In Zeiten, in denen Wohnraum immer knapper und kostspieliger wird, weichen zunehmend mehr Menschen auf alternative Konzepte aus. Die sogenannten Miniimmobilien stellen eines dieser Konzepte dar. Sie können sich harmonisch in jedwede Art von Wohngebiet einfügen und sind finanziell bei Weitem erschwinglicher, als manch herkömmliches Anwesen. Darüber hinaus trifft ihr individuelles Design den Nerv der modernen Zeit.

Kreative Köpfe und Hobbytüflter dürften demnach förmlich aufblühen, wenn zwar dem Platzverbrauch Grenzen gesetzt sind, das Improvisationstalent dafür umso mehr gefragt ist.

singlehaus-ecohome-42

Kleine Häuser mit großer Wirkung

Während große Immobilien mitunter Unsummen an Geld verschlingen – nicht nur, wenn es um eine ausgefallene Grundstückslage geht – sind Minihäuser auch für weniger Betuchte erschwinglich. Die größere Hürde stellt hier lediglich die Suche nach einem geeigneten Baugrund dar. Wer von einem idyllischen Seegrundstück oder einem abgeschiedenen Fleckchen mitten in der Natur träumt, der braucht – zumindest in Deutschland – bei der Suche viel Geduld und Glück.

Ist der passende Baugrund gefunden, dann bietet sich gerade bei den Minihäusern eine schier unerschöpfliche Auswahl an unterschiedlichsten Lösungen: Ihre knapp bemessene Wohnfläche machen die meisten Minihäuser mit einem extravaganten Erscheinungsbild wieder wett. Vor allem kubische Formen realisiert aus ökologischen Baumaterialien entsprechen dem Zeitgeist und sind besonders beliebt.

Immer einen Schritt voraus – auch in Sachen Einrichtung

So zukunftsweisend wie das Design der Außenfassaden gestalten sich bei Mini-Immobilien auch die Einrichtungsmethoden. Zum einen wäre da die angestrebte Verschmelzung von Mobiliar und Architektur zu nennen, die gerade bei kleinen Eigenheimen aus Platzgründen unverzichtbar und zugleich optisch ansprechend ist.

Beim Design der Möbel und Raumelemente kann bei einer multifunktionalen Konzeption völlig neu gedacht werden, was das Wohndesign auf ein regelrecht futuristisches Niveau hebt. In den Zukunftsvisionen zahlreicher Filmautoren spielten fließende Übergänge von Wohnelementen sowie eine reduzierte Anzahl an Möbelstücken schon vor Jahrzehnten eine essenzielle Rolle. Nun hält diese Art der Innenarchitektur auch in Minihäusern Einzug.

colani-rotor-3

Mit den veränderten Wohnverhältnissen einher geht also auch eine neue Einrichtungsphilosophie für Innenräume, die anstatt auf mit Dekorationen überladene Zimmer lieber auf dezente Akzente setzt. Einmalige und extravagante Dekorobjekte, wie etwa die Kunstwerke von Stefan Strumbel oder anderen visionären Künstlern, eignen sich hier wesentlich besser als einheitliche Massenware aus dem bisherigen Überangebot an Einrichtungsartikeln.

Warum kleine Wohnflächen mehr Raum für visionäre Ideen lassen

Dass die Zukunft platzsparend und multifunktional ist, beweisen inzwischen also nicht nur Highendgeräte aus dem Bereich der Technik. Auch in punkto Wohnen geht der Trend immer stärker hin zu kleineren, aber feineren Objekten. Aufgegriffen werden die neuen Architekturansätze im Übrigen nicht nur von privaten Immobilienbesitzern.

studentenbude-aus-holz

Wie stilvoll und effizient eine solche Miniaturunterkunft auch im öffentlichen Bereich sein kann, bewiesen erst kürzlich die schwedischen Architekten von Tengbom Architects. Gemeinsam mit einigen Studenten entwarfen sie den Prototyp eins 10 m² großen Mini-Apartments, das dabei helfen soll den knapp bemessenen Wohnraum für Studierende in Universitätsstädten zu kompensieren. Zwar sieht das Musterhäuschen von außen etwas spartanisch aus, im Inneren jedoch offenbart sich dem Betrachter ein zauberhaftes, kleines Reich, das wie zugeschnitten auf die Bedürfnisse der Studenten scheint.

Ähnlich bedürfnisorientiert verhält es sich auch mit Mini-Häusern für Singles, denn die kleinen Flächen sind wie geschaffen für eine effizientere Wohnraumnutzung. Das Praktische wird aus Gründen des Platzmangels kurzerhand mit dem Nützlichen verbunden und zudem mit mehr Ästhetik versehen, sodass es trotz geringer Wohnfläche nicht schwer fällt, sich wohl zu fühlen. Darüber hinaus dienen die aufs Wesentliche reduzierten Wohnkonzepte auch als wegweisendes Vorbild für einen nachhaltigeren Umgang mit vorhandenen Ressourcen. Anders als bei großen Immobilien muss die Haustechnik bei kleinen Wohnflächen – insbesondere wenn das Minihaus nicht unterkellert ist – kompakt untergebracht werden, was folglich keinen Raum mehr für Energieverschwendung lässt.

Bildquellen: ecohome42.de (Bild 1), HANSE-COLANI-Rotorhaus (Bild 2), Bertil Hertzberg/Tengbom (Bild 3)