mobiler Elektroradiator

Sinnvolle Methoden zum Beheizen von Minihäusern

Um in einem Minihaus ganzjährig wohnen zu können, ist es unabdingbar, sich bei der Planung Gedanken über sinnvolle Methoden zum Beheizen des Gebäudes zu machen. Im Vergleich zu „normalen“ Häusern gibt es besondere Herausforderungen, die Mini- oder Kleinsthäuser an die Wärmetechnik stellen. Daher ist es ratsam, sich beizeiten über die unterschiedlichen infrage kommenden Heizsysteme, über ihre Vor- und Nachteile sowie Besonderheiten zu informieren. Über das Heizen und Kochen mit Gas, welches sich vor allem in Tiny Houses anbietet, haben wir im letzten Artikel bereits informiert. Heute soll es noch einmal um einen Überblick über Heizsysteme für Minihäuser im Allgemeinen gehen …

5 Anforderungen an Heizsysteme für Minihäuser

Bei den Überlegungen, welches Heizsystem für das eigene Minihaus infrage kommen kann, kristallisieren sich schnell fünf Eigenschaften heraus, hinsichtlich derer sich verschiedene Lösungen vergleichen lassen:

  1. platzsparend
  2. perfekt auf Raumgröße und beabsichtigte Nutzung zugeschnitten
  3. emissionsarm
  4. autark betreibbar
  5. preiswert

Es liegt in der Sache, dass eine der grundlegenden Anforderungen an das Heizsystem für ein Tiny House oder Minihaus die ist, dass die Technik möglichst wenig Platz einnimmt. Das Heizsystem soll außerdem preiswert sein, damit die Anschaffungs- und Betriebskosten im richtigen Verhältnis zu denen des Hauses stehen. Und, die Leistung muss auf die Raumgröße eines Minihauses ausgelegt sein, denn kleinere Räume heizen sich naturgemäß schneller auf. Selbst wenn eine gute Belüftung des Minihauses sinnvoll ist, kann es immerhin nicht Sinn der Sache sein, lüften zu müssen, um die Innenraumtemperatur „herunterzuregeln“. Wenn Sie ein relativ krisenfestes Haus haben möchten, sollte die Heizung zudem möglichst autark und von der öffentlichen Energieversorgung unabhängig sein. Nicht zuletzt spielt das Thema Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle. Daher ist ein Energiesystem optimal, das emissionsarm ist und dadurch weder die Umwelt, noch die Nachbarn belastet.

Mögliche Heizsysteme, ihre Vor- und Nachteile

Heizen mit Holz

Der Vorteil von Holz ist, dass dieser Rohstoff fast überall verfügbar ist. Zum Beheizen eines Hauses mit Holz gibt es im Prinzip drei Systeme:

  • Stückholzöfen
  • Pelletöfen
  • Allesbrenner

Kleine Holzöfen reagieren relativ flott, somit sind sie (sofern die Anschlussmöglichkeit an einen Kamin gegeben ist) wie Heizlüfter eine gute Möglichkeit zum schnellen Heizen kleiner bis mittelgroßer Räume. Anders als bei Heizlüftern gibt es bei Holzöfen keine Luftverwirbelungen und ihre Strahlungswärme wird generell als sehr angenehm empfunden.

Bei Holzöfen muss zwischen raumluftabhängig und raumluftunabhängig betreibbaren Öfen unterschieden werden: Bei den raumluftabhängigen Geräten wird die Raumluft über einen Regler in die Brennkammer geleitet, so dass sich das Brennmaterial erhitzen kann. Praktisch alle alten Geräte – wie u.a. die „Küchenhexen“, die holz- oder brikettbetriebene Kochherde – funktionieren nach dieser Methode. Besonders in kleinen Räumen muss bei ihrem Betrieb auf eine ausreichende Frischluftzufuhr geachtet werden. Sicherer und weitaus komfortabler ist der Betrieb eines raumluftunabhängigen Systems mit einer Zuluftleitung von außen zum Ofen. Praktikabler und optisch wesentlich eleganter als der Einbau einer Frischluftleitung durch die Wand zum Ofen ist die Wahl eines Schornsteins mit integrierter Frischluftzufuhr zur Feuerstelle. In beiden Fällen muss der Ofen selbst für diese Betriebsweise vorgesehen und eingerichtet sein.

Was ist eine Küchenhexe?

Alte holz- oder brikettbetriebene Kochherde, sogenannte „Küchenhexen“ gelten bereits als Antiquität, dennoch sind sie bei Minihausbesitzern, denen Autarkie wichtig ist, beliebt: Unabhängig von Strom, kann man mit der Küchenhexe kochen und seinen Raum beheizen. Zwar sind sie – zumindest ohne Nachrüstung mit einem Partikelfilter – nicht gerade emissionsarm, aber sie unterliegen als „Kochherd mit weniger als 15 Kilowatt“ nicht den Grenzwertbestimmungen des Emissionsgesetzes.

brennende Pellets

Eine Alternative zum Stückholzofen ist der Pelletofen. Er wird nicht mit Holzscheiten, sondern mit Pellets gefüllt. Über eine Förderschnecke gelangen die Pellets in den Brennraum, wo sie automatisch angezündet werden. Im Gegensatz zum klassischen Holzofen lässt sich hier die Temperatur bequem per Thermostat regeln und kontrollieren.

Pellets und ihre Ökobilanz

Pellets sind kleine Presslinge aus Holzresten, welche durch ihre Herkunft als nachwachsender Rohstoff als besonders ökologisch gelten. Der Vorteil einer Pelletheizung besteht auch darin, dass die Herstellung der gepressten Holzspäne mit weniger Energieaufwand verbunden ist als bei fossilen Brennstoffen. Die Herstellungsenergie, wie sie zur Nutzbarmachung des Waldholzes für die Pelletheizung aufgewendet wird, nennt man graue Energie. Zwar verschlechtert diese die CO2-Bilanz der Pelletheizung gegenüber der Stückholzheizung, denn gilt sie aufgrund des Betriebs mit dem nachwachsenden Rohstoff „Holz“ als umweltfreundliches Heizsystem. Wer also klimafreundlich heizen möchte, der sollte sich unbedingt mit der Pelletheizung beschäftigen.

