Downsizing:
5 Gründe, weshalb klein Wohnen eine sehr gute Idee ist

Es muss ja nicht gleich ein Hobbit-Haus sein, aber gerade jetzt, wo der Immobilienmarkt stark belastet ist, ist es eine gute Idee, sich nach alternativen Lebensweisen zu erkunden. Der minimalistische Wohn- und Lebensstil, der kleine Häuser einschließt, hat in den letzten Jahren enorm an Popularität gewonnen. Was ist das Anziehende an dieser Art zu leben? Wir nennen Ihnen die 5 wichtigsten Gründe, weshalb es sich lohnt, kleiner zu bauen und zu wohnen.

Grund #1: Geringere Kosten, finanzielle Freiheit

Einer der größten Vorteile besteht darin, dass man, wenn man ein kleines Haus baut oder kauft, eine Menge an Miete und Hypothek sparen kann: Bei Wohneigentum müssen Sie keine Miete zahlen, und wenn Sie einen Kredit für den Bau aufgenommen haben, wird die Prämie, die Sie zahlen, viel niedriger sein, als wenn Sie die Hypothek für ein normales Haus zahlen müssten. Wenn Sie sich mit einem kleinen Blockhaus, einem Tiny House oder einem Holzwohnwagen begnügen, können Sie den gesamten Bau unter Umständen sogar aus Eigenmitteln finanzieren.
Auch alle anderen Fixkosten werden beim Wohnen in einem Minihaus viel niedriger sein. Nicht zuletzt werden Sie ganz von selbst weniger Geld für materielle Dinge ausgeben, weil Sie in Ihrem kleinen Haus keinen Platz dafür haben. Ohne es zu merken, werden Sie eine Menge Geld sparen. Mit dem gesparten Geld können Sie endlich die Reise machen, die Sie schon immer machen wollten. Oder einfach mit weniger Geld leben und mehr Zeit für sich selbst haben.

Das Sparen beginnt aber bereits vor dem Bau: Zum einen benötigt ein kleines Haus einen kleineren Baugrund – das heißt, die Grundstückskosten sind niedriger. Zum anderen kommen Grundstücke infrage, die anderweitig aufgrund ihrer Form oder Größe nicht bebaubar wären und die schon aus diesem Grund günstiger zu haben sind. Minihäuser eignen sich perfekt zur Nachverdichtung in ländlichen Gemeinden, aber auch in Städten. Kleine Baulücken bieten die Möglichkeit in Wohngegenden zu wohnen, in denen ansonsten freier Wohnraum rar und die Grundstückspreise indiskutabel sind.
Übrigens, wenn Sie Zweifel haben, sich in einer Baulücke genügend Privatsphäre bewahren zu können: Vor allem von japanischen Architekten kommen zauberhafte Entwürfe für kleine begrünte, sichtgeschützte Innenhöfe.

Grund #2: Ökologische Aspekte

Wenn man in einem kleinen Holzhaus – gar einem Blockhaus, Tiny House oder Holzwohnwagen – lebt, verursacht man natürlicherweise einen relativ kleinen ökologischen Fußabdruck. Reduzieren lässt sich das weiter mit einer Komposttoilette, mit der Sie nicht unnötig Wasser für die Spülung verschwenden und Ihren eigenen Kompost für den Gemüsegarten produzieren. Sie können mit Sonnenkollektoren auch Ihre eigene Energie erzeugen. Fangen Sie Regenwasser auf und nutzen Sie es zum Beispiel zum Duschen oder Bewässern Ihrer Pflanzen! Auf diese Weise belasten Sie die Umwelt weniger, als wenn Sie in einem normalen Haus wohnen und all diese Möglichkeiten zum Ressourcensparen nicht nutzen. Abgesehen davon: Ein kleines Haus lässt sich effizienter heizen oder kühlen, denn Sie benötigen dafür weniger Energie als bei einem „normal“ großen Haus.

Alternative Lebensweisen ohne Wasserspülung und unbegrenztem Strom aus der Steckdose sind zwar nicht jedermanns Sache, aber letzten Endes geht es immer um Ressourcenschonung. Die meisten Ressourcen werden allerdings nicht im Alltag, sondern beim Hausbau verbraucht – 40% (!) der weltweiten CO2-Emmissionen entstehen im Bausektor. Selbst wenn Sie also herkömmlich komfortabel wohnen möchten, tragen Sie zu einem redzierten CO2-Ausstoß bei, wenn Sie klein und nicht invasiv bauen, also ohne Keller und Bodenversiegelung.

Grund #3: Praktische Erwägungen

Der Vorteil eines kleinen Hauses ist, dass das Durcheinander schnell beseitigt ist. Weil es schnell unübersichtlich wird, räumt man schneller auf. Erleichtert wird das, wenn im Grundriss bereits ausreichend Stauraum eingeplant wurde – auch im Minihaus lässt sich natürlich leichter Ordnung halten, wenn jedes Ding seinen Platz hat. Wurde das bedacht, gilt: Weil man weniger Sachen hat, kann man auch weniger Unordnung machen. Auch das Putzen ist viel schneller erledigt als in einem normalen Haus, einfach, weil man weniger zu putzen hat.
Nicht nur das Aufräumen ist einfach, sondern auch die Pflege Ihres kleinen Hauses. Der Außenanstrich eines kleinen Hauses ist eine kleine Aufgabe und kostet nicht so viel wie bei einem normalen Haus. Letztendlich spart man mit einem kleinen Haus viel Zeit. Denn all diese Hausarbeiten sind im Handumdrehen erledigt.

Grund #4: Der Gesundheit zuträglich

Viele Minihaus-Bewohner berichten, dass sie sich seit sie im Minihaus wohnen mehr im Freien aufhalten, als früher. Nicht etwa, weil ihnen der Raum zu eng wäre, sondern weil sich ein gesundes Gleichgewicht zwischen Bewegungs- und Rückzugsbedürfnis sowie ein neues Verhältnis zur Natur einstellt. Viele Minihaus-Bauherren legen sich einen kleinen Gemüsegarten an und kommen schon allein durch die Gartenarbeit mehr nach draußen. Sonnenlicht und viel frische Luft ist der Gesundheit zuträglich, genauso wie Bewegung und die Senkung des Stresslevels durch weniger Arbeit im Haus und weniger finanzielle Belastung. Das Leben in einem kleinen Haus kann also in vielerlei Hinsicht gut für die Gesundheit sein.

Grund #5: Mehr Lebensqualität

Da man sorgfältig auswählen muss, welche Dinge man ins Haus holt und wofür man Platz im Haus hat, schenkt man automatisch dem mehr Aufmerksamkeit, was einem wirklich wichtig ist. Wer in einem kleinen Haus wohnt, tut sich leichter bewusst zu leben, da weniger Dinge für Ablenkung sorgen, denn:
 

„Die kleinen Zimmer oder Behausungen lenken den Geist zum Ziel, die großen lenken ihn ab.“
Leonardo da Vinci (1452-1519)

Die Folge ist, dass die kleinen Freuden – Spaziergänge in der Natur, Gespräche mit Freunden, ein gutes Buch – wieder mehr an Bedeutung gewinnen. Kurz gesagt, die Lebensqualität steigt …

Bildquellen: Shan Li Fang / Unsplash (Bild 1), Marzenna Gaines / Pixabay (Bild 2), Trym Robberstad / Unsplash (Bild 3).

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