Das Thema „Weniger ist mehr“ (oder auch „Less is more. More or less.“) zieht sich auch bei uns durch den Blog, sei es, dass es sich um die Wohnfläche handelt, um die Einrichtung oder ganz allgemein um den Lebensstil. Am kommenden Montag strahlt 3sat eine Doku zum Thema aus. Der Titel: „Weniger ist mehr – Vom Trend, mit Nichts glücklich zu sein“. Die Dokumentation von Constanze Griessler und Franziska Mayr-Keber beleuchtet den Trend weg vom Ansammeln von Gütern hin zum Reduzieren und dem etwas „spartanischeren“ Leben; wobei es dem Einzelen an nichts mangeln muss, da – wie man am Carsharing oder Portalen wie „Bookcrossers“ sieht – bei Bedarf auch ausgeliehen oder getauscht werden kann. Die Alternative zu Konsum und Kapitalismus nennt sich ‚Sharing economy‘ bzw. ‚Co-Konsum‘ und soll die Lösung gegen Ressourcenverschwendung, Überproduktion und Umweltbelastung sein.

In der Szene kursieren Tipps, wie man mit lediglich 100 oder gar nur 50 eigenen Gegenständen – Kleidung, Hygieneartikel etc. eingeschlossen – befreit und glücklich durch den Alltag kommt. Wie eine „Anhäufung“ dieser wenigen Habseligkeiten aussehen könnte, zeigt der 65-jährige Minimalismus-Coach Joachim Klöckner:

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Lifestyle-Trend des Mittelstandes und des Bildungsbügertums oder tatsächlicher Gesellschaftswandel hin zu einem sozialeren Miteinander und einer umweltschonenderen Lebensweise? Robert Pfaller, Philosoph, und Harald Welzer, Soziologe, reflektieren gemeinsam über die neue Lust an der Reduktion. Auch der Kabarettist Roland Düringer, der selbst in einem Zirkuswagen lebt, schwärmt vom Entsagen von Besitz in der Überfluss-Gesellschaft und Dana Giesecke von der Zukunftssagentur ‚FuturZwei‘ präsentiert ökologische Projekte, die gleichzeitig das Miteinander fördern. Nicht zuletzt kommen natürlich auch bekannte Minimalismus-Blogger wie „Minima Muse“ und „mamadenkt“ zu Wort.

Natürlich geht es dabei auch um reduzierte Wohnformen … Hier sitzen Joachim Klöckner, der Minimalismus-Coach, und Van Bo Le-Mentzel, Architekt und „Hartz4-Möbel“-Designer, im ‚Unreal Estate House‘ in Berlin und fachsimpeln über die Reduktion aus Wesentliche:

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Ausstrahlung am Montag, 08. September 2014 um 22.25 Uhr auf 3sat.

Bildquellen: © ORF/Kathja Gramke


Jay Shafer, die Gallionsfigur der Tiny-House-Bewegung in den USA, ist auch hierzulande durch seine Tumbleweed Tiny Houses bekannt geworden: Minihäuser mit etwa 8 bis 25 qm Grundfläche, die er samt platzsparendem Mobiliar konzipiert, sowie durch Workshops und Baupläne für Minihäuser.
Mit zunehmender Publicity wuchs die von ihm gegründete Tumbleweed Tiny House Company und war nun an einem Punkt angekommen, an dem Jay das Unternehmen nicht mehr im Einklang mit der Philosophie des Downsizing und des einfachen Managements erschien. Er schied daher aus dem Unternehmen aus und gründete mit einem kleinen Team die Four Lights Tiny House Company. Weiterlesen


Fünf Jahre reiste Kirsten Dirksen umher und filmte kleine Behausungen und deren Bewohner; Menschen, deren Ziel Einfachheit, Autarkie und das Glück in den kleinen Dingen ist. Kirsten Dirksen ist Mitbegründerin von faircompanies.com, bloggt für die Huffington Post und hat als TV-Produzentin u.a. bereits für MTV und The Travel Channel gearbeitet. In Ihrem aktuellen Dokumentarfilm stellt sie das Lebenskonzept von Menschen vor, die in Minihäusern, Hausbooten und Wohnungen mit wenigen Quadratmetern wohnen, und den begrenzten Raum sehr kreativ zu nutzen verstehen. Weiterlesen


Einfacherweise.com ist der sehr schön und interessant geschriebene Blog von Weltenbummler Manfred Fjellstedt (Nick: Kap Horn), der seit 1985 an der schwedischen Ostküste lebt, als Tankschiff-Kapitän arbeitet und seit 2007 u.a. über das Leben im Torp „Svenserum“, einer Kate mit 68 qm auf 5000 qm Grund schreibt. Der Blog ist eine wahre Lese-Wonne für alle, die vom autarken Wohnen in einem kleinen, abgelegenen Haus träumen.

 

Voll von Insider-Tipps. Absolute Leseempfehlung (und zwar von Anfang an)!

Im Blog finden sich zwischen den Schilderungen der Herausforderungen, die so ein abgeschiedenes Leben vor allem in den Wintermonaten mit sich bringt, auch Tüfteleien für die Ausstattung des Hauses, die ein autarkes Leben erst ermöglicht, wie z.B. Energiegewinnung aus Wind und Sonne, Wasserversorgung, Vorratslagerung oder Wärmezufuhr: Weiterlesen


Zitat Maeda Vereinfachung If you are going to have...

