das Dach jederzeit zum Bepflanzen, Lüften und Ernten geöffnet lassen, ohne es mühsam festhalten zu müssen. Je nach Breite des Frühbeets sind zwei bis drei Scharniere empfehlenswert.

PET-Flaschen als Pflanzenhauben

Genau wie bei Minihäusern ist Holz natürlich nicht der einzige mögliche Baustoff: Wer ein Frühbeet für Jahrzehnte anlegen will, kann einen zu einer Seite abfallenden Rahmen aus Ziegelsteinen mauern und alte Fensterflügel darauf legen. Unter dem Motto „Upcycling“ steht auch die Verwendung alter PET-Flaschen, die über einzelne Pflanzen gestülpt werden können.
Für Tiny-House-Nomaden eignen sich aber auch faltbare Mini-Gewächshäuser, wie Sie im Netz angeboten werden, die sich nach der Anzuchtphase bis zum nächsten Jahr platzsparend verräumen lassen.

Frühbeet bepflanzen – so geht’s

Bevor Sie mit der lang ersehnten Bepflanzung beginnen können, müssen Sie noch einige Vorbereitungen für Ihr Frühbeet treffen. Nur mit dem geeigneten Substrat und der richtiger Pflege können die gewünschten Gemüse- und Kräutersorten erfolgreich wachsen und gedeihen.

Frühbeet vorbereiten

Um Ihr Frühbeet optimal vorzubereiten, berücksichtigen Sie am besten die folgenden zwei Punkte:

  • Standort: Wählen Sie ein sonniges Plätzchen für Ihr Frühbeet – z. B. unter einer offen gestalteten Pergola.
  • Substrat: Wählen Sie einen humosen Gartenboden, den Sie vollständig von jeglichem Unkraut befreien.
  • Durchlüftung: Achten Sie darauf, dass die Temperaturen im Kasteninneren nie 22-25 °C überschreiten – ansonsten ist es den Pflanzen zu heiß. Lüften Sie das Frühbeet also regelmäßig.

 

Faltbares Mini-GewächshausPflanzen für das Frühbeet auswählen

Grundsätzlich gibt es wohl nichts, das nicht im Frühbeet angebaut werden kann. Am meisten bieten sich jedoch jene Gemüse- und Kräutersorten an, die sich durch eine lange Kulturdauer auszeichnen – z. B. Gurken, Tomaten und verschiedene Kohlsorten.

Überlegen Sie sich genau, welche Pflanzen Sie anbauen wollen, schließlich ist es wenig sinnvoll, Gemüse oder Kräuter zu züchten, die Sie am Ende gar nicht verwerten können. Achten Sie auch darauf, nicht zu viele Samen derselben Sorte auszusäen, damit Sie keine Ernteerträge wegwerfen müssen.

Zeitige Ernte dank Frühbeet

Sie können es kaum erwarten, bis die Gartensaison endlich startet und Sie die lang ersehnte Ernte einfahren können? Dann ist ein Frühbeet genau die richtige Wahl – damit können Sie schon wesentlich früher mit dem Gärtnern beginnen. Mit unserer Anleitung bauen Sie sich selbst in wenigen Schritten ein Frühbeet, das Sie im Anschluss nach Lust und Laune bepflanzen können.

Als Alternative zum Frühbeet leistet ein Gartentunnel ähnliche Dienste: Aus ein paar Fiberglasstäben oder Gartentunnel-Spannreifen, Kabelbindern und Beetvlies lässt sich fix ein Gartentunnel bauen. Ein solches Tunnelgerüst hat den Vorteil, dass es vielfältig verwendet werden kann – als Vlies-, Folien- oder Netztunnel, der vor Kälte, Regen oder Vögeln schützt.

Folientunnel mit Fiberglasstäben bauen

Übrigens: Auch wer Hühner im Garten herum laufen lassen möchte, sollte seine Beete auf die eine oder andere Weise schützen. Wir wünschen eine erfolgreiche Anzucht und reiche Ernte!

Bildquellen: PaulMaguire (Bild 1+2), pixinoo (Bild 3), ottoblotto (Bild 4), DLeonis (Bild 5), jeweils via iStock.com.


Der Trend, kleiner zu bauen, findet weltweit immer mehr Anklang. Das Besinnen auf das Wesentlichste sowie eine selbstbestimmte Lebensweise sind nur zwei von vielen Aspekten, die immer mehr Menschen zu diesem Lebensstil bewegt. Im Zuge der ökologischen Vorteile beweisen minimalistische Wohnkonzepte oftmals auch Kreativität. Als Alternative zum konventionellen Einfamilienhaus sind weltweit Eigenkonstruktionen entstanden, von denen einige sehr gut zur Inspiration für eigene Bauprojekte dienen können.

Skoolie life: Leben im Schulbus

Eine ganz besondere Unterkunft haben sich Hannah und Ian Fernandez im amerikanischen Bundesstaat Florida zugelegt. Zusammen mit ihren zwei Kindern und einem Hund lebt die Familie auf stolzen 17,4 Quadratmetern. Als Unterkunft dient dabei ein alter Schulbus, der über einen längeren Zeitraum entsprechend ins Tiny House umfunktioniert wurde. Seit dem Jahr 2018 wird nun in dem fast 30 Jahre alten Gefährt gelebt – Waschbecken, Dusche, Schlafbereiche und Küche inklusive.

