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12 „Must-haves“ im und am Minihaus

Wände, Dach und Haustür: Klar, ohne diese Dinge ist ein Haus kein Haus. Es gibt aber auch einige „Must-haves“, die nicht so offensichtlich sind … Die wesentlichen, nicht nur nach persönlicher Einschätzung, unverzichtbaren Anschaffungen haben wir hier zusammengefasst:

Was sind die wirklich unverzichtbaren Dinge rund ums Haus?

Diese Frage stellen sich viele BauherrInnen in spe, die ihr Leben reduzieren möchten – oder die schlicht wenig Platz haben werden, etwa im Tiny House …

Badewanne, Geschirrspüler oder Waschmaschine: Das sind Anschaffungen für den persönlichen Komfort. Hier ist jeder selbst gefragt, was verzichtbar ist und was nicht. Anders ist es allerdings mit einer Basis-Ausstattung, denn manche Dinge sind durch die für den betreffenden Standort geltende Landesbauordnung oder sogar durch das Baugesetz vorgeschrieben.

Unverzichtbares für drinnen

Es gibt Dinge, die nicht nur notwendig sind, sondern zur Pflichtausstattung für Wohnungen und Wohnhäuser gehören. Das ist z.B.

  1. der Anschluss an das öffentliche Versorgungssystem (Strom, Wasser, Abwasser)
  2. zumindest eine Küchenzeile
  3. ein Badezimmer
  4. ein Sicherungskasten für die Elektrik
  5. ein Stromzähler
  6. eine Wasseruhr
  7. Rauchmelder in den Schlafzimmern und im Flur

Wer wirklich reduziert leben möchte, braucht darüber hinaus – abgesehen von seinem Mobiliar – kaum mehr: Internet und Telefon gehören für die meisten von uns zum modernen Lebensstandard. Beides lässt sich inzwischen auch sehr gut mobil realisieren. Wer jedoch von zuhause aus arbeitet, wird einen Glasfaseranschluss zu schätzen wissen. Eine Möglichkeit zur Beheizung der Räume ist dagegen tatsächlich unverzichtbar, wie diese jedoch realisiert wird, steht jedem Hausbesitzer ebenfalls frei.

Unverzichtbares für draußen

Wie steht es mit den Außenbereichen? Hier gibt es ebenfalls ein paar wirklich unverzichtbare – weil vorgeschriebene – Dinge:

  1. Zuwegung zum Grundstück
  2. Stellplätze für Autos (eine Befreiung von dieser Auflage ist möglich)
  3. eine Mülltonne 80 l (oder mehr) inkl. der Anmeldung bei einem Entsorgungsunternehmen
  4. ein Briefkasten
  5. ein (ggf. beleuchtetes) von der Straße erkennbares Hausnummernschild

Eine weitere Außenbeleuchtung ist von großem Vorteil, aber verzichtbar. Anders sieht es aus, wenn im Haus auch Gewerbe mit Publikumsverkehr angemeldet ist. Hier sind Hausbesitzer dazu verpflichtet, eine sichere Zuwegung zu gewährleisten. Die kann eventuell eine Beleuchtung erforderlich machen. So oder so ist sie sehr praktisch.


 

Rechtliche Vorgaben zur Ausführung

Abgesehen von den vorgenannten Punkten ist die Ausstattung eines Hauses mehr oder weniger Geschmacksache. Keine Frage des individuellen Geschmacks ist es, wenn es rechtliche Vorgaben durch Bebauungspläne oder Ortsgestaltungssatzungen gibt:

Ein Bebauungsplan legt unter anderem fest, wie das Gebäude überhaupt aussehen darf – was selbstredend bereits bei der Bauplanung zu beachten ist. Dahingehend zu berücksichtigen ist außerdem die Energieeinsparverordnung, etwa was die Auswahl der Baustoffe und die Heizungsanlage betrifft.

Unabhängig vom Bebauungsplan kann eine Gemeinde, die ein besonderes Ortsbild erhalten oder fördern will, eine Ortsgestaltungssatzung verabschieden. Darin wird ein einheitliches Erscheinungsbild geregelt. Betreffen kann dies

  • die Dachform und Dacheindeckung,
  • den Dachüberstand an Giebel- und Traufseite,
  • den Look der Außenwände (verputzt in einer festgeschriebenen Farbpalette, Holzfassade, Klinker, Schindeln u.ä.),
  • bis hin zur Ausführung der Hausnummernschilder (z.B. Emailleschilder mit weißer Hausnummer auf dunkelblauem Grund).

Solche Regelungen gibt es vor allem für historische Altstädte oder, in weniger strenger Form, für Neubausiedlungen. Aber auch die Gestaltung der Freiflächen kann Teil der Ortsgestaltungssatzung sein. Dann regelt sie, ob bestimmte Bäume gepflanzt werden müssen/dürfen und wie die Einfriedung des Grundstücks ausgeführt werden darf.

Darüber hinaus gilt: Was unverzichtbar ist, ist häufig Privatsache. An alles gedacht? Dann steht einem entspannten Alltag in den eigenen vier Wänden nichts mehr im Weg.

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