mobiler Elektroradiator

Sinnvolle Methoden zum Beheizen von Minihäusern

Um in einem Minihaus ganzjährig wohnen zu können, ist es unabdingbar, sich bei der Planung Gedanken über sinnvolle Methoden zum Beheizen des Gebäudes zu machen. Im Vergleich zu „normalen“ Häusern gibt es besondere Herausforderungen, die Mini- oder Kleinsthäuser an die Wärmetechnik stellen. Daher ist es ratsam, sich beizeiten über die unterschiedlichen infrage kommenden Heizsysteme, über ihre Vor- und Nachteile sowie Besonderheiten zu informieren. Über das Heizen und Kochen mit Gas, welches sich vor allem in Tiny Houses anbietet, haben wir im letzten Artikel bereits informiert. Heute soll es noch einmal um einen Überblick über Heizsysteme für Minihäuser im Allgemeinen gehen …

5 Anforderungen an Heizsysteme für Minihäuser

Bei den Überlegungen, welches Heizsystem für das eigene Minihaus infrage kommen kann, kristallisieren sich schnell fünf Eigenschaften heraus, hinsichtlich derer sich verschiedene Lösungen vergleichen lassen:

  1. platzsparend
  2. perfekt auf Raumgröße und beabsichtigte Nutzung zugeschnitten
  3. emissionsarm
  4. autark betreibbar
  5. preiswert

Es liegt in der Sache, dass eine der grundlegenden Anforderungen an das Heizsystem für ein Tiny House oder Minihaus die ist, dass die Technik möglichst wenig Platz einnimmt. Das Heizsystem soll außerdem preiswert sein, damit die Anschaffungs- und Betriebskosten im richtigen Verhältnis zu denen des Hauses stehen. Und, die Leistung muss auf die Raumgröße eines Minihauses ausgelegt sein, denn kleinere Räume heizen sich naturgemäß schneller auf. Selbst wenn eine gute Belüftung des Minihauses sinnvoll ist, kann es immerhin nicht Sinn der Sache sein, lüften zu müssen, um die Innenraumtemperatur „herunterzuregeln“. Wenn Sie ein relativ krisenfestes Haus haben möchten, sollte die Heizung zudem möglichst autark und von der öffentlichen Energieversorgung unabhängig sein. Nicht zuletzt spielt das Thema Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle. Daher ist ein Energiesystem optimal, das emissionsarm ist und dadurch weder die Umwelt, noch die Nachbarn belastet.

Mögliche Heizsysteme, ihre Vor- und Nachteile

Heizen mit Holz

Der Vorteil von Holz ist, dass dieser Rohstoff fast überall verfügbar ist. Zum Beheizen eines Hauses mit Holz gibt es im Prinzip drei Systeme:

  • Stückholzöfen
  • Pelletöfen
  • Allesbrenner

Kleine Holzöfen reagieren relativ flott, somit sind sie (sofern die Anschlussmöglichkeit an einen Kamin gegeben ist) wie Heizlüfter eine gute Möglichkeit zum schnellen Heizen kleiner bis mittelgroßer Räume. Anders als bei Heizlüftern gibt es bei Holzöfen keine Luftverwirbelungen und ihre Strahlungswärme wird generell als sehr angenehm empfunden.

Bei Holzöfen muss zwischen raumluftabhängig und raumluftunabhängig betreibbaren Öfen unterschieden werden: Bei den raumluftabhängigen Geräten wird die Raumluft über einen Regler in die Brennkammer geleitet, so dass sich das Brennmaterial erhitzen kann. Praktisch alle alten Geräte – wie u.a. die „Küchenhexen“, die holz- oder brikettbetriebene Kochherde – funktionieren nach dieser Methode. Besonders in kleinen Räumen muss bei ihrem Betrieb auf eine ausreichende Frischluftzufuhr geachtet werden. Sicherer und weitaus komfortabler ist der Betrieb eines raumluftunabhängigen Systems mit einer Zuluftleitung von außen zum Ofen. Praktikabler und optisch wesentlich eleganter als der Einbau einer Frischluftleitung durch die Wand zum Ofen ist die Wahl eines Schornsteins mit integrierter Frischluftzufuhr zur Feuerstelle. In beiden Fällen muss der Ofen selbst für diese Betriebsweise vorgesehen und eingerichtet sein.

Was ist eine Küchenhexe?

Alte holz- oder brikettbetriebene Kochherde, sogenannte „Küchenhexen“ gelten bereits als Antiquität, dennoch sind sie bei Minihausbesitzern, denen Autarkie wichtig ist, beliebt: Unabhängig von Strom, kann man mit der Küchenhexe kochen und seinen Raum beheizen. Zwar sind sie – zumindest ohne Nachrüstung mit einem Partikelfilter – nicht gerade emissionsarm, aber sie unterliegen als „Kochherd mit weniger als 15 Kilowatt“ nicht den Grenzwertbestimmungen des Emissionsgesetzes.

brennende Pellets

Eine Alternative zum Stückholzofen ist der Pelletofen. Er wird nicht mit Holzscheiten, sondern mit Pellets gefüllt. Über eine Förderschnecke gelangen die Pellets in den Brennraum, wo sie automatisch angezündet werden. Im Gegensatz zum klassischen Holzofen lässt sich hier die Temperatur bequem per Thermostat regeln und kontrollieren.

Pellets und ihre Ökobilanz

Pellets sind kleine Presslinge aus Holzresten, welche durch ihre Herkunft als nachwachsender Rohstoff als besonders ökologisch gelten. Der Vorteil einer Pelletheizung besteht auch darin, dass die Herstellung der gepressten Holzspäne mit weniger Energieaufwand verbunden ist als bei fossilen Brennstoffen. Die Herstellungsenergie, wie sie zur Nutzbarmachung des Waldholzes für die Pelletheizung aufgewendet wird, nennt man graue Energie. Zwar verschlechtert diese die CO2-Bilanz der Pelletheizung gegenüber der Stückholzheizung, denn gilt sie aufgrund des Betriebs mit dem nachwachsenden Rohstoff „Holz“ als umweltfreundliches Heizsystem. Wer also klimafreundlich heizen möchte, der sollte sich unbedingt mit der Pelletheizung beschäftigen.

Andere Heizsysteme

Neben dem Heizen mit Holz gibt es drei weitere Möglichkeiten:

  • Gasheizungen
  • Elektroheizungen

In Tiny Houses verbaute Gasheizungen werden in der Regel mit Propangas aus der Flasche betrieben. Sofern das Haus einen Gasanschluss an das öffentliche Netz besitzt, sind Gasthermen ein empfehlenswertes, platzsparendes Heizsystem. Im Zusammenhang mit Tiny Houses mag man beim Beheizen mit Gas zuerst an kleine Gasheizöfen denken, wie man sie aus Campingwagen und Schrebergartenlauben kennt. Ein auf Gas beruhendes Heizsystem kann jedoch eine Rundum-Lösung für Heizung und Warmwasser sein: Neben dem Aufheizen der Räume – welches über wasserführende Heizkörper oder Schläuche im Fußboden erfolgt –, kann gleichzeitig das Leitungswasser erwärmt werden.

wassergeführte Fußbodenheizung

Unterschiedlichste Lösungen gibt es im Bereich der strombasierten Heizsysteme: Konvektoren, Heizlüfter und Elektro-Radiatoren werden vorrangig als provisorische oder zusätzliche Wärmequellen eingesetzt. Während ein Konvektor recht leise arbeitet, ist der Einsatz eines Heizlüfters deutlich geräuschintensiver. Beide geben über ein Gebläse Wärme an die Umgebungsluft ab, wobei es zu Luftverwirbelungen (und Staubaufwirbeln) kommt, so dass weder das eine noch das andere Gerät allergikerfreundlich und für den Dauerbetrieb geeignet ist. Dafür erwärmen beide den Raum relativ schnell. Der mobile Radiator verursacht zwar weniger Luftverwirbelungen und arbeitet geräuschfrei, ist jedoch träger und ein wahrer Stromfresser, wodurch er nur eine Notlösung darstellen kann.