Auch in Deutschland hat ein Paar aus Berlin diese Idee erfolgreich aufgegriffen. Felix und Selima Taibi lebten vorübergehend ebenfalls in einem zum Tiny House umfunktionierten Schulbus. Auf einer Länge von 13 Metern fand sich genügend Platz für eine Einrichtung inklusive Küche, Wohnbereich und Schlafgemach. Mit ihrem mobilen Zuhause reiste das Paar mit seinem Hund im Gepäck quer durch Kanada.

 

Kleiner leben: Selbstverwirklichung im Schwarzwald

Das im Schwarzwald angesiedelte Tiny House von Marko Schomas und seiner Partnerin Kaya ist mit einem besonders rustikalen Flair ausgestattet und erinnert wenig an die klassische Inneneinrichtung von Wohnräumen. Äste von Bäumen werden hier beispielsweise zu Tischbeinen umfunktioniert.

Für die Verwirklichung ihres Traumes verfolgte das Paar den “Do-It-Yourself”-Ansatz. Ohne jegliche Vorkenntnisse wurde das Haus in Eigenregie gebaut. Von der Anschaffung des Materials, dem Bau des Grundrisses bis hin zur Einrichtung und Anbringung des Innenstreichputzes nutzte das Paar Informationen, die durch YouTube-Tutorials bereitgestellt wurden. Das Haus mit einer Wohnfläche von 18 Quadratmetern wurde ausschließlich aus ökologischen Materialien angefertigt.

Upcyling at its best: Orientalisches Flair in Florida

Ebenfalls im Bundesstaat Florida angesiedelt ist das Ehepaar Robert and Rebekah Sofia, das mit insgesamt nur 15.000 Dollar das “Gypsy Mermaid” – eines der kreativsten Bauprojekte in der Tiny-House-Szene überhaupt – errichtete. Das fahrbare Haus besitzt eine ganz ungewöhnliche Inneneinrichtung: Auf Basis der Verwendung historischer Baustoffe wurde eine Mischung aus Orient und Hippie-Flair geschaffen. Und, das Haus ist sogar mit einen Pizzaofen ausgestattet.

 

Abgesehen von der besonderen Atmosphäre dieses Hauses finden sich mit einer Sitzecke, Küche und Waschecke auch Teile einer klassischen Einrichtung wieder. Da das Ehepaar seit über 30 Jahren Erfahrung in der Innenarchitektur gesammelt hat, ist jedes Detail selbst geplant und eingebaut worden.

Low Budget: Kuppelhaus in Thailand

Für gerade einmal 9.000 Dollar baute sich der Fotograf und Musiker Steve Areen sein Tiny House auf einem Mangofeld in Thailand. Innerhalb von nur sechs Wochen wurde das Kuppelhaus errichtet, welches im Innenraum drei Räume besitzt.

Das Badezimmer des Hauses ist im Stil einer Outdoordusche errichtet worden und die Wohnküche bietet durch das runde Panoramafenster eine herrliche Aussicht. Für zusätzliche Sommeratmosphäre sorgt ein Teich vor dem Haus sowie eine Sonnenterrasse auf dem Dach.

Bildquellen: Bethany Randall / Unsplash (Bild 1), Felix Starck (Video), Rebekah & Robert Sofia (Bild 2+3).


BesitzerInnen von Mini-Häusern und insbesondere von Tiny Houses halten es oftmals nicht für ausreichend, selber minimalistisch zu wohnen, sondern sie wollen auch ein Zeichen setzen: Sie setzen sich zum Ziel, möglichst ressourcenschonend zu leben, um daran mitzuwirken, das Verhältnis zwischen globalem ökologischem Fußabdruck und globaler Biokapazität zu verbessern – ein Verhältnis, dass sich in den vergangenen 50 Jahren dramatisch verschlechtert hat und für das jährlich nicht nur am „Erdübelastungstag“ Bilanz gezogen wird.

Mit dem Erwerb und Bewohnen eines Tiny Houses ist es bei dieser Zielsetzung selbstverständlich nicht getan – auch der Lifestyle muss stimmen, damit „Nachhaltigkeit“ keine Worthülse ist. Minimalismus bezeichnet in diesem Zusammenhang also nicht nur den reduzierten Wohnstil, sondern idealerweise auch den Lebensstil, auf den wir unser gesamtes Leben ausrichten. Der Verzicht auf Konsum, beziehungsweise der bewusste Konsum, ist hier das A und O. Wie das gehen kann, haben wir in diesem Artikel zusammengefasst …

Weniger ist mehr

Um in erster Linie minimalistisch leben zu können, müssen Sie sich von einigen Dingen trennen. Meist besitzen wir ohnehin viel zu viel und das im Überfluss. Der Vorteil beim Tiny House ist, dass Sie hier von vorne herein nicht so viel unterbringen können. Ziehen Sie beispielsweise gerade erst ein und sind bei den Vorbereitungen zum Umzug, gilt es auszumisten.

