Photovoltaik für Minihäuser: Bedarfsberechnung & Kosten

 
Unsere “Große Minhaus-Umfrage 2019” hatte es bestätigt: Wer sich für das Wohnen in einem Tiny House oder einem Minihaus entscheidet, bevorzugt in der Regel auch einen eher naturverbundenen Lebensstil. Nur wenn kein anderer Baugrund zu finden ist, ziehen es Bauherren in Erwägung das Tiny House im Gewerbegebiet zu platzieren oder gar im Schatten von Wolkenkratzern. Was im urbanen Umfeld eine Selbstverständlichkeit ist, kann jedoch beim Anspruch an ein autarkes Leben auf einem Baugrund in Alleinlage zur Herausforderung bei der Energieplanung werden: der Luxus der lückenlosen Energieversorgung für Beleuchtung, Internet, Herd und Kühlschrank.

Sauberer Strom aus der eigenen Solaranlage

Natürlich schreibt das deutsche Baurecht als Grundvoraussetzung für die Erteilung einer Baugenehmigung für Wohngebäude die technische Erschließung des Grundstücks vor. Insbesondere Tiny-House-Fans favorisieren jedoch Energiekonzepte, die eine potenzielle Autarkie beinhalten – entweder um Stromkosten zu sparen oder für den Fall eines Blackouts. Wer das Tiny House in dieser Weise nicht nur im Sommer nutzen möchte, braucht für das ganze Jahr eine nachhaltige Lösung für die Zufuhr von Strom und Wasser. Für den Stromanschluss stellt sich die Frage nach der Quelle der verwendeten Energie, die für viele Menschen wichtig ist. Der Strom durch Sonne, also durch eine Solaranlage, zählt zur Kategorie der sauberen und erneuerbaren Energiequellen.

Wie lässt sich die Photovoltaik am besten planen?

Im Idealfall planen Sie die Photovoltaik-Anlage gleich zu Beginn ein. In diesem Fall lassen sich die passende Dachform und (bei stationären Minihäusern) die Ausrichtung nach Süden – alternativ nach Ost/West – von Anfang an berücksichtigen. Die Nachrüstung der Solarelemente zu einem späteren Zeitpunkt würde einen weitaus größeren Aufwand nach sich ziehen. Auf einem schrägen Pultdach können Sie die Solarmodule besonders gut anbringen und durch den idealen Winkel werden die Strahlen der Sonne bestmöglich genutzt. Dabei gilt es, den Standort genau unter die Lupe zu nehmen. Angrenzende Bäume können Schatten werfen oder Häuser in der Nachbarschaft.
Um die Sonnenenergie optimal zu speichern, bedarf es eines Solarakkus, also einer Batterie. Mit diesem Stromspeicher profitieren Sie auch dann vom Solarstrom, wenn die Sonne gerade nicht scheint. Die Kosten für ein solches Set aus Modulen und Akku sind zwar erschwinglich geworden, aber eine Kosten-Nutzen-Rechnung fällt bei einer erstrebten 100%igen Autarkie für Minihäuser in der Regel nicht allzu positiv aus. Hier bietet sich für die Stromgewinnung bei abnehmender Sonnenscheindauer viel eher die Kombination von Photovoltaik und Brennstoffzelle an.
Wer beim Kauf von Lampen oder dem Kühlschrank auf energieeffiziente Geräte achtet, reduziert aber generell seinen Stromverbrauch. LED-Lampen verbrauchen vergleichsweise wenig Strom und der Herd könnte mit Gas betrieben werden.

Die optimale Größe des Akkus und die Entladetiefe beachten

Um herauszufinden, welche Menge an Strom Sie verbrauchen, sollten Sie sich zunächst einen Überblick über alle Geräte verschaffen, die Strom benötigen. Anschließend können Sie anhand der Angaben der Hersteller den Stromverbrauch ermitteln und für Ihre Geräte zusammenzählen. Neben dem Watt-Verbrauch gilt es zudem die benötigte Spannung in Volt und die übliche Nutzungszeit pro Tag zu berücksichtigen. Sofern Sie mit Ihrem Tiny House nicht nach Südeuropa umsiedeln, gilt es zu bedenken, dass in unseren Breitengraden die Sonne auch im Sommer nicht immer scheint. Obendrein gibt es in der dunklen Jahreszeit nur wenige Sonnenstunden. Daher empfiehlt sich ein Puffer von ungefähr einem Drittel, um auch nach mehreren Wolkentagen am Stück noch ausreichend Solarstrom zu haben. Gibt es weitere potenzielle Stromquellen wie zum Beispiel ein Benzin-Generator oder ein Netzanschluss, sollte dies in die individuelle Berechnung einfließen.
Bedenken Sie zudem, dass die Lebensdauer des Akkus davon abhängt, in welchem Umfang die Batterie be- und wieder entladen wird. Der Hersteller nennt daher die sogenannte Entladetiefe, damit die Batterie keinen Schaden nimmt, wenn sie zu sehr entladen wird.

Um die Solarmodule sinnvoll miteinander zu vergleichen, spielen folgende Angaben eine wichtige Rolle:

  1. ihre maximale Leistung Pmax, ausgedrückt in Watt,
  2. ihre Spannung in Volt,
  3. der maximale Strom in Ampere.

 

Der passende Anbieter für die Solaranlage im Minihaus

Die großen Anbieter von Photovoltaik-Anlagen haben weniger stark die Besitzer von Minihäusern oder Tiny Houses im Fokus. Über den Link https://www.solaranlagen-portal.de finden Sie jedoch gezielt Anbieter von Solarsets, die passgenau für jede Dachgröße eine Lösung anbieten.
Mit der Solaranlage auf dem Dach lässt sich das gewünschte unabhängige und nachhaltige Leben auf kleinstem Raum realisieren – auch wenn die Sonne einmal nicht scheint.

Bildquellen: houzz.de (Bild 1), Gene Jeter / Unsplash (Bild 2), Charlie Solorzano / Unsplash (Bild 3)

Leave a Comment