Was sich Tiny Houses von Wohnmobilen abschauen können (6)


In dieser Artikelreihe finden Sie Tipps zu den Bereichen

Innenausbau mit viel Stauraum für mobile Tiny Houses
Heizung und Warmwasserbereitung für mobile Tiny Houses
Elektrik für mobile Tiny Houses
Stromgewinnung und -speicherung für mobile Tiny Houses
Wasserversorgung für mobile Tiny Houses

 
Gastartikel von Ulrich Dolde – Fortsetzung und letzter Abschnitt der sechteiligen Artikelserie:

Die Wasserversorgung

Wasserbevorratung und Wasseraufbereitung:
Wer in seinem Tiny House nicht an die Wasserversorgung angeschlossen ist und auch keine Quelle auf dem Grundstück hat, wird um einen Frischwassertank kaum herum kommen. Der muss beim Kleinhaus sicherlich nicht aus dem Wohnmobilbereich kommen, denn hier wird man ggf. auf etwas größere „Gebinde“ mit vielleicht 500 oder 1000 Liter Wasser setzen. Wir haben in unserem Womo drei separate 100‐Liter‐Tanks verbaut, so dass wir unterwegs auch mal Wasser zweifelhafter Qualität tanken können, wenn dies erforderlich ist, ohne den gesamten Wasservorrat zu „kontaminieren“.

frischwassertanks-womoDrei Frischwassertanks à 100 Liter sind unter dem Bett verbaut.

Was man bei Trinkwassertanks aber auf jeden Fall machen sollte ist die Konservierung des Wassers. Wir verwenden in Europa das Mittel Certisil. Dabei handelt es sich um eine Silberionen‐ Lösung, die in einem bestimmten Mischungsverhältnis je nach Volumen des Tanks zugesetzt wird. Damit wird sauberes Trinkwasser bis zu sechs Monate konserviert.

Sind wir im fernen Ausland unterwegs und tanken klares Wasser von zweifelhafter Qualität, dann verwenden wir Certisil forte, in dem zusätzlich Chlor enthalten ist, das Bakterien und Viren abtötet.

Damit wir diese „Leichenbrühe“ nicht trinken müssen, haben wir zusätzlich eine „water‐jack fresh“‐Wasserfilteranlage von www.famous‐water.com installiert, die Bakterien und Viren bis zu einer „Größe“ von 0,2 Micrometer aus dem Wasser filtert. Dazu gehören 99,9% aller Bakterien, was dazu geführt hat, dass wir auf Reisen noch nie mit Magen‐Darm‐Problemen zu kämpfen hatten. Viren sind in der Regel kleiner, docken sich jedoch gerne an größere Bakterien an, weshalb auch sie mit allergrößter Wahrscheinlichkeit aus dem Wasser gefiltert werden – ganz gleich, ob sie noch leben oder bereits durch Certisil forte abgetötet worden sind.

wasserfilteranlage-womowater‐jack fresh Wasserfilteranlage mit 2 parallel geschalteten Keramikfiltern und einem Carbonfilter

Sind wir gezwungen, trübes Wasser aus Pfützen, Brunnen oder Bächen zu tanken, dann schalten wir vor der Befüllung unserer Wassertanks einen sogenannten Inline‐Filter von famous‐water vor. Der sorgt dafür, dass selbst trübes Wasser kristallklar in den Tank kommt, allerdings fischt er nur Bakterien und Viren bis zu einer Große von 0,1 Mikrometer aus dem Wasser, weshalb die Certisilbehandlung und die nachträgliche „Feinfilterung“ des Wassers durch den „water‐jack fresh“ durchaus Sinn machen. Betrieben wird die gesamte Anlage von einer Shurflo‐ Wasserpumpe für Wohnmobile, die es in unterschiedlichen Leistungs‐ und Druckstufen gibt.

betankungsfilter-womowater‐jack inline‐Betankungsfilter

Abwasserentsorgung:
Ein großes Problem für kleine Häuser kann das Abwasser darstellen. Ist kein Anschluss an die örtliche Wasserentsorgung möglich, wird häufig gar nicht erst eine Baugenehmigung erteilt. Deshalb können auch hier autarke System aus dem Wohnmobilbereich eine wirksame Lösung darstellen – vorausgesetzt die Behörden akzeptieren diese.

Die einfachste, aber unkomfortabelste Lösung stellt eine Cassettentoilette dar, so wie wir sie in unserem Expeditionsmobil verbaut haben. Es handelt sich dabei um eine Thetford C 200 CS Toilette mit Elektrischer Wasserspülung (es gibt auch eine Variante mit einem in der Toilette eingebauten Wassertank) und mit einer 18 l‐Fäkaliencassette.

cassettentoilette-womoUnsere Kassettentoilette von Thetford ist drehbar. Das Waschbecken darüber nach links klappbar, was die Benutzung der Toilette ungemein erleichtert ;‐)

Ist diese voll, kann sie aus dem Serviceschacht entnommen und in einer herkömmlichen Toilette oder an einer Entsorgungsstation auf dem Campingplatz geleert werden. Verbaut man zusätzlich eine SOG‐Entlüftung, dann wird beim Öffnen der Klappe Luft aus der Cassette abgesaugt, so dass es kaum unangenehme Gerüche während der Toilettenbenutzung geben kann. Dadurch kann man auf umweltschädliche Chemie verzichten und könnte – wenn man dürfte – die Gülle als Dünger in der Natur „verklappen“. Ist dies nicht erlaubt, muss man auf eine der o.g. Entsorgungsmöglichkeiten ausweichen.

toilettencassette-womoToilettenkassette mit SOG‐Entlüftung

Der Nachteil dieser Lösung ist der, dass im Zweipersonenbetrieb alle zwei bis drei Tage die Kassette geleert werden muss und man sich so in relativ kurzem Abstand mit seinen Stoffwechselendprodukten konfrontiert sieht.