Oftmals ist es jedoch nicht einfach, sich von Dingen zu trennen. Hier kann es helfen, sich zu vergegenwärtigen, dass es sich „nur“ um Gegenstände handelt. Die vermeintliche Abhängigkeit lässt sich damit leichter überwinden. Und: Sie können das Ausmisten auch sehr positiv sehen, in dem Sie alte, hochwertige Sachen beispielsweise verkaufen. Der Rest kann in Kartons gepackt und an Flohmarkthändler verschenkt werden.

Wenn Sie alles losgeworden sind, können Sie frisch in Ihr neues Leben im Tiny House starten.

Shoppen?! Wenn, dann nur bewusst

Minimalismus und Verzicht muss nicht bedeuten, dass Sie gar nichts mehr kaufen dürfen und komplett auf Konsum verzichten müssen. Dennoch wird der nächste Shoppingtrip mit der neuen Einstellung wohl etwas anders verlaufen. So sehr wir derzeit durch Corona Einschnitte in unserem Alltag hinnehmen müssen, der Lockdown kann sehr gut dabei unterstützen, weniger zu konsumieren.

Auch wenn bevorzugt regionale Geschäfte unterstütz werden sollten – auch dies gehört zum nachhaltigen Konsum – bringt es die aktuelle Phase mit sich, dass außer den Artikeln des täglichen Bedarfs vermehrt online eingekauft wird. Auch wenn es sehr bequem sein mag, von der Couch aus zu shoppen, versuchen Sie bewusst nicht zu viel einzukaufen und wenn, dann seien Sie sparsam bei Ihren Einkäufen! Das Shoppen im Internet hilft zwar Kontakte zu vermeiden und macht eine Fahrt in das nächste Einkaufszentrum obsolet, bewirkt langfristig aber, dass kleine regionale Händler ihre Geschäfte aufgeben müssen. Der Mega-Auswahl im Internet können sie oft nur den persönlichen Service entgegenhalten.

Fragen Sie sich also vor jedem Einkauf, ob er wirklich notwendig ist und ob Sie den Bedarf nicht auch in einem Laden vor Ort decken können. Hinterfragen Sie Ihr Kaufverhalten, um unnötiges Geldausgeben zu vermeiden, die Umwelt zu schonen und gegebenenfalls die regionale Wirtschaft zu unterstützen!

Raus aus der Stadt

Die meisten Tiny-House-Bauherren in spe träumen davon, ihr Häuschen ins Grüne stellen zu können, hier der Hektik der Stadt zu entfliehen und in Ruhe zu leben. Sofern sie ein entsprechendes Grundstück für ein Tiny House finden können, ist dieser Gedanke nicht abwegig, denn an solchen Standorten beschäftigen wir uns automatisch mehr mit der Natur, sind eher geerdet und dadurch entspannter.

In so einem Setting ist zudem das Risiko geringer, ständig mit Konsumgütern konfrontiert zu werden: Laufen Sie beispielsweise durch die Stadt und schauen sich um, können Sie sich vor Schaufenstern und Werbebannern kaum retten. Die Gefahr irgendetwas Unnötiges zu kaufen ist allgegenwärtig. Diesem Risiko können Sie auf dem Land entfliehen.

Lebensmittel anbauen

Versuchen Sie so viele Zutaten wie möglich für Ihr Essen selbst anzubauen. Wie gut das funktioniert, ist abhängig vom Platz, den Sie innerhalb und außerhalb Ihres Tiny Houses haben. Der Anbau eigener Lebensmittel hat eine ganze Menge an Vorteilen:

  • Weniger Abhängigkeit von Supermärkten
  • Bioqualität des Essens
  • Meist besserer Geschmack
  • Weniger Emissionen von Treibhausgasen
  • Lebensräume für Tiere (Bienen) werden geschaffen
  • Mehr Bezug zum Jahreszyklus

 
Das Anbauen eigener Lebensmittel hat eine ganze Reihe von Vorteilen, die dem Schutz der Umwelt und Ihnen zugutekommen.


Bewusste Ernährung

Noch wichtiger als eigens angebaute Lebensmittel, ist der bewusste Umgang mit dem Essen für ein weniger konsumorientiertes Leben. Genießen Sie die breite Lebensmittelvielfalt von Obst, Gemüse, Getreide, Nüssen, etc. Achten Sie dabei darauf, dass Sie möglichst regional und saisonal essen.

Ergänzen Sie ihren Speiseplan mit tierischen Lebensmitteln, wie etwa mit Eiern und Milchprodukten. Wenn Sie Fleisch und Fisch auf den Tisch bringen wollen, achten Sie darauf, dass auch dies aus regionalen Biobetrieben stammt.
Die Hühnerhaltung im Garten – zu der Sie bei uns im Blog viele Tipps finden – ist ebenfalls hilfreich zurück zu einem natürlichen Bewusstsein bezüglich der Herkunft unserer Nahrungsmittel zu finden. Viele Hühnerhalter verzehren nur die Eier und erfreuen sich ansonsten einfach an diesen netten Tieren. Wenn es an die Frage geht, ob die eigenen Tiere – zum Beispiel überzählige Hähne aus der Nachzucht – auf den Tisch kommen, wird manch einem bewusst, wie abstrakt der Einkauf eines Huhns aus dem Kühlregal doch ist.