Andere Heizsysteme

Neben dem Heizen mit Holz gibt es drei weitere Möglichkeiten:

  • Gasheizungen
  • Elektroheizungen

In Tiny Houses verbaute Gasheizungen werden in der Regel mit Propangas aus der Flasche betrieben. Sofern das Haus einen Gasanschluss an das öffentliche Netz besitzt, sind Gasthermen ein empfehlenswertes, platzsparendes Heizsystem. Im Zusammenhang mit Tiny Houses mag man beim Beheizen mit Gas zuerst an kleine Gasheizöfen denken, wie man sie aus Campingwagen und Schrebergartenlauben kennt. Ein auf Gas beruhendes Heizsystem kann jedoch eine Rundum-Lösung für Heizung und Warmwasser sein: Neben dem Aufheizen der Räume – welches über wasserführende Heizkörper oder Schläuche im Fußboden erfolgt –, kann gleichzeitig das Leitungswasser erwärmt werden.

wassergeführte Fußbodenheizung

Unterschiedlichste Lösungen gibt es im Bereich der strombasierten Heizsysteme: Konvektoren, Heizlüfter und Elektro-Radiatoren werden vorrangig als provisorische oder zusätzliche Wärmequellen eingesetzt. Während ein Konvektor recht leise arbeitet, ist der Einsatz eines Heizlüfters deutlich geräuschintensiver. Beide geben über ein Gebläse Wärme an die Umgebungsluft ab, wobei es zu Luftverwirbelungen (und Staubaufwirbeln) kommt, so dass weder das eine noch das andere Gerät allergikerfreundlich und für den Dauerbetrieb geeignet ist. Dafür erwärmen beide den Raum relativ schnell. Der mobile Radiator verursacht zwar weniger Luftverwirbelungen und arbeitet geräuschfrei, ist jedoch träger und ein wahrer Stromfresser, wodurch er nur eine Notlösung darstellen kann.

Ein strombasiertes Heizsystem, das sich in idealer Weise für Minihäuser eignet ist dagegen die Infrarotheizung. Diese wird in Form von einzelnen kleinen Modulen an der Decke oder an der Wand montiert. Infrarotheizungen erzeugen Wärmewellen aus Strom, welche Decken, Wände oder Personen direkt erwärmen können. Es handelt sich um sogenannte Strahlungswärme, die im Gegensatz zu anderen Heizungen nicht den Umweg über die Luft nehmen muss. Auch hier sollten allerdings bewusst elektrosmogarme Geräte gewählt werden, da gerade in kleinen Häusern weniger Abstand zu elektromagnetischen Feldern eingehalten werden kann.

Strom- vs. wassergeführte Fußbodenheizungen

Fußbodenheizungen gibt es sowohl strombasiert als auch wasserführend. Bei der elektrischen Fußbodenheizung werden stromführende Heizmatten oder -folien genutzt, die unter dem Bodenbelag verlegt werden und die erzeugte Wärme nach oben abstrahlen. Der Vorteil einer mit Strom betriebenen Fußbodenheizung ist, dass sie schnell wärmt. Allerdings verbraucht sie wesentlich mehr Strom als zum Beispiel eine Gaszeizung mit wasserbetriebener Fußbodenheizung.

Ökologisch und hinsichtlich elektromagnetischer Felder empfehlenswerter sind wasserbetriebene Fußboden- oder Wandheizungen. Hier fließt das warme Wasser durch die Schläuche und gibt die Wärme über den erwärmten Bodenbelag bzw. die Wand an den gesamten Raum ab. Um Energie zu sparen, kann die Warmwasser-Fußbodenheizung mit einer Wärmepumpe kombiniert werden. Durch die gleichmäßige Verteilung der Wärme heizt sie den Raum bereits mit einer Vorlauftemperatur von 35 Grad auf eine angenehme Temperatur. Heizkörper müssen für den gleichen Effekt erst einmal 50 bis 60 Grad warm werden. Effizient heizen kann eine Fußbodenheizung allerdings nur, wenn der Wärmeverlust minimal ist – dazu muss der Unterboden gut gedämmt sein. Auch sollte man einen Bodenbelag wählen, der die Wärme gut leitet – wie zum Beispiel Keramikfliesen oder Natursteine. Teppichboden erweist sich in den meisten Fällen als eher ungeeignet.

Fazit

Für welches System einer Beheizung man sich entscheidet, hängt also von vielen Faktoren ab. Punkte wie Ökobilanz, Platzersparnis oder Autarakie sollte man aber in seinen Überlegungen für einen Kauf miteinfließen lassen.

Bildquellen: Iuliia Mikhalitskaia/istockphoto.com (Bild 1), tchara/istockphoto.com (Bild 2),  filmfoto/istockphoto.com (Bild 3).


Heizen (und Kochen) im Tiny House – mit Flüssig-Gas

Im Tiny House kommt es mehr als in einem „Standard“-Zuhause auf ein gutes Wohnkonzept an: Sowohl Raumaufteilung als auch Möbelfunktionen müssen clever durchdacht sein. Und während bei vielen Tiny House-Bauherren diese Punkte im Vordergrund stehen, geraten einige technische Fragen rasch in den Hintergrund. Auch diese benötigen allerdings eine kluge Planung, damit das Tiny House das ganze Jahr hindurch wohnlich ist. Im Bereich „Wärmeerzeugung“ bietet sich zum Beispiel Flüssiggas als „Alleskönner“ an. Warum das so ist, erfahren Sie in diesem Artikel.

Anforderungen an die Heizung im Tiny House

Gerade die Heizung ist beim Tiny House wichtig. Schließlich ist hier jede Wand eine Außenwand, die aufgrund von Raum- und Gewichtsersparnis zudem in der Regel weniger gut gedämmt ist als bei konventionellen Eigenheimen. Zusätzlich sind Tiny Houses on Wheels – wie der Name schon sagt – auf einem Fahrgestell aufgebaut und hiermit von unten belüftet. Auch das trägt dazu bei, dass die Temperaturen innen relativ schnell abkühlen können. Entsprechend kann – sofern das Tiny House nicht als Passivhaus geplant wurde –  ein hoher Heizbedarf auftreten.

Es bedarf fachlicher Beratung oder Erfahrungsaustausch unter Tiny-House-Bewohnern um das passende Heizsystem mit der richtigen Auslegung für die beabsichtigte Nutzung zu finden. Immerhin soll die Heizung weder überproportioniert, noch leistungsschwach sein.

Aufgrund der kleinen Wohnfläche im Tiny House sollte außerdem der Platzbedarf der Heizung gering sein. Über diesen Faktor muss bereits bei der Entwurfplanung des Tiny Houses nachgedacht werden. Und auch die Umweltfreundlichkeit der Heizung muss bei der Wahl des Heizsystems natürlich eine Rolle spielen.

Kriterien für eine Heizung im Tiny House
 

  • hohe Leistungsfähigkeit und schnelle Wärmeleistung
  • Umweltfreundlichkeit
  • niedriger Platzbedarf
  • flexible Anschlussmöglichkeiten
  • unkomplizierte Lagerung
  • geringe Geräuschentwicklung



Gasheizungen im Tiny House

Ob es ums Kochen oder das Heizen geht, Flüssiggas ist das Multitalent unter den Kraftstoffen. Eine Gasheizung lässt sich wie eine Zentralheizung im Tiny House nutzen. Zugleich profitiert der Nutzer hier davon, dass sich hiermit mit einer Warmwasser-Kombi auch das Wasser aufheizen lässt. Ein wichtiger Punkt ist hierbei der Anschluss beziehungsweise die Lagerung des Gases. Sofern das Tiny House nicht an die öffentliche Gasversorgung angeschlossen werden kann, bietet Flüssiggas – auch als Backup-Lösung – viele Vorteile. Anbieter von Flüssiggas beraten über Einsatz- und unterschiedliche Lagerungsmöglichkeiten.

