Interior Design mit Massivholz: Räume intelligent nutzen

„Kein Tisch in der passenden Größe vorrätig? Dann nehmen wir einfach einen größeren.“ In Möbelhäusern gehört diese Einstellung zum Alltag. Wer ein Minihaus bewohnt, würde diese Sätze jedoch nie sagen. Hier kommt es beim Innenausbau häufig auf den Zentimeter an. So wird der Raum voll ausgenutzt, zugleich wirkt das Ensemble der Möbel stimmig, wenn sie ineinander übergehen. Aber: Wie gelingt das?

Maßanfertigung für das Minihaus

Das Beispiel zeigt: Möbel von der Stange sind für Mini- und Kleinhäuser nur bedingt geeignet. Keine Frage, es gibt sie, die tiny-tauglichen Modelle. Das sind zum Beispiel Schuhschränke, Regale oder Anrichten, die zufällig genau in eine freie Ecke passen. Ebenfalls beliebt: Sitzsäcke oder Kissen, die sich mühelos von A nach B räumen lassen. Damit ist es möglich, die Bank in ein Sofa zu verwandeln oder spontan einen kleinen Meditationsraum zu schaffen.

Bei anderen Möbeln sind die Freiheiten jedoch begrenzt. Zum Beispiel unter der Treppe: Warum diesen Bereich ungenutzt lassen? Hier können Schrankelemente, die genau unter die Stufen passen, viel praktischen Stauraum bieten. Voraussetzung ist nur, dass sie möglichst exakt den vorhandenen Maßen entsprechen. Ähnlich ist es in der Küche. Die Bank, der Tisch, die Arbeitsfläche und Co. sollten so bemessen sein, dass die Raumausnutzung optimal ist. Von der Stange gibt es das nur selten – eigentlich nie. Welche Option bietet sich dann? Massivholz-Möbel nach Maß sind die Lösung. Der Tischler kann auf den Zentimeter arbeiten – ganz wie gewünscht und wie es der Grundriss erfordert.

Massivholz ist – genau wie Sperrholz – aber auch das ideale Material für Selbstbauprojekte. Dazu braucht es keine technisch perfekt ausgestattete Holzwerkstatt. Möbelbau funktioniert auch mit Handwerkzeugen: Wie das geht, erklären Jack Bibbings und Matthew Hensby in ihrem Onlinekurs auf DOMĔSTIKA*.

Massivholz: ein Material mit viel Gestaltungsfreiheit

Warum gerade Massivholz im Minihaus? Das bringt mindestens zwei Vorteile. Der erste ist die Gestaltungsfreiheit. Das Material lässt sich nahezu in jede Form bringen, ob rund oder eckig. Einbauten auf den Zentimeter sind damit kein Problem. Der zweite Aspekt betrifft die Nachhaltigkeit und die Wohngesundheit. Massivholz ist ein Naturmaterial, das regional wächst und auch vor Ort verarbeitet werden kann. Der Tischler verwendet dafür keinerlei Zusätze. Wenn gewünscht, werden die Oberflächen nur geölt und auf diese Weise geschützt. Wohngesünder geht es nicht. Selbstverständlich gibt es noch viele weitere Vorzüge von Holz: eine hochwertige Optik, Robustheit, lange Haltbarkeit …

Individuelle Maße auch in allen anderen Räumen

Abhängig vom Grundriss und den eigenen Ausbauideen können Maßanfertigungen sehr vorteilhaft sein. Das wohl beste Beispiel: das Bett. Passt die Standard-Länge von 200 Zentimetern nicht in den Raum? Vermutlich lassen sich fünf Zentimeter einsparen. Oder ist umgekehrt mehr Länge gewünscht, damit die Füße nicht hinausschauen? Auch das ist kein Problem. Wer sein Bett selber bauen möchte, findet auf der Website von Ana White viele kostenlose Bauanleitungen. Den passenden Lattenrost kann man bei Bettenhäusern online bestellen. Genau nach dem Maßanfertigungsprinzip bieten Handwerker auch Lösungen für das Bad, den Einbauschrank oder die Beleuchtung an. BauherrInnen die eine(n) Innenarchitektin mit der Planung beauftragen, können optisch und funktional sehr viel aus einem Raum herausholen. Und wer sich selbst in den Bereich des „Interior Design“ einarbeiten möchte, findet ebenfalls auf der Kreativ-Plattform DOMĔSTIKA hilfreiche Kursangebote*.

Tipps für den Innenausbau von Minihäusern

Die Möglichkeiten sind vorhanden – aber wie werden sie am besten genutzt? Im Tiny House oder Minihaus gibt es einige gute Tricks für eine optimale Raumnutzung. Besonders im Fokus: die Deckenhöhe. Im Tiny House ist sie in der Regel höher als in ebenerdigen Wohnmodulen. Viele nutzen diese Tatsache, um einen Schlafalkoven unter dem Dach einzurichten. Ebenso sinnvoll sind Hängeschränke im oberen Bereich. Sie verstellen keinen Platz, bieten aber trotzdem Stauraum für Dinge, die nicht jeden Tag gebraucht werden – und davon gibt es eine Menge.

Wer den Tischler mit dem Möbelbau beauftragt oder selbst Hand anlegt, kann zugleich noch multifunktionale Möbel schaffen. Ein Klassiker ist die Sitzbank mit Stauraum unter der Sitzfläche. Wer es ganz raffiniert mag, installiert ein Bett zum Ausklappen. So lässt sich ein ganzer Raum doppelt nutzen, etwa als Büro am Tag und als Schlafzimmer in der Nacht. Wer weitere Ideen zur intelligenten Raumnutzung hat, kann diese direkt mit dem Tischler besprechen. Raumspartreppe oder doppelter Boden? Auch wenn die Quadratmeterzahl begrenzt ist, im Minihaus gibt es unendlich viel Raum für Kreativität.

Bildquellen: Federico Rostagno / istock.com (Bild 1), DOMĔSTIKA (Bild 2 + Video).


