Sicher ist sicher: 6 Tipps für Brandschutz im Minihaus


Der Gedanke an einen Brand im eigenen Minihaus führt wohl bei den meisten Besitzern zu einem erhöhten Puls. Wenn auf kleinem Raum ein Feuer ausbricht, dann fällt sehr schnell das ganze darin befindliche Hab und Gut den Flammen zum Opfer. Doch bei guter Vorsorge ist es nicht nötig, sich vor einem Brand zu fürchten. Folgende Präventionsmaßnahmen sind sinnvoll, um das kleine Dach über dem Kopf vor Bränden zu schützen.

Feuerfeste Materialien verbauen

Da der Bau eines Minihauses in der Regel mit dem Wunsch nach Unabhängigkeit, Einfachheit und Nachhaltigkeit einhergeht, möchte man auch dazu passende Materialien verbauen. Ein Material, das viele vorteilhafte Eigenschaften hat, ist Holz.

Holz ist zwar im Grunde ein brennbares Material, aber trotzdem gewährleistet es in seiner massiven Form weit mehr Sicherheit als die meisten anderen Werkstoffe. Auch leitet es Hitze nicht so, wie Metalle es tun. Sollte ein Brand ausbrechen, so verkohlt Holz zwar, aber das Minihaus geht nicht in lodernden Flammen auf.

Achtung: Holz ist nicht gleich Holz

Die guten Brandschutzeigenschaften gelten für Massivholz. Dünne Holzschichten, die vor allem leicht sein sollen, brennen schneller ab. Denn sie können keine dicke Holzkohleschicht bilden – diese verhindert, dass das Holz komplett zu Asche verbrennt. Zusätzlich kann eine Brandschutzfarbe aufgetragen werden.



Wenn das Minihaus gleichzeitig der Hauptwohnsitz ist, dann wird dort meist alles aufbewahrt, was wichtig, wertvoll oder gar unersetzlich ist. Für kleinere Gegenstände, wie etwa Schmuck, Schlüssel, Datenträger, Geburtsurkunden und andere Dokumente, eignen sich kleine Tresore mit Feuerschutz, wie z.B. Brandschutzkassetten. So kann das essenzielle Hab und Gut vor den Flammen geschützt werden.

Verwendung von Kunststoffen vermeiden

Kunststoffe wie Polyester, Polyethylen und Polystyrol sorgen im Minihaus für erhöhte Brandgefahr. Sie sind allesamt leicht entzündlich und dennoch weit verbreitet. Es wird also empfohlen, innerhalb des Minihauses schwer entflammbare Materialien zu verwenden, vor allem für die Decke und die Böden.

Nicht brennbar sind folgende Stoffe:

  • Beton
  • Ton
  • Sand
  • Kies
  • Gips

Schwer entflammbar sind diese Materialien:

  • Gipskartonplatten
  • Korkerzeugnisse
  • Mineral- und Glasfaserplatten

Diverse Einrichtungsgegenstände, Fensterrahmen und die Inhalte des Kleiderschranks bestehen häufig aus Kunststoff oder haben leicht entflammbare Kunststoffe beigemischt. Beim Bau und der Einrichtung des Minihauses sollte dies bedacht werden. Ein Schrank aus Massivholz kann viel zum Brandschutz beitragen, denn so greifen die Flammen im Ernstfall nicht so schnell auf leichter entflammbare Gegenstände über.

Offenes Feuer am und im Haus nicht unbeaufsichtigt lassen

Wer mag es nicht, das gemütliche Licht von Kerzen, besonders zur Weihnachtszeit. Oder das gesellige Lagerfeuer im Garten. Aber auch hier ist Obacht geboten. Zum einen sollen Kerzen natürlich nie unbeaufsichtigt brennen. Vielleicht ist für den Tannenbaum ein Wechsel zur Lichterkette ratsam. Und beim Lagerfeuer sollte man auf den nicht kontrollierbaren Funkenflug achten. Flammen oder Funken dürfen keine leicht brennbaren Gegenstände erreichen. Zu Gebäuden, Bäumen und generell allem brennbaren Material sollte ein Abstand von mindestens fünf, besser zehn Metern liegen.

Leitungen und Kabel kontrollieren

Viele der Brände, die größere Schäden nach sich ziehen, entstehen durch Elektrizität. Brüchige Kabel und poröse Isolierungen können zu Funkenbildung führen und somit ein Feuer in Gang setzen.

Mehrfach-Steckdosenleisten vermeiden

Im Minihaus sollte keine vollbesetzte 6-fach Leiste zum Einsatz kommen, da die Gefahr der Überlastung besteht, vor allem wenn stromintensive Geräte wie etwa Heizöfen angeschlossen sind. Auf keinen Fall sollten Mehrfachstecker hintereinandergeschaltet werden, da sie schnell überhitzen. Elektronik, die nicht gebraucht wird, sollte vom Stromnetz genommen werden, auch um für mehr Nachhaltigkeit zu sorgen.

Vorsicht beim Ölen von Holzoberflächen

Öle zur Behandlung von Hölzern können unter Umständen einen Brand durch Selbstentzündung auslösen. So befindet sich beispielsweise auf dem Behälter von Leinöl, das gerne zur Behandlung von Holzböden verwendet wird, eine Warnung vor Selbstentzündung.

Der Grund für die Entzündung liegt darin, dass Öle nicht verdunsten bzw. trocknen, sondern vernetzen. Dadurch entsteht Wärme. Wirft man Textilien, die für das Einlassen des Holzes verwendet wurden, zusammengeknüllt in einen Müllsack, kann nach einiger Zeit ein Wärmestau entstehen. Reaktionswärme, die nicht austreten kann, verursacht wiederum akute Brandgefahr.

Sicherheits- und Warnvorrichtungen installieren

Bei einem Brand zählt jede Sekunde, vor allem wenn das Haus klein ist und somit schnell komplett in Flammen stehen würde. Im Minihaus sollte sich in jedem Wohnraum ein Rauchmelder befinden, auch ein Kohlenmonoxidmelder ist eine sinnvolle Ausrüstung.

Ebenso sollten eine Löschdecke und mindestens ein Feuerlöscher an einer leicht zugänglichen und immer gleichen Stelle aufbewahrt werden. So kann ein Brand an seiner Ausbreitung gehindert werden oder er kommt dank der verbauten Meldesysteme gar nicht zum Ausbruch.

Fazit

Wenn es keine Schutzmaßnahmen oder Warnsysteme gibt, welche die Ausbreitung verhindern, kann ein Brand das komplette Minihaus zerstören. Die Brandgefahr lässt sich aber reduzieren, indem man mit schwer entzündlichen Materialien arbeitet und im Alltag Vorsicht walten lässt. Mehrfachstecker aussortieren, brüchige Kabel austauschen und nicht gebrauchte Elektronik vom Netz nehmen – diese Maßnahmen verringern die Gefahr für einen Brand erheblich.

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