Ein strombasiertes Heizsystem, das sich in idealer Weise für Minihäuser eignet ist dagegen die Infrarotheizung. Diese wird in Form von einzelnen kleinen Modulen an der Decke oder an der Wand montiert. Infrarotheizungen erzeugen Wärmewellen aus Strom, welche Decken, Wände oder Personen direkt erwärmen können. Es handelt sich um sogenannte Strahlungswärme, die im Gegensatz zu anderen Heizungen nicht den Umweg über die Luft nehmen muss. Auch hier sollten allerdings bewusst elektrosmogarme Geräte gewählt werden, da gerade in kleinen Häusern weniger Abstand zu elektromagnetischen Feldern eingehalten werden kann.

Strom- vs. wassergeführte Fußbodenheizungen

Fußbodenheizungen gibt es sowohl strombasiert als auch wasserführend. Bei der elektrischen Fußbodenheizung werden stromführende Heizmatten oder -folien genutzt, die unter dem Bodenbelag verlegt werden und die erzeugte Wärme nach oben abstrahlen. Der Vorteil einer mit Strom betriebenen Fußbodenheizung ist, dass sie schnell wärmt. Allerdings verbraucht sie wesentlich mehr Strom als zum Beispiel eine Gaszeizung mit wasserbetriebener Fußbodenheizung.

Ökologisch und hinsichtlich elektromagnetischer Felder empfehlenswerter sind wasserbetriebene Fußboden- oder Wandheizungen. Hier fließt das warme Wasser durch die Schläuche und gibt die Wärme über den erwärmten Bodenbelag bzw. die Wand an den gesamten Raum ab. Um Energie zu sparen, kann die Warmwasser-Fußbodenheizung mit einer Wärmepumpe kombiniert werden. Durch die gleichmäßige Verteilung der Wärme heizt sie den Raum bereits mit einer Vorlauftemperatur von 35 Grad auf eine angenehme Temperatur. Heizkörper müssen für den gleichen Effekt erst einmal 50 bis 60 Grad warm werden. Effizient heizen kann eine Fußbodenheizung allerdings nur, wenn der Wärmeverlust minimal ist – dazu muss der Unterboden gut gedämmt sein. Auch sollte man einen Bodenbelag wählen, der die Wärme gut leitet – wie zum Beispiel Keramikfliesen oder Natursteine. Teppichboden erweist sich in den meisten Fällen als eher ungeeignet.

Fazit

Für welches System einer Beheizung man sich entscheidet, hängt also von vielen Faktoren ab. Punkte wie Ökobilanz, Platzersparnis oder Autarakie sollte man aber in seinen Überlegungen für einen Kauf miteinfließen lassen.

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Heizen (und Kochen) im Tiny House – mit Flüssig-Gas

Im Tiny House kommt es mehr als in einem „Standard“-Zuhause auf ein gutes Wohnkonzept an: Sowohl Raumaufteilung als auch Möbelfunktionen müssen clever durchdacht sein. Und während bei vielen Tiny House-Bauherren diese Punkte im Vordergrund stehen, geraten einige technische Fragen rasch in den Hintergrund. Auch diese benötigen allerdings eine kluge Planung, damit das Tiny House das ganze Jahr hindurch wohnlich ist. Im Bereich „Wärmeerzeugung“ bietet sich zum Beispiel Flüssiggas als „Alleskönner“ an. Warum das so ist, erfahren Sie in diesem Artikel.

Anforderungen an die Heizung im Tiny House

Gerade die Heizung ist beim Tiny House wichtig. Schließlich ist hier jede Wand eine Außenwand, die aufgrund von Raum- und Gewichtsersparnis zudem in der Regel weniger gut gedämmt ist als bei konventionellen Eigenheimen. Zusätzlich sind Tiny Houses on Wheels – wie der Name schon sagt – auf einem Fahrgestell aufgebaut und hiermit von unten belüftet. Auch das trägt dazu bei, dass die Temperaturen innen relativ schnell abkühlen können. Entsprechend kann – sofern das Tiny House nicht als Passivhaus geplant wurde –  ein hoher Heizbedarf auftreten.

Es bedarf fachlicher Beratung oder Erfahrungsaustausch unter Tiny-House-Bewohnern um das passende Heizsystem mit der richtigen Auslegung für die beabsichtigte Nutzung zu finden. Immerhin soll die Heizung weder überproportioniert, noch leistungsschwach sein.

Aufgrund der kleinen Wohnfläche im Tiny House sollte außerdem der Platzbedarf der Heizung gering sein. Über diesen Faktor muss bereits bei der Entwurfplanung des Tiny Houses nachgedacht werden. Und auch die Umweltfreundlichkeit der Heizung muss bei der Wahl des Heizsystems natürlich eine Rolle spielen.

Kriterien für eine Heizung im Tiny House
 

  • hohe Leistungsfähigkeit und schnelle Wärmeleistung
  • Umweltfreundlichkeit
  • niedriger Platzbedarf
  • flexible Anschlussmöglichkeiten
  • unkomplizierte Lagerung
  • geringe Geräuschentwicklung



Gasheizungen im Tiny House

Ob es ums Kochen oder das Heizen geht, Flüssiggas ist das Multitalent unter den Kraftstoffen. Eine Gasheizung lässt sich wie eine Zentralheizung im Tiny House nutzen. Zugleich profitiert der Nutzer hier davon, dass sich hiermit mit einer Warmwasser-Kombi auch das Wasser aufheizen lässt. Ein wichtiger Punkt ist hierbei der Anschluss beziehungsweise die Lagerung des Gases. Sofern das Tiny House nicht an die öffentliche Gasversorgung angeschlossen werden kann, bietet Flüssiggas – auch als Backup-Lösung – viele Vorteile. Anbieter von Flüssiggas beraten über Einsatz- und unterschiedliche Lagerungsmöglichkeiten.

Eine gut eingestellte Gasheizung heizt schnell auf und lässt sich so einstellen, dass der Raum eine konstante Temperatur hält. Bei den Heizkörpern lassen sich hier multifunktionale Lösungen einsetzen, wie beispielsweise ein Heizkörper, der zugleich ein Spiegel ist oder sich im Sommer als eine magnetische Pinnwand nutzen lässt.

Einige Gasarten sind jedoch keineswegs umweltfreundlich und benötigen entweder einen festen Anschluss oder aber eine relativ hohe Lagerfläche. Flüssiggas ist hier vor allem seit der biogenen Variante eine echte Alternative.

Umweltfreundliche Alternative: Biogenes Flüssiggas

Flüssiggase sind die auch aus dem Campingbereich bekannten Butan- und Propan-Gase. Ihr Treibhauspotenzial ist deutlich geringer als das von Methan. Methan ist bei Erdgas – welches über das öffentliche Netz bezogen werden kann – jedoch der Hauptbestandteil. Wenn Propan in die Erdatmosphäre kommt, bleibt es ungefähr zwei Wochen dort. Methan bleibt zwölf Jahre in der Erdatmosphäre.


Beim Verbrennen von Flüssiggas entsteht kaum Feinstaub. Auch der geringe Stickoxid-Ausstoß macht Flüssiggas als Brennstoff attraktiv. Im Juni 2020 wurde das neue Gebäudeenergiegesetz verabschiedet. In ihm wird biogenes Flüssiggas als eine Möglichkeit angesehen, die Nutzungspflicht erneuerbarer Energien zu erfüllen. Das Potential für die Umwelt ist in diesem Bereich enorm. Ölheizungen an Standorten, die nicht ans Erdgasnetz angeschlossen werden können, lassen sich ohne großen Aufwand auf Flüssiggas umstellen. Dieser Wechsel würde jedes Jahr den Ausstoß von CO2 um rund vier Millionen Tonnen reduzieren.

Unterschiedliche Gasheizungssysteme

Bei der Heizungsanlage profitieren Tiny-House-Bewohner, die Flüssiggas nutzen, von der simplen Lagerung des Flüssiggases im Tank oder in Flaschen – welche das Heizsystem unabhängig vom Standort, also autark macht. Allerdings sind bei einer Gasheizung – anders als beim Holzofen – zusätzliche Rohre beim Hausbau zu verlegen. Um die Kosten hierfür gering zu halten, ist eine gute Planung wichtig – so lassen sich Rohre kreuz und quer durch das Haus vermeiden. Experten haben hier oft kluge Ideen, wie sich unnötige Rohre durch einige Kniffe beim Einbau und der Raumaufteilung verhindern lassen. Mit einer Gasheizung mit Flüssiggas lassen sich zwei unterschiedliche Heizungstypen verwirklichen:

  • Warmwasserheizung
  • Warmluftzentralheizung

Heizungsanlagen mit Flüssiggas – ganz gleich welchen Typs – müssen von einem Prüfer abgenommen werden. Auch eine regelmäßige Wartung ist hier notwendig – wie bei jeder anderen Heizung auch.