Die Gesetze der Einfachheit
von John Maeda

„If you are going to have less things, they have to be great things.“ ― John Maeda
Frei übersetzt: „Wenn du dich dafür entschieden hast, weniger Dinge zu besitzen, dann sollten es großartige Dinge sein.“

Der japanisch-stämmige, amerikanische Grafikdesigner, Computerwissenschaftler und Autor von „The Laws of Simplicity“, John Maeda, erforscht in seiner Arbeit den Bereich in dem Design, Technologie und das Leben zusammenlaufen. Auf seiner Website Laws of Simplicity stellt er die „Zehn Gesetze der Einfachheit“ vor:

  • Gesetz 1 – Reduzieren: Der einfachste Weg Einfachheit zu erreichen, führt über gut durchdachtes Weglassen.
  • Gesetz 2 – Organisieren: Organisation lässt ein System aus Vielem weniger erscheinen.
  • Gesetz 3 – Zeit: Zeitersparnis fühlt sich nach Vereinfachung an.
  • Gesetz 4 – Lernen: Wissen macht alles einfacher.
  • Gesetz 5 – Unterschiede: Einfachheit und Komplexität sind auf einander angewiesen.
  • Gesetz 6 – Zusammenhänge: Was in der Peripherie der Einfachheit liegt, ist sicher nicht nebensächlich.
  • Gesetz 7 – Emotionen: Mehr Gefühle sind besser, als weniger.
  • Gesetz 8 – Vertrauen: Wir vertrauen Einfachheit.
  • Gesetz 9 – Scheitern: Manche Dinge werden niemals vereinfacht werden können.
  • Gesetz 10 – Das Eine: Bei der Vereinfachung geht es um das Weglassen, des Offensichtlichen und Hinzufügen des Bedeutungsvollen.

 


Wer sich nicht nur für Minihäuser interessiert, weil er in den Garten expandieren will, sondern eher einen Gang runterschalten, flexibler und im wahrsten Sinn des Wortes unbeschwerter leben will, der macht sich in aller Regel auch Gedanken über die Vereinfachung seines Lebensstils und seines Haushalts.
Wir haben im Netz ein paar inspirierende Beiträge zu „Simplify your life“, „Downsizing“ und „Minimalismus“ gefunden: Weiterlesen


Buchtipp: „Handmade Houses“ von Richard Olsen

In seinem Buch Handmade Houses: A Century of Earth-Friendly Home Design* skizziert Richard Olsen die Geschichte der amerikanischen Öko-Architektur:

In den 60er Jahren des 20.Jahrhunderts hatten politische, soziale und kulturelle Ereignisse zu Paradigmenwechseln geführt, welche sich in der Folge auch auf den Bereich der Architektur auswirkten. Die Pioniere der Öko-Architektur kamen zu dem Schluss, dass, wenn sie aus den festgefahrenen Wegen ausbrechen wollten, selbst Hand anlegen mussten. Sprich: sich handwerkliche Fertigkeiten aneignen mussten. So wurden auch an Colleges entsprechende Kurse für Architektur-Studenten gegeben, in denen sie (teilweise aus Abrissmaterialien) auf dem Land selber Behausungen bauten. Die dabei entstandenen Bauobjekte unterschieden sich nicht nur stark von der ansonsten vorherrschenden modernen Architektur, diese Kurse änderten auch die Einstellung der Studenten gegenüber althergebrachten Werten und Praktiken.
Auf dem Land entwickelte sich zusehens eine Bewegung für selbstgebaute Häuser, die den Fokus auf Handwerk, auf das Wohngefühl und die Beseeltheit des Raums, statt auf Technik richtete. Die Zentren dieser Bewegung befanden sich vor allem an der Westküste, in Kalifornien und British Columbia.

Zu einer Zeit also, in der Das Durchschnittshaus ein Massenprodukt und mit den neuesten technischen Errungenschaften ausgestattet war, gingen die „outlaw“ (die „gesetzlosen“) Baumeister den entgegengesetzten Weg und bauten bewusst „unvollkommene“, unverwechselbare Häuser.
In seinem Buch stellt Richard Olsen einige solcher Häuser vor. Handgefertigte Häuser aus Amerika, Europa und Australien. Hier drei Beispiele:

Beispiel #1: Gemauerte „Jurte“ mit Glasdach von Mickey Muennig, Big Sur, CA

Beispiel #2: Zen-inspiriertes „Leaf House“ auf Hornby Island, BC

Beispiel #3: Selbstgebautes Minihaus von Scott Newkirk in Yulan, NY



Photos: © Lucy Goodhart & Kodiak Greenwood.


„TINY – A Story About Living Small“ ist ein Dokumentarfilm von Merete Mueller und Christopher Smith, der die beiden beim Bau eines Minihauses in den Bergen von Colorado begleitet, und der zugleich eine Meditation über die Beziehung zwischem Heim und Umgebung, zwischen Qualität, Vereinfachung und einem guten Leben sein soll.
Das Projekt begann im Mai 2011. Ende April 2012 war das Minihaus dann fertig. Die Dokumentation wird in Kürze auf DVD erscheinen. Hier der Trailer zum Film…

 
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