Eine gut eingestellte Gasheizung heizt schnell auf und lässt sich so einstellen, dass der Raum eine konstante Temperatur hält. Bei den Heizkörpern lassen sich hier multifunktionale Lösungen einsetzen, wie beispielsweise ein Heizkörper, der zugleich ein Spiegel ist oder sich im Sommer als eine magnetische Pinnwand nutzen lässt.

Einige Gasarten sind jedoch keineswegs umweltfreundlich und benötigen entweder einen festen Anschluss oder aber eine relativ hohe Lagerfläche. Flüssiggas ist hier vor allem seit der biogenen Variante eine echte Alternative.

Umweltfreundliche Alternative: Biogenes Flüssiggas

Flüssiggase sind die auch aus dem Campingbereich bekannten Butan- und Propan-Gase. Ihr Treibhauspotenzial ist deutlich geringer als das von Methan. Methan ist bei Erdgas – welches über das öffentliche Netz bezogen werden kann – jedoch der Hauptbestandteil. Wenn Propan in die Erdatmosphäre kommt, bleibt es ungefähr zwei Wochen dort. Methan bleibt zwölf Jahre in der Erdatmosphäre.


Beim Verbrennen von Flüssiggas entsteht kaum Feinstaub. Auch der geringe Stickoxid-Ausstoß macht Flüssiggas als Brennstoff attraktiv. Im Juni 2020 wurde das neue Gebäudeenergiegesetz verabschiedet. In ihm wird biogenes Flüssiggas als eine Möglichkeit angesehen, die Nutzungspflicht erneuerbarer Energien zu erfüllen. Das Potential für die Umwelt ist in diesem Bereich enorm. Ölheizungen an Standorten, die nicht ans Erdgasnetz angeschlossen werden können, lassen sich ohne großen Aufwand auf Flüssiggas umstellen. Dieser Wechsel würde jedes Jahr den Ausstoß von CO2 um rund vier Millionen Tonnen reduzieren.

Unterschiedliche Gasheizungssysteme

Bei der Heizungsanlage profitieren Tiny-House-Bewohner, die Flüssiggas nutzen, von der simplen Lagerung des Flüssiggases im Tank oder in Flaschen – welche das Heizsystem unabhängig vom Standort, also autark macht. Allerdings sind bei einer Gasheizung – anders als beim Holzofen – zusätzliche Rohre beim Hausbau zu verlegen. Um die Kosten hierfür gering zu halten, ist eine gute Planung wichtig – so lassen sich Rohre kreuz und quer durch das Haus vermeiden. Experten haben hier oft kluge Ideen, wie sich unnötige Rohre durch einige Kniffe beim Einbau und der Raumaufteilung verhindern lassen. Mit einer Gasheizung mit Flüssiggas lassen sich zwei unterschiedliche Heizungstypen verwirklichen:

  • Warmwasserheizung
  • Warmluftzentralheizung

Heizungsanlagen mit Flüssiggas – ganz gleich welchen Typs – müssen von einem Prüfer abgenommen werden. Auch eine regelmäßige Wartung ist hier notwendig – wie bei jeder anderen Heizung auch.

Warmwasserheizung

Mit einer Gasheizung lässt sich eine Warmwasserheizung oder eine klassische Warmluftheizung betreiben. Gerade kälteempfindliche Menschen oder Familien mit jüngeren Kindern im Tiny House sollten den zusätzlichen Wohnkomfort durch eine Warmwasserheizung nicht unterschätzen. Bei der Warmwasserheizung mit Flüssiggas liegen zwar durch das notwendige Rohrsystem die Installationskosten höher, aber mit dieser Heizung lässt sich der Fußboden erwärmen. Das Raumklima ist mit dieser Heizungsart am angenehmsten zum dauerhaften Wohnen. Zudem ist die Warmwasserheizung im Betrieb sehr leise.

Allerdings ist die Warmwasserheizung wartungsintensiver als andere Heizungsarten. Sie muss regelmäßig entlüftet werden, damit sie gut heizen kann. Wird das Tiny House nicht ganzjährig bewohnt oder steht es durch häufigere Abwesenheiten länger leer, kann es bei Frost zu Schäden an den Leitungen kommen.

Warmluftzentralheizung

Bei der Warmluftzentralheizung geben Warmluftdüsen an verschiedenen Stellen die warme Luft in Strömungen ab. Durch Kombinationsgeräte lässt sich bei der Warmluftzentralheizung auch das Wasser für Bad und Küche erwärmen. Die Warmluftzentralheizung ist die schnellste Heizung und lässt sich leichter installieren als die Warmwasserheizung. Sie wiegt weniger als Warmwasserheizung und ist hiermit gerade für mobile Bauten interessant. Für geräuschempfindliche Menschen und Allergiker ist sie jedoch nur bedingt geeignet, denn bei ihr sorgt ein Ventilator für die Verwirbelung der Luft. Das ist geräuschintensiv und kann somit die Nachtruhe stören, außerdem wird bei diesem Heizsystem (der in jedem normalen Haushalt befindliche) Staub aufgewirbelt.

Flüssiggas – eine Heizalternative mit Zukunft

Egal ob Warmwasserheizung oder Warmluftzentralheizung, Flüssiggas kann als gute autarke Heizlösung – als Standard oder Backup – gelten.

Bildquellen: Chepko Danil /stock.adobe.com (Bild 1), Oleksandr / stock.adobe.com (Bild 2), Ilja Enger-Tsizikov / iStock.com (Bild 3).


Wir alle tun es, aber keiner redet gerne darüber: der Toilettengang. Es ist oft noch ein tabuisiertes Thema. Und noch brisanter wird es, wenn es sich um Toiletten in Minihäusern handelt. Schauen wir uns also hier einmal an, welche ökologischen Lösungen sich für Tiny Houses und Minihäuser anbieten:

Interessanterweise sind die Kosten für Süßwasser deutlich geringer, als für das Abwasser. Eine Toilette mit Wasserspülung belastet das Budget also nicht nur während der Installation sondern auch dauerhaft während des späteren Betriebs. Da fragt sich der ein oder andere Minihaus-Besitzer vielleicht, ob es hierfür Alternativen gibt. Ja, die gibt es!

Eine Alternative zu den herkömmlichen Toiletten mit Wasserspülung stellen Trockentoiletten dar, welche völlig ohne Wasser und Chemie auskommen:

  • simple, tragbare Trenntoiletten mit einem 20 Liter Eimer oder solche mit Förderband,
  • Komposttoiletten, welche mit Rindenmulch oder Stroh arbeiten
  • und Verbrennungstoiletten.