Ganz allgemein aber: Vermeiden Sie Fertig- und Convenienceprodukte und kaufen Sie nach Möglichkeit unverpackte Waren ein.

Achtsamkeit

Der Drang nach Konsum kommt meist aus dem Inneren der Menschen. Sie geben sich mit ihrer aktuellen Situation nicht zufrieden und denken, sie könnten mit einem Kauf irgendetwas ändern. Sie vergessen daneben im Jetzt zu Leben und sich mit dem zufrieden zu geben, was sie haben.

Damit Ihnen so etwas nicht passiert, sollten Sie sich in Achtsamkeit üben, um die Gegenwart schätzen zu lernen und nicht in der Zukunft oder der Vergangenheit mit Ihren Gedanken festzustecken.

Selber anpacken und reparieren

Wir leben in einer Wegwerfgesellschaft. Alltagsgegenstände, die wir täglich benutzen gehen beispielsweise schneller kaputt, als es uns lieb ist. Meist landen die Sachen dann im Müll. Das lässt sich allerdings auf verhindern, indem Sie erst einmal überprüfen, ob sich der Gegenstand nicht doch noch retten oder gar reparieren lässt. Dadurch werfen Sie nicht nur weniger weg, sondern sie sparen zudem noch weiteren Verpackungsmüll ein, weil Sie nicht noch etwas Neues dazukaufen müssen.

Bildquellen: Mert Guller/Unsplas (Bild 1), Markus Spiske/Unsplash (Bild 2).




Wer sich dazu entschließt, in einem Tiny House oder in einem Minihaus zu wohnen, entscheidet sich meist zugleich ebenso für ein Leben im Einklang mit der Natur, jenseits der modernen Konsumgesellschaft. Besitzt man dennoch viele Gegenstände, steht Ordnung halten an erster Stelle. Die Aufräumkünstlerin Marie Kondo gibt hilfreiche Tipps für ein perfekt aufgeräumtes Zuhause.

Wer ist Marie Kondo?

Marie Kondo ist eine japanische Aufräumexpertin, die besonders durch Ihre berühmte Faltmethode für Kleidung und durch die Netflix Serie ‘Aufräumen mit Marie Kondo’ bekannt wurde. Sie erklärt in Ihrem Buch ‘Magic Cleaning’ wie richtiges Aufräumen ihr Leben verändert hat. Getreu Ihrem Motto “Spark Joy” (zu deutsch: Freude auslösen) hilft sie Menschen, sich von Gegenständen zu trennen, die ihr Leben nicht bereichern und lediglich Platz in der Wohnung einnehmen.

 

Ordnung schaffen mit der KonMari Methode

So kinderleicht funktioniert das Aufräumen mit der Konmari Methode:

1. Übersicht verschaffen

Bevor die eigentliche Umgestaltung beginnen kann, empfiehlt Marie Kondo sich zunächst eine Übersicht über alle Besitztümer zu schaffen. Hierfür eignet es sich, einen nach Kategorien geordneten Stapel anzulegen.

2. Behalten oder aussortieren

Damit das Einrichten später leichter fällt, gilt es zunächst zu überlegen, welche Gegenstände noch benötigt werden. Bei Objekten, die man nicht länger behalten möchte, lohnt es sich, diese zu verkaufen oder zu spenden. Artikel, die man vorerst nicht mehr benötigt, lagert man am besten extern in einem Lagerraum aus.
Für Gegenstände, die für das Zuhause unentbehrlich sind, kann der nächste Schritt angewendet werden.

3. Zuhause einrichten mit Marie Kondo

Nachdem alle derzeit nicht benötigten Gegenstände das Tiny House oder das Minihaus verlassen haben, kann das Einrichten beginnen. Je nach Artikel, gibt es nach der KonMari Methode Verschiedenes zu beachten:



Die Kleidung

Marie Kondos berühmte Falttechnik kann man in Ihrem Buch nachlesen, sowie sich durch Online Videos aneignen. Besonders kommt es hier darauf an, dass Kleidungsstücke möglichst klein gefaltet werden. Anschließend wird die Kleidung nicht übereinander gestapelt, sondern nebeneinander in Schubladen aufgereiht. Dies ist nicht nur besonders platzsparend, sondern man erhält auch direkt einen besseren Überblick über die vorhandene Kleidung, wenn man die Schubladen öffnet.

Die Küchenartikel

Auch in der Küche eines Tiny Houses oder Minihaus gilt es für ausreichend Platz und Ordnung zu sorgen. Hier ist es ebenfalls ratsam, nicht benötigte Gegenstände aus dem Sichtfeld zu räumen. Im Optimalfall trennt man sich von diesen ganz. Alternativ kann man diese auch vorübergehend auslagern um zu testen, ob man diese langfristig überhaupt vermissen würde. Möchte man sich keineswegs davon trennen, auch nicht vorübergehend, empfiehlt Marie Kondo, diese oben, sowie hinten in den Schränken aufzubewahren. Dies führt dazu, dass häufig genutzte Küchenutensilien leichter zu erreichen sind. Um zusätzlich Platz zu schaffen, sollte man Schüsseln und Brotboxen, ohne deren Deckel, ineinander stapeln. Küchenhandtücher und Einkaufstüten werden bei der Konmari Methode ebenfalls gefaltet und nebeneinander in der Küchenschublade aufgereiht.

