Willkommen im Minihaus! – Gastlichkeit auf kleinem Raum 2.0


Feiern mit Freunden, Besuch von der Familie, perfektes Dinner – ist all das mit dem Umzug ins Minihaus nicht mehr möglich? Doch, natürlich! Wer den Raum clever nutzt, schafft auf wenigen Quadratmetern hyggelige Gastlichkeit.

Ein Gästezimmer im Minihaus

Minihaus mit Gästezimmer – klingt unmöglich. Ist es aber nicht. Der Trick: Das Wohnzimmer so gestalten, dass es sich mit wenigen Handgriffen umfunktionieren lässt. Wie gelingt das?

Unverzichtbar für einen Übernachtungsgast ist das Gästebett. Tagsüber würde es allerdings zu viel Raum einnehmen und würde im Wohnraum stören. Ein Gästebett unter einem Podest löst hier das Problem. Der Aufbau kann im Alltag zum Beispiel als Erhöhung dienen, um den Raum in mehrere Ebenen zu untergliedern. Wenn Gäste einen gemütlichen Schlafplatz suchen, wird es einfach ausgezogen und bietet reichlich Fläche für eine geruhsame Nacht.

Eine zweite Option: Das Bett in einen Schrank integrieren. Hierzu braucht es nicht viel, nur eine ausklappbare Fläche. Die wird dann mit Kissen oder dem Klassiker – einem Luftbett – gemütlich ausgepolstert. Viele der klassischen Tiny Houses on Wheels hierzulande haben an beiden Enden jeweils eine Schlafebene unter dem Dach. Die eine wird tagtäglich zum Schlafen verwendet, die zweite dient meist als Stauraum. Hier ist natürlich ebenfalls schnell Platz für 1-2 Übernachtungsgäste geschaffen: einfach runter mit dem Krempel!
Alternativ gibt es eine Erfindung aus Wohnmobilen: Tische, die sich zusammen mit dem Sofa zum Bett umfunktionieren lassen. Nach dem gemeinsamen Abendessen entsteht dadurch eine große Liegefläche.

Gemeinsam an der großen Tafel essen

Apropos Essen: Wie bewirte ich Gäste im Tiny House? Hier steht der Tisch im Fokus. Der ist normalerweise so bemessen, dass er nicht unnötig viel Raum einnimmt. Das muss er auch nicht, denn im Alltag nehmen nur ein oder zwei Personen an ihm Platz. Nun hat sich die Zahl der Esser aber plötzlich verdoppelt. Was tun? Die erste Möglichkeit besteht darin, Vorsorge zu treffen. Ein verlängerbarer Esstisch verwandelt sich ohne große Mühen vom kleinen Tisch zur großen Tafel. Hier gibt es zwei Varianten: ausklappbare Elemente oder Verlängerungsplatten zum Anbauen.

Aber was, wenn nur ein gewöhnlicher Tisch bereitsteht? Dann wird es Zeit, ein wenig zu tricksen. Ein Klapptisch auf gleicher Höhe muss her. Die finalen Millimeter an Höhenunterschied beider Tischplatten lassen sich notfalls mit Bierdeckeln ausgleichen. Dann ist das Platzproblem schon einmal gelöst. Am Ende soll der Tisch aber auch festlich aussehen. Daher sind noch Tischmolton und eine große Tischdecke nötig. Das Moltontuch schafft eine robuste Unterlage, die zugleich den Übergang zwischen den Tischen kaschiert. Darüber kommt die Tischdecke und es kann gedeckt werden.

Molton ist übrigens auch für andere Tische praktisch, denn es schützt das Holz vor Abdrücken von Töpfen oder verschüttetem Wein. Für die perfekte Tischkultur als Gastgeber ist nur noch passendes Geschirr nötig. Wer auch hier Minimalismus voll auslebt und nur zwei Teller und Gabeln besitzt: Festliches Porzellan gibt es auch zur Miete.

Sich gegenseitig Raum schenken

Zur Gastlichkeit im Minihaus gehört außerdem, den Gästen Privatsphäre zu bieten. Gerade wer sonst in einem großen Haus oder einer eigenen Wohnung lebt, kann sich sonst schnell eingeengt fühlen. Die beste Lösung: den Wohnraum nach draußen erweitern. Gäste werden es lieben, bei Sonnenschein auf der Terrasse vor dem Minihaus zu sitzen und das minimalistische Leben von seiner besten Seite zu genießen. Und bei Regenwetter? Trennelemente wie Schiebetüren oder Vorhänge machen aus einem Zimmer ganz unkompliziert zwei. Aber gerade bei Regen kann es schön sein, gemeinsame Zeit zu nutzen – und darum geht es bei einem Besuch schließlich auch.

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