 
Ob dieser Auswahl kommen schnell folgende Fragen auf:

  • Wie funktionieren die verschiedenen Varianten?
  • Welche Toilette ist die passende für mein Minihaus?

 
Welche die passende Toilette für Sie ist, richtet sich nach dem Platz, der zur Verfügung steht, danach wie unabhängig Sie leben wollen oder wie umweltbewusst Sie denken. Hygienisch und ökologisch sind alle Varianten und das „Sammelgut“ kann überall entsorgt werden. Zur Vermeidung von Geruchsbildung – wie sie besonders bei sommerlichen Temperaturen stattfinden kann – bietet sich bei den Trenntoiletten jedoch der Anschluss eines externen Lüfters an.


Wie funktionieren Trockentoiletten?

Die Trenntoilette

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Die „Basic-Version“ der Trenntoilette arbeitet ohne Wasser und Chemie: Es gibt zwei Trenneinsätze, einmal für Flüssig und einmal für Feststoffliches. Durch die Trennung wird Gestank vermieden, der beim Vermischen von Feststoff und Urin entstehen würde. Der Urin-Behälter kann einfach entsorgt werden – entweder in öffentlichen Toiletten (wenn Sie z.B. mit einem Camper unterwegs sind) oder als Flüssigdünger.
Die kompostierbare Tüte für das Feste können Sie in den Hausmüll geben oder auch als Dünger verwenden. Denn das Streu, welches Sie in den abbaubaren Beutel geben, vermindert Geruchsbildung und so fermentiert Ihre „Hinterlassenschaft“ zu einem wertvollem Rohstoff. Da warme Flüssigkeiten immer schneller Geruch bilden, gibt es einen kleinen Hausfrauen-Trick: Geben Sie einen Würfel Zucker in den Urinbehälter. Dadurch wird die Zersetzung des Urins reduziert.

Nach einem ganz anderen, raffinierten Prinzip funktioniert die Ecodomeo (ganz oben im Bild), bei der flüssige und feste Bestandteile durch den Transport auf einem schrängen Förderband getrennt werden. Flüssiges läuft dabei nach unten, Festes landet in einem Sammelraum hinter der Toilette. Betrieben wird das Förderband entweder mechanisch mittels Fußpedal oder elektrisch.

Ebenfalls eine gut durchdachte Trenntoilette hat die Camper Active GmbH mit der Produktreihe Trelino* auf den Markt gebracht. Diese formschöne Kompakttoilette ist so bequem wie eine „normale“ Haustoilette, arbeitet aber ohne Wasser oder Chemikalien. Das Prinzip basiert auf einem integrierten Trenneinsatz, welcher das Feste vom Flüssigen trennt. Die drei Hauptelemente lassen sich leicht entnehmen, um sie gegebenenfalls mit einem Hochdruckreiniger zu säubern.

Die Komposttoilette

Die Komposttoilette (auch Bio-Toilette genannt) funktioniert ebenfalls gänzlich ohne Wasser. Je nachdem, ob es sich um eine Komposttoilette mit oder ohne Urinseparation handelt, fallen nur das große „Geschäft“ oder alle Fäkalien direkt in ein saugfähiges Substrat. Das kann Rindenmulch, gepresster Kokosziegel, Holzschnipsel, Terra Preta oder auch Stroh sein – sogar Kleintierstreu funktioniert. Darin werden die Ausscheidungen kompostiert und können auch als Kompost-Dünger weiter verwendet werden.

Die Verbrennungstoilette

Die Verbrennungstoilette stellt eine Gesamtabfalllösung dar, bei ihr findet keine Trennung statt. Die gesamten Abfälle (Urin, Stuhl und Klopapier) werden bei hoher Temperatur verbrannt, und es entsteht so eine Asche, die als Dünger reich an Nährstoffen für Ihren Garten verwendet werden kann – bei einer 4-köpfigen Familie kommt in einer Woche etwa eine Tasse Asche zusammen. Wie Verbrennungstoiletten funktionieren, wird hier sehr anschaulich am Beispiel einer in einem Airstreamer verbauten Cinderella Verbrennungstoilette demonstriert:

Die Verbrennungstoilette ist für Menschen geeignet, die gänzlich auf Rindenmulch oder andere Substrate verzichten wollen, oder denen es einfach auch unangenehm ist, den Fäkalienbehälter zu leeren.

Wasser sparen mit Trockentoiletten

Jede der genannten Optionen benötigt kein wertvolles Trinkwasser zum Spülen, welches (wie schon erwähnt) als Abwasser wieder teuer entsorgt werden muss. Ebenso sind sie sinnvolle Alternativen zur Chemietoilette. Sie sind ökonomisch und ökologisch und daher eine „saubere“ Sache, auch für die Umwelt.

Optisch können es die „Umwelt-Toiletten“ mit einer Haustoilette allemal aufnehmen. Es gibt die unterschiedlichsten Modelle: Ob aus Holz oder einem PE-Kunststoff. Mittlerweile bieten diverse Hersteller schöne und passende Toiletten für Minihäuser an.

Trenntoiletten selbst gebaut

Wer handwerklich geschickt ist, kann sich leicht eine Trenntoilette selber bauen. Ein Selbstbauset finden Sie hier*.

Bildquellen: Emmanuel Morin Ecodomeo / SuSanA Secretariat (CC BY 2.0; Bild 1), Pasko Maksim / stock.adobe.com (Bild 2).


Bedarfsberechnung & Kosten:
Photovoltaik für Minihäuser

Unsere „Große Minhaus-Umfrage 2019“ hatte es bestätigt: Wer sich für das Wohnen in einem Tiny House oder einem Minihaus entscheidet, bevorzugt in der Regel auch einen eher naturverbundenen Lebensstil. Nur wenn kein anderer Baugrund zu finden ist, ziehen es Bauherren in Erwägung das Tiny House im Gewerbegebiet zu platzieren oder gar im Schatten von Wolkenkratzern. Was im urbanen Umfeld eine Selbstverständlichkeit ist, kann jedoch beim Anspruch an ein autarkes Leben auf einem Baugrund in Alleinlage zur Herausforderung bei der Energieplanung werden: der Luxus der lückenlosen Energieversorgung für Beleuchtung, Internet, Herd und Kühlschrank.

Sauberer Strom aus der eigenen Solaranlage

Natürlich schreibt das deutsche Baurecht als Grundvoraussetzung für die Erteilung einer Baugenehmigung für Wohngebäude die technische Erschließung des Grundstücks vor. Insbesondere Tiny-House-Fans favorisieren jedoch Energiekonzepte, die eine potenzielle Autarkie beinhalten – entweder um Stromkosten zu sparen oder für den Fall eines Blackouts. Wer das Tiny House in dieser Weise nicht nur im Sommer nutzen möchte, braucht für das ganze Jahr eine nachhaltige Lösung für die Zufuhr von Strom und Wasser. Für den Stromanschluss stellt sich die Frage nach der Quelle der verwendeten Energie, die für viele Menschen wichtig ist. Der Strom durch Sonne, also durch eine Solaranlage, zählt zur Kategorie der sauberen und erneuerbaren Energiequellen.

