Frühjahrsputz für Kleinhäuser

 
gummihandschuhe-fruehjahrsputzJetzt, da es wieder wärmer wird und mehr Licht durch die Fenster in das kleine Haus fällt, lassen sich auch der Schmutz, Staub und die milchigen Scheiben nur noch schwerlich ignorieren. Es ist Zeit für den Frühjahrsputz – in einem Tiny House ebenso wie bei den großen Klassikern. Doch ob das Putzen effizient ist und Spaß macht, hängt von der richtigen Technik ab. Wer sich daher keine professionelle Reinigungskraft leisten kann, der muss selbst anpacken. Wie? Mit diesen Tipps und Tricks ist die lästige Arbeit schnell erledigt und das Haus strahlt wieder in neuer Frische.

Das Einmaleins der Putzregeln

Drei Reiniger sind auf jeden Fall genug!
Klar gibt es im Supermarkt eine enorme Auswahl an unterschiedlichen Putzmitteln mit angeblich unterschiedlichem Zweck. Hier lässt sich ja schließlich viel Geld verdienen. Der Kunde hat dann die Qual der Wahl und findet sich deutlich verunsichert und unschlüssig vor dem großen Regal wieder. Doch nun wird ein kleines Geheimnis gelüftet: Die meisten Putzmittel bestehen zu 50 Prozent aus Wasser und enthalten ansonsten vor allem Duftstoffe. Das ist nicht nur weniger effizient beim Putzen, die Duftstoffe schaden auch der Umwelt und können Allergien auslösen. Sie sind deshalb in Putzmitteln absolut unnötig. Viel wichtiger sind die zwei Haupt-Inhaltsstoffe gegen Schmutz: Säure gegen Kalkablagerungen und Tenside gegen Verschmutzungen. Wer einmal einen Profi bei der Reinigungsarbeit beobachtet, der wird häufig nur drei Flaschen entdecken: Einen Allzweckreiniger für den Dreck, gegen Kalk einen Säurereiniger und ein Scheuermittel bei besonders hartnäckigen Verschmutzungen. Diese drei sind voll und ganz ausreichend!
„Bio“ ist bei Putzmitteln nicht unbedingt besser!
Der Begriff „Bio“ ist bei Putzmitteln nicht geschützt. So ist zum Beispiel der natürliche Inhaltsstoff Palmöl nicht gerade umweltfreundlich, schließlich werden zu dessen Gewinnung Regenwälder abgeholzt. Orangenöl kann zudem Allergien auslösen und wird in Kläranlagen nicht abgebaut.
Desinfektionsmittel? Nein Danke!
Wenn das kleine Haus regelmäßig gereinigt wird, sind Desinfektionsmittel überflüssig. Schließlich sind ein paar verbleibende Bakterien gut für das Immunsystem. Wer zu viel mit Desinfektionsmitteln hantiert, fördert bei sich und der Familie daher das Entstehen von Allergien.
Handschuhe zum Schutz!
Handschuhe sind als Schutz für die Hände besonders wichtig. Dabei geht es weniger um den Dreck oder Bakterien, als vielmehr um die Putzmittel selber. Dies gilt übrigens auch beim Abspülen von Geschirr. Denn die Spül- und Putzmittel lösen das Fett und damit den natürlichen Schutzfilm von den Händen.
Das richtige Maß finden!
Viele Hausbesitzer machen den Fehler, zu viel Putzmittel zur Reinigung zu verwenden. Das ist nicht nur verschwenderisch und umweltschädlich, es kann auch hässliche Spuren und Schlieren hinterlassen. Entsprechende Dosierungsanweisungen gibt es auf jeder Flasche.