Das Bücherregal

Viele Menschen kennen das Problem, dass das Bücherregal mit der Zeit voller und voller wird, doch die Bücher darin monate- oder gar jahrelang nicht angerührt werden. Um herauszufinden, von welchen Büchern man sich trennen sollte, empfiehlt Marie Kondo alle Bücher, die negative Stimmung verbreiten, sowie Bücher, die lange nicht gelesen wurden, ohne zu Zögern auszusortieren. Die Aufräumkönigin ist ebenso bekannt für Ihre Vorliebe, Gegenstände nach Farben und Größen zu sortieren. Dies eignet sich ideal für das Bücherregal!

Die Wohngegenstände und das Kinderspielzeug

Für ein geordnetes Zuhause ist es ebenso wichtig, dass keine Gegenstände im Raum verteilt auf dem Fußboden liegen. Hier eignet es sich, diese in Schränken und Regalen zu verstauen. Für zusätzliche Ordnung und ein sauberes Gesamtbild ist es ratsam Gegenstände, nach deren Funktion sortiert, in Boxen zu verstauen. Somit findet alles seinen festen Platz und die Unordnung im Zimmer ist beseitigt.

Bildquellen: Tatomm/iStock (Bild 1+2), Box at work GmbH (Bild 3).



In den vergangenen Wochen haben über unsere Website die „Große Minihaus-Umfrage 2019“ durchgeführt – die Auswertung werden wir in Kürze abschließen und veröffentlichen. Soviel vorweg: An der Umfrage haben sich über 1.200 Leser beteiligt und eine überwiegende Mehrheit (72,7%) derjenigen Leser, die bisher noch nicht in einem Minihaus wohnen, hat die „Reduzierung auf das Wesentliche“ als wichtigsten Grund angegeben, weshalb sie sich für diese Wohnform interessieren. Das wirft die Frage auf, „Was bedeutet, sich auf das Wesentliche reduzieren zu wollen bzw. was ist das Wesentliche?“

Tatsache ist, dass unser Leben seit Beginn des digitalen Zeitalters immer komplexer geworden ist (und weiter wird), dass wir von Informationen überflutet werden und uns dies leicht überfordern kann. Immer mehr Menschen fragen sich, wie sie die Kurve bekommen, um in dieser Welt zufrieden und gesund leben zu können. Bücher wie „Das Internet muss weg“ des Bloggers Schlecky Silberstein alias Christian Brandes und „Die Kunst des digitalen Lebens“ des Philosophen Rolf Dobelli treffen den Nerv der Zeit.

Wohnen, wie es uns guttut

Einen Großteil des Lebens verbringen wir in den eigenen vier Wänden. Hierhin ziehen wir uns zurück, wenn wir Abstand vom „Leben da draußen“ brauchen. In unserer Gesellschaft haben wir den Luxus unser Zuhause weitgehend individuell gestalten und uns einrichten zu können, wie wir meinen, dass es uns guttut. Kein Wunder also, dass wir zumindest hier die Komplexität reduzieren und das Wohnen so einfach wie möglich gestalten wollen: weniger Wohnfläche, weniger Besitztümer, die abbezahlt, gepflegt, repariert werden müssen! Mehr Luft zum Atmen, finanzielle Freiheit!

In unserer Umfrage hatten Tiny House (on Wheels) bzw. Zirkuswagen (34,2%) und Wohnmodule bis 50 qm Wohnfläche (34,8 %) die Nase vorn. Dies korrespondiert mit den zwei größten Personengruppen, die sich für Wohnen auf kleinem Raum interessieren: Die Wohnform der Tiny Houses (on Wheels) spricht besonders junge Leute an, die die Idee vom günstigen Wohnen mit der Möglichkeit, sich das eigene Haus selbst bauen zu können, verbinden möchten. Für die größte Zielgruppe kleiner Wohnlösungen, den sogenannten „Bestagern“, Personen im fortgeschrittenen Alter also, die noch im Arbeitsleben stehen, deren Kinder aber bereits aus dem Haus sind, sind häufige Ortswechsel kein Bestandteil ihrer Zukunftsvision. Sie interessieren sich eher für Wohnmodule, die zwar transportabel, aber nicht notwendigerweise mobil sind – und nicht zu vergessen: die auch potenziell barrierefrei gestaltet werden können.

Wesentliche Bestandteile der Einrichtung

Bei beiden Wohnformen gibt es sowohl Parallelen als auch Unterschiede, was die Einrichtungsmöglichkeiten betrifft: Die Basics beim Wohnen auf kleinem Raum sind eine Schlafgelegenheit, ein Duschbad und eine platzsparende Singleküche. Alles Weitere kommt auf die individuellen Bedürfnisse der Bewohner an. Bei beiden Wohnformen helfen maßgefertigte Einbaumöbel den kostbaren Platz gut zu nutzen. Geschlossene, hell gestrichene Oberflächen helfen zudem ein großzügiges Raumgefühl zu kreieren.