Warmwasserheizung

Mit einer Gasheizung lässt sich eine Warmwasserheizung oder eine klassische Warmluftheizung betreiben. Gerade kälteempfindliche Menschen oder Familien mit jüngeren Kindern im Tiny House sollten den zusätzlichen Wohnkomfort durch eine Warmwasserheizung nicht unterschätzen. Bei der Warmwasserheizung mit Flüssiggas liegen zwar durch das notwendige Rohrsystem die Installationskosten höher, aber mit dieser Heizung lässt sich der Fußboden erwärmen. Das Raumklima ist mit dieser Heizungsart am angenehmsten zum dauerhaften Wohnen. Zudem ist die Warmwasserheizung im Betrieb sehr leise.

Allerdings ist die Warmwasserheizung wartungsintensiver als andere Heizungsarten. Sie muss regelmäßig entlüftet werden, damit sie gut heizen kann. Wird das Tiny House nicht ganzjährig bewohnt oder steht es durch häufigere Abwesenheiten länger leer, kann es bei Frost zu Schäden an den Leitungen kommen.

Warmluftzentralheizung

Bei der Warmluftzentralheizung geben Warmluftdüsen an verschiedenen Stellen die warme Luft in Strömungen ab. Durch Kombinationsgeräte lässt sich bei der Warmluftzentralheizung auch das Wasser für Bad und Küche erwärmen. Die Warmluftzentralheizung ist die schnellste Heizung und lässt sich leichter installieren als die Warmwasserheizung. Sie wiegt weniger als Warmwasserheizung und ist hiermit gerade für mobile Bauten interessant. Für geräuschempfindliche Menschen und Allergiker ist sie jedoch nur bedingt geeignet, denn bei ihr sorgt ein Ventilator für die Verwirbelung der Luft. Das ist geräuschintensiv und kann somit die Nachtruhe stören, außerdem wird bei diesem Heizsystem (der in jedem normalen Haushalt befindliche) Staub aufgewirbelt.

Flüssiggas – eine Heizalternative mit Zukunft

Egal ob Warmwasserheizung oder Warmluftzentralheizung, Flüssiggas kann als gute autarke Heizlösung – als Standard oder Backup – gelten.

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Tiny Houses: Wohn-Alternative oder Zweithaus

Eine großer Prozentsatz der deutschen Bundesbürger träumt vom Eigenheim, doch nicht selten werden die finanziellen Möglichkeiten, der Raum oder ökologische Punkte zum Hindernis. Denn der Hausbau in Deutschland ist nicht gerade günstig – und dies noch weniger, wenn man auf Ökologie und Nachhaltigkeit Wert legt. Die Option abseits der klassischen Immobilie ist dann das ökologische Minihaus. Dennoch gibt es auch hier verschiedene Hürden zu nehmen, um sich diesen Traum zu erfüllen …

Wohnflächen zwischen 15 und 50 Quadratmetern

Jeder Mensch hat auf seine ganz eigene Art und Weise eine spezielle Perspektive auf das Leben: Konditioniert von Eltern, Verwandten, Freunden, der Kultur, in der er aufwächst und noch vielem mehr formen sich über die Jahre hinweg Einstellungen der Welt gegenüber. Aber so wie sich Sprache, Überzeugung, Beruf und Liebesbeziehungen verändern können, ändert sich auch die Einstellung zum Wohnen und traditionelle wege werden überdacht. Ausschlaggebend hierfür kann unter anderem die Tatsache sein, dass immer weniger Bauplätze zur Verfügung stehen und die Preise gefühlt seit Jahren unaufhörlich steigen. Also warum nicht aus der Not eine Tugend machen? Die Lösung, angesichts des aktuellen Immobilienmarktes trotzdem ein Leben in Freiheit, Entfaltung und Selbstbestimmung leben zu können, sehen viele (vor allem jüngere) Menschen im Tiny House.

Auch wenn Tiny Houses unterm Strich wesentlich weniger kosten als konventionelle Häuser, ist der Quadratmeterpreis enorm: Die Preise für schlüsselfertige Tiny Houses mit um die 20 Quadratmeter Wohnfläche beginnen bei etwa 65.000 Euro. Die schüttelt man natürlich nicht einfach so aus dem Ärmel. In einem früheren Artikel hatten wir bereits Finanzierungsmöglichkeiten für Tiny Houses vorgestellt: Die Nachhaltigkeitsbanken bieten zwar Tiny-House-Kredite an, aber wer bereits im Besitz einer Immobilie ist, hat darüberhinaus noch weitere Möglichkeiten, an das Geld für ein Minihaus auf Rädern zu kommen.

Wer mit seinem „alten Leben“ im großen Haus ganz abschließen will, verkauft. Eine Option ohne Verkauf ist die altbekannte Hypothek und daneben gibt es noch die Möglichkeit eines Teilverkaufs an einen stillen Miteigentümer. Völlig unangetastet bleibt das Haus dagegen, wenn Sie eine inzwischen abgeschriebene Photovoltaikanlage verkaufen. In diesem Fall wird die Anlage verkauft, jedoch nicht abgebaut – stattdessen schließen Sie mit dem Käufer zusätzlich einen Pachtvertrag für Ihre Dachfläche, auf der die Anlage wie zuvor betrieben wird.

Übrigens können Sie auch passende leere Dachflächen zum Betreiben von Photovoltaikanlagen verpachten, die Einnahmen sind jedoch gering. Lohnenswert kann es allerdings dann sein, wenn das Dach ohnehin saniert werden muss. Dann können Sie sich diese Kosten sparen – die übernimmt der Betreiber der PV-Anlage genauso wie eine damit in Zusammenhang stehende etwaige Entsorgung der alten, möglicherweise asbesthaltigen Dacheindeckung. Mit dem gesparten Geld – und hier schließt sich der Kreis – können Sie dann z.B. Ihr Mini-Ferienhaus finanzieren.

Tiny House Movement bereits seit 1920

Eine Photovoltaikanlage lässt sich freilich ebenfalls auf einem Tiny House installieren, um das Wohnen noch nachhaltiger und vor allem unabhängiger zu gestalten. Allerdings reicht die Dachfläche nur für eine Mini-Anlage. Wenn Sie weitgehend unabhängig vom öffentlichen Stromnetz, aber gleichzeitig komfortabel leben wollen, dann geht das nicht auf dem freien Feld, sondern am ehesten auf einem minihaustauglichen Grundstück mit einem Carport neben dem Standplatz, und für diesen bietet sich die Ausstattung mit einem Solardach an. Alternativ kann eine Solaranlage neben dem Haus aufgeständert werden. So oder so kann damit dann auch ein E-Auto aufgetankt werden.

Eingeschworene Tiny-House-Bewohner haben bewusst ein Minihaus auf Rädern gewählt, um „mobil“ zu bleiben. Der Hintergedanke ist, dass das Tiny House bei Bedarf recht unkompliziert von A nach B transportiert werden kann. In der Realität zeigt sich aber, dass das Häuschen gar nicht so oft bewegt werden soll, dass es überhaupt mobil sein muss – stattdessen würde ein transportables Modulhaus in den meisten Fällen die Bedürfnisse viel besser decken.

Ob nun Tiny House on Wheels oder transportables Modulhaus, der Trend zum Kleinwohnformen wird immer deutlicher: Immer mehr Menschen leben alleine, weshalb sie weniger Wohnfläche benötigen, und immer mehr Menschen wollen ihre wohnliche Zukunft freier, nachhaltiger und bewusster gestalten. Mit zunehmender Wohnfläche entsteht mehr Besitz und damit mehr Verantwortung – was den Einzelnen mehr bindet, als ihm Freiheit zu geben. Die Verknüpfung von Wohnen auf kleiner Fläche und Freiheitsbedürfnis ist nicht neu: Bereits vor 100 Jahren gab es die ersten Wohnmobile, die den Komfort des eigenen Hauses mit dem Freiheitsgefühl des Reisens verbanden.



Bildquellen: St. John Imagery / Shutterstock (Bild 1), inrainbows / Shutterstock (Bild 2), Ariel Celeste Photography / Shutterstock (Bild 3), Urheber unbekannt (Bild 4).


