Die Einrichtung von Minihäusern – so funktioniert sie

Während manch ein Hollywoodstar ein Anwesen OHNE eigenen Swimmingpool, Billardzimmer oder Spa-Bereich nicht im Traum in Betracht ziehen würde, findet die Tiny-House-Bewegung immer mehr Anhänger, die in den platzsparenden Unterkünften ihre Vision von der Besinnung auf das Wesentliche verwirklichen wollen. Alle, die sich eine Reduktion (noch) nicht zutrauen, möchten wir ermutigen: Durch spezielle Ausbauten und Einrichtungen lässt sich auch in einem Minihaus alles Erforderliche unterbringen und gleichzeitig eine Atmosphäre zum Aufatmen schaffen.

Ökologisch und erschwinglich

Gehören auch Sie zu denjenigen, denen Zimmeranzahl und umfangreiches Mobiliar weniger wichtig sind als Nachhaltigkeit und Flexibilität? Dann ist ein Minihaus möglicherweise genau das Richtige für Sie! Bedingt durch steigende Mietkosten, Wohnraummangel und den Wunsch nach einer minimalistischen Lebensweise erfreuen sich gerade die 20 bis 40 Quadratmeter großen Domizile inzwischen nicht mehr nur in Japan und den USA, sondern auch in Deutschland wachsender Beliebtheit. Kein Wunder, überzeugen Minimalhäuser doch durch zahlreiche Vorteile:

  • Kostengünstig: Abhängig von Größe und technischer Ausstattung, sind Wohnmodule auch bei übersichtlichem Budget erschwinglich.
  • Umweltfreundlich: geringer Strom- und Wasserverbrauch, weniger CO2-Emissionen.
  • Flexibel: einfach auf einen Lkw laden und ohne großen Umzugsstress die Stelle in der neuen Stadt antreten.
  • Entlastend: Aufräumen und Putzen ist schnell erledigt.

 
Bei all dem müssen Sie trotz der geringen Wohnfläche nicht auf Komfort verzichten. Mit einem raffinierten Einrichtungskonzept kann Ihr Tiny Home zum Traumhaus werden – und das völlig unabhängig von seiner Größe. Wozu einen Prachtbau mit x Zimmern mieten? Wenn Sie sich auf diese Wohnform einlassen und bei der Einrichtung etwas umdenken, lässt es sich prächtig (und ohne Verzicht auf Bequemlichkeit) auch auf kleinem Raum leben.

Schlafen unter dem Dach

So klein die Fläche, so hoch die Decken in vielen Mikrohäusern. Planer und Bauherren nutzen die gut drei Meter Raumhöhe gerne zur Errichtung einer separaten Schlafgelegenheit direkt unter dem Giebel. Dazu muss nicht unbedingt eine Decke eingezogen werden: Kreative Architekten schaffen – wie hier am Beispiel der Module von Cabin One zu sehen – mit Schlafboxen oder -podesten Struktur, Nutzfläche und Stauraum.

Schlafboxen gelten übrigens als Einrichtungsgegenstände und vergrößern nicht die Wohnfläche. Dies ist wichtig zu wissen, wenn Sie ein Minimalhaus mit Schlafbox vermieten oder verkaufen wollen und im Vertrag die Wohnflächengröße korrekt angeben müssen.

 
Wenn genügend Raumhöhe vorhanden ist, dann lässt sich die Schlafstätte natürlich auch über der Nasszelle einrichten – dieser Raumspartrick findet gerne bei der Sanierung von Miniapartments in Altbauten mit hohen Räumen Anwendung. Mit Schlafboxen dagegen lässt sich auch dann Nutzfläche schaffen, wenn die lichte Höhe im Raum nicht so üppig ausfällt: Vereinfacht ausgedrückt handelt es sich um Schlafkojen mit Stauraum unter der Liegefläche und/oder in den Seitenwänden. Da in diesem Fall darunter keine Stehhöhe gegeben sein muss, sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt: Der Raum darunter lässt sich zum Beispiel gut mit Auszugschränken nutzen. Was nicht täglich benötigt wird, lässt sich hervorragend weiter in der Tiefe oder unter der Treppe verstauen. Und wo keine Stehhöhe überwunden werden muss, sind auch nur wenige Stufen nötig, die zum Schlafplatz führen. Das wird besonders den Minihaus-Enthusiasten gefallen, denen eine Leiter als Zugang zum Schlafplatz ein mulmiges Gefühl bereiten würde.

