Espresso ohne Strom mit der Handpresso & Minipresso

Gestartet haben wir unsere Testreihe “Stromlose Espresso-Maschinen” mit der ROK-Espressomaschine, die vor allem etwas für design-affine Espressoliebhaber sein dürfte, welche ein Gerät für das eigene Heim oder das Büro suchen. In diesem Artikel geht es um zwei Geräte, die sich auch für die Mitnahme auf Camping- und Trekkingreisen eignen:

Stromlos Espresso zubereiten mit der Handpresso

Der Handpresso-Espressobereiter ist bestens für Camping und Reisen geeignet. Die Pumpen-Druckerzeugung (16 bar) erfolgt nach dem Prinzip einer Fahrradpumpe. Das Gerät eignet sich für die Verwendung mit losem Espressopulver oder mit Kaffeepads.

So funktioniert die Espresso-Zubereitung mit der Handpresso (und Espressopulver):

  1. Die Pumpe wird durch Drehen des Griffs entriegelt, dann pumpt man bis das Manometer 16 bar Pumpendruck anzeigt und verriegelt die Pumpe durch eine Gegendrehung des Griffs wieder.
  2. Der Siebhalter wird durch eine Drehung vom Gerät gelöst, der Behälter (Sieb) für das Kaffeepulver entnommen, mit Kaffee befüllt und getampert.
  3. 90-95°C heißes Wasser wird in das Gerät gefüllt, der Behälter mit dem Kaffeepulver eingesetzt, der Siebträger wieder aufgesetzt und durch Drehung arretiert.
  4. Das Gerät wird gedreht, sodass der Kaffeeauslass nach unten in eine bereitgestellte Tasse zeigt. Durch Druck auf die Brühtaste strömt der fertige Espresso in die Tasse.

 
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Unser Eindruck:
Die Handpresso kommt ansprechend verpackt und macht einen hochwertigen, soliden Eindruck. Für alle, die nicht regelmäßig Fahrradreifen aufpumpen, ist der Druckaufbau zwar etwas beschwerlich, aber die Mühe lohnt sich: Das Gerät produziert auf Anhieb einen guten (wenn auch milden) Espresso mit Crema. Die geschmackliche Intensität lässt sich durch kräftigeres Tampern, eine andere Espressosorte oder ggf. weniger Druckaufbau steuern. Aufgrund des relativ geringen Gewichts (487 Gramm) und der handlichen Maße (22 x 10 x 7cm) lässt es sich problemlos im Campinggepäck verstauen.
Erhältlich ist die Handpresso ab 89,55 Euro inkl. Versand bei Amazon*

Minipresso – die Überraschungskapsel

Die Minipresso ist ein speziell für die Reise und als Begleiter bei Outdooraktivitäten entwickelter Espressobereiter. Vom Design her minimalistisch und mit 333 Gramm ein Leichtgewicht. Wie man es von Campinggeschirr auch gewöhnt ist, fügt sich hier alles kompakt zusammen: der Espressobereiter mit Siebträger und Wasserbehälter, ein Messbecherchen für das Kaffeepulver, das gleichzeitig als Tamper dient, und ein Trinkbecher.

So funktioniert die Espresso-Zubereitung mit der Minipresso:

  1. Man zerlege das Gerät in seine sechs Einzelteile. Dafür schraubt man zuerst den Becher vom oberen Ende des Mittelstücks ab, dann den zum Vorschein kommenden Auslasskopf und entnimmt das darunter befindliche Sieb. Am unteren Ende der Kapsel schraubt man den Wasserbehälter ab und entnimmt daraus den Messlöffel.
  2. Nun wird der Messlöffel mit Kaffeepulver gefüllt, das Sieb darüber gestülpt und beides umgedreht, sodass der Kaffee im Sieb landet. Der Messlöffel kann im Anschluss zum Tampern verwendet werden.
  3. Das Sieb wird nun wieder oben in das Mittelstück des Gerätes gesetzt und der Auslasskopf wieder aufgeschraubt.
  4. Der Wasserbehälter wird bis zur Markierung mit kochendem Wasser befüllt und anschließend wieder unter das Mittelstück des Geräts geschraubt.
  5. Nun wird die Arretierung des Pumpkolbens an der Vorderseite des Mittelstücks durch eine Drehung nach links gelöst, das Gerät kopfüber (mit der Auslassöffnung nach unten) über eine Tasse gehalten und mit dem Pumpen begonnen:
    Durch die ersten sechs Hübe tränkt das Wasser lediglich das Kaffeepulver, die weiteren Hübe pumpen den Kaffee in die Tasse.