Gestern waren noch Ökostrom und nachhaltige Baumaterialien die propagierten Mittel gegen den Klimawandel. Heute zeigt der Klimawandel mit Starkregen, Hagelschlag und Überflutungen bereits erste Auswirkungen. Nicht alle Regionen Deutschlands sind jedoch gleichermaßen betroffen – Wissenschaftler sprechen in diesem Zusammenhang von der unterschiedlichen „Klimavulnerabilität„: So wird, wie aus der nebenstehenden Karte des Klimaforschers Rüdiger Glaser entnommen werden kann, für den Nordosten des Landes zum Beispiel die weitere Zunahme von Trockenperioden erwartet, für den Oberrheingraben (also die Region von Basel über Karlsruhe bis Frankfurt am Main) die höchsten Temperaturen und für die Küstenregionen vermehrt Sturmfluten.

Beim Hausbau geht es damit schon längst nicht mehr „nur“ um Ökologie und Nachhaltigkeit: Da die „Verwundbarkeit“ von Gebäuden sowohl von ihrer Beschaffenheit als auch von ihrem Standort abhängen, sollten Sie das Baugrundstück für Ihr Minihaus ebenso mit Bedacht wählen, wie die Baumaterialien.


Das A und O: der richtige Bauplatz

Angesichts der extremer werdenden Wetterverhältnisse wird die vorausschauende Wahl des Grundstücks immer unverzichtbarer: Problematischer denn je können zum Beispiel Neubauten an Hanglagen sein. Hier kann Wasser nach einem Starkregen in großer Menge abfließen und das Erdreich abtragen. Ebenso sind natürlich Grundstücke in der Nähe zu Fließgewässern gegenüber Hochwasser gefährdet.

!Die speziellen Risiken, die für den Standort Ihrer Wahl prognostiziert werden, können Sie mit Hilfe von Klimakarten abschätzen. So gibt es zum Beispiel Regionen in Deutschland, die von Erbeben betroffen sein können – ein erhöhtes Risiko hierfür besteht im Südwesten des Landes. Hitze und Trockenheit sind hingegen, wie bereits erwähnt, im Osten der Republik häufiger. Mit dem nötigen Hintergrundwissen können Sie sich einen weniger risikobehafteten Standort für Ihr Minihaus aussuchen, oder einen Altbestand zeitig an den Klimawandel anpassen.

In vielerlei Hinsicht kann man sich für neue Bauvorhaben auch etwas von Siedlungen in anderen Klimazonen abschauen – nicht nur was den Baustil und die Architektur von Häusern betrifft: In südlichen Regionen, werden die Häuser weiß gestrichen, in traditionell hochwassergefährdeten Gebieten oder in den Uferbereichen von Flüssen, werden Häuser oftmals auf Stelzen gebaut und in Dänemark oder Island kann man Häuser sehen, die sich zum Schutz vor Orkanböen in den Dünen oder Hügeln wegducken …

Planen und Bauen mit Blick auf die regionalen Klimaprognosen

Mit der zunehmenden Häufigkeit und Intensität von Extremwetterereignissen wird eine Bauplanung und -ausführung, die auf aktuellen klimatischen Werten beruht, möglicherweise nicht dauerhaft schützen. Bei der Planung von Neubauten muss also an den Wetterbericht von morgen gedacht werden. Altbestand kann in vielerlei Hinsicht auf zukünftige Veränderungen vorbereitet werden – oft genügen dafür sogar schon kleine Anpassungen.

Starkregen

Wenn das Erdreich keine Speicherkapazität hat, führt Regen zu Überflutungen – gemäß der Physik sammelt sich das Wasser am tiefsten Punkt. Bei Neubauvorhaben sollte daher darauf geachtet werden, dass das zukünftige Haus nicht in einer Senke steht. Hanglagen können wie schon erwähnt im Fall von Starkregen ebenfalls problematisch sein, und zwar dann, wenn nicht optimal – das heißt nicht auf massivem Gestein sondern zum Beispiel mit Schraubfundamenten – gegründet wurde und das Erdreich an Stabilität verliert.

!Prüfen Sie, ob Sie den Bauplatz aufschütten lassen können, sodass das Wasser vom Haus weg abfließen kann. Bei Hanglagen sollten Sie Abflusskanäle um das Haus herum schaffen. Moderne Minihäuser werden meist mit Bodenplatte produziert und können auf der Baustelle ganz einfach auf Punkt- oder Schraubfundamente gesetzt werden. Damit wird die Fläche zwar überbaut aber nicht versiegelt und Regenwasser kann auch unter dem Haus versickern. Bereits versiegelte Bereiche auf dem Grundstück (wie asphaltierte Stellplätze oder betonierte Terrassen) können wieder entsiegelt werden und durch durchlässige Oberflächen wie Rasenpflastersteine und Mineralbeton ersetzt werden. Schaffen Sie möglichst viel Versickerungsfläche auf dem Grundstück und versiegeln Sie dafür minimal. Auch begrünte Dächer helfen das Wasseraufkommen zu puffern: Sie funktionieren bei kürzeren Starkregenaufkommen wie ein Schwamm und geben das Wasser langsam ab. Sturzbäche, die gegebenenfalls über das Regenwasserableitungssystem hinaus schießen, bleiben damit aus. Im Haus bewähren sich geflieste Bereiche hinter Terrassentüren wenn bei Starkregen und Sturm Wasser durch die Dichtungen gedrückt wird.

Hochwasser

Hochwasserschutz funktioniert ähnlich wie die Maßnahmen gegen Folgen von Starkregen. Wer in einer Gegend ein Massivhaus gebaut hat, die sich (wenn auch nur ansatzweise) als hochwassergefährdet erweist, kann über die Anschaffung von temporär einsetzbaren Hochwasserschutz-Elementen für Türen und Fenster nachdenken. Modulhäuser können bei Bedarf vorsorglich aufgeständert werden. BauherrInnen sollten aber in jedem Fall darauf achten, den Anschluss an die Kanalisation mit einem robusten Ventil sichern zu lassen, sodass kein Wasser aus einem überlasteten öffentlichen Kanalnetz ins Haus drücken kann.

!Verzichten Sie auf einen Keller. Die moderne Haus- und Heiztechnik braucht nur noch einen Bruchteil des Platzes, den alte Anlagen einnahmen. Und, wenn Sie sich auf das Wesentliche beschränken, benötigen Sie auch nur wenig Stauraum. Dieser lässt sich leicht als zusätzliches Modul zu einem Carport schaffen. Haben Sie jedoch ein altes Minihaus mit Heizungskeller erworben und befindet sich dies in einem potenziell von Hochwasser gefährdeten Gebiet, sollten Sie sich unbedingt von einem Fachmann oder einer Fachfrau über Risiken und Schutz beraten lassen. Bei einem durch steigende Grundwasser gefährdeten Altbestand können Besitzer im Keller spezielle Vertiefungen schaffen lassen, um Wasser im Fall der Fälle effizienter abpumpen zu können.

Hagel

Hagelschlag betrifft meist den Garten und das Auto, in selteneren Fällen auch Dachfenster, die Dacheindeckung oder eine Solaranlage.

!Der Garten regeneriert sich spätestens nach einem Jahr, für das Auto aber ist die Investition in eine Garage oder einen Carport höchst sinnvoll – abgesehen davon übernimmt die Teilkasko einen Hagelschaden am Auto.
Gegen Schäden am Dach können Sie sich nicht vorbeugend schützen. Einen Trost gibt es: Für Schäden am Dach kommt die Gebäudeversicherung genauso auf wie für Hagelschäden an einer Solarthermie- oder PV-Anlage. Für Solaranlagen lohnt es sich jedoch prinzipiell, eine spezielle zusätzliche Versicherung abzuschließen, die auch sonstige mögliche Schäden abdeckt.

Schnee

Die potentielle Schneelast muss von Architekten bzw. Bauingenieuren immer berücksichtigt werden. Auch wer ein Minihaus baut, muss das Dach robust genug für das Schneelastrisiko am jeweiligen Standort konstruieren. Bei den mobilen Tiny Houses, die für eine Teilnahme am Straßenverkehr die magische Gewichtsgrenze von 3,5 to nicht überschreiten dürfen, kann das zu unerwünschten Kilos führen. Wer sein Tiny House für einen Standplatz in Schleswig-Holstein (mit nur geringen Schneelasten) baut, hat es im wahrsten Sinn des Wortes leichter.