(Aus-)Bauen mit Aluprofilen: individuell und nachhaltig

Wenn es zwei Top-Trends im Bauwesen gibt, dann wohl diese: Nachhaltigkeit und Individualität. Besonders der Bereich der Werkstofftechnik zeichnet sich durch viele innovative Entwicklungen aus. Und so kommt es auch, dass es selbst für Aluminium Anwendungsbereiche gibt, die auch aus ökologischer Sicht vertretbar sind: Insbesondere Aluprofile können bei der Realisierung individueller und nachhaltiger Wohnlösungen zum Einsatz kommen.

Aluprofile im Bauwesen: keine neue Technik

Aluprofile sind in der Architektur nicht neu. Aus bauphysikalischer Sicht haben sie zunächst zwei entscheidende Vorteile: eine hohe Stabilität und ein geringes Gewicht. So finden sich zahlreiche Konstruktionen aus Aluminium. Das Spektrum reicht von der Industrieanlage bis zu Terrassenüberdachung und Wintergarten. Insbesondere im Tiny House kann der Werkstoff gute Dienste leisten: Wer bei möglichst geringem Gewicht einen belastbaren Innenausbau umsetzen möchte, greift häufig auf Aluprofile zurück.

Aluminium und Nachhaltigkeit

Allerdings ist Aluminium in Hinblick auf die Nachhaltigkeit in Verruf geraten. Wo liegt das Problem? Es ist vor allem die Gewinnung des Metalls aus Erzen wie Bauxit. Das Verfahren erfordert zum einen den Einsatz von konzentrierten Säuren, zum anderen wird das dreiwertige Aluminium elektrisch reduziert. Weniger technisch ausgedrückt: Mit einer gehörigen Menge Strom wird das reine Aluminium aus dem Erz gewonnen. Daher ist die Produktion des Metalls traditionell mit der Freisetzung von CO2 verbunden. Was also ist an Aluminium nachhaltig?

Nachhaltiges Aluminium: eine Neuheit im Bauwesen

Dass Aluminium ökologisch sein kann, resultiert aus der Wiederverwendbarkeit. Dazu wieder etwas Hintergrundwissen: Das Metall wird nur selten legiert. Von Natur aus bildet es nämlich eine schützende Oxidschicht auf der Oberfläche. Wenn ein altes Alu-Bauteil nicht mehr benötigt wird, lässt sich daraus also ohne viel Umstand ein neues herstellen. Zudem rücken klimafreundliche Produktionsmethoden verstärkt in den Fokus. Ein weiterer Vorteil: Aluminium ist durch den beschriebenen „Selbstschutz“ außerordentlich lange haltbar. Das senkt zum einen die Kosten für Instandhaltungsmaßnahmen, zum anderen wird kein erneuter Materialeinsatz erforderlich.

Strangpressprofile aus Aluminium für Fenster, Türen und viele weitere Anwendungen

Wie wird das Metall im Bauwesen eingesetzt? Häufig werden aus Aluminium Strangpressprofile hergestellt. Die lassen sich schon in geringen Stückzahlen günstig produzieren. Das Verfahren ist zudem energetisch sparsam. Ein weiterer Vorteil: Die Produkte, die daraus entstehen können, sind vielfältig. Strangpressprofile aus Aluminium eignen sich zum Beispiel für den Innenausbau – als Unterkonstruktion zum Abhängen von Decken oder beim Einziehen von Zwischenwänden. Aber auch für Fensterrahmen sind sie gut geeignet: Die Pressprofile schneiden in Kombination mit Holz besonders gut ab, wenn es um Wohngesundheit geht. Ebenso eignen sich Strangpressprofile aber auch für zahlreiche andere Bauteile mit Längen von bis zu 60 Metern, sofern gewünscht auch als „Endlosmaterial“. Daher resultiert übrigens auch der Name des Verfahrens, das Aluminium wird in (langen) Strängen gepresst.

Hohe Designfreundlichkeit für individuelle Anfertigungen

Nachhaltigkeit lässt sich mit Aluminium also erreichen, auch günstige Preise und stabile Konstruktionen sind möglich. Das erklärt bereits, warum die Profile im Bauwesen so beliebt sind. Hinzu kommt aber noch ein besonderer Aspekt: die Designfreundlichkeit.

Gerade im Strangpressverfahren lassen sich aus Aluminium diverse Formen herstellen. Die Möglichkeiten reichen bis hin zu komplexen Bauteilen, die trotzdem in wenigen Schritten realisierbar sind. In Kombination mit der geringen Stückzahl, ab der eine Konstruktion wirtschaftlich ist, ergibt sich hieraus ein enormes Potential für individuelle Entwürfe. Wenn gewünscht, lassen sich mit dem Verfahren sogar Bauteile nach Maß herstellen, ohne das Budget zu sprengen. Ob das für ein Minihaus oder Tiny House nötig ist, hängt von den eigenen Ansprüchen ab. Hersteller von Modulhäusern setzen jedenfalls zunehmend auf Alu-Profile. Und wer selbst bauen möchte: Es gibt auch viele Profile mit Standard-Maßen, die mit speziellen Eckverbindern sehr einfach zu individuellen Wohnträumen zusammengefügt werden können – sei es der im Headerbild dargestellte Waschtisch, die in der folgenden Bauanleitung zu sehende Regalwand oder andere Einbaumöbel …

Bildquellen: Kinook.fr (Bild 1 + Video), StudioLaMagica / stock.adobe.com (Bild 2), photo 5000 / stock.adobe.com (Bild 3).


Community Life: eine Werkstatt für alle einrichten

Der Community-Gedanke beinhaltet auch das Teilen: Fast überall ist die Gemeinschaftsküche ein Ort des Zusammentreffens, finden Feiern im gemeinsam bewirtschafteten Garten statt oder nutzen alle Bewohner und Bewohnerinnen die Waschküche. So viel versammelte Kompetenz macht Mut für neue Projekte. Heimwerken ist nicht nur der Deutschen liebstes Hobby, sondern kann sogar den fehlenden Handwerker ersetzen. Warum also nicht ein möglicherweise bestehendes altes Nebengebäude zur Gemeinschaftswerkstatt ausbauen? Zu einer Werkstatt, in der Groß und Klein, Alt und Jung nach Herzenslust werkeln können …

Werkstatt und Maschinen gemeinsam nutzen

Jeder weiß es: Gute Arbeit gelingt nur mit gutem Werkzeug. Darum sind Profi-Maschinen und -Werkzeuge aus dem Fachhandel hochwertig konstruiert, gleichzeitig aber nicht wesentlich teurer als Maschinen für den Privatgebrauch. Vermutlich hält jede dieser Anschaffungen länger als ein Heimwerkerleben, gerade bei einer gemeinschaftlichen Nutzung sollten die Geräte dennoch besonders strapazierfähig sein. Und, wer gemeinsam mit anderen eine Tischkreissäge, eine Bohrmaschine oder das Gartengerät nutzt, spart in jedem Fall.