Komfortablere Lösungen im Womo‐Bereich bestehen darin, dass man Zerhackertoiletten in Verbindung mit einem mehr oder weniger großen Fäkalientank einsetzt, der die Entsorgungszyklen dementsprechend hinauszögert, dann allerdings den Einsatz des Fahrzeugs erforderlich macht, um 150 oder 200 „Gülle“ los zu werden. Im Kleinhaus kann ein entsprechend großer Tank das Problem noch weiter hinauszögern, der dann allenthalben von einem Serviceunternehmen geleert im Sinne von abgepumpt wird.

Sind solche Serviceunternehmen nicht verfügbar und die „Verklappung“ in der Natur einer Baugenehmigung im Wege, kann eventuell Cinderella helfen. Findige Norweger, die offensichtlich genau solche Probleme haben, haben ein Toilettensystem entwickelt, das tatsachlich auf den lyrischen Namen Cinderella hört, aber ganz und gar nichts mit langen blonden Haaren zu tun hat.

Cinderella ist ein relativ neues System, bei dem die Stoffwechselendprodukte mittels Gas zu Asche verbrannt und verdampft werden. Wahrscheinlich rührt hier der rührende Name für den „Thron“ her. Für den Einsatz im Wohnmobil halte ich es aufgrund des recht hohen Preises zwischen 2.800 und 4.500 Euro für relativ übertrieben und aufgrund des hohen Gasverbrauches auch nur für bedingt praktikabel. Im Tiny‐Häuschen kann Cinderella aber eine wirkungsvolle Alternative fürs „Häuschen“ darstellen, wenn der Nachweis der Null‐Kontamination des Grundwassers gegenüber den Baubehörden erbracht werden muss. Wer Cinderella näher kennen lernen möchte, kann sich unter folgendem Link weiter informieren: www.cinderellaeco.com

So möchte ich mit diesem delikaten Thema nun auch zum Schluss kommen und hoffe, für Bewohner von Minihäusern, Zirkus‐ und Bauwagen ein paar hilfreiche Anregungen aus dem Wohnmobilbereich geliefert zu haben. Natürlich könnte man das ganze Thema noch deutlich weiter ausbreiten, ja ganze Bücher darüber schreiben, was ich ja auch getan habe. Zumindest eines, das den Ausbau und die technische Ausstattung von mobilen Kleinsthäusern – sprich Wohnmobilen – betrifft. Ein ganz ähnliches Projekt – eine Bau- und Ausbauanleitung für Kleinhäuser, wiederum basierend auf meinen einschlägigen Erfahrungen – ist bereits in Planung.

Herzlichst Ihr

Ulrich Dolde


Über den Gastautor

Buch_-Wohnmobile_selbst_ausbauen_und_optimieren_arUlrich Dolde ist Verfasser des Buches „Wohnmobile selbst ausbauen und optimieren – 1000 Tipps und Tricks für alle Wohnmobil-Selbstausbauer und Wohnmobil-Optimierer“, welches aufgrund der fundierten, umfassenden Abhandlung aller relevanten Themen gut und gerne als „Wohnmobil-Ausbau- und Optimierungs-Bibel“ bezeichnet werden kann und das inzwischen in einer 3. überarbeiteten und erweiterten Auflage erschienen ist. Das Buch ist als Hardcover-Version mit 512 Seiten zum Preis von € 67,90 (versandkostenfrei nach D und A) oder als E-Book für € 38,90 erhältlich – jeweils mit Online-Zugang zu digitalen Planungstools.

Der Autor, der dank der geländegangigen Lkw-Basis seines Wohnmobils gemeinsam mit seiner Frau bevorzugt in nordafrikanischen Wüstenregionen herumkurvt, plaudert in unserer sechsteiligen Artikelserie sehr anschaulich aus dem Nähkästchen: In seinem selbst ausgebauten Wohnmobil hat er auf 8 m² alles untergebracht, was man zum Leben braucht. Und da es, gerade was die Technik in Sachen Strom-, Wasser- und Heizungsinstallation anbelangt, im Wohnmobil-Sektor eine Vielzahl von technischen Lösungen gibt, die sich auch im Tiny House anbieten, wenn nicht sogar aufdrängen, sind seine Tipps sicher auch für unsere Leser besonders wertvoll.


smoothieIm Frühjahr und Frühsommer, wenn die Pflanzen austreiben, findet man in der Natur viele zarte Kräuter, die sich wunderbar für Salate und Smoothies verwenden lassen. Es braucht also kein Selbstversorger-Anwesen mit Gemüsebeeten, um sich mit reichlich Vitaminen zu versorgen – selbst Wegränder abseits des Verkehrs und Schutthalden können ein wahrer Fundus für einige Kräuter sein. Wer den Begriff „Smoothie“ bisher nur mit Obstshakes in Verbindung brachte, wird sich wundern, was alles an Grünzeug in den Mixer wandern kann. Und vor allem mit der Zugabe bitterstoffhaltiger Kräuter kann man seiner Gesundheit Gutes tun, da sie Verdauung und Fettstoffwechsel anregen und das Immunsystem stärken.

Essbare Wildkräuter und Blüten

Eines der bekanntesten Wildkräuter für die gute Küche ist der Bärlauch. Angesichts dessen, dass der Bärlauch zu dieser Jahreszeit bereits in Blüte steht, ist seine Erntezeit zwar bereits vorüber, doch gibt es eine Unmenge anderer, gesunder Kräutlein, die stattdessen auf den Teller oder in den Mixer und dann ins Glas wandern können, wie z. B.

baerlauchblaetter

  • Löwenzahn (Blüten, Blätter, Wurzel)
  • Brennessel (junge Blätter und Triebe)
  • Brunnenkresse (Blätter)
  • Giersch (Albtraum des Ziergärtners; junge Blätter, Stiele)
  • Wilde Malve (Blätter, Blüten, Früchte)
  • Wiesenschaumkraut (Blätter, Blüten, Stängel)
  • Wegwarte (Blätter, Wurzel)
  • Gundermann (junge Blätter)
  • Spitzwegerich (Blätter, Blüten)
  • Gänsefingerkraut (Blätter)
  • Gänseblümchen (junge Blätter, Blütenknospen)
  • Hirtentäschel (Blüten, Blätter, Samentäschchen, Stängel)
  • Huflattich (Junge Blätter)
  • Wiesenknöterich (Blätter)

 