!Vorsicht ist geboten, wenn der Standort gewechselt und in eine höhere Schneelastzone umgezogen wird. Bei einem Bauantrag für den neuen Standort muss zwar in aller Regel nachgewiesen werden, dass die am Standort geltende Schneelastzone berücksichtigt wurde, handelt es sich aber um einen Standplatz mit einem „pauschalen“ Bebauungsplan – wie es zum Beispiel bei Campingplätzen der Fall ist – erfolgt keine Kontrolle. Auch bei verfahrensfreien Bauvorhaben liegt die Verantwortung bei den BauherrInnen. Aus eigenem Interesse und zum Selbstschutz sollten Sie sich beim Kauf des Tiny Houses oder des Modulhauses versichern lassen, dass die Statik für die Schneelastzone am geplanten Standort ausgelegt ist – in Anbetracht der zukünftigen Extremwetterverhältnisse gerne für eine höhere Schneelastzone. Die DIY-Alternative: Legen Sie sich einen Zugang zum Dach an und befreien Sie das Dach bei Bedarf von der Schneelast.

Hitze

Laut Prognose werden die Sommer mit langen Hitzewellen zunehmen. Das ist eine Herausforderung für Mensch und Baumaterial. Gerade bei kleinen Häusern lassen sich jedoch mit wenig konstruktivem Aufwand schattige Plätze schaffen – etwa mit einer Pergola oder mit Sonnensegeln. Das Schaffen schattiger Sitzbereiche um das Haus ist das eine, das Haus weitgehend temperiert zu halten, das andere. Mit der Planung des Hauses beginnt die Vorsorge.

!Achten Sie auf Möglichkeiten zur Querlüftung, und zwar mit Kamineffekt – von einem schattigen Bereich in Bodennähe auf der Nordseite des Hauses zu einer schräg gegenüberliegenden Öffnung unter dem Dach. Warme Luft strömt nach oben, kühle Luft fließt unten nach. Dieser Kamineffekt wirkt auch bei einer hinterlüfteten Fassade. Insofern lohnt es sich auch hier im Sommer für eine Abschattung des Bodenbereichs auf der Südseite zu sorgen. Mit konstruktivem Sonnenschutz wie Brises Soleils können Fenster, Terrassentüren oder die ganze Fassade vor der prallen Sonne geschützt werden. Effektive Maßnahmen gegen ein unnötiges Aufheizen des Hauses sind aber auch ein heller Anstrich der Fassade und ein begrüntes Dach: Dieses wirkt im Sommer als Hitzeschild und im Winter als Wärmedämmung. In potenziell stark von Hitze betroffenen Regionen lohnt sich möglicherweise der Einbau eines Lehmklimasystems in der Wand oder Decke – dieses kann sowohl als Heizung wie auch als Kühlung fungieren.

Extreme Trockenperioden

Zusammen mit der Hitze tritt oft eine Dürre auf. Für diese Zeiten ist es wichtig, mit der kostbaren Ressource Wasser gut zu haushalten.

!Eine Zisterne am Haus ermöglicht es, Regenwasser aufzufangen. Das eignet sich nicht nur für die Gartenbewässerung, sondern auch für die Toilettenspülung. Alternativ gibt es die Grauwasserspeicher. Hier wird Abwasser gesammelt, das nur leicht verschmutzt ist – zum Beispiel aus der Dusche. Bei der Gartengestaltung sollten Sie generell Pflanzen wählen, die gut mit Hitze und Trockenheit zurechtkommen, also Bäume, Sträucher und Stauden aus Regionen Europas mit wenig Niederschlag und hohen Temperaturschwankungen. Für Gründächer eignen sich die sehr robusten Sukkulenten, Pflanzen für Steingärten und Kräuter wie z.B. Thymian – all diese kommen gut mit Hitze und Trockenperioden zurecht.

Gewitter und Sturm

Extreme Trockenperioden wirken sich auch auf die Bäume auf dem und um das Grundstück herum aus. Bei Sturmböen steigt die Gefahr, dass Äste abbrechen oder ganze Bäume umknicken.

!Für Schäden am eigenen Haus kommt die Wohngebäudeversicherung auf – im Fall von mobilen Tiny Houses heißt das Pendant Objektversicherung – , für Schäden an fremdem Eigentum oder bei Personenschäden die Haftpflichtversicherung. Hausbesitzer unterliegen in jedem Fall der gesetzlichen Verkehrssicherungspflicht, das heißt, dass sie dafür Sorge tragen müssen, dass Haus und Grundstück in einem sicheren Zustand sind. Dazu müssen die Bäume auf dem eigenen Grundstück regelmäßig kontrolliert und die Kontrollen protokolliert werden. Bei älteren Bäumen, bei deren Zustand Sie sich unsicher sind, sollten Sie unbedingt einen Baumpfleger hinzuziehen. Dieser kann die Situation mit geschultem Auge einschätzen und morsche Äste bei einem Einsatz im Baum entfernen.

Extra-Tipp für Tiny Houses

Sturmschäden an massiven Häusern betreffen in erster Linie die Dacheindeckung, lose und bewegliche Gegenstände am Haus (wie z.B. Fensterläden) sowie Schäden durch heruntergestürzte Äste und umgestürzte Bäume. Anders sieht es im Fall von Tiny Houses und kleinen Wohnmodulen aus: Je nach Höhe des Schwerpunkts und Art der Verankerung können sie im Ganzen umkippen – und dies vor allem wenn sie nicht „im Wind“ stehen, das heißt längs in Windrichtung, und damit eine große Angriffsfläche bieten. Ein windgeschützter Standort ist für kleinere Wohnobjekte also unbedingt vorzuziehen.

Kälteeinbrüche

Kälte ist eine Herausforderung, gerade in den mobilen Tiny Houses. Das Problem hier: Aus Platz- und Gewichtsgründen sind die Wände relativ dünn. Über die vergleichsweise große Oberfläche im Verhältnis zum Raumvolumen entweicht zudem viel Wärme. Zwar wachsen dadurch im Haus keine Eiszapfen, aber die Heizkosten zum Erhalt einer Wohlfühltemperatur steigen in ungeahnte Höhen.

!Vergleichen Sie Vor- und Nachteile von Tiny Houses mit Modulhäusern! Bei Modulhäusern müssen beim Wandaufbau keine Kompromisse gemacht werden: Vollholz-Modulhäuser sorgen durch die hohe Masse in der Wand und die geringe Wärmeleitfähigkeit des Holzes im Winter wie im Sommer für angenehme Raumtemperaturen. Für alle Extremwetterereignisse, die der Klimawandel mit sich bringt, sind sie die ideale Wohnlösung. Und, bei Bedarf lässt sich mit ihnen an einen anderen Standort umziehen.

Bildquellen: by-studio / stock.adobe.com (Teaser), Rüdiger Glaser, „Klimageschichte Mitteleuropas“ (CC BY-SA 4.0; Bild 1), nedomacki / stock.adobe.com (Bild 2), Carsten Medom Madsen / Shutterstock (Bild 3), Lucy Chian / Unsplash (Bild 4), anela / istock.com (Bild 5), Solid photos / stock.adobe.com (Bild 6), THCUG / Sayaq Tree Climbing (Bild 7).


Ein einfacher und günstiger Schritt näher an das autarke Leben ist ein Selbstversorger-Garten. Mit einem Permakultur – Aufbau nutzt man den natürlichen Ablauf der Natur, um sein Grundstück ideal zu nutzen. Aber wie sieht es im Winter aus? Reicht es aus, den Garten der Natur zu überlassen, oder sollte man ihm unter die Arme greifen?