Die Werkstatt einrichten

So verführerisch die Auswahl im Baumarkt auch sein mag, kaum eine Werkstattgemeinschaft benötigt alle der dort angebotenen Werkzeuge. Je nach Art der zu erwartenden Arbeiten sind andere Einrichtungen und Geräte erforderlich. Da im Haushalt oft mit leichten Baustoffen gearbeitet wird, steht Werkzeug für die Holzbearbeitung sicher an oberster Stelle. Am naheliegensten ist also eine Allround-Werkstatteinrichtung mit Fokus auf die Holzbearbeitung, jedoch kann je nach Interessenlage auch eine Werkstatt zur Metallbearbeitung gefragt sein. Dies muss vorab geklärt werden, denn wegen des Funkenflugs und damit zusammenhängender Brandgefahr sollte in einer Holzwerkstatt zum Beispiel nicht mit offener Flamme hantiert oder geflext werden.

Gutes Sehen bedeutet Sicherheit

Besteht die Möglichkeit, einen Raum zur Werkstatt zu verwandeln, ist gutes Licht unabdingbar. Ein großes Fenster bringt Tageslicht in den Raum. Wenn sich die Arbeit hinzieht oder im Winter die Tage nur kurz sind, hilft elektrische Beleuchtung. Bevorzugt erhellt sie den ganzen Raum und beleuchtet die Arbeit an der Werkbank mit einem Arbeitslicht. Idealerweise ist die Elektrik so ausgelegt, dass genügend Steckdosen für kabelgebundene Geräte und Lademöglichkeiten für Akkus gegeben sind.

Finden, nicht suchen

Es mag wie Pedanterie erscheinen, doch eine geordnete Werkzeugwand besitzt nur Vorteile: Statt ungeordnet in einer Werkzeugtasche auf den Einsatz zu warten, hängen Schraubendreher, Zangen und vieles mehr an der Wand – oder bei großen Räumen praktischerweise an einer fahrbaren Werkzeugwand. Empfindliche Messinstrumente sind hier ebenfalls sicher untergebracht, genau wie

  • Stapelboxen
  • Bits
  • Hammer
  • Zwingen und mehr

Eine mobile Werkzeugwand kann übrigens in großen Werkstatträumen einiges an Lauferei ersparen.

Schwerlastregal, um Arbeitsgeräte sicher zu verstauen

Wenn in der Werkstatt nur begrenzter Raum verfügbar ist, bietet es sich an, keine fest installierten Maschinen zu verwenden, sondern Handgeräte, die nach Bedarf an der Werkbank fixiert werden. In Zeiten, in denen diese Werkzeuge nicht im Einsatz sind, sollten sie vor Feinstaub geschützt in dem Koffer liegen, den es meist beim Kauf dazu gibt. Werkzeuge wie Hobelmaschine, Bandschleifer oder Oberfräse besitzen in der Summe ein hohes Eigengewicht. Schwerlastregale nehmen all diese Maschinen und weiteres Material jedoch locker auf. Sie unterscheiden sich vom üblichen Regal durch ihre hohe Tragkraft und weisen oft tiefere Regalböden auf. Ein breites Angebot an Schwerlastregalen gibt es im Baumarkt.

Stets saubere Luft

Für einen guten Luftaustausch und ein gesundes Arbeitsklima sollte die Werkstatt Fenster zum Querlüften besitzen und es sollte zusätzlich eine Staubabsaugung installiert sein.

!Werkstattsauger zum direkten Anschließen an die Maschinen haben eine intergrierte Steckdose, in die das für den jeweiligen Arbeitsgang benötige Gerät eingesteckt werden kann. Der Sauger schaltet sich dann (mit geringem Verzug) mit dem Ein- und Ausschalten des Geräts ein und wieder aus. Die meisten Maschinen verfügen über eine 27mm-Öffnung, in die der Staubsaugerschlauch gesteckt werden kann und über die entsprechend der anfallende Staub direkt abgesaugt wird. Erweitert werden kann der Werkstattsauger mit einem gegebenenfalls selbstgebauten Zyklonabscheider.

Für Profiwerkstätten in denen große Maschinen mit 120mm-Absaugstutzen zum Einsatz kommen, gibt es mobile Absauganlagen mit passenden Öffnungen.

Ergänzend zu den Absaugmaschinen werden optimalerweise spezielle Luftfilter für Werkstätten verwendet, die die Luft zusätzlich reinigen.

Handmaschinen lassen sich für eine bessere Staubabsaugung verschiedentlich pimpen: Handschleifgeräte durch Netzschleifmittel, Oberfräsen durch Absaughauben. Und auch das gibt es: Absaugmöglichkeiten für (Hand-)Schleifklötze.

Für alle, die sich eine Absauanlage selber bauen möchten, gibt es im folgenden Video Inspiration:


Sicherheit und Ordnung

Zu guter Letzt: Die bestorganisierte Werkstatt endet im Chaos, wenn nicht jeder Benutzer die verwendeten Werkzeuge und Geräte nach getaner Arbeit wieder an den definierten Platz zurückräumt und die Werkstatt in sauberem Zusatnd verlässt. Viele von uns werden es noch aus WG-Zeiten kennen: Wenn eine(r) notorisch benutzte Töpfe und Geschirr in der Spüle stehen lässt, verlieren auch die anderen schnell die Lust, Ordnung zu halten. Bei Gemeinschaftwerkstätten sollte also Ordnung oberstes Gebot sein, dann steht dem kreativen, gemeinschaftlichen Prozess nichts im Wege.