Das richtige Gerät für gesunde und leckere Smoothies

wildblumenWer einmal auf den Geschmack gekommen ist und sich regelmäßig grüne Smoothies zubereiten möchte, mag darüber nachzudenken, sich einen Hochleistungsmixers anzuschaffen. Anders als ein Pürierstab oder Haushaltsmixer zerkleinern diese Geräte die Pflanzenfasern derart, dass sie wesentlich besser verdaulich sind. Der ideale Mixer sollte möglichst 30.000 Umdrehungen pro Minute schaffen und darf sich dabei nicht zu sehr erhitzen. Andernfalls könnten wertvolle Enzyme zerstört werden. Für die Anschaffung eines solchen Hochleistungsmixers muss man in der Regel tief in die Tasche greifen, weshalb sich ein Vergleich lohnt: Unter den Testsiegern befinden sich laut dem Portal standmixer.de Hochleistungsmixer von Vitamix und Bianco mit Preisen von € 599 bzw. € 299.

Wildkräuter sammeln – Das gilt es zu beachten:

Bei der Suche nach essbaren Wildkräutern für Smoothies und Salate sollten im Übrigen folgende Regeln beachtet werden:

  • Sammeln Sie an Stellen, wo die Pflanzen frei von Spritzmittelrückständen, von Tierkot, von Düngemitteln und Abgasen sind.
  • Sammeln Sie keine geschützten Pflanzen und generell nicht die komplette Pflanze mit Wurzelwerk.
  • Wildkräuter sammelt man am besten am frühen Vormittag, wenn der Tau getrocknet ist – bei trockenem Wetter können Sie auch abends sammeln.
  • Waschen Sie vor dem Verzehr alle Pflanzenteile gründlich und verwenden Sie die Pflanzen möglichst frisch.
  • Sammeln und verwenden Sie nur Pflanzen, die Sie sicher identifizieren können.

Die Aneignung der nötigen Kenntnisse, um essbare von ungenießbaren Wildkräutern zu unterscheiden, ist nicht nur ein schönes Hobby, sondern kann in Notzeiten, bei Lebensmittel-Engpässen äusserst nützlich sein. Mit Hilfe von Bestimmungsbüchern oder der Teilnahme an Kräuterwanderungen, können Sie schnell zum Kräuterkundigen werden.

Bildquellen: gänseblümchen / pixelio.de (Bild 1), Manfred Kepp / pixelio.de (Bild 2), Udo Altmann / pixelio.de (Bild 3)


Was sich Tiny Houses von Wohnmobilen abschauen können (2)


In dieser Artikelreihe finden Sie Tipps zu den Bereichen

Innenausbau mit viel Stauraum für mobile Tiny Houses
Heizung und Warmwasserbereitung für mobile Tiny Houses
Elektrik für mobile Tiny Houses
Stromgewinnung und -speicherung für mobile Tiny Houses
Wasserversorgung für mobile Tiny Houses

 
Gastartikel von Ulrich Dolde und Fortsetzung des ersten Teils unserer sechsteiligen Artikelserie

Der Innenausbau

Nach unserer ersten, achtmonatigen Testtour durch Marokko und die Westsahara, habe ich meine Ausbauerfahrungen in einem Buch zusammengefasst, das ich seit Juni 2010 im Eigenverlag auf CD‐ROM verlege. Mittlerweile ist dieses von ursprünglich 350 Seiten in der vierten Auflage auf 610 Seiten angewachsen und seit 2012 ist es auch als gedruckte Version in hochwertiger Hardcover‐Ausstattung mit robuster Fadenheftung erhältlich. Auf 460 durchgängig vierfarbig gedruckten Seiten vermittle ich nicht nur den Ausbau unseres „Sternchens“ – so heißt unser Vehikel ‐ sondern beleuchte auch eine Vielzahl von Komponenten und Bauteilen, die ich zwar nicht selbst verbaut habe, die aber eine gute Alternative zu den von mir eingesetzten Komponenten darstellen können, wenn die Rahmenbedingungen oder persönlichen Präferenzen andere sind als die meinen.

wohnmobil_selbstausbau_Mercedes_914_4x4Unser „Sternchen“ auf der ersten Testtour im Hohen Atlas in Marokko.

Da ich mich seit geraumer Zeit auch mit dem Thema Hausbau beschäftige, die fehlenden Nullen vor dem Komma aber immer noch eine Herausforderung darstellen, schrumpft mein Traumhaus derzeit auf Micro‐Dimensionen. Deshalb kann ich mir bei der technischen Ausstattung durchaus vorstellen, auf das eine oder andere System aus dem Wohnmobilsektor zurückzugreifen, insbesondere dann, wenn Autarkie gefragt ist, weil keine örtliche Infrastruktur vorhanden ist.
Und diese technischen Möglichkeiten und Optionen sind es, die ich hier in meinem Beitrag auf tiny‐ houses.de vorstellen möchte, um den oder die eine/n oder andere/n Leser/‐in zu inspirieren, auch im Wohnmobilbereich nach Lösungen für sein/ihr Tiny Traumhaus zu suchen.
Zunächst möchte ich mal kurz unser very tiny Sternchen von innen vorstellen, damit sich jeder einen Eindruck von den Platzverhältnissen auf acht Quadratmetern machen kann, auch wenn mir klar ist, dass die wenigsten Tiny‐House‐Träumer derart reduziert träumen.

Wohnmobil_Selbstausbau_realisierter_GrundrissDer Grundriss unseres Expeditionsmobils

Was Tiny Houses von Wohnmobilen lernen können ist, dass selbst acht Quadratmeter ausreichen können, alle Funktionalitäten eines Hauses in sich zu vereinen. Im konkreten Fall standen uns hier genau 411 x 206 x 191 cm (L x B x H) zur Verfügung, also 8,46 m2.