 

Unser Eindruck:
Angesichts des Preises und der Tatsache, dass das Produkt komplett aus Hartplastik besteht, haben wir ursprünglich nicht allzu viel von der Minipresso erwartet, aber, oh Wunder: Dieses Gerät produziert einen ganz passablen Espresso. Am Druckaufbau lässt sich nicht viel ändern, aber durch das Funktionsprinzip entsteht eine ideale Brühdauer. Laut Herstellerangaben wird durch das Pumpen ein mittlerer Brühdruck von 8 bar generiert. Die Crema ließ in unserem Test nichts zu wünschen übrig, nur der Geschmack des Espressos hätte etwas intensiver sein können. Die handliche Kapsel passt in jeden Rucksack und der Becher ist gleich integriert. Keine abstehenden Teile, die unterwegs brechen könnten. Das Gerät ist, wenn man die diversen Einzelteile einmal kennt, intuitiv zu bedienen und stellt ein brauchbares Utensil für die Outdoor-Nutzung dar.
Erhältlich ist die Minipresso ab 54,99 Euro inkl. Versand bei Amazon*

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Fazit nach dem Test der ROK, Handpresso & Minipresso

Jedes Gerät hat ganz eigene Stärken und Schwächen: Die ROK ist (auch geparkt auf der Anrichte) schön anzusehen und relativ unkompliziert zu bedienen. Es erfordert aber eine gewisse Geschicklichkeit, den Hebeldruck so hinzubekommen, dass ein aromatischer Espresso mit schöner Crema entsteht. Erfahrene Espressoliebhaber werden den richtigen Druck schnell raus haben, allerdings bescheinigen Kundenberichte im Internet der ROK bei dauerhaftem Gebrauch keine allzu lange Lebensdauer.
Für Gelegenheits-Espressotrinker und für unterwegs sind die kleinen kompakten Espressobereiter praktikabler: Sowohl Handpresso als auch Minipresso liefern bei leichter Bedienbarkeit eine recht gute Espressoqualität.
In jedem Fall lohnt sich ein Experimentieren mit Kaffesorte, Kaffee- und Wassermenge sowie Druckaufbau um aus dem jeweiligen Espressobereiter das Beste heraus zu holen. Die beste Espresso-Qualität erreicht man aber generell mit 90-95°C-heißem Wasser, mit 7-8 Gramm Espressopulver – im Fall der ROK für doppelte Espressi 15-17 Gramm – und einer Brühdauer von 20-25 Sekunden. Tipps für eine evtl. Fehlerbehebung gibt es hier.

Während Handpresso und Minipresso für Situationen geschaffen sind, in denen tatsächlich kein Strom vorhanden ist und das Wasser z.B. über dem Lagerfeuer zum Kochen gebracht wird (oder aus einer gut isolierenden Thermosflasche kommt), ist die ROK etwas für Espressofreunde, die Rituale lieben und diese auch bei potentiellen Stromausfällen pflegen möchten.

Lesen Sie – sofern noch nicht erfolgt – auch

▷ Stromlos Espresso zubereiten mit der ROK-Espressomaschine

Bildquellen: Handpresso (Bild 1), intern, (Bild 2), Wacaco (Bild 3 + Video), intern (Bild 4).

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