Kosten sparen: Minihaus selber bauen oder kaufen?

Bei der Entscheidung für ein Minihaus stehen künftigen Besitzern genau wie bei anderen Immobilien grundsätzlich zwei Möglichkeiten offen: selber bauen oder kaufen. Ein Minihaus zu kaufen ist natürlich die einfachere Variante, jedoch kann es auch ein Meilenstein sein, wenn man sich den Traum vom Minihaus selbst erfüllt und ein ganz individuelles Tiny House selber baut. Beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile, die vorher genau abgewogen werden sollten, um mit bestem Gewissen den Startschuss für den Bau des Mini-Eigenheims geben zu können.

Die Zahl der Hersteller nimmt stetig zu

Minihäuser werden immer beliebter, wird bezahlbarer Wohnraum immer knapper. Anfänglich waren es nur wenige unterschiedliche Modelle – kleine Bungalows, kastenförmige Wohnmodule und Tiny Houses im „Siedlerlook“ –, zwischen denen sich wählen ließ. Heutzutage ist die Auswahl grenzenlos und immer mehr Firmen bieten ihre Produkte auch mit Individualleistungen an. Hierdurchkönnen sich künftige Besitzer den Traum vom Minihaus ganz nach ihren Vorstellungen erfüllen.

Vor allem von Herstellern, die mit einem Baukastenprinzip planen, werden einige Anpassungen kostenlos angeboten, andere sind für einen gewissen Aufpreis erhältlich, der sich nach dem Grad der Veränderung beziehungsweise dem Aufwand zur Umsetzung richtet. Selbst Fertigbausätze werden aber mittlerweile angeboten, sodass Bauherren mit handwerklichem Geschick selbst Hand anlegen und sparen können.

Was kostet ein Minihaus?

Die Kosten für ein Minihaus hängen sowohl von der Wohnfläche wie von der Bauweise ab, aber auch von der Ausbauphase – Rohbau, Ausbauhaus oder schlüsselfertig. Pauschal ist die Frage nach dem Preis immer schwieriger zu beantworten, da es mittlerweile viele Minihaus-Anbieter mit sehr unterschiedlichen Baukonzepten und Qualitätsstandards gibt. Auch der Ort der Fabrikation spielt selbstverständlich eine Rolle: Hersteller, die in einer eigenen Werkshalle in Deutschland fertigen, müssen mit höheren Lohnkosten kalkulieren, als Anbieter, die zum Beispiel in Polen, Lettland oder Rumänien fertigen lassen.

Die vermeintlich günstigste Möglichkeit für den Erwerb eines Tiny Houses ist es, dieses selber zu bauen. Möglich ist dies nach komplett eigenen Plänen oder mit einem Fertigbausatz. Die Kosten hängen jedoch immer von der Größe des Gebäudes, der Komplexität des Entwurfes und des verwendeten Materialien ab. Außerdem ist zu bedenken, dass man für den Eigenbau natürlich keine Gewährleistung erhält. Daher sollten nur Bauherren, die handwerkliche Erfahrung haben, ein solches Projekt in Erwägung ziehen. Andernfalls können die Kosten später durch Bauschäden, die behoben werden müssen, die geplante Höhe um einiges übersteigen.

Eine andere günstige Variante ist das Ausbauhaus, welches vom Anbieter aufgebaut wird, bei dem der Innenausbau aber in Eigenregie erfolgt. Gerade der Innenausbau macht einen nicht unerheblichen Kostenanteil aus – insbesondere durch Arbeitskosten. Bei Gewerken, in denen Bauherren Erfahrung haben oder bei denen nicht zwingend eine besondere Fachkenntnis erforderlich ist – wie zum Beispiel beim Malern, bei dem man als Bauherr leicht über die eigenen Patzer hinwegsehen kann – lässt sich also durch Eigenleistung Geld sparen.

Finanzieren lässt sich ein solches Bauvorhaben beispielsweise durch Bausparmittel oder auch einem Schweizer Kredit, welcher keine Prüfung der Bonität erfordert. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit die Finanzierung durch eine Eigenfinanzierung und einen durch das Einkommen gesicherten Kredit zu realisieren.

Rechtliche Vorschriften

Was die Rechtslage angeht unterscheiden sich die Bauvorhaben für ein Tiny House und ein Minihaus nicht wesentlich voneinander: Bei jedem Bauprojekt – egal ob stationär oder auf Rädern ist das Einholen einer Baugenehmigung und die Gestaltung vor dem Hintergrund eines Bebauungsplans essentiell. Auch beim Kauf eines schon fertigen Tiny House, welches theoretisch nur noch auf dem eigenen Grundstück platziert werden muss, sind diese Vorschriften zu beachten. Was Bauherren in spe beachten sollten: Auch im Bezug auf das Grundstück entstehen Kosten:

  • Grundstückskosten
  • Grundstückserschließung
  • Baunebenkosten inklusive Versicherungen

 
Wer hingegen ein fertiges Tiny House erwirbt, welches zum Verkauf angeboten wird und welches bereits auf einem Pacht- oder Kaufgrundstück steht, benötigt diese Amtsgänge nicht. Wer sein Tiny House auf der Straße von A nach B – also zum Beispiel zum zukünftigen Standplatz – bewegen will, kommt hingegen nicht um eine Straßenverkehrszulassung herum. Beim Kauf eines fertigen Tiny Houses liefert der Hersteller idealerweise einen Kfz-Brief mit.

Bildquellen: Claire Slingerland / Adobe Stock (Bild 1), Aysegul Yahsi / Unsplash (Bild 2)

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