Der Unterschied zwischen den Einrichtungsoptionen bei Tiny Houses auf Rädern und Wohnmodulen, die auf einem Tieflader transportiert werden, liegt im möglichen Gewicht der Einrichtungsgegenstände. Da ein Tiny House on Wheels um (hinter ein Zugfahrzeug gehängt) am Straßenverkehr teilnehmen zu können, das Gesamtgewicht von 3,5to nicht überschreiten darf, zählt nicht nur beim Bau, sondern auch bei der Einrichtung jedes einzelne Kilogramm.

Waschmaschine, ja oder nein? Dies ist nur eine beispielhafte Frage, um die eignen Erwartungen an das neue Zuhause und die passende Wohnform heraus zu arbeiten. Nicht nur das Gewicht der Waschmaschine, auch die Frage, wo sich die feuchte Wäsche aufhängen lassen würde, kann einen Denkanstoß geben.

54,2% aller Teilnehmer unserer Umfrage würden für sich das Wohnen in einer gemeinschaftlichen Minihaus-Siedlung in Erwägung ziehen. Nicht nur hinsichtlich der möglichen sozialen Kontakte, auch in Bezug auf die Nutzungsmöglichkeit von Gemeinschaftseinrichtungen wie Waschküche und Trockenraum, Gästeunterkünfte, Großküche, Kinderbetreuung, Pflegedienst, Carsharing und dergleichen mehr sind solche Projekte sinnvoll und angesichts der gesellschaftlichen Entwicklung zukunftsweisend.

Bildquellen: GibetMoll/Pixabay (Bild 1), tiny-huchler.de (Bild 2), Houzz.de (Bild 3).


Der Ideengeber „Einfach anders wohnen“ von Daniel Fuhrhop stellt Wohnideen für die kreative Nutzung von Wohnraum vor. Eingeteilt ist das Buch in 66 Tipps, die vom Autor selbst als „Raumwunder“ bezeichnet werden – Tipps zur Gestaltung und Nutzung einzelner Räume in Wohnungen, von Häusern, und letztendlich werden ganze Wohnviertel und Städte thematisiert. Die Grundidee Raum zu schaffen und diesen optimal zu nutzen, zieht sich durch das ganze Buch.


 

Wohnungen, Häuser, Dörfer: die intelligente Nutzung von Raum

Im ersten Themenblock „Wohnung“ geht es vor allem darum, Platz zu schaffen. Einleitend werden Ratschläge zum Entrümpeln gegeben aber auch das Thema „Platzsparende Möbel“ und die raffinierte Inneneinrichtung von kleinen Räumen wird ausführlich behandelt. Auch Tiny Houses werden in diesem Zusammenhang als alternative Wohnform vorgestellt.

Das zweite Kapitel befasst sich nicht mehr nur mit einzelnen Räumen sondern mit ganzen Häusern. Hierbei wird vorgeschlagen, diese auch mit anderen zu teilen. Angefangen bei der klassischen Wohngemeinschaft oder Wohnen für Hilfe bis zu der Idee, Pflegekräfte im Haus aufzunehmen oder einfach nur unbekannte Gäste zu beherbergen. Das soziale Miteinander steht hier eindeutig im Vordergrund.

Daran anschließend geht es im dritten Abschnitt um ganze Wohnviertel, bei denen sich die Nachbarn zu Zweckgemeinschaften zusammen schließen. Hier werden Mehrgenerationenhäuser genauso wie Kommunen und Ökodörfer angesprochen.

Im letzten großen Kapitel stehen ganze Städte insbesondere Dörfer und Kleinstädte im Fokus. Gerade letztere verwaisen oft, da der Zuzug in die Städte nach wie vor ungebrochen ist. Schwerpunkt in diesem Kapitel sind leerstehende Häuser und wie diese wieder bewohnbar gemacht werden können, zum Beispiel durch Kollektiveigentum.

Abgerundet wird das Werk mit Ideen zu alternativem Wohnraum auf Reisen und einem umfassenden Serviceteil mit zahlreichen Internetadressen.

Denkanstöße zum (nachhaltigen) Wohnen der Zukunft

Beim ersten Hinsehen könnte man auf die Idee kommen, dass es sich hier um ein weiteres Exemplar der Werke zum Thema „Entrümpeln, Magic Cleaning etc.“ handelt, die in letzter Zeit vermehrt in Buchläden zu finden sind. Schnell wird aber klar, dass es Daniel Fuhrhop mehr um ein Gesamtkonzept zum Thema Wohnen geht. Aus verschiedenen Blickwinkeln werden Denkanstöße gegeben, wie das Thema Wohnen sich in der Zukunft entwickeln könnte. Der Autor hat dabei seine eigenen idealistischen Vorstellungen, die auf Nachhaltigkeit, Ökologie und dem sozialen Miteinander basieren. Doch viele der vorgestellten Raumwunder sind bereits umgesetzt, was bedeutet, dass er mit seinen Ideen keinen unrealistischen Weg verfolgt.