Das Permakultur-Prinzip

Der Permakultur-Anbau entsteht aus dem Gedanken, einen naturschonenden und zukunftsfähigen Anbau zu finden, der Mensch, Tiere, Boden und Pflanzen gleichermaßen versorgt. Dafür hat man sich an den natürlichen Vorgängen in Gärten, Feldern und Wäldern orientiert. Wenn man den Mustern folgt, die man in ökologischen Abläufen findet, kann man nachhaltig und umweltfreundlich agieren. Ein wichtiges Werkzeug ist es dabei, den Konsum und Wachstum auf das zu begrenzen, was man braucht, und Überschüsse zu teilen.
Für diesen Zweck hat einer der Gründer des Permakultur-Prinzips, der Australier David Holmgren, 12 Gestaltungsgrundregeln festgelegt:

Die 12 Grundregeln der Permakultur

 
1. Beobachte & interagiere.

2. Sammle & speichere Energie.

3. Erziele eine Ernte.

4. Nutze Selbstregulation & akzeptiere Feedback.

5. Nutze & schätze erneuerbare Energien und Dienstleistungen.

6. Produziere keinen Abfall.

7. Entwirf vom Muster hin zum Detail.

8. Interagiere eher, als zu trennen.

9. Nutze kleine & langsame Lösungen.

10. Nutze & schätze Vielfalt.

11. Nutze Randzonen & schätze das Marginale.

12. Nutze Veränderung & begegne ihr mit Einfallsreichtum.

Auch für den Privatgarten sind einige dieser Regeln von Bedeutung: Zusammengefasst soll man seinen Garten komplett durchplanen, damit alle Teile ineinandergreifen und kein Abfall entsteht. Alles, wird wiederverwertet und zur Unterstützung der anderen Gartenareale genutzt. Dabei kann man sich auf vielfältige Erfahrungen beziehen, seinen Garten beobachten und individuelle Lösungen finden. Deshalb basieren Permakultur-Gärten auf Mischkulturen und Artenvielfalt.

Um den Boden zwischen Nutzphasen zu schonen, sollte der Anbau verschiedener Bereiche rotieren, Teile sollten der Natur überlassen werden und andere mit mehrjährigen Pflanzen bedeckt werden. Auch das Halten von Hühnern oder Schafen lässt sich integrieren. Tier und Pflanzenabfälle werden als Mulch und Dünger genutzt. Tier, Pflanze und Mensch stehen in einem Kreislauf, und „ernähren“ sich gegenseitig.

Winterzeit = Ruhezeit?

In der Natur gibt es nur bedingt Strategien, einen Garten effektiv winterfest zu gestalten. Bei vielen Selbstversorger-Gärten wird die Gartenarbeit deshalb über die Frostmonate pausiert. Wer den Winter über weiterhin Gemüse ernten und nicht nur von Konserven leben möchte, die er zuvor angesammelt hat, kann aber auf naturfreundliche Strategien aus der Landwirtschaft zurückgreifen. Auch nach den Permakultur-Prinzipien spricht nichts gegen wetterfeste Pflanzenkübel und das Unterstützen von kälteresistenten Pflanzen, solange sie in das nachhaltige System des Gartens eingeplant sind.

Hochbeete

Im Herbst fallen viele Gartenabfälle an, deshalb ist er eine gute Zeit, um Beete zu bauen und den Boden auf den Winter vorzubereiten. Permakultur arbeitet nicht mit dem Umgraben von Böden. Stattdessen wird mit Mulch und Mist-Dünger gearbeitet, um den Grund locker und Nährreich zu halten. Dabei wird das Beet durch den Verrottungsprozess von unten gewärmt, statt von der Sonne profitieren zu müssen.

Ein Hochbeet, ob selbst gebaut oder aus einem gekauften, wetterbeständigen Pflanzkübel, wird deshalb schichtweise gefüllt:

Der Aufbau eines Hochbeets

 
Unterste Schicht: Baum- und Strauchschnitt

2. Schicht: Grünabfälle wie Gras & Laub

3. Schicht: Tiermist & halbreifer Kompost

4. Schicht: Gartenerde-Kompost-Mischung

Nach 5 bis 7 Jahren sind die Schichten so weit verrottet, dass man das Beet neu aufsetzen muss. In der Zwischenzeit verliert es auch im Jahresverlauf an Volumen und sollte einmal jährlich aufgefüllt werden. Dafür nimmt man die obere Erdschicht zur Seite, streut erneut verrottendes Pflanzenmaterial und bedeckt es wieder mit der Erde.

Wer seine Pflanzen zusätzlich schonen möchte, kann sie mit einer Folie bedecken. Noch effektiver ist ein Gewächshausaufsatz, der die Wärme des Bodens und der Sonnenstrahlen fängt und die Pflanzen so vor Frost schützt.

Selbstversorgung aus dem Hochbeet

Winterfestes Gemüse

Auch in der Natur finden wir Gemüsesorten, die der Kälte standhalten können oder sie sogar brauchen. Viele dieser Saaten muss man im Sommer bereits pflanzen, da sie zu dieser Zeit langsam wachsen. Dafür lohnt es sich mitunter sie in Töpfern heranzuziehen, damit man das Beet nicht dauerhaft belegt.

Porree

Porree hat zwar auch Sommersorten, Winterporree-Varianten überleben die Kälte aber ohne Probleme.

Grünkohl

Grünkohl gehört vor allem für die Menschen im Norden fest zu ihren Kaltwetter-Gerichten. Ihn sät man im Mai bis Juli und erntet ihn nach dem ersten oder zweiten starken Frost.

Wintergemüse anbauen: Grünkohl

Feldsalat

Ein anderer Name für Feldsalat ist auch Wintersalat. Wenn man ihn Juli bis September aussät, kann man ihn im Winter ernten. Eine Saat von November zeigt im Frühjahr Ertrag.

Pastinaken

Wer im Mai Pastinaken pflanzt, hat den ganzen Winter über etwas von den Rüben.

Wintergemüse Pastinake

Winterpflege für den Selbstversorger-Garten

Auch wer nichts über den Winter anbaut, sollte die Zeit nutzen, seinen Garten ideal auf das Frühjahr vorzubereiten. Dafür beobachtet man seine Anbauflächen und streut überall dort, wo noch unbedeckte Stellen sind, Mulch, Mist und Stroh. Durch diese Decke bleibt der Boden geschützt. Um Bäume und Sträucher kann man mit durch Steine beschwerte Strohbedeckung Wärmefallen bauen, um die Bodenwärme dort besser zu halten. Der Rest des Winters ist die ideale Zeit, sein nächstes Anbaujahr zu planen.

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Die Gestaltung der Innenräume verleiht einem Haus den einzigartigen Charakter. Kein Wunder, dass es im Bereich Interior Design viele verschiedene Trends gibt. Einer davon: Upcycling von alten Fliesen und Mosaiken. Mit historischen Baustoffen oder vermeintlichen Abfällen lassen sich einzigartige Designs schaffen.

Alte Fliesen für das Minihaus

Baustoffe aus Abbruchhäusern haben verschiedene Vorteile: Sie sind meist kostengünstig, oftmals hochwertig und haben ein seltenes Design. Zudem ist die Wiederverwendung äußerst nachhaltig. Zu finden sind die kleinen Kostbarkeiten zum Beispiel auf dem Gebrauchtmarkt, im Internet gibt es sogar auf historische Baustoffe spezialisierte Händler. Da können alte Fliesen jedoch regelrecht teuer werden. Deshalb packt viele DIY-Bauherren das Jagdfieber nach verborgenen Schätzen. In alten Bauernhäusern, bei Abbrüchen oder sogar im Bauschutt werden sie fündig. Wichtig dabei: vorher fragen, denn auch der vermeintliche Abfall hat einen Besitzer.

Wer passende Fliesen gefunden hat, sollte die nun vorsichtig herausnehmen. Fliesenleger machen das meist mit dem thermischen Verfahren, im Hobby-Bereich ist filigrane Handarbeit angesagt. Mit passendem Werkzeug lassen sich die Fliesen vorsichtig herausschlagen. Der Vorteil: Für ein Minihaus ist der Bedarf nicht groß.

Mosaike legen aus Fliesenscherben

Sind die Fliesen beim Herausnehmen in hundert Scherben zersprungen? Kein Problem: Mosaike aus Scherben haben auch ihren Reiz. Das Zusammenlegen der einzelnen Teile ist eine regelrecht meditative Tätigkeit. Dabei sind Kreativität und ein Blick für das Ganze gefragt. Am besten werden die einzelnen Fliesenscherben dafür nach Farbe und ggf. noch einmal nach Größe sortiert. Wer es ganz professionell angeht, macht sich vorab eine Zeichnung, wie das Wand- oder Bodenbild aussehen soll. Andere Mosaikkünstler lassen sich während der Arbeit von der Muse küssen und entwerfen das Design direkt an der Wand.

In jedem Fall gilt: die Fliesenscherben nicht zu eng legen, das zerstört am Ende die Wirkung. Zu beachten ist außerdem, ob ein Kunstwerk an der Wand oder ein robuster Bodenbelag entstehen soll. An der Wand können die einzelnen Stücke ein wenig hervorstehen, das sorgt für eine dreidimensionale Optik – dabei aber scharfe Kanten vermeiden. Auf dem Boden sollte der Belag ebenmäßig sein. Deshalb müssen die Bruchstücke sauber verfugt werden.