Das geht vor allem dann, wenn man den zur Verfügung stehenden Flächen entweder eine Multitasking‐Nutzung zuweist oder durch Einbau von Zwischenböden die Flächen multipliziert. Bei unserem Expeditionsmobil haben wir beispielsweise das Bad in den Eingangsbereich gelegt und ihm damit eine Multifunktion verordnet. Die Edelstahl‐Duschwanne dient bei Schlechtwetter als Schmutzwanne, in der verdreckte Schuhe „geparkt“ werden können. Mittels einer Schiebetür kann das Bad vom Wohnraum abgeschlossen werden. Dadurch entsteht ein Windfang, der an kalten Tagen verhindert, dass die Wärme aus dem Fahrzeug entweicht, wenn man die Eingangstür öffnet. In einer an der Baddecke installierten, umlaufenden Vorhangschiene kann ein Duschvorhang geschlossen werden und so dient der Eingangsbereich zusätzlich auch als Dusche. Das Waschbecken ist klappbar und erleichtert damit die Benutzung der darunterliegenden Toilette ungemein ;‐). So ist hier auf 0,65 m2 ein Multifunktionsraum entstanden, der an Flächeneffizienz kaum zu überbieten ist.

womo-tuereBad mit Dusche und Toilette, Windfang und Eingangsbereich. Effizienter geht es nicht.

Ähnliches gilt für unser 150 cm bereites Bett. Das thront auf einem 90 cm hohen Podest weil man den Luftraum über dem Bett in der Regel nicht nutzt. So könnte man bei einem Tiny House das Bett ebenfalls auf ein Podest bauen und den Raum darunter als Stauraum nutzen.

ausbau-innenDie Sitzgruppe thront auf einem Podest, wodurch zusätzlicher Stauraum geschaffen wird.

Darunter befindet sich der Stauraum, der seinerseits durch einen Zwischenboden auf zwei Ebenen unterteilt ist und damit die Fläche von 150 x 206 cm verdreifacht wurde. Im Stauraum ganz unten sind die drei Frischwassertanks á 100 Liter untergebracht. Daneben finden Campingtisch und Stühle, Werkzeug, Ersatzteile und allerlei andere sperrige Güter Platz.

womo-stauraum-2Der Stauraum unter dem Bett ist durch einen Zwischenboden nochmals geteilt.

Eine Ebene darüber, zwischen Bett und dem Tiefparterre ruht mein gesamtes Wind‐ und Kitesurfequipment bis auf die Masten, die auf dem Dach transportiert werden. Ein Board, sechs Segel, zwei Gabelbäume und all das Krimskrams, das man für diesen Sport benötigt, sind so unter dem Bett verstaut und werden vor Sonne, Regen, Staub und langen Fingern geschützt.

Die Unterseite dieses Zwischenbodens ist aber ebenfalls verplant. Dort hängen mittels cleveren „Quickfist“‐Halterungen sowohl Werkzeuge wie Sandschaufel, Radkreuz, Axt und Säge, aber auch meine zwei Kiteboards, die beim Surfequipment keinen Platz mehr gefunden haben.

womo-stauraum-1Im Stauraum wird auch die Decke genutzt. Besonders geeignet für große und sperrige Güter.

Über diesen beiden Stauräumen befindet sich wie gesagt unser Bett, das als Festbett konzipiert auch als Couch dienen kann. Zum Lesen oder Herumlungern bei schlechtem Wetter kann also nicht nur die Sitzbank genutzt werden, sondern auch das Bett, das bei vielen Wohnmobilen allabendlich über der Sitzbank umgebaut werden muss – deshalb der Begriff „Festbett“. Eigentlich ist die Grundfläche sogar noch mehr als dreifach belegt, denn an der Decke gibt es umlaufend Deckenstaufächer, die ebenfalls eine Fläche von 0,11 m2 und ein Stauvolumen von 0,28 m3 ergeben. Und schließlich kann auch noch das Dach als Staufläche, beispielsweise für ein weiteres Surfboard genutzt werden.

candle-lightSo sieht unsere kleine Höhle mit romantischer Illumination aus.

Zwischen Bett und Küche befindet sich unsere Sitzgruppe, die ebenfalls auf einem Podest thront, das aber nur 25 cm hoch ist. Ähnlich wie beim Bett wird im Sitzen der Luftraum über dem Kopf nicht benötigt, so dass durch die Höherlegung der Sitzgruppe viel Stauraum unter derselben entsteht. Unter der fahrerseitigen Sitzbank ist eine Webasto Dieselheizung mit integriertem 11‐Liter‐ Warmwasserboiler verbaut (auf diese werde ich später noch beim Thema Technik zu sprechen kommen) und unsere Wasserfilteranlage.

So findet das Leben in unserem Sternchen quasi auf drei Ebenen statt und das könnte auch eine Anregung für Microhouses sein. Gerade durch die größere Deckenhöhe bei Häusern mit Satteldach ergeben sich noch viel mehr Möglichkeiten. Beispielsweise kann das Bett über das Bad in den Dachgiebel hinein gebaut werden, womit man sich den Raum fürs Schlafzimmer spart. Eine andere Variante könnte so aussehen, dass man das Bett auf ein Podest im Wohnzimmer baut und es tagsüber und abends auch als Couch nutzt. Unter dem Bett kann der Stauraum genutzt werden und es ergeben sich verschiedenen Ebenen, die den Raum interessanter gestalten.

Schließlich könnte auch der Essbereich auf einem Podest ruhen und den Boden könnte man ebenfalls als Stauraum nutzen, vorausgesetzt es wird keine Fußbodenheizung verbaut. Darüber hinaus könnte man auf Innenwände verzichten und diese durch Wandschränke oder raumtrennende Regale ersetzen, die den Stauraum erhöhen und die zur Verfügung stehenden Flächen besser nutzen.

[Fortsetzung > Heizung und Warmwasserbereitung in Tiny Houses]


Über den Gastautor

Wohnmobil-Selbstausbau_CD_ROMUlrich Dolde ist Verfasser des Buches „Wohnmobile selbst ausbauen und optimieren – 1000 Tipps und Tricks für alle Wohnmobil-Selbstausbauer und Wohnmobil-Optimierer“, welches aufgrund der fundierten, umfassenden Abhandlung aller relevanten Themen gut und gerne als „Wohnmobil-Ausbau- und Optimierungs-Bibel“ bezeichnet werden kann. Der Autor, der dank der geländegangigen Lkw-Basis seines Wohnmobils gemeinsam mit seiner Frau bevorzugt in nordafrikanischen Wüstenregionen herumkurvt, plaudert in dieser sechsteiligen Artikelserie sehr anschaulich aus dem Nähkästchen: In seinem selbst ausgebauten Wohnmobil hat er auf 8 m² alles untergebracht, was man zum Leben braucht. Und da es, gerade was die Technik in Sachen Strom-, Wasser- und Heizungsinstallation anbelangt, im Wohnmobil-Sektor eine Vielzahl von technischen Lösungen gibt, die sich auch im Tiny House anbieten, wenn nicht sogar aufdrängen, sind seine Tipps sicher auch für unsere Leser besonders wertvoll.