Wie lässt sich die Photovoltaik am besten planen?

Im Idealfall planen Sie die Photovoltaik-Anlage gleich zu Beginn ein. In diesem Fall lassen sich die passende Dachform und (bei stationären Minihäusern) die Ausrichtung nach Süden – alternativ nach Ost/West – von Anfang an berücksichtigen. Die Nachrüstung der Solarelemente zu einem späteren Zeitpunkt würde einen weitaus größeren Aufwand nach sich ziehen. Auf einem schrägen Pultdach können Sie die Solarmodule besonders gut anbringen und durch den idealen Winkel werden die Strahlen der Sonne bestmöglich genutzt. Dabei gilt es, den Standort genau unter die Lupe zu nehmen. Angrenzende Bäume können Schatten werfen oder Häuser in der Nachbarschaft.
Um die Sonnenenergie optimal zu speichern, bedarf es eines Solarakkus, also einer Batterie. Mit diesem Stromspeicher profitieren Sie auch dann vom Solarstrom, wenn die Sonne gerade nicht scheint. Die Kosten für ein solches Set aus Modulen und Akku sind zwar erschwinglich geworden, aber eine Kosten-Nutzen-Rechnung fällt bei einer erstrebten 100%igen Autarkie für Minihäuser in der Regel nicht allzu positiv aus. Hier bietet sich für die Stromgewinnung bei abnehmender Sonnenscheindauer viel eher die Kombination von Photovoltaik und Brennstoffzelle an.
Wer beim Kauf von Lampen oder dem Kühlschrank auf energieeffiziente Geräte achtet, reduziert aber generell seinen Stromverbrauch. LED-Lampen verbrauchen vergleichsweise wenig Strom und der Herd könnte mit Gas betrieben werden.

Die optimale Größe des Akkus und die Entladetiefe beachten

Um herauszufinden, welche Menge an Strom Sie verbrauchen, sollten Sie sich zunächst einen Überblick über alle Geräte verschaffen, die Strom benötigen. Anschließend können Sie anhand der Angaben der Hersteller den Stromverbrauch ermitteln und für Ihre Geräte zusammenzählen. Neben dem Watt-Verbrauch gilt es zudem die benötigte Spannung in Volt und die übliche Nutzungszeit pro Tag zu berücksichtigen. Sofern Sie mit Ihrem Tiny House nicht nach Südeuropa umsiedeln, gilt es zu bedenken, dass in unseren Breitengraden die Sonne auch im Sommer nicht immer scheint. Obendrein gibt es in der dunklen Jahreszeit nur wenige Sonnenstunden. Daher empfiehlt sich ein Puffer von ungefähr einem Drittel, um auch nach mehreren Wolkentagen am Stück noch ausreichend Solarstrom zu haben. Gibt es weitere potenzielle Stromquellen wie zum Beispiel ein Benzin-Generator oder ein Netzanschluss, sollte dies in die individuelle Berechnung einfließen.
Bedenken Sie zudem, dass die Lebensdauer des Akkus davon abhängt, in welchem Umfang die Batterie be- und wieder entladen wird. Der Hersteller nennt daher die sogenannte Entladetiefe, damit die Batterie keinen Schaden nimmt, wenn sie zu sehr entladen wird.

Um die Solarmodule sinnvoll miteinander zu vergleichen, spielen folgende Angaben eine wichtige Rolle:

  1. ihre maximale Leistung Pmax, ausgedrückt in Watt,
  2. ihre Spannung in Volt,
  3. der maximale Strom in Ampere.

 

Der passende Anbieter für die Solaranlage im Minihaus

Die großen Anbieter von Photovoltaik-Anlagen haben weniger stark die Besitzer von Minihäusern oder Tiny Houses im Fokus. Über den Link https://www.solaranlagen-portal.de finden Sie jedoch gezielt Anbieter von Solarsets, die passgenau für jede Dachgröße eine Lösung anbieten.
Mit der Solaranlage auf dem Dach lässt sich das gewünschte unabhängige und nachhaltige Leben auf kleinstem Raum realisieren – auch wenn die Sonne einmal nicht scheint.

Bildquellen: houzz.de (Bild 1), Gene Jeter / Unsplash (Bild 2), Charlie Solorzano / Unsplash (Bild 3)


Die aktuelle Krisensituation rund um Covid-19 zeigt, wie rasch sich der Alltag ändern kann und das öffentliche Leben beinahe zum Erliegen kommt. Ganz plötzlich ist die persönliche Bewegungsfreiheit eingeschränkt und das tägliche Leben auf den Kopf gestellt. Nicht nur „Prepper“ legen sich daher Vorräte an Getränken und Nahrung für mehrere Wochen zu. Darüber hinaus gibt es jedoch noch eine Menge mehr zu bedenken, um sich für einen Krisenfall zu rüsten. Zahlreiche Seiten im Netz bieten Ratgeber und Listen für unterschiedliche Notfallszenarien. Doch was passiert, wenn beispielsweise für längere Zeit der Strom ausfällt? Wie bereitet man sich vor, wenn das Licht ausgeht, die Heizung nicht mehr funktioniert oder der Herd kalt bleibt? Über die Versorgung mit Wasser, Wärme und Strom denken wir oft erst nach, wenn sie nicht mehr gegeben ist. Natürlich geht es auch mal ein paar Tage ohne Strom. Doch seien wir einmal ehrlich: Wer möchte schon gerne länger auf die modernen Bequemlichkeiten von Licht, Warmwasser, Laptop und Co. verzichten? Notstromaggregate und mobile Stromerzeuger sind gute Lösungen, mit denen man sich auf plötzliche Stromausfälle vorbereiten kann.

 

Mehr Autarkie mit einem Stromerzeuger für Notfälle

Wer sich für einen möglichen „Blackout“ rüsten möchte oder einfach Strom an einem Ort braucht, wo er nicht so einfach zur Verfügung steht, benötigt die entsprechende Technologie. Es bieten sich verschiedene Möglichkeiten an, um sich selbst mit Energie zu versorgen:

  • Balkonsolaranlagen/Solar-Generatoren
  • Kleinwindkraftanlagen
  • mobile (Diesel- oder Benzin-)Generatoren
  • Inverter-Aggregate
  • Brennstoffzellen

 
Während PV- und Windkraftanlagen naturgemäß nur bei entsprechenden Witterungsbedingungen Strom erzeugen, können passende Stromerzeuger für Notfälle unabhängig davon betrieben werden: Die in der Regel mit Diesel oder Benzin betriebenen Generatoren wandeln mechanische Energie in Strom um. Unabhängig vom Stromnetz können Sie so Ihre eigene elektrische Energie erzeugen. Derlei Stromaggregate gibt es in kleinen kompakten Ausführungen, die sich überall hin mitnehmen lassen, bis hin zu großen, fix verbauten Notstromaggregaten, die ganze Häuser versorgen.

