Terrassenüberdachungen
– alles andere als 08/15

Haben Sie auch Lust, an Ihrem Minihaus eine Terrasse zu bauen und Ihre Wohnfläche zumindest in den wärmeren Monaten um einiges zu vergrößern? Anders als ein Garten mit reiner Grünfläche dient eine Terrasse zum Essen, Feiern, Entspannen oder einfach nur einem vitaminreichen Shake an der frischen Luft. Dabei sehnen wir uns nach langen Wintertagen zunächst einmal nach den ersten Sonnenstrahlen, aber je nach Lage der Terrasse kann die hochstehende Mittagssonne dann schnell auch zu viel werden.

Daher empfiehlt sich im Allgemeinen die Installation einer Überdachung, um das direkte Sonnenlicht angenehm zu filtern. Dadurch vermeiden Sie die steileinfallende Sonne des Hochsommers, während im Frühling und Herbst die tiefer stehende Sonne dennoch willkommen den Terrassenplatz erwärmt. Aber nicht nur als Sonnenschutz fungiert eine Terrassenüberdachung: Je nach Konstruktion bietet sie auch einen idealen Wetterschutz in der Übergangszeit und schont Ihre wertvollen Terrassenmöbel. Die beiden Funktionen erfüllt praktisch jede übliche Standard-Überdachung aus dem Baumarkt, aber genau um die geht es heute nicht. Wir suchen die kreative, ausgefallene Terrassenüberdachung für Menschen mit dem besonderen Anspruch.

Mögliche Materialien

Zum Glück gibt es zum wenig umweltfreundlichen, langweiligen Plexiglasdach jede Menge attraktive Alternativen. Ein Klassiker und gleichzeitig hochmodern ist eine Terrassenüberdachung aus Holz. Diese wird meistens in Form einer Pergola ausgeführt, aber dabei muss es nicht bleiben. Kreative Kombinationen ergeben sich mit verschiedenen Abdeckungen, je nach Lage der Terrasse und persönlichen Wünschen:

  • Glasabdeckung: ideal in beschatteten oder Nord-Ost-Lagen
  • Flexible Stoffabdeckung: ideal in sonnigen oder Süd-West-Lagen
  • Fest verspanntes Segeltuch: Sonnen- und Wetterschutz zugleich
  • Begrünung mit Pflanzen: reiner Sonnenschutz in südlichen Lagen

Selbstverständlich können Sie anstelle des Materials Holzes auch eine Tragkonstruktion aus Metall wählen. Diese erhitzt sich aber mehr im Sommer und muss regelmäßig gestrichen werden, wenn Sie kein Aluminium verwenden. Der Vorteil ist der moderne, minimalistische Look, der gut zu Minihäusern aus Stahl und Glas passt, und der robuste Wetterschutz.

Aber es muss nicht immer eine feste Tragkonstruktion sein. Meistens preiswerter und genauso funktionell und ästhetisch ansprechend sind zum Beispiel fest verspannte Sonnensegel oder natürliche Begrünungen mit einem filigranen Tragegestell. Es versteht sich von selbst, dass letztere lediglich als Schattenspender, nicht aber als Wetterschutz dienen.

Regionale Aspekte

Nicht jede Terrassenüberdachung ist für jeden Einsatzort oder Zweck geeignet. Ein sehr gutes Kriterium für die erste Entscheidungshilfe ist auf jeden Fall die Lage und Himmelsrichtung. Mit der Lage sind sowohl die geographische Lage als auch regionale Typisierung gemeint.

Dazu gehören u.a.:

  • Nördliche bzw. regenreiche oder südliche bzw. sonnige Region
  • Bergige Landschaft, Höhenlage oder Flachland
  • Lage am Meer (salzhaltiges Seeklima)
  • Stadtlage, Nachbarbebauung und baurechtliche Einschränkungen

Anschließend haben die Himmelsrichtung und Exposition entscheidenden Einfluss:

  • Ausrichtung zum Süden oder Norden
  • Hochgelegene, freie Lage oder schattige, baumreiche Umgebung
  • Morgensonne oder Abendsonne
  • Alleinstehend oder geschützt zwischen Nachbarbebauung

Alle diese Faktoren sollten mit in das Kalkül einfließen, wenn sie Material, Bauart und Gestaltung auswählen. Je solitärer Ihr Minihaus liegt, umso größer wird Ihr Spielraum bei der Architektur Ihrer Terrassenüberdachung sein. Umgekehrt bedeutet eine städtische Lage fast immer eine regionale Bausatzung mit bestimmten Vorschriften.

Wichtiges zum Thema Genehmigung
Je nach Bundesland und regionaler Baubehörde gibt es unterschiedliche Vorschriften zu Terrassenüberdachungen. Fest installierte Bedachungen sind meistens genehmigungspflichtig, allerdings hängt es auch von der Größe und regionalen Besonderheiten ab. Dagegen sind flexible Überdachungen wie Markisen und Sonnensegel grundsätzlich genehmigungsfrei. Erkundigen Sie sich aber auf jeden Fall vor Baubeginn bei Ihrem zuständigen Bauamt..

Vor- und Nachteile

Die Vor- und Nachteile sind schnell erklärt und ergeben sich aus den oben genannten Aspekten. Während geschlossene Überdachungen nicht notwendigerweise Beschattung, aber immer einen guten Wetterschutz bieten und dadurch Ihre Terrasse auch in der Übergangszeit und bei einem Regenschauer nutzbar machen, sind begrünte und halboffene Lösungen lediglich für den Sonnenschutz gedacht. Die Materialwahl sollte auch in Abhängigkeit vom Ort (Seeklima, Berge, besondere Exposition?) erfolgen.

Bildquelle: houzz.de (Bild 1 und 4), Mumemories/ iStockPhoto.com (Bild 2), mycubig.com (Bild 3)