Was sich Tiny Houses von Wohnmobilen abschauen können (1)

 
In dieser Artikelreihe finden Sie Tipps zu den Bereichen

Innenausbau mit viel Stauraum für mobile Tiny Houses
Heizung und Warmwasserbereitung für mobile Tiny Houses
Elektrik für mobile Tiny Houses
Stromgewinnung und -speicherung für mobile Tiny Houses
Wasserversorgung für mobile Tiny Houses

 
Gastartikel von Ulrich Dolde – Wenn man sich mit der Planung, dem Bau und der Ausstattung von Tiny‐ oder Microhouses beschäftigt, dann kann es durchaus sinnvoll, sich dort Inspirationen zu holen, wo die Flächenreduktion auf die Spitze getrieben wird: in Wohnmobilen.

Ganz besonders gilt dies für Offroad‐Wohnmobile, denn hier müssen zwei nahezu unvereinbare Eigenschaften – man könnte sie fast als Gegenpole bezeichnen – zu einer Einheit verschmolzen werden: maximale Geländetauglichkeit, um die entlegensten Winkel der Welt bereisen zu können, verbunden mit dem Wunsch, möglichst viel Gemütlichkeit und Komfort ins Fahrzeug einzubauen, damit man sich am Ende der Welt auch wirklich wohl fühlt.

Was dabei herauskommt ist in der Regel eine Ein‐ bis Zweizimmerwohnung mit Küche, Bad, WC, Keller und Speicher auf acht bis zehn Quadratmetern oder anders ausgedrückt: eine eierlegende Wollmilchsau auf vier bis sechs angetriebenen Rädern. Und weil es an besagtem A… der Welt selten eine funktionierende Versorgungsinfrastruktur gibt, sollte genügend Wasser und Diesel gebunkert, genug Strom produziert und ausreichend Lebensmittel mitgeführt und gekühlt werden können, um wenigstens für ein bis zwei Wochen autark zu sein.

Derlei Herausforderungen löst man am einfachsten, indem man einen Termin bei einer der einschlägigen Expeditionsmobilschmieden vereinbart, bei Vertragsabschluss eine Anzahlung in Höhe einer Eigentumswohnung leistet und etwa ein Jahr nach Vertragsabschluss einen weiteren stattlichen Betrag mit fünf Nullen vor dem Komma entrichtet, um sich Besitzer eines Expeditions‐Lkw nennen zu können. Da dies nun mein erklärtes Ziel war, die Nullen vor dem Komma aber meine größte Herausforderung darstellten, sann ich nach Abhilfe und fand diese im Selbermachen.

So kaufte ich mir einen 20 Jahre alten, vom niederländischen Heer ausgemusterten Mercedes Allrad‐Lkw, dazu vom deutschen Heer einen sogenannten Shelter – unsere zukünftige Wohnschachtel – und begab mich an die Arbeit, von der ich zugebenermaßen keinen blassen Dunst hatte.

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Ich hatte nämlich nicht nur noch nie ein Wohnmobil ausgebaut, entstamme auch keiner handwerklichen Zunft, die mich eines Selbstausbaus befähigen würde und hatte in den vergangenen 20 Jahren kaum einen Schraubenzieher in der Hand. O.k., ich bin handwerklich nicht unbegabt, habe in jungen Jahren viel an meinen Mofas, Mopeds, Motorrädern, Autos und Wohnmobilen geschraubt und deshalb eine gewisse Affinität zu geschraubten Verbindungen. Aber ich hatte noch nie an einer Tischlerkreissäge gestanden und Elektrik war für mich schon immer ein Buch mit sieben Siegeln.

Als Kommunikations‐ und Marketing‐Stratege und Unternehmensberater gab es halt wenig Gelegenheit, sich in derlei Dingen zu üben und der Job hatte auch nie mehr den Freiraum gelassen, sich in der Freizeit derart zu betätigen. Mit nicht mehr als der Vision im Kopf und der Liebe im Herzen, unsere schöne Erde künftig mit einem selbst gebauten Expeditionsmobil zu bereisen, machte ich mich daran, mein Projekt umzusetzen. So war erst mal Kreativität gefragt, um den „Gap“ zwischen Wollen und Können zu überwinden. Ich wusste, dass ich für ungefähr 15.000 Euro Teile und Komponenten für den Ausbau meines Fahrzeugs benötigen würde, und mit diesem virtuellen Geldbündel wollte ich wedeln. Ich besuchte fünf Ausbaubetriebe im Raum München und lockte mit selbigem, wenn man mir im Gegenzug ein trockenes Hallenplätzchen gewähren würde, wo ich meine Fahrzeug weitgehend selbst, aber doch unter der Anleitung und mit der Hilfe des Betriebes ausbauen konnte.

Von vier Betrieben erhielt ich einen Korb, beim fünften wurde ich endlich fündig. Die Fa. Intercamp in Vaterstetten (heute in Anzing) im Osten von München ließ sich auf meinen Deal ein und so bezog ich Anfang Februar 2008 deren Lagerhalle und begann zu werkeln.

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Die Kabine wird für den Ausbau vorbereitet. Dazu müssen die Befestigungsschienen entfernt werden …

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Der erste Schnitt ist der schwerste: Einbau der Fenster …

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… und Einbau der Küche mit Schubladen von Ikea.

So entstand innerhalb von acht Monaten Ausbauzeit ein geländegängiges Expeditionsmobil. Und das nicht zum Preis einer ganzen Siedlungsanlage, sondern zu dem eines halbwegs ordentlich ausgestatteten Mittelklassewagens.