Unterschiedliche Stromerzeuger für verschiedene Verwendungszwecke

Da sich die unterschiedlichen Modelle in Größe, Leistung und Eigenschaften sehr stark unterscheiden, ist es wichtig sich vor der Anschaffung entsprechend zu informieren. So dürfen mobile Stromerzeuger nicht an den Hausstrom angeschlossen werden. Generell gilt, dass alle Generatoren nur im Freien verwendet werden dürfen, da bei ihrem Betrieb Kohlenmonoxid entsteht. Die Abgase können in geschlossenen Räumen lebensgefährlich sein. Anders sieht es bei Brennstoffzellen aus.

Je nach Verwendungszweck kommen unterschiedliche Stromerzeuger zum Einsatz. Bei gewöhnlichen Stromgeneratoren kann es immer wieder zu Stromschwankungen kommen. Inverter-Aggregate, spezielle Generatoren, zeichnen sich dagegen durch die Erzeugung einer sehr stabilen Stromfrequenz aus, eignen sich also zum Betrieb von Computern und anderen elektronischen Geräten. Ein Inverter ist meistens auch leiser als ein gewöhnlicher Generator.

Größere Elektromotoren, wie beispielsweise Kreissägen oder Hochdruckreiniger, benötigen mehr Anlaufleistung. Hierfür eignen sich die größeren mobilen Stromgeneratoren, die ausreichend elektrische Energie zur Verfügung stellen. Mit ihnen lassen sich Baustellen genauso wie Veranstaltungen im Freien mit Strom versorgen. Es empfiehlt sich daher, vor Kauf eines Stromerzeugers genau zu überlegen, welche Verbraucher angeschlossen werden sollen und wieviel Leistung benötigt wird.

Wie laut ist ein Stromaggregat?

Da die Stromerzeuger meist mit Diesel oder Benzin betrieben werden, verursachen sie neben Abgasen auch Lärm. Meist erhöht sich die Lautstärke mit der Leistung. Die auf dem Markt angebotenen Modelle unterscheiden sich in Bauart, verwendeten Materialien und Dämmung. Ein Stromaggregat mit 70 Dezibel – was in etwa einem Rasenmäher entspricht – gilt als leise. Größere Aggregate können bis zu 95 Dezibel erzeugen, erreichen somit die Lautstärke von vorbeifahrenden Lastkraftwagen. Dagegen sind Inverter mit etwa 55 Dezibel vergleichsweise leise. Um das Risiko einer Geräuschbelästigung zu reduzieren, können Stromaggregate etwas weiter weg aufgestellt oder mit einer gedämmten Schallschutzkiste überbaut werden. Hecken, Zäune oder Erdwälle hinter denen der Stromerzeuger aufgestellt wird, können die Lärmentwicklung zusätzlich dämpfen.

Bildquellen: Rob Kennedy (Bild 2; CC-BY-2.0), Thiemo Schuff (Bild 3; CC BY-SA 3.0)


Gastbeitrag von Siqens (Fortsetzung von Teil 1) – Für Daniels Tiny House „Max“, einem Wohnwagon am Tegernsee,  gedacht als feiner, gemütlicher Urlaubsort, haben wir eine Brennstoffzelle installiert um eine autarke Insellösung zu schaffen. Was dadurch möglich wird, wie das funktioniert und was dabei zu beachten ist, beschreiben wir hier:

Die Ausgangslage

Der Wohnwagon „Max“ ist mit 6 Stück 300 Wp-Solarmodule, der notwendigen technischen Ausstattung (Wechselrichter, Batterie, etc.) sowie abwassereinigende Sumpfpflanzen auf dem Dach ausgestattet. Heißes Wasser, Wifi und Raumheizung sind vorhanden. Soweit, so gut für die Autarkie. Die letzten Meter zur vollen Energieautarkie fehlen aber noch: Das Tiny House steht am Tegernsee in Südbayern mit wechselhaftem Wetter, Schatten durch Bäume und Schnee und im Winter saisonale sowie topographisch bedingte geringere Sonneneinstrahlung. Im Januar 2018 gab es 57,6 Sonnenstunden im Gegensatz zu Juli mit 237,8 Stunden. Da der „Max“ auch in den Wintermonaten für Skiurlauber attraktiv sein sollte, galt es eine Lösung zu finden.

Die Lösung muss sauber und wartungsarm sein

Zusammen mit Siqens, einer Brennstoffzellenfirma aus München, wurde an einem gemeinsamen Weg getüftelt. Als Startup mit einem validen Produkt und auf dem Sprung in die Markteinführung, war Siqens auf der Suche nach weiteren Anwendungsbeispielen, um sein neues EcoCabinet im Feld laufen zu lassen. Daniel wollte Backup-Energie für seine Solaranlage und Gäste. Nach kurzer Verhandlung ging es an die Umsetzung:

Siqens‘ Energielösung für netzfernen Strom ist der ECOPORT 800, eine Hochtemperatur-Methanol-Brennstoffzelle. Entstanden ist dieses System aus der Kombination von Direct Methanol Fuel Cells (DFMC) und High Temperature Fuel Cells (HT-PEM). Der ECOPORT verbindet die Vorteile der beiden traditionellen Konzepte. Die technischen Herausforderungen wurden mit einem breiten Portfolio an Innovationen, dem 4CycleTec und einem luftgekühlten Stack, gelöst. Die 4CycleTec recycelt die wichtigsten Medien und Energieströme im System durch Rückgewinnung von Energie (Wärme und Wasserstoff) sowie Prozessmedien (Wasser und Katalysator). Als Wasserstoffträger dient Methanol, der in praktischen Kanistern geliefert und über ein Entnahmesystem in die Brennstoffzelle gepumpt wird. Das System liefert Strom an eine Batterie von der aus weitere Anwendungen geladen und angeschlossen werden können. Das System dient als Batterieladegerät und wird nicht direkt mit der Endanwendung verbunden. Für die Stromproduktion werden die Brennstoffzelle, Methanol, Batterie und die entsprechenden Anschlüsse benötigt.