Bildquellen: evgenyatamanenko / istock.com (Bild 1), Devin Berko / Unsplash (Bild 2), Sandis / Unsplash (Bild 3), Marcel Paschertz / stock.adobe.com (Bild 4).


Den Carport begrünen: So entsteht das grüne Dach

Wetterschutz, Lebensraum für Pflanzen und Tiere, optischer Akzent: Es gibt viele Gründe für ein grünes Carport-Dach. Das Gute: Oftmals lässt sich das Projekt in Eigenregie umsetzen. Wer es Schritt für Schritt angeht, darf sich schon ein Jahr später über ein Mini-Ökosystem auf dem Carport als ideale Ergänzung zum Minihaus freuen.

Welches Dach lässt sich begrünen?

Zunächst einmal ist Dachbegrünung nicht gleich Dachbegrünung. Wer über ein Gründach für den Carport oder die Garage spricht, meint in der Regel eine extensive Dachbegrünung. Die besteht aus Sedum, Moosen und Gräsern. Mit der Zeit siedeln sich auf natürliche Weise weitere Arten an. Wichtiger Unterschied zur intensiven Dachbegrünung ist jedoch, dass große Pflanzen oder gar Bäume nicht wachsen sollen. Dadurch bleibt das Flächengewicht mit etwa 50 kg/m² relativ gering. Die meisten Carports können diese Last problemlos tragen. Vor dem Anlegen des Gründachs sollte dennoch geprüft werden, ob die Statik das Projekt gestattet.

Übrigens, hätten Sie’s gewusst?

 
Der Begriff Carport wurde in den 1930er-Jahren vom amerikanischen Architekten Frank Lloyd Wright geprägt, der mit diesen Unterständen seine „Prärie-Häuser“ und später seine „Usonians“ ausstattete. Wright hatte seine eigenen Vorstellungen und lehnte Garagen ab, weil diese nach seiner Auffassung von den Bauherren nicht zum Parken von PKW, sondern als Abstellkammern verwendet wurden. Da die Carports mit ihrer offenen Bauweise eben nicht zum lagern von Gegenstände dienen sollten, baute er Carports an seine Häuser. Ein Vorläufer ist die für Kutschen benutzte Remise. (Quelle: Wikipedia)

Gründach auf dem Carport anlegen

Wenn die statischen Fragen geklärt sind, geht es an die Vorbereitung. Für ein Gründach auf dem Carport sind folgende Dinge nötig:

  • EPDM-Folie
  • Schutzvlies
  • Drainage
  • Filtervlies
  • Substrat
  • Samen

Mit Hilfe dieser Zutaten kann der Aufbau des Gründaches in im Wesentlichen vier Schritten erfolgen:

Schritt 1: Den richtigen Untergrund herstellen

Das Dach des Carports muss vor Wurzeln und Wasser geschützt werden. Daher sollte hier eine Folie zum Einsatz kommen, die genau diese Eigenschaften bietet. EPDM-Folie aus synthetischem Kautschuk ist hierfür beliebt, denn sie lässt sich einfach verarbeiten, ist wurzel- und rhizomfest und bis zu 50 Jahre lang haltbar. Richtig angelegt, kann die Wiese auf dem Dach also blühen, ohne dass viel Pflege notwendig ist. Wie eine fachgerechte Verlegung erfolgen sollte, wird im folgenden Video sehr anschaulich erklärt:

Wichtig: Sollte das Carport eine Dachentwässerung haben, muss diese freigeschnitten werden – ebenso eventuelle Dachrinnen. Für letztere gibt es spezielle Schutzbleche.

Schritt 2: Das Bodensystem aufbauen

Der Boden hat für die Pflanzen – wen würde es wundern – eine zentrale Bedeutung. Er speichert Wasser, liefert Nährstoffe und bietet Halt. All das muss nun mit geeigneter Technik realisiert werden, damit das Ökosystem funktionieren kann. Direkt auf die EPDM-Folie kommt zunächst ein Schutzvlies. Das sorgt dafür, dass die Folie nicht beschädigt wird, etwa wenn jemand auf das Dach steigt.

Als Nächstes kommt die Drainage. Dafür gibt es spezielle Platten zu kaufen, die in (fast) jedem Baumarkt erhältlich sind. Diese haben die Funktion, überschüssiges Wasser ablaufen zu lassen. Damit die Drainage nicht mit der Zeit durch Sedimente verstopft, wird sie mit einem Filtervlies geschützt.

Nicht vergessen: Bei allen Schichten wieder die Entwässerung freischneiden. Abschließend wird sie mit einem Aufsatz geschützt, sodass die Funktion erhalten bleibt. Durch den abnehmbaren Kontrollschacht lassen sich zudem Verstopfungen beseitigen.

Schritt 3: Substrat aufbringen

Das Dach ist nun bereit für das Substrat und damit wartet der wahrscheinlich schwerste Teil der Arbeit – im Wortsinn. Viele Kilogramm Erde müssen aufs Dach. Dort werden sie als Schicht von einigen Zentimetern Dicke ausgebracht. Wichtig ist, einen möglichst mageren Boden zu wählen. So lässt sich übermäßiges Pflanzenwachstum vermeiden.

Wer möchte, kann als Begrenzung eine Bahn Kies streuen. Das hat vor allem einen optischen Effekt.

Schritt 4: Die Aussaat

Nun fehlt noch ein Schritt: Wer das Carport begrünen möchte, braucht geeignete Pflanzen. Entsprechendes Saatgut gibt es bereits fertig abgemischt zu kaufen. Es enthält die erwähnten Moose und Sedum-Pflanzen. Eine gute Zeit für die Aussaat ist das Frühjahr oder der Herbst. Im Sommer sollte die Saat regelmäßig leicht bewässert werden. Sobald sich ein dichter Wurzelraum entwickelt hat, ist Gießen hingegen nur noch in extremen Trockenperioden nötig.

Bildquellen: slavun /stock.adobe.com (Bild 1), vermontalm /stock.adobe.com (Bild 2).