[Fortsetzung > Innenausbau]


Über den Gastautor

Wohnmobil-Selbstausbau_CD_ROMUlrich Dolde ist Verfasser des Buches „Wohnmobile selbst ausbauen und optimieren – 1000 Tipps und Tricks für alle Wohnmobil-Selbstausbauer und Wohnmobil-Optimierer“, welches aufgrund der fundierten, umfassenden Abhandlung aller relevanten Themen gut und gerne als „Wohnmobil-Ausbau- und Optimierungs-Bibel“ bezeichnet werden kann. Der Autor, der dank der geländegangigen Lkw-Basis seines Wohnmobils gemeinsam mit seiner Frau bevorzugt in nordafrikanischen Wüstenregionen herumkurvt, plaudert in dieser sechsteiligen Artikelserie sehr anschaulich aus dem Nähkästchen: In seinem selbst ausgebauten Wohnmobil hat er auf 8 m² alles untergebracht, was man zum Leben braucht. Und da es, gerade was die Technik in Sachen Strom-, Wasser- und Heizungsinstallation anbelangt, im Wohnmobil-Sektor eine Vielzahl von technischen Lösungen gibt, die sich auch im Tiny House anbieten, wenn nicht sogar aufdrängen, sind seine Tipps sicher auch für unsere Leser besonders wertvoll.


Mobiles Wohnen:Titel Domizile auf Rädern


Was gemeinhin als „Wohnwagen“ bezeichnet wird, ist weniger zum (dauerhaften) Wohnen, als vielmehr für den Urlaub (in vorzugsweise wärmeren Regionen) gedacht. Wagen zum dauerhaften Wohnen sollten sich durch eine solide Ausführung und gute Dämmung auszeichnen. Neben den wintercampingtauglichen Mobilheimen sind das Schaustellerwägen, ausgebaute Schindelwägen und natürlich die „Tiny Houses“. Aber nicht nur zur Herstellung all dieser mobilen Wohnsysteme ist handwerkliches Geschick notwendig, sondern auch zum Innenausbau:

airbnbEin ausbaufähiger Wagen kann, entsprechende Ambitionen vorausgesetzt, nach eigenen Vorstellungen ausgebaut und wohnlich gestaltet werden. Anregungen für einen zweckmäßigen und ansprechenden Innenausbau findet man auf zahlreichen Seiten im Internet (wie man rechts im Bild sieht, sogar bei airbnb) – dies jedoch vor allem auf englischsprachigen Websites. Deutschsprachige Hilfestellungen zu Handwerkerthemen und zur Umsetzung von Bauanleitungen gibt es u. a. auf helpster.de*, einem Ratgeberportal zu jeglichen Themen, Sachverhalten und Fragestellungen. Interessante Anregungen finden Selberbauer auch im „Sägeblatt“, der Kundenzeitschrift der Firma Logosol (die Onlineversion ist über die Firmenwebsite einsehbar). Logosol ist ein Anbieter von unterschiedlichsten Holzbearbeitungsmaschinen – nicht nur für gewerbliche Kunden und die Industrie, sondern z.B. mit dem Kleinsägewerk M8 auch für passionierte Häuslebauer. An diese wenden sich u. a. auch die vom Unternehmen organisierten Kettensägen-Schnitzkurse und Blockhausbaukurse. Wer sich also ein eigenes fahrbares Holzhaus bauen will, kann sich auch dort Inspirationen holen.

Das etwas andere Wohnkonzept

rodenbachMobiles Wohnen bietet zahlreiche Vorteile. Als Tiny House-Bewohner kann man relativ schnell und unkompliziert den Wohnort wechseln – sei es aus Privat- oder Berufsgründen. Auch wenn die deutschen Bauvorschriften und die Fahrzeugzulassungsverordnung Bauherren mobiler Domizile einige Hürden in den Weg legt, so lassen sich solche Projekte bei entsprechender Planung auch hierzulande gut realisieren: Wer nicht unbedingt auf eigenem Grund und Boden leben will, kann z.B. eine Parzelle auf einem, den rollenden Häuschen aufgeschlossenen Campingplatz oder in einem Mobilheimpark pachten. Einige solcher Plätze – wie der sehr idyllisch angelegte „FreizeitPark Rodenbach“ in Hessen – bieten sogar die Möglichkeit, den Campingplatz als Hauptwohnsitz eintragen zu lassen. Mit einer jährlichen Pacht von durchschnittlich € 2.000-3.500 können Tiny-House-Besitzer, die es aus den Ballungsgebieten ins Grüne zieht, so einiges an Mietkosten sparen.

Platzsparend einrichten!

minimotivesEin Wohnwagen besitzt natürlicherweise eine begrenzte Wohnfläche. Dennoch ist durch eine effiziente Planung eine komplette Wohnungsausstattung möglich: Eine voll eingerichtete Küche, ein Esstisch, der bei Bedarf zu einer Arbeitsfläche umfunktioniert wird oder gar ein Kamin – der Vielfalt und Gestaltungsmöglichkeiten sind keine Grenzen gesetzt. Ein Wassertank sorgt für eine ausreichende Wasserversorgung im Bad und platzsparende Gasflaschen können zum Kochen verwendet werden. Im Idealfall ist das mobile Wohnhaus durch eine Photovoltaikanlage autark, kann aber natürlich auf einem entsprechenden Stellplatz an ein nebenstehendes Gebäude oder das öffentliche Netz angeschlossen werden.

Minihäuser gibt es in den vielfältigsten und skurrilsten Ausführungen – je individueller, desto schöner. Bei mobilen Häuschen, die bei Bedarf auf der Straße vortbewegt werden sollen, sind der Gestaltung im Hinblick auf die Verkehrssicherheit Grenzen gesetzt. Schlanke Aufbauten, die nur geringfügig über das Fahrgestell hinaus gehen, sind zur Vermeidung unnötiger Schwierigkeiten bei der Konzeption unbedingt zu bevorzugen.