Bei einem Volumen von 110 Litern und zwei bis drei 25 l-Methanol-Kanistern sowie Batterie, war das Brennstoffzellensystem für eine Installation direkt im Wohnwagon ungeeignet. Es benötigt auch Kontakt nach Außen für die Zu- und Abluft. Die Idee einer freistehenden Lösung in einem wetterfesten Schaltschrank entstand. Siqens ging noch einen Schritt weiter und entwickelte eine Energiekomplettlösung als Plug-and-Play-System. Das heißt, alle Komponenten werden im Schaltschrank sicher verbaut und transportiert. Am Standort wird lediglich der Schrank aufgestellt und mit der hauseigenen Batterie oder anderen Anwendungen verbunden und schon liefert die Brennstoffzelle rund um die Uhr geräuschlosen, sauberen und wartungsarmen Strom. Dieser Weg wurde für das Tiny House „Max“ gewählt. Um den Standort vorzubereiten sind Bodenplatten in die Wiese eingelassen worden auf dem der Schaltschrank steht. Der EcoCabinet besteht aus:

  • Ecoport 800-Brennstoffzelle
  • ControlPanel mit integriertem Modem
  • Elektrische Verteilung mit Sicherungen
  • 3 x 25 l QE Charge Methanol Kanister mit Entnahmekopf
  • Schaltschrank
  • Batterie
  • Abluftrohre
  • Spannungswandler
  • Batteriezustandsanzeige

 

Alle Bestandteile wurden im EcoCabinet verstaut, das Stromkabel mit der Tiny-Haustechnik verbunden und anschließend im Boden vergraben. Der Ecoport wurde mit Hilfe des ControlPanel gestartet und per Fernüberwachung am Laptop auf den zuverlässigen Betrieb geprüft. Fertig.

Ein Tiny House mit wetter- und saisonal unabhängigen Backup-Strom zu versorgen ist leicht. Eine Brennstoffzelle schließt die Energielücke mit Solar und Wind – für leise, saubere und wartungsarme Autarkie.

Interessiert? Hier sind die wesentlichen Fragen und Antworten für den Einsatz einer Methanol-Brennstoffzelle zusammen mit einem Tiny House:

Was ist beim Einsatz einer Siqens-Brennstoffzelle zu beachten?

  • Die Brennstoffzelle hat einen Wirkungsgrad von mehr als 35%. 
  • Der Ecoport funktioniert einwandfrei bei einer Umgebungstemperatur von -20°C bis maximal +50°C und sind somit in fast allen Klimazonen einsetzbar.
  • Diese Batterietypen können angeschlossen und geladen werden: Lithium-Ion, Bleisäure, Blei-Gel und AGM.
  • Je nach Anwendungsfall und Umgebungsbedingungen liegt der Methanol-Verbrauch bei ca. 0,5 – 0,7 l/kWh.
  • Remote Monitoring, als webgestützte Fernüberwachung, liefert – mit Hilfe eines Modems – aktuelle Daten über Methanol-Füllstand, Batteriestatus, Systemleistung, Start-Stop-Zyklen, sowie die Historie aller wichtigen Messdaten.
  • Vor Ort steht das ControlPanel mit Touchscreen zur Verfügung um den Status der Brennstoffzelle zu sehen. Hier können auch Batterietyp, Einschaltschwelle, der QE Charge Methanol Kanister und andere Parameter festgelegt werden.

 

Warum läuft die Brennstoffzelle mit Methanol?

  • Methanol hat eine hohe Energiedichte von 4,4 kWh/l. Der flüssige Energieträger lässt sich sehr einfach an den Einsatzort transportieren. Methanol ist weltweit verfügbar und kann auch aus regenerativen Quellen, beispielsweise CO2 oder Biogas, hergestellt werden.
  • Der Ecoport verbraucht technisches Standard-Methanol, kein Pre-Mix. Ein hoher Reinheitsgrad, wie bei anderen Brennstoffzellen, ist nicht erforderlich. Das senkt die Kosten pro Liter und vereinfacht die Beschaffung.
  • Das Methanol wird in Kunststoffkartuschen gelagert. Bei sachgerechtem Umgang braucht Methanol keine besonderen Installationen wie einen Auslaufschutz.
    Siqens hat ein eigenes kostengünstiges Entnahmesystem und liefert diese mit der Brennstoffzelle aus. Ein manuelles Abfüllen der Kartuschen ist nicht notwendig. Das Entnahmesystem wird von einem Behälter in die andere gesteckt. Die Nutzer kommen nicht mit dem Kraftstoff in Berührung.
  • In Deutschland kann Methanol nur über den Chemikalien-Fachhandel oder direkt beim Hersteller bezogen werden. Baumärkte führen kein Methanol.
  • Methanol ist ein Gefahrengut. Genauso wie Benzin und Diesel. Im Gegensatz zu diesen ist Methanol aber weder wasser- noch bodengefährdend. Dämpfe inhalieren, Flüssigkeit verschlucken sowie Augen- und Hautkontakt sind unbedingt zu meiden.

 


Weitere Informationen
Sie sind am EcoCabinet und Ecoport für Ihr Minihaus interessiert? Dann besuchen Sie die Webseite des Herstellers: www.siqens.de. Bei weitergehenden Fragen können Sie mit dem Hersteller über presse@siqens.de Kontakt aufnehmen.


Völlige Autarkie ist ein hohes Ideal. Durch die fortschreitende Technologie der Brennstoffzellentechnik kann ein autarkes Minihaus mit bestehender Photovoltaik-Anlage und Hausspeicher jetzt ideal ergänzt werden. Versorgungsengpässe werden durch das Brennstoffzellen-Modul Siqens Ecoport 800 als Backup-System zuverlässig vermieden. Der Akku des Hausspeichers wird entlastet. Dabei erfolgt die Umstellung von einer zur anderen Energieversorgung völlig automatisch.

Umweltfreundlicher Strom aus Wasserstoff

Brennstoffzellen produzieren aus Wasserstoff und dem Sauerstoff der Umgebungsluft Strom und Wärme. Das Prinzip der Verbrennung von Wasserstoff ist bei Weitem nicht neu: Unsere Sonne nutzt es seit Jahrmillionen, um uns mit Licht, Energie und Wärme zu versorgen. Auch Pflanzen nutzen zur Speicherung der Energie aus dem Sonnenlicht die Elektronen aus dem Wasserstoff. Intelligente Regeltechnik ermöglicht es nun, autarke Hausenergiesysteme mit geringem Wartungsbedarf äußerst emissionsarm nach diesen natürlichen Vorbildern zu verwirklichen. Als Ausgangsstoffe eignen sich je nach Art der Brennstoffzelle Methanol oder Erdgas.
 

Funktionsweise einer Brennstoffzelle

Die Brennstoffzelle ermöglicht die Oxidation eines Brennstoffes als kontrollierte chemische Reaktion, wobei neben Strom und Wärme lediglich Wasser entsteht. Der als Brennstoff benötigte Wasserstoff wird aus Erdgas oder Methanol gewonnen und in die Brennstoffzelle eingeleitet. Negativ geladene Elektronen und positiv geladene Wasserstoffionen trennen sich hier auf. Über einen elektrischen Leiter fließen die negativ geladenen Elektronen aus dem Wasserstoff zur Kathode, wobei Strom entsteht. Durch eine Membran getrennt wird auf der anderen Seite Sauerstoff aus der Luft in die Zelle geleitet. Die Wasserstoffionen bleiben in der Zelle und diffundieren zur Membran. Diese verhindert eine Knallgasreaktion, sodass die positiv geladenen Ionen kontrolliert fließen können und sich dabei mit den Sauerstoffmolekülen zu Wasser verbinden.