Wohnen und Arbeiten – alles zu seiner Zeit

Auch wenn (oder gerade weil) die Grenzen heutzutage verschwimmen und wir gut beraten sind, die Bereiche so weit wie möglich zu trennen, braucht es im Minihaus dafür ganz spezielle Lösungen:

Wie die Arbeit im Homeoffice durch ein „Cloffice“ nach Feierabend aus dem Blick verschwinden kann, hatten wir vorausgegangenen Blogbeitrag bereits illustriert. Daneben kann es aber generell sinnvoll sein, weitere flexible Lösungen für unterschiedliche Situationen zu schaffen – für Tätigkeiten und Hobbies, die größere Arbeitsfläche erfordern oder für die Bewirtung von Gästen.

Bei unserer ständigen Recherche nach intelligenten platzsparenden Einrichtungsideen sind wir auf eine neuseeländische Website namens „Living with Jack“ und den „Snap Jack“ gestoßen und wollen Ihnen diese genialen Entwicklung nicht vorenthalten:

Beim „Snap Jack“ handelt es sich sozusagen um eine Klapp-Essgruppe – also einen Klapp-Esstisch mit vier Klappstühlen – die, bei Nichtbedarf flächig an der Wand verstaut, immer dann entfaltet werden kann, wenn mehr Tischfläche und Sitzgelegenheiten benötigt werden.

Sind Ihnen Klappstühle zu unbequem, kann auch eine multifunktionale Sitzbank die Lösung sein. Mit dieser schaffen Sie Platz zum Verstauen selten genutzter Gegenstände. Bei Sitztruhen mit abnehmbarem Sitzpolster ist auch deren sporadische Zweckentfremdung als Couchtisch vorstellbar. 

Lichtquellen wohin das Auge blickt

Vor allem im Winter lassen sich die täglichen Sonnenstunden oft an einer Hand abzählen, weshalb die eigene Stimmung gedämpft sein kann. Zu jeder Jahreszeit ist ein gutes Lichtkonzept aber die Basis für eine Wohlfühl-Atmosphäre. Ideal ist es, wenn mehrere verschiedene Lichtquellen installiert sind, die ganz nach Bedarf und Stimmung eingeschaltet werden können: Einbau-Spots, Wand-, Pendel- und Stehleuchten …  Eine Kombination aus direkter und indirekter Beleuchtung suggeriert Raumtiefe und sorgt für Behaglichkeit.

Für jeden Wohnstil gibt es passende Leuchten – in den Suchmasken der einschlägigen Onlineshops lässt sich daher nicht nur nach Leuchtenart, sondern auch nach Stil filtern. Allerdings können auch gezielt eingesetzte Stilbrüche oder Stilmixe den Reiz der Einrichtung eines Minihauses ausmachen: So kann eine Treibholz-Stehlampe aus angeschwemmtem Wurzelholz genauso zu einer Einrichtung im Industrial-Style passen, wie eine selbstgebastelte Skateboard-Lampe oder eine Tischlampe aus Beton zu Skandi-Chic.

Klein, aber oho

Wenn Sie keine Angst haben in dem (Über-)Angebot an Inspiration auf Pinterest zu versinken, dann schauen Sie sich dort um! Sie werden dort viele weitere faszinierende und platzsparende Ausbau- und Einrichtungsideen für kleine Häuser finden. Stellen Sie sich am besten einen Wecker, um wieder den Absprung zu schaffen … Sie können sich aber auch häppchenweise von uns per Newsletter versorgen lassen. Darin werden wir Ihnen regelmäßig unsere Favoriten vorstellen und Sie werden sehen, wie inspirierend Platz sparen sein kann.

Bildquellen: cabin-one.com (Bild 1-3), houzz.de (Bild 4), livingwithjack.com (Video), THCUG (Bild 5).

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