Ratgeber Bauen:
Nützliche Tools, die nicht jeder kennt

Schon mal von Forstnerbohrer, Stechbeitel oder Dekupiersäge gehört? In der Welt der Werkzeuge gibt es so einige ausgefallene Helfer, die nicht jeder kennt, die sich aber als sehr nützlich erweisen. Wir stellen Ihnen die ausgefallensten Werkzeuge vor, mit denen Sie in Ihrem Tiny House und Minihaus bestens ausgerüstet sind.

Der Messschieber

Bestimmt haben Sie dieses Werkzeug schon einmal gesehen und nur der Name will nicht gleich über die Zunge kommen. Das nützliche Werkzeug zählt zu den Handmessgeräten, mit denen Innen-, Außen- und Tiefenmaße gemessen werden können.

Auf einer Schiene mit einer Zentimeter-, Millimeter- oder Zehntelmillimeterskala sitzen vier Messschenkel, von denen sich zwei bewegen lassen. Mit den kleineren beiden Schenkeln werden Innenmaße abgelesen, mit den größeren beiden Außenmaße. Das Tiefenmaß, mit dem man beispielsweise Löcher ausmessen kann, befindet sich am anderen Ende der Schiene.

Die Vorteile des Messschiebers sind dabei ganz klar:

  • hohe Messgenauigkeit, vor allem mit einer digitalen Anzeige
  • preiswert
  • robust, handlich und passt in jede Hosentasche

Der einzige Nachteil ist, dass man sich die Bedienung des Werkzeuges vermutlich erst mal noch aneignen muss. Doch wenn man es herausgefunden hat, erfreut man sich an dem einfachen, schnellen und vor allem praktischen Nutzen beim Werkeln.

Die Konturenlehre

Im Tiny House und Minihaus sind Präzision und sorgfältige Bearbeitung ungemein wichtig, denn der Platz ist begrenzt und alle Ecken und Kanten müssen passen. Hier erweist sich die Konturenlehre als praktisches Hilfsmittel. Mit dem flexiblen Schablonenwerkzeug können in kurzer Zeit komplizierte Konturen und Verläufe abgelesen und übertragen werden.

Möchten Sie einen neuen Holzboden verlegen und die Werkstücke sollen haargenau um die verwinkelte Ecke in der Küche passen, können Sie mit dem Werkzeug problemlos die exakte Form der Ecke nachformen und anschließend auf das Werkstück übertragen, damit es passgenau zugeschnitten wird.

Der Forstnerbohrer

Holz spielt bei Minihäusern und Tiny Houses eine zentrale Rolle. Und in der Holzbearbeitung wiederum ist der Forstnerbohrer nicht wegzudenken. Mit dem Bohrer können Löcher mit einem Durchmesser von 6 bis 150 Millimeter präzise ins Holz gebohrt werden. Dies ist vor allem dann nützlich, wenn im Holzbau Sacklöcher und Astlöcher benötigt werden. Und auch für Topfscharniere und Verbindungsbeschläge wie etwa in Schranktüren werden mit dem Bohrer passende Löcher geschaffen.

Holzdübel-Zentrierspitzen

Apropos Holzbearbeitung: Insbesondere beim Möbelbau sind Verbindungen mit Hilfe von Holzdübeln üblich – und gleichzeitig kniffelig. In beide Werkstücke müssen Löcher für die Dübel gebohrt werden und diese müssen sich exakt gegenüber sitzen. Hier kommen die Zentrierspitzen als geniales Hilfsmittel ins Spiel: In das eine Werkstück bohrt man wie gewohnt die Löcher, dann setzt man in diese Löcher die Zentrierspitzen (mit der Spitze nach außen) ein und setzt das andere Werkstück provisorisch passgenau an. Die feinen Spitzen der Zentrierspitzen bohren sich dabei ins Holz und markieren exakt die Stellen, an denen die gegenüberliegenden Löcher für die Dübel gebohrt werden müssen.

Bei der Wahl der Zentrierspitzen sollten Sie einerseits darauf achten, dass sie aus gehärtetem Stahl gefertigt sind und andererseits, dass sie die gleiche Stärke haben, wie die Dübel, die Sie verwenden wollen. Wenn Sie einmal Gefallen an dieser – im Grunde gar nicht so komplizierten und gleichzeitig unsichtbaren – Art der Holzverbindung gefunden haben, werden Sie vielleicht gar nicht mehr auf Zentrierspitzen verzichten wollen.

Der Stechbeitel

Auch der Stechbeitel gehört zur Standardausrüstung im Möbelbau. Die Werkzeuge gibt es handelsüblich in verschiedenen Breiten von 4 bis 26 Millimeter und in verschiedenen Ausführungen. Je nach Werkzeugart und Einsatzzweck wird hier nochmals zwischen dem größeren Stemmeisen und dem schmaleren Stecheisen unterschieden.

Mit diesem Werkzeug wird das Holzmaterial durch Schläge entweder mit einem Hammer oder bei weichem Holz auch mit dem Handballen bearbeitet, indem auf dem Schlagring geschlagen wird und mit der Klinge der Span vom Holz abgetrennt wird. Anwendung findet der Beitel heutzutage besonders bei kreativen Arbeiten, aber auch im Handwerk, wobei hier mittlerweile überwiegend mit anderen Werkzeugen gearbeitet wird wie etwa mit der Holzfräse.

Die Dekupiersäge

Die Dekupiersäge ist die moderne, mechanisierte große Schwester der traditionellen Laubsäge. Die Säge ermöglicht besonders feine und präzise Schnitte bei der Arbeit mit Holz, aber auch bei anderen Materialien wie Metall oder Kunststoffe. Ob Holzspielzeug, einzigartige Dekorationsstücke oder der bekannte Schwippbogen – mit der Säge können besonders gut solche Produkte hergestellt werden, die exaktes Augenmaß und viele Einzelheiten erfordern.

Der große Vorteil bei dieser Säge ist, dass man dabei beide Hände frei zum Arbeiten hat. Das Werkstück kann dadurch sorgfältig durch das Sägeblatt geführt und die gewünschten Rundungen, Ecken oder Kurven präzise zugeschnitten werden. Mit einem selbstgebauten Schwippbogen sieht jedes noch so kleine Zuhause umso gemütlicher aus.