Fliesen kleben: So gelingt es

Das Fliesenlegen im Minihaus trauen sich wegen der kleinen Fläche viele Bewohner in Eigenregie zu. Grundsätzlich ist das gut möglich. Nötiges Zubehör sind eine Kelle, ein Fliesenschneider und ein Eimer. Zum Verbrauchsmaterial zählen Grundierung, Fliesenkleber und Fugenmörtel. Wichtig: Für transluzente Mosaike gibt es speziellen Fliesenkleber, der in Natur-Optik gehalten ist und nicht durchscheint.

Beim Fliesenlegen selbst gibt es verschiedene Möglichkeiten. Häufig wird das Dünnbettverfahren genutzt.

Fliesen im Dünnbettverfahren verlegen Schritt für Schritt:

 
Grundieren: Die Grundiermasse gleichmäßig auftragen. Darauf achten, dass keine Fremdstoffe mehr auf dem Boden haften.

Fliesen legen: Die Fliesen oder den Boden (oder beides) mit Fliesenkleber bestreichen und die Fliese an der gewünschten Stelle gleichmäßig andrücken.

Verfugen: Den Fugenmörtel anrühren und die Fliesen sauber verfugen. Achtung, bei Bruchmosaik sollte der Kleber mindestens über Nacht trocknen, bevor die Fugenmasse aufgetragen wird.

Säubern und fertig! Erfreuen Sie sich an Ihren Fliesen!

Wer ein perfektes Ergebnis wünscht, kann auch Designfliesen kaufen. Diese gibt es zum Beispiel als Mosaikfliesen, auf denen die einzelnen Mosaikteilchen bereits auf einer Matte verklebt sind. Die Verlegung geht damit deutlich schneller und präziser.

Upcycling: Kronkorken als Spritzschutz oder zur Zierde

Statt alten Fliesen Kronkorken zu verwenden, ist ebenfalls ein neuer Trend. Das „Baumaterial“ sammelt sich nach der Gartenparty von selbst an. Ansonsten helfen Clubs oder Kneipen gerne mit einer Tüte voller alter Kronkorken aus. Wer einen Spritzschutz für die Wand hinter der Küchenarbeitsfläche aus Kronkorken anfertigen will, kann genauso vorgehen, wie im folgeden Video anhand einer Tischoberfläche erklärt wird:

Eine Möglichkeit ist es die Kronkorken im wahrsten Sinn des Wortes kunterbunt auf der Fläche zu verteilen, eine andere dagegen durch die gezielte farbige Anordnung Motive darzustellen. Diese Methode eignet sich am besten für große Flächen, die man aus der Entfernung ansehen kann – je größer und weiter der Abstand des Betrachters, desto besser „aufgelöst“ und besser erkennbar erscheint das Bild. Zur Vorbereitung eines solchen Kronkorken-Mosaiks bieten sich Software-Programme (wie z.B. MacOSaix) an, die beliebige Bilder in Mosaike umwandeln, anhand derer die Farben der Kronkorken ausgewählt und angeordnet werden können.

Durch Kronkorken-Recycling haben sich schon einige Kreative einen Namen gemacht. Mit den alten Flaschenverschlüssen kann regelrecht Kunst an der Wand entstehen – sozusagen die analoge Version von PixelArt: von Portraits von Bob Marley und Amy Winehouse bis zu Logos und Mandalas – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Was Sie dafür brauchen? Lust am Gestalten und viele, viele Kronkorken. Fangen Sie doch als Erstes mal mit dem Sammeln an! Am schnellsten kommen Sie voran, wenn Sie in jeder Kneipe, in der Sie Kronkorken in interessanten Farben sehen, nach dem Abfalleimer unter der Theke fragen …
 
Bildquellen: Edler von Rabenstein / stock.adobe.com ( Bild 1 ), ronstik / stock.adobe.com (Bild 2), Jeroen den Otter / Unsplash (Bild 3).


Wir alle tun es, aber keiner redet gerne darüber: der Toilettengang. Es ist oft noch ein tabuisiertes Thema. Und noch brisanter wird es, wenn es sich um Toiletten in Minihäusern handelt. Schauen wir uns also hier einmal an, welche ökologischen Lösungen sich für Tiny Houses und Minihäuser anbieten:

Interessanterweise sind die Kosten für Süßwasser deutlich geringer, als für das Abwasser. Eine Toilette mit Wasserspülung belastet das Budget also nicht nur während der Installation sondern auch dauerhaft während des späteren Betriebs. Da fragt sich der ein oder andere Minihaus-Besitzer vielleicht, ob es hierfür Alternativen gibt. Ja, die gibt es!

Eine Alternative zu den herkömmlichen Toiletten mit Wasserspülung stellen Trockentoiletten dar, welche völlig ohne Wasser und Chemie auskommen:

  • simple, tragbare Trenntoiletten mit einem 20 Liter Eimer oder solche mit Förderband,
  • Komposttoiletten, welche mit Rindenmulch oder Stroh arbeiten
  • und Verbrennungstoiletten.

 
Ob dieser Auswahl kommen schnell folgende Fragen auf:

  • Wie funktionieren die verschiedenen Varianten?
  • Welche Toilette ist die passende für mein Minihaus?

 
Welche die passende Toilette für Sie ist, richtet sich nach dem Platz, der zur Verfügung steht, danach wie unabhängig Sie leben wollen oder wie umweltbewusst Sie denken. Hygienisch und ökologisch sind alle Varianten und das „Sammelgut“ kann überall entsorgt werden. Zur Vermeidung von Geruchsbildung – wie sie besonders bei sommerlichen Temperaturen stattfinden kann – bietet sich bei den Trenntoiletten jedoch der Anschluss eines externen Lüfters an.


Wie funktionieren Trockentoiletten?

Die Trenntoilette

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Die „Basic-Version“ der Trenntoilette arbeitet ohne Wasser und Chemie: Es gibt zwei Trenneinsätze, einmal für Flüssig und einmal für Feststoffliches. Durch die Trennung wird Gestank vermieden, der beim Vermischen von Feststoff und Urin entstehen würde. Der Urin-Behälter kann einfach entsorgt werden – entweder in öffentlichen Toiletten (wenn Sie z.B. mit einem Camper unterwegs sind) oder als Flüssigdünger.
Die kompostierbare Tüte für das Feste können Sie in den Hausmüll geben oder auch als Dünger verwenden. Denn das Streu, welches Sie in den abbaubaren Beutel geben, vermindert Geruchsbildung und so fermentiert Ihre „Hinterlassenschaft“ zu einem wertvollem Rohstoff. Da warme Flüssigkeiten immer schneller Geruch bilden, gibt es einen kleinen Hausfrauen-Trick: Geben Sie einen Würfel Zucker in den Urinbehälter. Dadurch wird die Zersetzung des Urins reduziert.

Nach einem ganz anderen, raffinierten Prinzip funktioniert die Ecodomeo (ganz oben im Bild), bei der flüssige und feste Bestandteile durch den Transport auf einem schrängen Förderband getrennt werden. Flüssiges läuft dabei nach unten, Festes landet in einem Sammelraum hinter der Toilette. Betrieben wird das Förderband entweder mechanisch mittels Fußpedal oder elektrisch.

Ebenfalls eine gut durchdachte Trenntoilette hat die Camper Active GmbH mit der Produktreihe Trelino* auf den Markt gebracht. Diese formschöne Kompakttoilette ist so bequem wie eine „normale“ Haustoilette, arbeitet aber ohne Wasser oder Chemikalien. Das Prinzip basiert auf einem integrierten Trenneinsatz, welcher das Feste vom Flüssigen trennt. Die drei Hauptelemente lassen sich leicht entnehmen, um sie gegebenenfalls mit einem Hochdruckreiniger zu säubern.

Die Komposttoilette

Die Komposttoilette (auch Bio-Toilette genannt) funktioniert ebenfalls gänzlich ohne Wasser. Je nachdem, ob es sich um eine Komposttoilette mit oder ohne Urinseparation handelt, fallen nur das große „Geschäft“ oder alle Fäkalien direkt in ein saugfähiges Substrat. Das kann Rindenmulch, gepresster Kokosziegel, Holzschnipsel, Terra Preta oder auch Stroh sein – sogar Kleintierstreu funktioniert. Darin werden die Ausscheidungen kompostiert und können auch als Kompost-Dünger weiter verwendet werden.

