Community Life: eine Werkstatt für alle einrichten

Der Community-Gedanke beinhaltet auch das Teilen: Fast überall ist die Gemeinschaftsküche ein Ort des Zusammentreffens, finden Feiern im gemeinsam bewirtschafteten Garten statt oder nutzen alle Bewohner und Bewohnerinnen die Waschküche. So viel versammelte Kompetenz macht Mut für neue Projekte. Heimwerken ist nicht nur der Deutschen liebstes Hobby, sondern kann sogar den fehlenden Handwerker ersetzen. Warum also nicht ein möglicherweise bestehendes altes Nebengebäude zur Gemeinschaftswerkstatt ausbauen? Zu einer Werkstatt, in der Groß und Klein, Alt und Jung nach Herzenslust werkeln können …


Werkstatt und Maschinen gemeinsam nutzen

Jeder weiß es: Gute Arbeit gelingt nur mit gutem Werkzeug. Darum sind Profi-Maschinen und -Werkzeuge aus dem Fachhandel hochwertig konstruiert, gleichzeitig aber nicht wesentlich teurer als Maschinen für den Privatgebrauch. Vermutlich hält jede dieser Anschaffungen länger als ein Heimwerkerleben, gerade bei einer gemeinschaftlichen Nutzung sollten die Geräte dennoch besonders strapazierfähig sein. Und, wer gemeinsam mit anderen eine Tischkreissäge, eine Bohrmaschine oder das Gartengerät nutzt, spart in jedem Fall.


Die Werkstatt einrichten

So verführerisch die Auswahl im Baumarkt auch sein mag, kaum eine Werkstattgemeinschaft benötigt alle der dort angebotenen Werkzeuge. Je nach Art der zu erwartenden Arbeiten sind andere Einrichtungen und Geräte erforderlich. Da im Haushalt oft mit leichten Baustoffen gearbeitet wird, steht Werkzeug für die Holzbearbeitung sicher an oberster Stelle. Am naheliegensten ist also eine Allround-Werkstatteinrichtung mit Fokus auf die Holzbearbeitung, jedoch kann je nach Interessenlage auch eine Werkstatt zur Metallbearbeitung gefragt sein. Dies muss vorab geklärt werden, denn wegen des Funkenflugs und damit zusammenhängender Brandgefahr sollte in einer Holzwerkstatt zum Beispiel nicht mit offener Flamme hantiert oder geflext werden.


Gutes Sehen bedeutet Sicherheit

Besteht die Möglichkeit, einen Raum zur Werkstatt zu verwandeln, ist gutes Licht unabdingbar. Ein großes Fenster bringt Tageslicht in den Raum. Wenn sich die Arbeit hinzieht oder im Winter die Tage nur kurz sind, hilft elektrische Beleuchtung. Bevorzugt erhellt sie den ganzen Raum und beleuchtet die Arbeit an der Werkbank mit einem Arbeitslicht. Idealerweise ist die Elektrik so ausgelegt, dass genügend Steckdosen für kabelgebundene Geräte und Lademöglichkeiten für Akkus gegeben sind.

Finden, nicht suchen

Es mag wie Pedanterie erscheinen, doch eine geordnete Werkzeugwand besitzt nur Vorteile: Statt ungeordnet in einer Werkzeugtasche auf den Einsatz zu warten, hängen Schraubendreher, Zangen und vieles mehr an der Wand – oder bei großen Räumen praktischerweise an einer fahrbaren Werkzeugwand. Empfindliche Messinstrumente sind hier ebenfalls sicher untergebracht, genau wie

  • Stapelboxen
  • Bits
  • Hammer
  • Zwingen und mehr

 
Eine mobile Werkzeugwand kann übrigens in großen Werkstatträumen einiges an Lauferei ersparen.


Schwerlastregal, um Arbeitsgeräte sicher zu verstauen

Wenn in der Werkstatt nur begrenzter Raum verfügbar ist, bietet es sich an, keine fest installierten Maschinen zu verwenden, sondern Handgeräte, die nach Bedarf an der Werkbank fixiert werden. In Zeiten, in denen diese Werkzeuge nicht im Einsatz sind, sollten sie vor Feinstaub geschützt in dem Koffer liegen, den es meist beim Kauf dazu gibt. Werkzeuge wie Hobelmaschine, Bandschleifer oder Oberfräse besitzen in der Summe ein hohes Eigengewicht. Schwerlastregale nehmen all diese Maschinen und weiteres Material jedoch locker auf. Sie unterscheiden sich vom üblichen Regal durch ihre hohe Tragkraft und weisen oft tiefere Regalböden auf. Ein breites Angebot an Schwerlastregalen gibt es im Baumarkt.

Stets saubere Luft

Für einen guten Luftaustausch und ein gesundes Arbeitsklima sollte die Werkstatt Fenster zum Querlüften besitzen und es sollte zusätzlich eine Staubabsaugung installiert sein.

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Werkstattsauger zum direkten Anschließen an die Maschinen haben eine intergrierte Steckdose, in die das für den jeweiligen Arbeitsgang benötige Gerät eingesteckt werden kann. Der Sauger schaltet sich dann (mit geringem Verzug) mit dem Ein- und Ausschalten des Geräts ein und wieder aus. Die meisten Maschinen verfügen über eine 27mm-Öffnung, in die der Staubsaugerschlauch gesteckt werden kann und über die entsprechend der anfallende Staub direkt abgesaugt wird. Erweitert werden kann der Werkstattsauger mit einem gegebenenfalls selbstgebauten Zyklonabscheider.

Für Profiwerkstätten in denen große Maschinen mit 120mm-Absaugstutzen zum Einsatz kommen, gibt es mobile Absauganlagen mit passenden Öffnungen.

Ergänzend zu den Absaugmaschinen werden optimalerweise spezielle Luftfilter für Werkstätten verwendet, die die Luft zusätzlich reinigen.

Handmaschinen lassen sich für eine bessere Staubabsaugung verschiedentlich pimpen: Handschleifgeräte durch Netzschleifmittel, Oberfräsen durch Absaughauben. Und auch das gibt es: Absaugmöglichkeiten für (Hand-)Schleifklötze.

Für alle, die sich eine Absauanlage selber bauen möchten, gibt es im folgenden Video Inspiration:


Sicherheit und Ordnung

Zu guter Letzt: Die bestorganisierte Werkstatt endet im Chaos, wenn nicht jeder Benutzer die verwendeten Werkzeuge und Geräte nach getaner Arbeit wieder an den definierten Platz zurückräumt und die Werkstatt in sauberem Zusatnd verlässt. Viele von uns werden es noch aus WG-Zeiten kennen: Wenn eine(r) notorisch benutzte Töpfe und Geschirr in der Spüle stehen lässt, verlieren auch die anderen schnell die Lust, Ordnung zu halten. Bei Gemeinschaftwerkstätten sollte also Ordnung oberstes Gebot sein, dann steht dem kreativen, gemeinschaftlichen Prozess nichts im Wege.

Bildquellen: evgenyatamanenko / istock.com (Bild 1), Devin Berko / Unsplash (Bild 2), Sandis / Unsplash (Bild 3), Marcel Paschertz / stock.adobe.com (Bild 4).

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