Bildquelle: THCUG

Unsere Produktempfehlungen zum Thema:

Konturenlehre (25cm) mit Positionierungsarm und Tieflochmarker
Konturenlehre mit Feststeller zum Anzeichnen von Schablonen für Fliesen- und Parkettarbeiten

Letzte Aktualisierung am 29.01.2022 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API


Angebot
Einhell Dekupiersäge TC-SS 405 E (120 W, Hubhöhe 14 mm, max. Schnitthöhe 52 mm, Tischgröße 408 x 250 mm, Staubabsaugung)
  • Eine solide Basis garantiert einen stabilen Stand auch während der Arbeit
  • Metallbearbeitungstisch bis 45° verstellbar
  • Schnellspanner erleichtert den Sägeblattwechsel
  • der Werkstückniederhalter ermöglicht exakte Schnitte und sicheres Arbeiten
  • Anschluss für Staubsauger für eine aufgeräumte Werkstatt

Letzte Aktualisierung am 29.01.2022 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API


Letzte Aktualisierung am 29.01.2022 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API


Letzte Aktualisierung am 29.01.2022 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API


Einhell Flachdübelfräse TC-BJ 900 (860 W, 14 mm, Winkel- und Höheneinstellung, Staubfangsack, Koffer)
  • Hochwertige und robuste Flachdübelfräse mit massiver Aluminiumausführung und starker 860 Watt Leistung für vielseitige Stoß- und Kastenverbindungen
  • Stufenlose Höhen- und Winkeleinstellung der Fräswerkzeuge für verschiedenste Konstruktionen
  • 3-stufige Schnellverstellung der Frästiefe für die schnelle Anpassung an den jeweiligen Flachdübel
  • Größtmögliche Sauberkeit durch robusten Staubfangsack und mitgelieferten Staubsaugeradapter
  • Inklusive Nutfräser, Stirnlochschlüssel und robustem Transport- und Aufbewahrungskoffer

Letzte Aktualisierung am 29.01.2022 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API


Die Gestaltung der Innenräume verleiht einem Haus den einzigartigen Charakter. Kein Wunder, dass es im Bereich Interior Design viele verschiedene Trends gibt. Einer davon: Upcycling von alten Fliesen und Mosaiken. Mit historischen Baustoffen oder vermeintlichen Abfällen lassen sich einzigartige Designs schaffen.

Alte Fliesen für das Minihaus

Baustoffe aus Abbruchhäusern haben verschiedene Vorteile: Sie sind meist kostengünstig, oftmals hochwertig und haben ein seltenes Design. Zudem ist die Wiederverwendung äußerst nachhaltig. Zu finden sind die kleinen Kostbarkeiten zum Beispiel auf dem Gebrauchtmarkt, im Internet gibt es sogar auf historische Baustoffe spezialisierte Händler. Da können alte Fliesen jedoch regelrecht teuer werden. Deshalb packt viele DIY-Bauherren das Jagdfieber nach verborgenen Schätzen. In alten Bauernhäusern, bei Abbrüchen oder sogar im Bauschutt werden sie fündig. Wichtig dabei: vorher fragen, denn auch der vermeintliche Abfall hat einen Besitzer.

Wer passende Fliesen gefunden hat, sollte die nun vorsichtig herausnehmen. Fliesenleger machen das meist mit dem thermischen Verfahren, im Hobby-Bereich ist filigrane Handarbeit angesagt. Mit passendem Werkzeug lassen sich die Fliesen vorsichtig herausschlagen. Der Vorteil: Für ein Minihaus ist der Bedarf nicht groß.

Mosaike legen aus Fliesenscherben

Sind die Fliesen beim Herausnehmen in hundert Scherben zersprungen? Kein Problem: Mosaike aus Scherben haben auch ihren Reiz. Das Zusammenlegen der einzelnen Teile ist eine regelrecht meditative Tätigkeit. Dabei sind Kreativität und ein Blick für das Ganze gefragt. Am besten werden die einzelnen Fliesenscherben dafür nach Farbe und ggf. noch einmal nach Größe sortiert. Wer es ganz professionell angeht, macht sich vorab eine Zeichnung, wie das Wand- oder Bodenbild aussehen soll. Andere Mosaikkünstler lassen sich während der Arbeit von der Muse küssen und entwerfen das Design direkt an der Wand.

In jedem Fall gilt: die Fliesenscherben nicht zu eng legen, das zerstört am Ende die Wirkung. Zu beachten ist außerdem, ob ein Kunstwerk an der Wand oder ein robuster Bodenbelag entstehen soll. An der Wand können die einzelnen Stücke ein wenig hervorstehen, das sorgt für eine dreidimensionale Optik – dabei aber scharfe Kanten vermeiden. Auf dem Boden sollte der Belag ebenmäßig sein. Deshalb müssen die Bruchstücke sauber verfugt werden.

Fliesen kleben: So gelingt es

Das Fliesenlegen im Minihaus trauen sich wegen der kleinen Fläche viele Bewohner in Eigenregie zu. Grundsätzlich ist das gut möglich. Nötiges Zubehör sind eine Kelle, ein Fliesenschneider und ein Eimer. Zum Verbrauchsmaterial zählen Grundierung, Fliesenkleber und Fugenmörtel. Wichtig: Für transluzente Mosaike gibt es speziellen Fliesenkleber, der in Natur-Optik gehalten ist und nicht durchscheint.

Beim Fliesenlegen selbst gibt es verschiedene Möglichkeiten. Häufig wird das Dünnbettverfahren genutzt.

Fliesen im Dünnbettverfahren verlegen Schritt für Schritt:

 
Grundieren: Die Grundiermasse gleichmäßig auftragen. Darauf achten, dass keine Fremdstoffe mehr auf dem Boden haften.

Fliesen legen: Die Fliesen oder den Boden (oder beides) mit Fliesenkleber bestreichen und die Fliese an der gewünschten Stelle gleichmäßig andrücken.

Verfugen: Den Fugenmörtel anrühren und die Fliesen sauber verfugen. Achtung, bei Bruchmosaik sollte der Kleber mindestens über Nacht trocknen, bevor die Fugenmasse aufgetragen wird.