Da eine Brennstoffzelle aus Sicherheitsgründen nur sehr geringe Mengen an Wasserstoff und Sauerstoff zusammenführen kann, reicht eine einzelne Zelle zur Energieversorgung eines Minihauses nicht aus. Um die benötigte Energiemenge zu produzieren, werden die einzelnen Zellen zu sogenannten Stacks gestapelt und als Reihenschaltung angelegt. Die bereitgestellte Energie addiert sich also, sodass eine höhere Spannung erreicht wird.
Bei einer solchen Niedertemperatur-Brennstoffzelle laufen die Vorgänge bei unter 100°C ab. Der entstehende Strom ist Gleichstrom. Über einen Umwandler wird dieser in Wechselstrom umgewandelt, sodass er im Minihaus genutzt werden kann.

Verlässliche Stromquelle für autarke Minihäuser

Der Siqens Ecoport 800 besteht aus einem Lithium-Ionen-Akku, einer Brennstoffzelle, dem Steuerungsgerät für die Fernüberwachung und Platz für drei 25l Methanol-Kartuschen. Das gesamte System ähnelt optisch einem größeren Stromkasten und kann auch außerhalb des Minihauses installiert werden. Besonders bequem an diesem stationären System ist der automatische Wechsel zwischen der Stromnutzung aus der PV-Anlage und dem Ecoport. Dieser fungiert lediglich als Backup, wenn der Hausspeicher leer ist und die PV-Anlage zu wenig Strom abwirft. Das System ergänzt eine bestehende Anlage ohne großen Installationsaufwand, da es an die vorhandenen Heizungs- und Stromkreisläufe angeschlossen wird.

 
Wie die Insellösung von Siqens im Detail aussieht, können Sie im folgenden Artikel anhand der Installation am Wohnwagon „Max“ sehen.

Bildquellen: audioundwerbung / iStock (Bild 1), Petmal / iStock (Bild 2), TiaClara / iStock (Bild 3), SIQENS (Video).



Verschiedene Lebensmittel können für den späteren Verzehr mit unterschiedlichen Methoden haltbar gemacht werden. Dieser Prozess kostet viel Mühe und Zeit. Umso ärgerlicher ist es, wenn die Speisen anschließend von Schädlingen befallen werden. Gegen Lebensmittelmotten sollten Sie daher rechtzeitig vorgehen und sich über deren Bekämpfung informieren.

Lebensmittel richtig verarbeiten

Wer selbst geerntetes Obst oder Gemüse beispielsweise für den Winter haltbar machen möchte, der kann je nach verwendeten Produkten und eigenen Geschmack vorgehen. Zum Verlängern der Haltbarkeit von Lebensmitteln eigenen sich unterschiedliche Methoden:

  1. Trocknen / Dörren
  2. Einkochen
  3. Gären / Fermentieren
  4. Einlegen
  5. Einmachen
  6. Sterilisieren

 
Das Trocknen gelingt am besten in einem Dörrautomaten oder im Backofen. Kräuter, Früchte, bestimmte Gemüsesorten und auch Fleisch eigenen sich zum Dörren. Den Lebensmitteln wird dabei Wasser entzogen. Vor der Lagerung sollte unbedingt beachtet werden, dass die Zutaten ausreichend lange getrocknet wurden. Ist noch zu viel Wasser enthalten, können die Speisen später schimmeln und damit verderben.

Eine schnelle und unkomplizierte Alternative zum Trocknen ist es, die Nahrungsmittel einzufrieren. Hierfür eignen sich besonders Beeren, Soßen, Fleisch, Fisch, verschiedene Pürees und Kohlsorten. Einmal aufgetaute Lebensmittel sollten jedoch nicht wieder eingefroren werden. Beeren und Früchte aller Art eignen sich außerdem für die Herstellung von Marmelade. Durch das Einkochen werden Keime abgetötet und der hohe Zuckergehalt wirkt konservierend. Wichtig ist hierbei, die Gläser vor der Verwendung abzukochen, um keine Verunreinigungen in die Marmelade zu bringen.

Getrocknete Lebensmittel richtig lagern

Wie lange die Speisen genießbar sind, hängt auch von der richtigen Lagerung ab. Besonders getrocknete Lebensmittel sollten sorgfältig aufbewahrt werden. Dies schützt vor Verderb oder Insekten, wie Lebensmittelmotten. Wer seine Lebensmittel einkocht oder einfriert, muss keinen Befall von Schädlingen befürchten. Getrocknete Früchte oder Getreide sind jedoch keinesfalls vor Schädlingen sicher. Ein häufig in Haushalten anzutreffender Vertreter ist die Dörrobstmotte. Sie legt ihre Eier bevorzugt in trockenen Kräutern, Getreideprodukten oder gedörrten Früchten ab. Das ist nicht nur unappetitlich, sondern auch gesundheitlich bedenklich. Frisch geschlüpfte Larven ernähren sich von den Lebensmitteln. Dabei hinterlassen sie Stoffwechselprodukte, die dem Menschen bei Verzehr schaden können. Abgesonderte Ausscheidungsprodukte sind darüber hinaus ein Nährboden für Schimmel. Die Speisen werden dadurch ungenießbar und müssen entsorgt werden.

Es reicht nicht, allein die ausgewachsenen Dörrobstmotten zu entfernen und Nahrungsmittel zu entsorgen. Ein erneuter Befall kann dadurch nicht vollständig verhindert werden. Die effektivste Möglichkeit ist es, die Eier zu beseitigen. Dabei helfen die natürlichen Fressfeinde von Lebensmittelmotten: Schlupfwespen sind für den Menschen ungefährlich und ihr Einsatz ist unkompliziert. Erhältlich sind junge Kolonien mit einem Kärtchen aus Pappe. Dieses wird zwischen die Speisen gelegt. Die Schlupfwespen fressen anschließend zuverlässig die Eier der Dörrobstmotten. Diese Art der natürlichen Schädlingsbekämpfung erfordert keine giftigen Chemikalien und löst das Problem schnell. Weitere hilfreiche Informationen zur Bekämpfung von Dörrobstmotten erhalten Sie in diesem Ratgeber.

Fazit: Wenn Sie getrocknete Lebensmittel so lange wie möglich genießbar lagern möchten, sollten Sie von Beginn an einen Schädlingsbefall unterbinden. Einmal eingenistet, können Lebensmittelmotten Ihre Vorräte in großen Umfang verderben. Bereits befallene Speisen sind ungenießbar und müssen entsorgt werden. Um sicherzugehen, können Schlupfwespen eine gute Möglichkeit sein, um unter anderem Dörrobstmotten nachhaltig und natürlich zu bekämpfen.

Bildquellen: marijana1 / Pixabay (Bild 1), Holmes2303 / Pixabay (Bild 2), Lichtbild-Tom / Pixabay (Bild 3).