Wohnen im Seecontainer – warum nicht?

Gastartikel von Samuel Ilg – Der Trend kommt auf leisen Sohlen angeschlichen, doch die Spuren werden immer größer – der Hausbau mit Seecontainern. Hört sich seltsam an? Ist es aber nicht. In Deutschland verspüren immer mehr Menschen die Lust, ihr Hab und Gut zusammenzupacken und günstig in ein Eigenheim aus Stahl zu ziehen. Mit Tristesse haben Seecontainer übrigens nicht gemein – im Gegenteil, das Wohnen in einem Containerhaus ist genauso komfortabel wie in einem Haus aus Stein oder Holz.

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Welche Vorschriften gibt es zu beachten?

Deutschland ist ein straff durchorganisiertes Land. Das ist gut und richtig so – doch es bedeutet zugleich, dass es auch bezüglich des Wohnens in einem Seecontainer Vorschriften gibt, die es einzuhalten gilt. Denn – es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es den lokalen Behörden nicht gefällt…

Ein Blick auf einige der eindrucksvollsten Containerhäuser zeigt, dass ein Seecontainer nahezu an jedem Ort eine gute Figur abgibt. Das ist zwar schön, doch das gute Stück kann (leider) nicht einfach auf irgendeine Wiese abgestellt und bezogen werden.

  • Die Bebauungspläne der Bauortsgemeinden regeln ganz genau, welche Art von Bebauung auf einem Grundstück zulässig ist.
  • Bevor ein Wohngebäude auf einem Grundstück errichtet werden kann, muss im Normalfall ein Bauantrag bei der Stadt- oder Gemeindeverwaltung eingereicht werden. Sollte dieses Amt zustimmen, reicht sie den Antrag an die Bauaufsichtsbehörde weiter, die eine endgültige Entscheidung trifft.
  • Je nach Bebauungsplan wird das Aufstellen eines Containers als Wohnraum genehmigt. Liegt kein solcher Plan vor, wird in der Regel geschaut, ob der Seecontainer zu den Nachbargrundstücken passt.
  • Grundsätzlich ist in Deutschland jedes Gebäude genehmigungspflichtig – egal, ob es aus Stein, Holz oder Stahl gefertigt wurde. Das gilt zumindest dann, wenn es als längerfristige Wohnmöglichkeit genutzt werden soll.
  • Wer nur kurzfristig (+/- 14 Tage) einen Wohncontainer aufstellen möchte, kommt meist ohne eine Genehmigung aus. Doch auch hier scheiden sich innerhalb der Landesgrenzen die Geister, wie lange dieser Zeitraum genau ist. Es ist immer ratsam, sich bei der Stadt- oder Gemeindeverwaltung genau zu erkundigen.

 

Wie vereint sich die Energieeinsparverordnung mit einem Wohncontainer?

Zwei elementare Punkte gehören zur Planung unbedingt dazu: die Energieeinsparverordnung (EnEV) und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG). Diese Verordnungen betreffen alle Gebäude, die regelmäßig beheizt werden. Dabei gibt es eine Ausnahmeregelung: Wird ein Gebäude höchstens vier Monate im Jahr genutzt – etwa als Ferienwohnung – ist es von der Verordnung ausgenommen. Das wiederum bedeutet im Umkehrschluss: Soll ein Gebäude als Wohnraum dienen, müssen die Gesetze unbedingt beachtung finden, sonst ist Ärger vorprogrammiert.

Zu beachten ist bei einem Wohncontainer, dass die Energie, die für das Heizen, Kühlen oder für die Warmwasserzufuhr nötig ist, wenigstens zu einem Teil aus erneuerbaren Energien stammen muss.

Wohncontainer – für wen eignen sie sich?

Seecontainer erlauben ein Eigenheim nach Maß. Sie bestehen aus Einzelmodulen, die auf Wunsch so zusammengefügt werden können, dass ein äußerst schickes Haus dabei herauskommt. Oder die künftigen Bewohner zieht es mehr zur Ausgefallenheit. Dann müssen sie damit rechnen, dass vorbeigehende Spaziergänger hier und da ihre Kameras zücken, um das “verrückte” Gebäude zu fotografieren. Wohncontainer sind längst keine Notunterkunft mehr. Es sind solide Stahlkonstruktionen, die höchsten Ansprüchen genügen. Bunt und schrill – gediegen und bodenständig – alles ist machbar.

Für ernsthaft Interessierte gibt es auch schon bei dem Kauf eines Seecontainers so einiges was man nicht außer Acht lassen sollte. Unter https://www.containerbasis.de/seecontainer-kaufen-wichtig/ gibt es hierzu zielgerichtet weiterführende Informationen.

Bildquelle: www.survival-spot.com

Über den Gastautor
Samuel Ilg ist Student der Immobilienwirtschaft und betreibt, in Zusammenarbeit mit einem renommierten Hamburger Containerexperten, der Elbtainer Trading GmbH, das Informationsportal containerbasis.de.
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