Die Infrarottechnik: der einfache Weg zur Heizung im Minihaus

Wer sich für ein Tiny House entscheidet, hat sich in der Regel zum Ziel gesetzt ressourcenschonend zu wohnen: Weniger Wohnraum bedeutet weniger Energieverbrauch und weniger Konsum. Oft sind Besitzer eines Tiny Houses umwelt- und kostenbewusst und sie suchen ständig nach Möglichkeiten, noch weniger zu verbrauchen, generell energieeffizient zu leben und ressourcenbewusst zu handeln. Wenn es um die Beheizung des Tiny Houses geht, ist die Entscheidung nicht einfach: Tiny Houses, die rund ums Jahr bewohnt werden, bedürfen einer anderen Heiztechnik, als Domizile, die lediglich in den Sommermonaten als Zweitwohnung dienen. Bereits gestern haben wir deshalb die Infrarotheizung als praktische und platzsparende Variante vorgestellt, heute soll es noch einmal konkret um Standheizkörper und Kosten gehen …

haeuschen im wald

Die Infrarotheizung: ganz einfach Wärme erzeugen

Die Infrarotheizung an sich ist platzsparend und schnell installiert. Allerdings hat nicht jeder den Platz an der Wand oder er braucht schnell zusätzliche Heizkraft. Die schnelle und sehr einfach zu handhabende Lösung ist die Infrarotheizung zum Aufstellen. Ein fest installierter Heizkörper passt nicht in jedes Wohnkonzept, wenn auch als Spiegel oder Bilder getarnte Elemente dekorativ wirken können. Oft werden die Wände zur Schaffung von kostbarem Stauraum jedoch komplett mit Regalen und Schränken versehen, Möbel verfügen über mehrere Funktionen und werden umgebaut, hochgeklappt, zur Seite geschoben oder aufgestellt. Mit einem mobilen Wärmewellenheizkörper bleibt die Flexibilität erhalten.

Es gibt Infrarotheizungen zum Aufstellen in unterschiedlichen Varianten. Bei manchen ist die Wärmequelle wie ein Scheinwerfer weit oben installiert, andere sind niedrig und geben in Hüfthöhe Wärme ab, wieder andere sind säulenartig aufgebaut. So gibt es etwas für jedes Platzangebot.

Wieviel kostet eine Infrarotheizung?

Kleine Standgeräte sind in der Anschaffung günstig. Für weniger als 100 € sind die Mini-Wärmequellen bereits zu haben. Im Vergleich zu einer konventionellen Heizung oder einer Wohnmobil-Heizung ist das wenig. Die Betriebskosten sind allerdings eine Größe, die sich langfristig auf das Budget niederschlagen. Im Vergleich zu anderen Heizungstechnologien ist die mit Strom betriebene Infrarotheizung für die Wärmeerzeugung am teuersten, weil Strom mehr als Öl, Gas oder Pellets kostet. Unterm Strich jedoch kann die Infrarotheizung dennoch die richtige Wahl sein, denn die Frage ist, was man über die Nutzungsdauer hinweg betrachtet insgesamt bezahlt. In einem Gesamtkostenvergleich kann sich die Rechnung durchaus zugunsten der Infrarotheizung bemerkbar machen, insbesondere dann, wenn das Tiny House nur gelegentlich beheizt werden muss.

Ein Rechenbeispiel: Eine Infrarotheizung mit 200 Watt verbraucht in einer Stunde 0,2 Kilowattstunden Strom. Wird an 180 Tagen jeweils 8 Stunden geheizt, ergibt das eine Heizleistung von 288 kWh. Bei einem Kilowattstundenpreis von 29,30 Cent belaufen sich die Heizkosten jährlich auf 85 €. Das entspricht einem Kostenfaktor von 47,2 Cent für jeden geheizten 8-Stunden-Tag.

Bei kleineren Räumen sinkt die benötigte Heizleistung entsprechend. In Anbetracht der geringen Gesamtkosten lohnt es sich durchaus, über die Anschaffung eines Infrarotgeräts nachzudenken. Abgesehen davon können Infrarotheizmodule – eine eigene kleine Photovoltaikanlage vorausgesetzt – mit selbst erzeugtem Strom betrieben werden. Auf diese Weise ist die Heizwärme nach Ammortisierung der PV-Anlage kostenlos.

Vergleicht man unter dem Kostenaspekt beispielsweise ein Infrarot-Heizmodul mit einer Mobilheim-Heizung, welche gut und gerne 1.500 bis 2.000 Euro kostet, dann kann man eine Infrarotheizung rund 17 bis 23 Jahre betreiben, bis man diese Anschaffungskosten mit Infrarot verheizt hat – Wartungskosten und Betriebskosten der Mobilheim-Heizung sind dabei noch gar nicht berücksichtigt.

Die Vorteile der Infrarotheizung

Die Vorteile der Heizgeräte mit Infrarottechnik sind vielfältig:

  • viele Jahre Lebensdauer
  • Anschaffungskosten gering
  • Kein Wartungsaufwand – keine Folgekosten
  • Null Installationsaufwand
  • Lässt sich mit Strom aus der eigenen Photovoltaikanlage betreiben

 

Funktionsweise der Infrarotheizung

Eine Infrarotheizung funktioniert grundlegend anders als eine konventionelle Heizung. Während eine haushaltsübliche Heizung die Umgebungsluft aufwärmt, wärmt die Infrarotheizung Gegenstände auf. Diese Wärme ist mit Sonnenwärme vergleichbar. Die Infrarotstrahlung dringt in Wände, den Boden und die Einrichtungsgegenstände ein. Die erwärmten Gegenstände geben ihrerseits die Wärme in den Raum ab. In der Nähe der Infrarotquelle spürt man die Wärme, ähnlich wie bei einer eingeschalteten Herdplatte. Die Infrarotstrahlung dringt übrigens tiefer in den menschlichen Körper ein, als die Heizwärme konventioneller Heizkörper, so dass das Wärmeempfinden ein anderes ist. Die Temperatur der Infrarotheizung kann deshalb bis zu 2 Grad niedriger eingestellt werden.

Infrarotheizung sicher aufstellen

Eine mobile Wärmewellenheizung als Ersatz zum hängenden Heizkörper oder als Ergänzung macht also Sinn. Allerdings muss sie sicher aufgestellt werden. Sie darf nicht umkippen und sie darf keine Stolperfalle sein. Deshalb ist es ratsam ein säulenförmiges Gerät zu wählen. Es ist einerseits platzsparend und andererseits liegt der Schwerpunkt weit unten. Das trägt zur Sicherheit bei, weil es dadurch eine gute Standfestigkeit aufweist. Strombetriebene Geräte verfügen über ein Stromkabel. Beim Aufstellen ist darauf zu achten, dass dieses Kabel nicht im Weg liegt, weil das Risiko zu stolpern hoch ist. Zudem sollte das Gerät nicht direkt mit Möbeln, Materialien oder Personen in Berührung kommen.

Fazit: Günstig in der Anschaffung, flexibel im Einsatz

In Anbetracht der geringen Gesamtkosten für eine Infrarotheizung zum Aufstellen und ihrer Flexibilität sind die Geräte eine interessante Ergänzung – oder ggf. auch eine Alternative – zu konventionell erzeugter Wärme und auch zum Heizen mit Holz.

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