Säubern und fertig! Erfreuen Sie sich an Ihren Fliesen!

Wer ein perfektes Ergebnis wünscht, kann auch Designfliesen kaufen. Diese gibt es zum Beispiel als Mosaikfliesen, auf denen die einzelnen Mosaikteilchen bereits auf einer Matte verklebt sind. Die Verlegung geht damit deutlich schneller und präziser.

Upcycling: Kronkorken als Spritzschutz oder zur Zierde

Statt alten Fliesen Kronkorken zu verwenden, ist ebenfalls ein neuer Trend. Das „Baumaterial“ sammelt sich nach der Gartenparty von selbst an. Ansonsten helfen Clubs oder Kneipen gerne mit einer Tüte voller alter Kronkorken aus. Wer einen Spritzschutz für die Wand hinter der Küchenarbeitsfläche aus Kronkorken anfertigen will, kann genauso vorgehen, wie im folgeden Video anhand einer Tischoberfläche erklärt wird:

Eine Möglichkeit ist es die Kronkorken im wahrsten Sinn des Wortes kunterbunt auf der Fläche zu verteilen, eine andere dagegen durch die gezielte farbige Anordnung Motive darzustellen. Diese Methode eignet sich am besten für große Flächen, die man aus der Entfernung ansehen kann – je größer und weiter der Abstand des Betrachters, desto besser „aufgelöst“ und besser erkennbar erscheint das Bild. Zur Vorbereitung eines solchen Kronkorken-Mosaiks bieten sich Software-Programme (wie z.B. MacOSaix) an, die beliebige Bilder in Mosaike umwandeln, anhand derer die Farben der Kronkorken ausgewählt und angeordnet werden können.

Durch Kronkorken-Recycling haben sich schon einige Kreative einen Namen gemacht. Mit den alten Flaschenverschlüssen kann regelrecht Kunst an der Wand entstehen – sozusagen die analoge Version von PixelArt: von Portraits von Bob Marley und Amy Winehouse bis zu Logos und Mandalas – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Was Sie dafür brauchen? Lust am Gestalten und viele, viele Kronkorken. Fangen Sie doch als Erstes mal mit dem Sammeln an! Am schnellsten kommen Sie voran, wenn Sie in jeder Kneipe, in der Sie Kronkorken in interessanten Farben sehen, nach dem Abfalleimer unter der Theke fragen …
 
Bildquellen: Edler von Rabenstein / stock.adobe.com ( Bild 1 ), ronstik / stock.adobe.com (Bild 2), Jeroen den Otter / Unsplash (Bild 3).


Verbringen Sie in den sommerlichen Monaten gerne Zeit in Ihrem Garten, stolpern aber immer wieder über Gartenschlauch und Gießkanne oder finden Sie Ihre Gartengeräte nicht auf Anhieb? Dann ist es höchste Zeit, Ordnung im Garten zu schaffen. Mit unseren Tipps sollte die langfristige Organisation von Gartenmaschinen, Werkzeug, Gartenutensilien und Brennholz kein Problem mehr darstellen.

So lässt sich auch in pflegeintensiven Gärten Ordnung halten!

Um für mehr Ordnung im Garten zu sorgen, ist es zunächst am wichtigsten, dass Sie Ihr Garteninventar segmentieren und in Kategorien einteilen und für jede Kategorie einen bestimmten Ort festlegen. Nutzen Sie Kisten und Regale zum Sortieren und bringen Sie im Geräte- oder Gartenhaus möglichst viele Sachen vom Boden an die Wand, um die Stolpergefahr zu minimieren.

Auch spezielle Gartenmöbel mit Stauraum können durchaus nützlich sein. Heute wohnen immer mehr Menschen in Häusern mit nur einem kleinen Gartenanteil. Daher ist es umso wichtiger, Ordnung in diesem zu halten. Denn Ordnung im Garten lässt sich – genauso wie im Minihaus – viel einfacher realisieren, wenn alle Dinge ihren festen Platz haben. In idealer Weise eignet sich dafür ein Geräte- oder Gartenschuppen, in dem Sie sämtliche Gartenutensilien übersichtlich und geordnet verstauen können. Achten Sie langfristig darauf, dass an den jeweiligen Plätzen keine Sachen abgelegt werden, die nicht zu der jeweiligen Kategorie gehören.

Tipp #1: Geräteschuppen, Gartenschrank & Co.

Geräteschuppen, Gartenschränke oder Gartenhäuschen sind äußerst nützliche Orte, um Werkzeuge, Gartenmaschinen und in der winterlichen Jahreszeit auch Gartenmöbel vor Nässe und Schnee zu schützen – sie lohnen den Kauf oder den Eigenbau. Mit der richtigen Organisation haben Sie darin alles griffbereit, was Sie für die Arbeit im Garten benötigen.

Die sinnvollsten Ausstattungselemente, um im Gartenhaus oder Geräteschuppen alles übersichtlich aufbewahren zu können, sind – abgesehen von Gerätehaltern – qualitativ hochwertige Regale. Achten Sie beim Kauf von Regalen auf die maximale Belastbarkeit, denn das Gewicht von ineinander gestapelten Terracotta-Töpfen sollte keinesfalls unterschätzt werden. Eine besonders interessante und äußerst nützliche Version sind sogenannte „Eckregale“, die sich mit ihren dreieckigen Regalbrettern bestens in die Ecken Ihres Gartenhauses schmiegen. Um Werkzeuge übersichtlich und sicher zu platzieren, ist es sinnvoll, eine Werkzeugwand zu installieren. Diese können Sie als fertige Lösung im Fachhandel kaufen oder Sie können diese relativ einfach aus einer Spanplatte bauen.


Tipp #2: Werkzeugwand selber bauen

Eine genau auf Ihre persönlichen Anforderungen und Bedürfnisse angepasste Werkzeugwand kostet entweder erstaunlich viel Geld (erhältlich im Fachhandel) oder ist unter Zuhilfenahme unserer Anleitung relativ einfach selbst gemacht:

Werkzeugwand selber bauen … so geht’s

 
1. Nehmen Sie sich zunächst eine Holzplatte (von OSB bis Multiplex ist Ihrem persönlichen Geschmack und Budget keine Grenze gesetzt) und legen diese auf den Boden.