Die Verbrennungstoilette

Die Verbrennungstoilette stellt eine Gesamtabfalllösung dar, bei ihr findet keine Trennung statt. Die gesamten Abfälle (Urin, Stuhl und Klopapier) werden bei hoher Temperatur verbrannt, und es entsteht so eine Asche, die als Dünger reich an Nährstoffen für Ihren Garten verwendet werden kann – bei einer 4-köpfigen Familie kommt in einer Woche etwa eine Tasse Asche zusammen. Wie Verbrennungstoiletten funktionieren, wird hier sehr anschaulich am Beispiel einer in einem Airstreamer verbauten Cinderella Verbrennungstoilette demonstriert:

Die Verbrennungstoilette ist für Menschen geeignet, die gänzlich auf Rindenmulch oder andere Substrate verzichten wollen, oder denen es einfach auch unangenehm ist, den Fäkalienbehälter zu leeren.

Wasser sparen mit Trockentoiletten

Jede der genannten Optionen benötigt kein wertvolles Trinkwasser zum Spülen, welches (wie schon erwähnt) als Abwasser wieder teuer entsorgt werden muss. Ebenso sind sie sinnvolle Alternativen zur Chemietoilette. Sie sind ökonomisch und ökologisch und daher eine „saubere“ Sache, auch für die Umwelt.

Optisch können es die „Umwelt-Toiletten“ mit einer Haustoilette allemal aufnehmen. Es gibt die unterschiedlichsten Modelle: Ob aus Holz oder einem PE-Kunststoff. Mittlerweile bieten diverse Hersteller schöne und passende Toiletten für Minihäuser an.

Trenntoiletten selbst gebaut

Wer handwerklich geschickt ist, kann sich leicht eine Trenntoilette selber bauen. Ein Selbstbauset finden Sie hier*.

Bildquellen: Emmanuel Morin Ecodomeo / SuSanA Secretariat (CC BY 2.0; Bild 1), Pasko Maksim / stock.adobe.com (Bild 2).


Energieeffizienz ist umweltschädlich. Ein Widerspruch? Ja und Nein. Selbstverständlich ist es für die Umwelt besser, so wenig Treibhausgase wie möglich zu erzeugen. Dieser globale Ansatz sollte aber nicht auf Kosten des regionalen Ökosystems gehen. Neue Studien zeigen nämlich, dass Biozide aus der Fassade in die Umwelt eingetragen werden können. Wie das alles zusammenhängt? Das kommt so:

Die gedämmte Fassadenwand als Umweltrisiko

Je besser die Dämmung der Außenfassade ist, umso weniger Energie ist nötig, um das Gebäude zu beheizen. Das gilt für das Minihaus ebenso wie für die Industriehalle. Die wohl billigste Lösung sieht so aus: Gegen den Wärmeverlust werden außen am Haus Polystyrol-Hartschaumplatten (besser bekannt als Styropor- oder Styrodur-Platten) angebracht. Die hemmen den Wärmetransport von innen nach außen.

Das hat zur Folge, dass die Fassade kühler bleibt als bei einem schwach gedämmten Haus. Das wiederum führt zu mehr Feuchtigkeit auf dem Putz, da das Regenwasser langsamer abtrocknet. Auf dieser Grundlage bilden sich dann schnell Algen, Flechten und Pilze. Zu erkennen sind sie am grau-grünen Schleier auf der Fassade. Um dieses (rein ästhetische) Problem zu vermeiden, setzen Hersteller von Fassadenfarben zunehmend auf Biozide.

Biozide sind Gifte, die das Wachstum von Algen und Pilzen hemmen. Sie haben aber noch eine Eigenschaft: Sie sind zu einem gewissen Grad in Regenwasser löslich. So gelangen die Giftstoffe von der Fassade langsam in den Boden und weiter ins Grundwasser und übrige Ökosystem.

Zwischenstand: Das Gebäude ist mit nicht abbaubarem Kunststoff gedämmt und verteilt Biozide in die Umwelt. Gesund und nachhaltig ist das nicht. Zum Glück gibt es eine Alternative.
 

Nachhaltige Dämmung und ökologische Farben

Erster Ansatzpunkt für nachhaltiges energieeffizientes Bauen ist das Dämmmaterial. Statt Styropor eignen sich zum Beispiel Steinwolle, Schafswolle, Hanf oder Zellulose. Daneben gibt es verschiedene moderne ökologische Baustoffe wie Holzfasern. Holzfasermatten eignen sich zum Beispiel für das Dach, die Wände und Decken. Weil das Material recyclebar ist, ist die Ökobilanz besser als bei Styropor und Co. Welcher Dämmstoff sich im Einzelfall eignet, kann am besten ein Fachbetrieb entscheiden. Im Allgemeinen lässt sich aber sagen, dass immer mindestens eine nachhaltige Option zur Verfügung steht.

Der zweite Aspekt betrifft die Fassadenfarbe. Wer verantwortungsbewusst für die Umwelt handeln möchte, sollte hier auf Biozide verzichten. Dafür gibt es zwei grundlegende Möglichkeiten:

Option #1:
Diese besteht darin, ein wenig Arbeit zu investieren. Das Wachstum von Algen oder Flechten an der Fassadenwand beeinträchtigt weder die Bausubstanz noch die Dämmeigenschaften. Es ist also kein Problem, sie wachsen zu lassen. Um die Optik des Gebäudes zu erhalten, sollte die Oberfläche von Zeit zu Zeit gereinigt oder neu gestrichen werden.

Option #2: Auch mit der Kraft der Natur lässt sich gegen Algen und Co. vorgehen. Zum Beispiel mit einer Fassadenverkleidung aus Holz. Dafür gibt es ökologisch unbedenkliche Farben. Alternativ lässt sich Holz auch vom Wetter gerben. Unbehandeltes Holz hält im Grunde genauso lange wie lackiertes, wenn es gut abtrocknen kann. Apropos Trockenheit: Mit baulichen Maßnahmen wie einem Dachüberstand lässt sich das Problem von Algenwachstum ebenfalls gut vermeiden. Ob man sich als BauherrIn für ein Haus mit oder für die moderne Formensprache ohne Dachüberstand entscheidet, ist letztlich nicht nur eine Frage rationaler Erwägungen sondern auch des persönlichen Geschmacks.

Schadstoffe auch vom Dach?

Verstärkt in den Fokus von Experten für ökologisches Bauen rückt auch das Dach. Ein wesentlicher Grund sind Installationen aus Titanzink. Dabei handelt es sich um Dachrinnen, aber auch ganze Eindeckungen aus dem Metallverbund sind beliebt. Das Material ist ein verzinktes Blech. Warum Zink? Das Metall schützt andere Metalle vor Oxidation und bildet eine resistente Patina aus Zinkcarbonat.

Wo liegt das Problem? Auch Zink wird vom Regenwasser in geringen Konzentrationen abtransportiert. Hier macht abermals die Menge das Gift. Laut Ökologischem Baustoff-Lexikon werden nach etwa zehn Jahren bereits Bodensanierungswerte erreicht. Seltener zu finden sind Dacheindeckungen aus Aluminium oder bleihaltigen Materialien. Sie sind ebenfalls problematisch: Blei ist ein umweltbelastendes Schwermetall, Aluminium hat eine ungünstige Ökobilanz. Zudem erzeugt die Produktion häufig schwermetallhaltige Abfälle (sogenannter Rotschlamm).

Zum Glück gibt es Alternativen für eine nachhaltig ökologische Dacheindeckung: Zu nennen sind zum Beispiel Schiefer und Ton. Klassische Dachsteine haben ebenfalls eine vergleichsweise gute Ökobilanz. Wer es hingegen ausgefallener mag, wählt Holzschindeln. Diese umweltbewusste Lösung ist selten, erhält aber gerade dadurch ihren Reiz.

Fazit:
Wer nachhaltig bauen möchte, sollte im Vorfeld die Baustoffe prüfen. Das gilt auch für Sanierungen und Umbauten. Mit den richtigen Materialien ist Energieeffizienz dann, was sie sein soll: ein großer Vorteil für die Umwelt.

Bildquellen: the_builder (Bild 1), Gerd (Bild 2), Janni (Bild 3), KB3 (Bild 4), jeweils über stock.adobe.com.