Wohnung putzen mit System

Wer sich vorher ein System bereitlegt, der ist hinterher schneller fertig. Daher gilt: Immer von oben nach unten putzen. Schließlich kann der Staub oder Schmutz beim Reinigen eines Regales, Tisches o.ä. auf den Boden fallen. Wer also den Boden zuerst geputzt hat, der hat nun die doppelte Arbeit. Als Erstes werden immer die Oberflächen, wie Tische, Regale oder Fensterbänke, gereinigt. Dies funktioniert gut mit einem leicht feuchten Mikrofasertuch. Wichtig: Immer ein eine Richtung wischen. Nun können die Polster und Böden gestaubsaugt werden. Wer Fliesen, Hartböden oder Dielen im Haus verbaut hat, der kann diese anschließend erst feucht und dann trocken wischen. Angefangen wird an den Rändern des Raumes.

Das Bad ist eine ganz besondere Herausforderung und, gemeinsam mit der Küche, der wohl wichtigste Raum beim Putzen. Schließlich gibt es hier die meisten Bakterien und an die Hygiene werden besonders hohe Anforderungen gestellt. Geiz ist hierbei nicht hilfreich, deshalb lautet die erste Grundregel zum richtigen Putzen im Bad: Nicht mit dem Wasser sparen. Denn nur wer die Keime komplett wegspült, ist sie auch wirklich los. Zudem sollten die Böden nicht nur feucht, sondern richtig nass gewischt werden. Da das Bad in der Regel mit Fliesen verkleidet ist, kann das Wasser nur soweit in die Fugen eindringen, bis der Schmutz daraus entfernt ist. Eine Faustregel lautet: Ein Streichholz sollte gerade so auf der Wasserfläche schwimmen können. Für die Toilette muss unbedingt ein anderer Putzlappen verwendet werden. Unterschiedliche Farben erleichtern die Unterscheidung. Im Bad breitet sich besonders gerne Schimmel aus.

Die Küchen sind in Kleinhäusern oft modular verbaut und ermöglichen eine flexible Nutzung, zum Beispiel als zusätzliches Esszimmer. Dies bringt ganz besondere Eigenheiten mit sich, die beim Putzen berücksichtigt werden müssen. So sollte jedes modulare Einzelteil auch einzeln gereinigt werden, sonst verstecken sich schnell Schmutz oder Bakterien in den Zwischenräumen. Zudem sollte die Küche nach jeder Benutzung kurz oberflächlich gereinigt werden. Für die Arbeitsflächen bietet sich der klassische Allzweckreiniger an. Gegen Kalkflecken hilft Essig. Dieser kann laut experto.de* im Verhältnis 1:5 mit Wasser gemischt werden.

Der Frühjahrsputz als Fitnesstraining

abnehmenDas „Functional Training“ ist ein Trend aus den USA, der den Frühjahrsputz sowie zahlreiche haushälterische Aktivitäten gezielt als Fitnesstraining nutzt. So ist hinterher nicht nur das Haus sauber, sondern auch die Bikinifigur rückt ein Stückchen näher. Putzen ist dabei Ausdauer- und Krafttraining zur gleichen Zeit. Bei einem Großputz von etwa zwei Stunden, verbrennt der Körper bis zu 600 Kalorien. Das kommt einer Stunde auf dem Rad oder beim Joggen gleich. Wer nicht das gesamte Haus auf einmal putzen möchte, der profitiert dennoch von dem natürlichen Workout: Eine halbe Stunde am Staubsauger und 15 Minuten Wischen verbrennen gemeinsam 200 Kalorien. Wer eine Stunde lang seine Fenster auf Hochglanz bringt ist hinterher 320 Kalorien leichter, bei einer Viertelstunde Fliesen schrubben sind es rund 75 Kalorien.

Noch besser tut der Bikinifigur allerdings ein kurzer Spaziergang nach oder zwischen den Putzzyklen: Laut dem Ayurveda purzeln die Pfunde, wenn man seinen Bewegungsradius erweitert, statt sich nur an einem Ort aufzuhalten – selbst wenn man sich dort körperlich betätigt. Gewichtszunahme wird dabei als Kompensation des kleinen Bewegungsradius verstanden, bei dem sich der Körper ausdehnt. Wer nicht spazieren oder joggen gehen mag, der kann sein Arbeitsfeld zumindest in den Garten ausdehnen. Dort steht im Frühling und Frühsommer ja ohnehin auch genügend Arbeit an.

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