Die 66 Tipps sind übersichtlich und kompakt gehalten. Viele stehen für sich allein, anderen folgt gleich eine Reihe von weiterführenden Ratschlägen, die das angesprochene Thema etwas ausführlicher beleuchten. Dazu gibt es auch immer mal wieder Querverweise auf andere Raumwunder, so dass man keiner festen Reihenfolge folgen muss. Das Buch lädt eher zum entspannten Schmökern ein, das durch zahlreiches farbiges Bildmaterial zudem sehr ansprechend gestaltet ist.

Die einzelnen Raumwunder sind sehr abwechslungsreich gehalten: Auf eine etwas trockenere Liste mit Tipps zum Entrümpeln folgt beispielsweise ein unterhaltsames Praxisbeispiel. Ein kleiner Psychotest „Rümpler oder Entrümpler“ soll den Leser zum Nachdenken über sich und seine Gewohnheiten animieren. Dabei wird schnell klar, dass man den Autor nicht immer allzu wörtlich nehmen darf und die Tipps oft auch mit einem Augenzwinkern geschrieben sind. Zum Beispiel verleiten die Raumwunder „Weniger besitzen – weniger putzen“ oder die Sicherheitshinweise unter „Hürden abbauen“ doch eher zum Schmunzeln.

Nicht jeder Tipp ist für jeden umsetzbar, aber das ist auch gar nicht Ziel des Autors. Vielmehr sollen Impulse zum Nachdenken gegeben werden, seine eigene Wohnsituation zu überdenken und neue Impulse für Veränderung zu finden. Ganz egal ob man sich vergrößern, verkleinern oder sozial zusammen rücken möchte, es ist für jeden etwas dabei. Deshalb: Empfehlenswert!

Bildquelle: oekom Verlag


Weniger beim Bau von Minihäusern als vielmehr in der Tiny-House-Szene ist Autarkie ein häufig angestrebtes Ziel: Auch wenn der Anschluss an das öffentliche Ver- und Entsorgungssystem in der Regel eine Grundbedingung für die Erteilung von Baugenehmigungen ist, wird in Foren ausgiebig über die Selbstversorgung mit Strom (z.B. durch Photovoltaik), über Wasserspeicher und Komposttoiletten diskutiert. Eher selten stößt man bei der Lektüre der Beiträge jedoch auf Überlegungen zu weitergehender Autarkie durch Selbstversorgung. Das mag darin begründet sein, dass der Bau oder Kauf eines Tiny Houses für die meisten Diskussionsteilnehmer eine Zukunftsvision ist und daher der Alltag rund um das Wohnen im Tiny House noch keine Rolle spielt. Ein anderer Grund könnte sein, dass Tiny-House-Bauherren mangels kleiner, für Tiny Houses ausgewiesener Bauplätze oftmals auf Campingplatz-Stellplätze oder Parzellen in Freizeitgeländen angewiesen sind und dort keine weitergehende individuelle Nutzungsmöglichkeit gegeben ist. Wir meinen dennoch, dass es sich lohnt (und dem Autarkie- und Nachhaltigkeitsaspekt Rechnung trägt), über Möglichkeiten zur Selbstversorgung aus dem Garten nachzudenken.

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Völlige Autarkie kann es mit einem Gärtchen um das Minihaus natürlich nicht geben, aber die Selbstversorgung aus dem Garten ist ein Schritt in Richtung „Leben mit der Natur“, kann dann und wann Einkaufsfahrten erübrigen und entlastet den Geldbeutel. Wir möchten deshalb einige Möglichkeiten aufzeigen, wie kleiner Raum zur Selbstversorgung genutzt werden kann. Da der Herbst mit den vielen anfallenden Gartenabfällen der optimale Zeitpunkt für die Anlage eines Hochbeets ist, macht dieses den Anfang.

Die Konstruktion des Hochbeets

Hochbeete sind die ideale Möglichkeit, sich auf kleinem Raum mit Salat und Gemüse aus dem eigenen Garten zu versorgen. Ihr Aufbau begünstigt Feuchtigkeits- und Wärmespeicherung und führt so zu guten Erträgen bei gleichzeitiger rückenschonender Arbeitshöhe. Direkter Kontakt zum Erdreich ist (wegen des Kontakts mit vorhandenen Mikroorganismen von Vorteil, aber nicht unabdingbar – so kann ein Hochbeet auch auf einer Terrasse aufgebaut werden. Wichtig ist (bei undurchlässigen Untergründen) jedoch eine gute Drainage – entweder durch eine Kiesschicht oder durch eine leichte Neigung der Fläche – sowie generell eine sonnige Lage des Hochbeets.

Die Wände des Hochbeets bestehen üblicherweise aus (unbehandeltem) Holz, Naturstein oder auch Wellblech. Wir haben uns – nach Abwägung der Anforderungen an Haltbarkeit und Kosten – für eine möglichst massive Version aus Konstruktionsvollholz (Fichte) entschieden und für Bretter aus Lärchenholz für einen Rahmen „ontop“. Konstruktionsvollholz bezieht man in der Regel in besserer Qualität und zu günstigeren Preisen als aus dem Baumarkt von einem Sägewerk mit Holzhandel, einer Zimmerei oder einem Holzzentrum in der Region – in unserem Fall war es das Holzzentrum Traunstein.