Bildquellen: airbnb.com (Bild 1), FreizeitPark-Rodenbach.de (Bild 2), MiniMotives.com (Bild 3)


holz-vor-der-huetteWenn die ersten Christstollen in den Supermarktregalen auftauchen und die Nachbarn die Laubsauger auspacken, dann sorgt, wer autark leben will, für genügend Holz vor der Hütte … Unterhalten wir uns also doch mal über Holz und andere (sinnvolle) Energiequellen, die ein Minihaus autark machen können:

In Deutschland ist die Zahl der Bürger, die in Wohngemeinschaften oder zur Miete leben laut aktuellen Zahlen von de.statista.com traditionell hoch. Ist die Zahl der Eigenheimbesitzer im Jahr 2014 auf 29,53 Millionen Deutsche zurückgegangen, stieg die Zahl der Mieter seit 2012 von 35,14 auf 35,89 Millionen im aktuellen Jahr an. Im Gegensatz zu anderen Ländern zahlen in Deutschland also eine ganze Menge Menschen Monat für Monat eine ganze Menge ihres Netto-Gehalts für eine Wohnung, die ihnen niemals gehören wird. Gleichzeitig ärgern sich viele Menschen über das Diktat der Energieriesen und die ständig steigenden Preise für Strom, Öl und Gas. Was liegt also näher, als der Gedanke an ein kleines, eigenes Haus und (Energie-)Autarkie?!

Autarke Energieversorgung – 2-3 Möglichkeiten

Photovoltaik
Im Artikel Energieversorgung im Minihaus haben wir bereits Vor- und Nachteile einer Photovoltaik-Anlage für ein Minihaus beleuchtet: Gerade bei Mini-Häusern ist die Speicherung des selbstgewonnenen Stroms häufig schwer umzusetzen bzw. unverhältnismäßig kostspielig. Das heißt, dass bei schlechter Wetterlage „grüner“ (Öko-)Strom hinzugekauft werden muss. Dies ist dann zwar ein Weg in die ökologische Richtung, aber eben kein vollständig autarker Weg, da man von Energielieferanten abhängig ist. Dies bedeutet nicht, dass von einer PV-Anlage unbedingt abzuraten ist. Man sollte jedoch in alle Richtungen denken, um den Traum vom selbstversorgten Wohnobjekt in die Tat umsetzen zu können.

Auftriebskraftwerk – kann das funktionieren?auftriebskraftwerk-gaia-energy
Eine interessante Technologie, die die Selbsterzeugung aller benötigten Energie verspricht – und dies unabhängig von der Wetterlage – ist das „Auftriebskraftwerk“, das von der Schweizer ROSCH Innovations GmbH in Kooperation mit dem österreichischen GAIA Verein produziert werden soll: Es handelt sich dabei laut GAIA um eine 5 Meter hohe Röhre mit 50 cm Durchmesser, die im oder am Haus aufgestellt wird, aber auch (senkrecht) in den Boden versenkt werden kann. Im Inneren befinden sich aufgereiht zwischen zwei Radketten Auftriebsbehälter. Einmal in Bewegung gebracht erzeugten sie Auftriebsenergie, die an einen Generator weitergeleitet wird. Da angeblich mehr Energie erzeugt wird, als zum Erhalten der Bewegung benötigt wird, sei dies sozusagen ein selbsterhaltendes System. Die initiale Energie könne z.B. aus einer Autobatterie stammen, die im Anschluss gleich wieder abgeklemmt werden kann. Ein Modul habe eine Nettoleistung von 5-6 Kilowatt, sodass im Bereich der Mini- und Kleinhäuser auch zwei/drei Wohneinheiten zusammen versorgt verden könnten. Das gesamte Modul wird um die € 14.500 kosten. Derzeit läuft die Reservierungsfrist für eines der ersten 500 Exemplare. Soweit die Informationen von GAIA. Wie diese Technologie den Energieerhaltungssatz überwinden soll, wird nicht weiter erklärt. Es wäre fantastisch, wenn es funktionieren würde, bisher bestehen allerdings noch begründete Zweifel. Eine Technologie also, in die man nicht vorschnell investieren, sondern besser abwarten sollte, bis tatsächlich einige AuKWs erfolgreich in Betrieb sind.

Grundofen
Wer nicht auf unerprobte Technik setzen möchte, die (mindestens) noch in den Kinderschuhen steckt, sondern auf Altbewährtes, für den ist möglicherweise eine Grundofen die richtige Wärmequelle: Es handelt sich dabei um einen festen Wärmespeicherofen, der – anders als Zentralheizkörper, die die Luft des Raumes aufheizen – die Wärme direkt abstrahlt. Da für diese Art von Ofen lediglich Holz verwendet werden kann, ist die Aneignung von Kenntnissen zum richtigen Umgang mit diesem Rohstoff besonders wichtig.

Brennholz machen – gewusst wie

Womit – die Ausrüstung
Wer bereits selbst Holz gemacht hat, der weiß, dass es viele sinnvolle Wege gibt, das Holz ofenfertig zu zerkleinern. Dabei ist es von großer Bedeutung, angemessene Geräte und Hilfsmittel zu verwenden. Selbst Elektromärkte verfügen über zahlreiche Geräte anerkannter, empfehlenswerter Heimwerkermarken: Bei Ketten- oder Astsägen und Schärfgeräten sollte man auf die Modelle renommierter Hersteller wie etwa Güde, Black&Decker, McCulloch oder Einhell zurückgreifen. AL-KO, wolfcraft, Fiskars, Gardena und weitere bieten Vertikalholzspalter oder Spaltäxte und dementsprechend Stapelhilfen für an Autarkie interessierte Hausbesitzer an.