2. Danach ordnen Sie Ihr Werkzeug der Reihe nach darauf an und zeichnen die Stellen auf, an denen Sie Halterungen benötigen. Wenn Sie den Umriss der Werkzeuge gut sichtbar nachzeichnen vereinfacht dies später, Ordnung zu halten.

3. Als Halterungen eignen sich je nach Werkzeug, das damit gehalten werden soll, und Ihrem Anspruch bzgl. der Optik entweder simple Holzschrauben an die oder zwischen die die Werkzeuge gehängt werden, Magnetleisten oder Aluschienen in die Gewindeschrauben mit Hammerkopfmuttern geschoben werden (mehr dazu im folgenden Video). Alternativ bekommen Sie im Baumarkt auch Werkzeughaltersets zum Aufschrauben auf die Platte.

4. Schwere Werkzeuge wie Bohrer oder Hämmer sollten Sie stets nach unten hängen.

5. Achten Sie außerdem darauf, dass Sie gefährliche Werkzeuge besonders sicher aufbewahren.

6. Die Platte können Sie eventuell noch klar lackieren oder in einer Farbe Ihrer Wahl streichen. Bei einem farbigen Anstrich können Sie die Werkzeugkonturen in einer anderen Farbe füllen.

7. Die DIY-Werkzeugwand müssen Sie jetzt nur noch im Werkzeugschuppen montieren.

Wie Sie sich Halterungen aus Aluschienen, Gewindeschrauben oder -stangen, Hammerkopfmuttern und Schrumpfschlauch anfertigen können, sehen Sie hier:

Eine Werkzeugwand lässt sich wunderbar durch einen Werkzeugwagen ergänzen, der ebenfalls sehr gute organisatorische Möglichkeiten bereitstellt. Für welche Staumöglichkeit Sie sich auch entscheiden, wichtig ist es darauf zu achten, dass das Werkzeug nach Gebrauch immer an den dafür vorgesehenen Platz zurückkommt und nicht irgendwo im Geräteschuppen oder im Garten herumliegt. Dies sieht nicht nur unordentlich aus, sondern stellt auch eine potentielle Verletzungsgefahr dar.

Die bereits erwähnten Gerätehalter an der Wand – also Leisten mit Haken oder Klemmelementen – können für praktisch alle Gartenwerkzeuge mit langem Steil verwendet werden: Besen, Hacken und Teleskop-Astschere versperren auf diese Weise nicht mehr den Weg – wodurch sich auch die Stolpergefahr minimiert.

Tipp #3: Stabiler Pflanztisch für Gartenarbeiten

Falls Sie gerne und oft im Garten arbeiten, kann Ihnen ein qualitativ hochwertiger Pflanztisch als ergonomischer und gut eingerichteter Arbeitsplatz äußerst behilflich sein. Wenn Sie auch hier alle Kriterien beachten, die wir im obigen Absatz aufgeführt haben, und alle Dinge einen festen Platz in Griffweite haben, dann wird Ihnen das Ein- und Umtopfen gleich viel mehr Spaß machen.

Qualitativ hochwertige Pflanztische sind in der Regel mit diversen Haken, Ablagen und Schubladen ausgestattet, die das Ordnen Ihrer Gartenutensilien wesentlich erleichtern. Darüber hinaus sorgt eine Arbeitsfläche mit erhöhten Kanten dafür, dass zum Beispiel beim Umtopfen der Gartenpflanzen keine Pflanzenreste oder Erde auf dem Boden des Geräteschuppens fällt. Beim Bau oder Kauf Ihres Pflanztisches sollten Sie unbedingt darauf achten, dass dieser für Sie die richtige Höhe hat. Sie sollten bequem aufrecht stehend daran arbeiten können, ohne den Rücken krümmen zu müssen. Das Material, aus dem der Pflanztisch gefertigt ist, sollte wetterfest, die Arbeitsfläche leicht zu reinigen und die Konstruktion fest und stabil sein.

Tipp #4: Wandschlauchbox mit Selbsteinzug

Es soll Gärten geben, die sich bei Bedarf alleine mit Gießkannen bewässern lassen. Die Regel ist jedoch eher, dass ein Gartenschlauch installiert ist. Wenn sich ein 10m-Schlauch – vor allem bei guter Qualität und dadurch wenig drillfreudig – noch recht einfach nach Gebrauch wieder aufrollen lässt, werden 20 oder 30 Meter lange Schläuche aus Bequemlichkeit gerne mal liegen gelassen – kaum eine Unordnung im Garten ist so auffällig wie das. Schlauchtrommeln, auf die man den Schlauch von Hand durch Kurbeln aufrollen muss, ändern daran nichts.

Unser ultimativer, auf eigener Erfahrung beruhender Tipp für alle „Schlauchliegenlasser“: eine RollUp Wandschlauchbox. Die Trommel mit dem aufgerollten Schlauch wird an die Hauswand oder an den Geräteschuppen montiert und der Schlauch bei Bedarf herausgezogen. Das System funktioniert wie beim Stromkabel eines Staubsaugers: Nach dem Herausziehen der gewünschten Kabellänge rastet die Trommel ein. Ein leichter Zug genügt, damit die Trommel wieder entrastet und das Kabel bzw. in diesem Fall den Schlauch wieder komplett einzieht. Auf diese Art und Weise ist es tatsächlich eine Wonne, den Schlauch wieder zu verräumen – und der Garten ist im Nu wieder ordentlich.

Fazit

Ordnung im Garten lässt sich relativ leicht durch den Einsatz verschiedener Ordnungshelfer und Utensilien realisieren. Mit der richtigen Auswahl an Gartenzubehör und Möbeln – und mit der Anwendung unserer Tipps – können Sie Ihren Garten in Ihre persönliche Wohlfühloase verwandeln und müssen nicht erst aufräumen, bevor Sie dort mit Freunden und Familie Ihre Urlaubstage genießen.

Bildquellen: lily / stock.adobe.com (Bild 1), Björn Forenius / istock.Photo.com (Bild 2), THCUG (Bild 3).