Im Vergleich zu Lärche ist Fichtenholz zwar weniger witterungsbeständig, aber wesentlich günstiger – nur so stehen die Kosten für dermaßen massive Wände eines Hochbeets im richtigen Verhältnis zum gärtnerischen Projekt.
Die Länge der Vierkanthölzer war schon passend zugeschnitten. Wir haben die Enden noch für eine Verzapfung vorbereitet, dann konnte schon zusammengesetzt werden.

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Aufgrund der großen Ausmaße unseres Hochbeets – eine L-Form mit 3,60 m an der längsten Seite haben wir – um ein Verziehen weitestgehend zu verhindern – in den Ecken und an den Innenseiten des langen Schenkels noch Aluprofile eingesetzt. Für eine Verschraubung im Außenbereich bieten sich Torxschrauben aus Edelstahl an.

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Zur Erhöhung der Witterungsbeständigkeit des Holzes (und zur optischen Angleichung an Steinmauern und bereits vergraute Holzkonstruktionen) haben wir die Außenseiten und die oberste Balkenlage des Hochbeets mit der Einmal-Lasur HS Plus von Osmo (Farbton „Silberpappel“) gestrichen. Diese sehr ergiebige Holzlasur auf Naturölbasis, die in getrocknetem Zustand als „unbedenklich für Mensch, Tier und Pflanzen“ eingestuft wird und auch für den Anstrich von Kinderspielzeig geeignet ist, haben wir bisher bei verschiedenen Gelegenheiten eingesetzt.

Die Innenseite der Hochbeetwände blieb ansonsten unbehandelt. Zum Schutz vor Nässe aus dem Erdreich haben wir vor der Befüllung des Hochbeets eine Noppenfolie aus dem Gartencenter an die Wände getackert. Von unten schützt ein Drahtgitter vor dem Eindringen von Wühlmäusen.

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Der Schichtaufbau des Hochbeets

Die (erstmalige) Befüllung des Hochbeets erfolgt in Schichten. Diese sind (von unten nach oben):

  • Baum- und Strauchschnitt
  • Grünabfälle/Rasenschnitt/Laub
  • Stallmist und halbreifer Kompost
  • Humose Gartenerde gemischt mit reifem Kompost

 
Als Faustregel für die Höhe eines Hochbeets rechnet man für eine bequeme Arbeitshöhe mit 80-100 cm. Da unser Hochbeet in einem erhöhten Bereich des Gartens oberhalb einer Trockenmauer liegt, von der aus gut auf das Beet zugegriffen werden kann, haben wir uns für eine halbhohe Variante entschieden. Bepflanzt haben wir das Hochbeet (erst Anfang Juni und trotz noch ungenügender Befüllung) mit Salat und Kartoffeln. Die weitere Befüllung unseres Beets ist nach der Ernte der Kartoffeln, den herbstlichen Gehölzrückschnitten und der letzten Mahd geplant. Im Frühjahr wird bei Bedarf nochmal mit etwas Erde randhoch aufgefüllt – eine Ausnahme stellen Beete bzw. Beetbereiche dar, in denen Kartoffeln angebaut werden: Diese werden mit fortschreitendem Wachtumsprozess durch Anhäufeln um die Kartoffelpflanzen nach und nach weiter aufgefüllt.

Vorteile des Hochbeets gegenüber ebenerdigen Beeten

Anders als in einer ebenerdigen Beetanlage, bei der die Wärme durch die Sonneneinstrahlung von oben zugeführt wird, heizt der Verrottungsprozess das Hochbeet von unten auf. Dadurch beginnt der Vegetationszyklus im Hochbeet schon deutlich früher im Jahr als in ebenerdigen Beeten – die Humusbildung sorgt außerdem für eine hohe Nährstoffdichte. Da zur Bestellung des Beetes nicht auf der Erde zwischen den Pflanzen gegangen werden muss, bleibt das Erdreich locker, was sich ebenfalls positiv auf Wachstum, Krankheitsresistenz und Ertrag der Pflanzen auswirkt. Ob es in einem Hochbeet weniger Unkraut gibt als in ebenerdigen Beeten, ist vor allem vom Befüllmaterial abhängig: Zwar findet Samenflug vorrangig in Bodennähe statt, doch bringt man mit Stallmist (d.h. mit teilweise unverdautem Körnerfutter) und Kompost ebenfalls unerwünschte Samen ein. Schnecken sind dagegen leicht fern zu halten und die bequeme Arbeitshöhe erleichtert das Bestellen des Beetes ohnehin.

Durch den Verrottungsprozess nimmt das Substratvolumen im Jahresverlauf ab und muss daher jedes Jahr neu aufgefüllt werden. Hierzu wird die obere Schicht zur Seite gerecht, darunter wird mit frischem, verrottungsfähigem Material (wie Rasenschnitt, Kompost, Mist) aufgefüllt und die oberste Erdschicht wieder deckend darauf verteilt. Im Gegensatz zu einem ebenerdigen Beet wird ein Hochbeet also nicht umgegraben. Erst nach fünf bis sieben Jahren sind auch die untersten Schichten soweit verrottet, dass das Hochbeet komplett neu aufgesetzt werden muss.