Wann – der richtige Zeitpunkt zum Fällen
Wer in einem Privatwald die Genehmigung zum Fällen bzw. Durchforsten hat, der kann rechtlich gesehen das ganze Jahr über Holz machen. Im Staatswald ist das Holzfällen in der Regel nur zwischen Oktober und April erlaubt. Die genauen Zeiten erfährt man beim Einholen der Genehmigung. Was das Holz selbst betrifft, so sollte man Laubholz (Buche, Eiche) in der Saftruhe schlagen. Bei Nadelholz wird der Zeitpunkt von vielen Selbstversorgern als weniger relevant angesehen, allerdings sollte man im Hinblick auf einen möglichen Käferbefall ab März möglichst kein Nadelholz mehr machen. Grund: Das Tannen- und Fichtenreisig werden nicht so schnell dürr, was den „Kupferstecher“ schnell auf den Plan rufen kann. Vom Käfer befallenes Holz muss allerdings so rasch wie möglich entfernt werden, also auch und speziell im Sommer. Ein weiteres Argument für das Arbeiten im Wald ausschließlich zwischen Oktober und März/April ist das Zeckenvorkommen. Warum also nicht durch Auswahl des richtigen Zeitpunkts zum Fällen einem Zeckenbiss vorbeugen?!

Wie lange – die Lagerung
Vor dem Lagern sollte das Holz ofenfertig – in der Regel auf gut 30 cm – gesägt und gespalten werden. Vorausgesetzt es wird richtig gelagert kann man Brennholz dann bereits in der folgenden Heizperiode holzmieteverwenden: Richtig lagern bedeutet nicht nur nach oben vor Regen geschützt, sondern nach allen Seiten offen, sodass der Wind hindurchziehen kann. Am einfachsten – wenn auch optisch nicht am schönsten – funktioniert das mit abgedeckten Gitterboxen, in denen Scheite lose statt gestapelt liegen. Eine eindrucksvollere, jedoch aufwendigere Lagerung stellt eine Holzmiete (siehe Bild rechts) dar. An der Hauswand aufgestapeltes Holz kann – vor allem, wenn es sich um Hartholz handelt und zudem nicht gespalten ist – drei Jahre brauchen, bis es soweit getrocknet ist, dass es zum Befeuern eines Ofens verwendet werden kann.

Bildquellen: M. Großmann  / pixelio.de (Bild 1), gaia-energy.org (Bild 2), Moni Sertel  / pixelio.de (Bild 3)


Ein Häuschen in Alleinlage im Wald, eine Hütte an den Hängen eines idyllischen, weitläufigen Tals oder ein Zirkuswagen als Haptwohnsitz am Ufer eines kleinen Sees? So manch einer träumt von solchen Szenarien, aber entweder lassen die geltenden Bauvorschriften oder das unverzichtbare Pendeln in die Arbeit diesen Traum dann doch wie eine Seifenblase zerplatzen. Glücklich also, wer sich den Traum vom Leben inmitten intakter Natur verwirklichen kann. Und wenn schon nicht dauerhaft, dann vielleicht am Wochenende? Und wenn nicht alleine oder zu zweit, dann vielleicht im Rahmen eines Homesharings im Freundes- und Bekanntenkreis …?

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Wer nicht sonderlich abenteuerlustig und experimentierfreudig ist und zudem ein erschlossenes (oder erschließbares) Grundstück gefunden hat, der hat es natürlich bequem: Die abgeschiedene Lage muss ja nicht bedeuten, dass man auf alle modernen Errungenschaften verzichten möchte. Wenn man also an das öffentliche Netz angebunden sein möchte, und sei es, weil man sich von seiner Küchenzeile mit Gasherd nicht trennen mag oder weil man den Sonnenstrom vom Dach einspeisen möchte, dann kommt man selbst als Kleinhausbesitzer nicht darum herum, einen Anbietervergleich zu starten.

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Für Freizeitkapitäne: Hausboote im Angebot!

Der aktuelle Newsletter von Tchibo war mit „So will ich wohnen“ betitelt. Das hat uns schon mal neugierig gemacht, auch wenn wir dachten, dass es um Schnickschnack zum Einrichten und Dekorieren geht. Dann haben wir aber nicht schlecht gestaunt, als wir beim Öffnen der Mail gleich über die angebotenen Hausboote gestolpert sind.

Tchibo hat sich für eine Aktionswoche mit dem Hausboothersteller Nautilus zusammengetan und featured zwei der vier Hausboot-Typen des Anbieters: „Nautino“ (mini und maxi) und „Ei-Home“.

Das kleinste Modell, das Hausboot „Nautino mini“ (oben im Bild) mit 8,50 x 3,70 x 3,50 m (L/B/H) und einem Tiefgang von 0,60 m hat eine Wohnfläche von 12 qm mit Schlafplätzen für 4 Personen. Preis: ab € 88.000 inkl. Mehrwertsteuer.

Das nächstgrößere Modell, „Nautino maxi“ ist zwei Meter länger und bietet Platz für bis zu 7 Personen. Preis: ab € 110.000 inkl. Mehrwertsteuer.

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Diese beiden Modelle können entweder stationär an einem Liegeplatz als Wohnung genutzt werden oder, ausgestattet mit einem Fahrpaket, zum Umherschippern. Das Fahrpaket, das zu einem Aufpreis von € 9.500 erhältlich ist, besteht aus einem Yamaha 15-PS-Motor (Benzin) mit 25-Liter-Tank, Fahrstand im Wohnraum mit Steuerung, E-Starter und Gashebel, Bedienpanel mit Anzeigen für Frischwasser, Abwasser, Kraftstoff, Batterie, Tiefenmesser, Oberdeck- und Rückfahrkamera mit Bildschirm. Für Motoren bis 15 PS ist übrigens generell kein Führerschein erforderlich. Für € 12.000 ist auch die Ausstattung mit einem Elektromotor und Batterie möglich. In Kombination mit einer PV-Anlage wird das Hausboot dann ökologisch und autark.

Ein Modell in einem völlig anderen Stil ist das „Ei-Home“, das es ein- und zweigeschossig gibt. Das „Ei-Home“ hat die Maße 12,00 x 8,50 x 3,60 m (L/B/H) und ist neben der Einstiegsvariante (45 m² Wohnfläche) auch als Standardversion mit 80 m² Wohnfläche oder mit bis zu 160 m² Wohnfläche erhältlich. Preis für die Einstiegsvariante: ab € 189.000 inkl. Mehrwertsteuer.

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Wen jetzt das „Seemannsfieber“ gepackt hat und wer bei diesen „Super-Aktionsschnäppchen“ spontan zuschlägt, der möge uns doch bitte nach Einzug eine Homestory liefern! 😉