Tiny Houses „on Wheels“:
Für wen sind sie geeignet?

Es gibt zahlreiche Dokumentationen und Wohnberichte über die mobilen Tiny Houses. Doch wie wohnt es sich wirklich auf so geringer Fläche? Eignet sich das Leben auf engstem Raum für jedermann? Und wie kann man Lichtakzente nutzen, um ein großzügigeres Raumgefühl zu erzeugen? Für alle, die neu ins Thema einsteigen möchten, haben wir zu diesen Fragen die Antworten …

Tiny House „on Wheels“ – zum Reisen oder Wohnen?

Tiny Houses haben eine Wohnfläche zwischen 10 und 20 m². Genauso, wie ein Tiny House bestimmte Außenmaße einhalten muss, um den Vorschriften der StVO zu entsprechen, darf es auch nicht zu schwer werden – dies grenzt sowohl den Aufbau der Wände, als such die Innenausstattung ein. Tiny Houses mögen besonders Singles und junge Paare ansprechen, die die Welt erkunden und die sich nicht an einen festen Standort binden möchten. Und auch wenn das der eine oder andere Reisebericht – allen voran Jenna Spesards Blog „Tiny House, Giant Journey“ – anders suggerieren mag, zum Reisen sind Tiny Houses (zumindest hierzulande) nicht geeignet.

Aufgrund der Möglichkeit, ein Tiny House von einem (entsprechend motorisierten) Pkw zu ziehen, liegt zwar der Vergleich mit den Camping-Wohnanhängern nahe. Der entscheidende Unterschied liegt jedoch in der Konstruktionsweise und dem Gewicht. Tiny Houses sind tatsächlich Häuschen auf Rädern, mit allen baurechtlichen Vorschriften und Herausforderungen, die kleine Behausungen mit sich bringen.

Kleine, niedrige, enge Räume sind nicht jedermanns Sache. Durch ein geschickt geplantes Lichtkonzept lässt sich aber optisch mehr Raum schaffen. Wie wir bereits in anderen Artikeln erklärt haben, ist es dabei wichtig zwischen direkter und indirekter Beleuchtung zu unterscheiden und beide Arten zu kombinieren: Spots im Küchenbereich und eine Leselampe an der Wand gehören zur direkten Beleuchtung und eignen sich für Arbeitsbereiche. Eine stylische Deckenleuchte kann als Hingucker dienen und mit indirektem Licht – insbesondere, wenn sie dimmbar ist – für eine stimmungsvolle Atmosphäre sorgen.

Im Tiny House wohl fühlen können sich Kreative und Design-Verliebte mit wenig Platzanspruch. Aber generell auch Menschen die ihr Glück nicht im Besitz finden, können in einem Tiny House glücklich werden, denn spartanisch muss es in einem Tiny House keineswegs zugehen. Guten Innendesignern bieten Tiny Houses mehr Gestaltungsspielraum, als man bei der kleinen Fläche auf den ersten Blick vermuten würde, aber auch Laien finden in Onlineshops wie z.B. vivaleuchten.de* haufenweise Anregungen Einrichtung und Lichtgestaltung.

Mit einem muss jedoch rechnen, wer von einem Leben im Tiny House träumt: Den passenden Standort für das eigene Tiny House zu finden, ist nicht einfach. Als Tiny House-Fan stellt man sich gerne vor, das Häuschen auf Rädern ins Grüne stellen und dort ungestört leben zu können. So jedoch enden die wenigsten dieser Bauvorhaben. Auch für Tiny Houses (die im Prinzip fix und fertig sind und nur noch abgestellt werden müssten) wird eine Baugenehmigung benötigt – insofern scheiden die idyllischen, abgeschiedenen Lagen von vorneherein aus. Aber auch das im Baugesetz verankerte „Einfügungsgebot“ kann der Erteilung einer Baugenehmigung entgegensprechen: Tiny Houses „on Wheels“ weichen optisch meist zu weit von der Umgebungsbebauung ab, sodass es schon eine sehr große Aufgeschlossenheit seitens der Gemeinde und der Nachbarn bedarf, dass ein Tiny House akzeptiert wird.

Weitaus weniger Gegenwind ist bei einem Bauvorhaben mit einem Modulhaus zu erwarten: Baugenehmigungen hierfür sind leichter zu erhalten. Abgesehen davon zeichnen sich Modulhäuser – die im Übrigen transportabel sind und dadurch ebenfalls einen Umzug mit samt des Hauses ermöglichen – gegenüber den Tiny Houses durch viele Vorzüge aus. Welche das sind, haben wir in unserem zweiteiligen Blogartikel „Tiny House vs. Modulhaus – Vorzüge und Nachteile“ erläutert.

Das passende Grundstück für ein Mikrohaus

Anders als man sich das als Tiny-House-Fan vielleicht wünschen würde, kann man ein Tiny House also nicht einfach auf einem x-beliebigen Grundstück aufstellen. Eine vereinfachte Vorgehensweise ist bei Grundstücken möglich, für die ein Bebauungsplan aufgestellt wurde, in dem Mobilheime, Micro- und Minihäuser vorgesehen sind und denen damit (im Rahmen der Vorgaben eben jenes Bebauungsplans) eine pauschale Genehmigung erteilt wurde. Gut gelegen und günstig sollen Kauf- und Pachtgrundstücke für Tiny Houses sein. Der Campingplatz als Notlösung wird bei dem steigenden Angebot an Tiny-House-Initiativen und Grundstücken immer verzichtbarer: In den Vorstädten einiger Metropolen entwickeln sich inzwischen schon ganze Minihaus-Siedlungen – und bei manchen sind auch Parzellen für Tiny Houses „on Wheels“ vorgesehen. Da der Trend zum Minihaus stetig zunimmt, gibt es überdies über das ganze Land verteilt immer mehr Grundstückseigentümer, die ihr Grundstück zur Zwischennutzung und Pacht anbieten. So lässt sich auch in ländlichen Gegenden ein hübscher Standplatz finden.

Fazit

Wer in ein Tiny House zieht, sollte keine großen Platzansprüche haben. Doch wer ein Tiny House besichtigt, wird erstaunt sein, wie viel Lebens- und Stauraum sich auf so wenigen Quadratmetern wirklich realisieren lässt. Damit man sich auf diesem kleinen Raum wirklich wohlfühlen kann, spielt die richtige Beleuchtung eine große Rolle. Für große, hängende Lampen ist hier kein Platz. Um jedoch die Räume optimal auszuleuchten und sie so nach Möglichkeit größer wirken zu lassen, sind kleine Deckenleuchten oder in der Zimmerdecke verbaute Spots eine gute Wahl. So kann jeder Bereich optimal erstrahlt werden. Besonders Tageslichtlampen können hier optisch Raum schaffen und bewirken, dass man sich nicht zu beengt fühlt.

Bildquelle: tinyescape.de