Ratgeber Bauen: attraktive Fußböden aus Kieselsteinen

So schön Holz als Oberfläche im Innenbereich ist, zuviel des Guten kann es auch sein – nämlich wenn keine Kontraste gesetzt werden. Vor allem in Massivholzhäusern mit Sichtholzwänden tut etwas Abwechslung gut. Entweder durch einzelne zum Beispiel mit Lehm verputzte Wände oder einen alternativen Bodenbelag. Polierter und versiegelter Sichtbeton als Boden kann gut mit dem rohen Holz harmonieren und hat in den letzten Jahren für offene Raumkonzepte, bei denen viel Bodenfäche sichtbar ist, an Beliebtheit gewonnen. Auf kleineren Flächen, wie Fußböden in Badezimmern, schafft ein Bodenbelag aus Kieselsteinen ein Wohlfühl-Ambiente. Anders als Fliesen schmeicheln die Steine nicht nur dem Auge, sondern erinnern vielleicht, wenn man barfuß darübergeht, an den Kiesstrand im letzten Urlaub. Einen Boden aus Kieselsteinen oder einen Steinteppich zu verlegen, ist kein Hexenwerk. Wir erklären Ihnen, wie es geht …
 

Fußböden aus Kieseln: die Körnung macht den Unterschied

Böden aus Stein eignen sich für den Innen- wie für den Außenbereich. Die Größe der einzelnen Steine, also die Körnung, kann nicht nur optisch sondern natürlich auch haptisch einen großen Unterschied machen. Größere Kiesel schaffen in Bädern ein Spa-Feeling, je kleiner hingegen die Steinchen, desto größer ist der rutschhemmende Effekt – weshalb Steinteppiche aus feinem Quarz- oder Marmorkies auch gerne als Treppenbelag verwendet werden. Die Verarbeitung richtet sich nach der Körnung: Größere Kiesel werden mit Fugen verlegt, bei kleiner Körnung wird ein Marmorkies-Harz-Gemisch wie Estrich auf dem Boden ausgebracht.

Boden-Mosaike aus Kieselsteinen

Der einfachste Weg den Look eines natürlichen Kiesweges (zum Beispiel im Badezimmer) zu erhalten, führt als erstes zu einem Fliesen-Fachhändler oder in den Baumarkt. Dort gibt es in der Fliesenabteilung vorgefertigte Mosaikmatten mit aufgeklebten Kieseln. Diese können mittels Natursteinkleber auf den gereinigten Untergrund geklebt werden – eine solche verlegefertige Lösung bietet sich nicht nur für den Boden, sondern insbesondere auch für Wandbereiche an. Die Fugen werden im Anschluss mit für Natursteine geeignetem Fugenmörtel gefüllt. Gepflegt wird ein Kieselmosaik mit öl- und wasserabweisenden Pflegemitteln.

 
Tipp: Um ein natürliches Verlegebild zu erhalten, sollte man die quadratischen Matten nicht einfach schachbrettförmig verlegen, sondern ungleichmäßig zuschneiden und entsprechend ausbringen. Noch besser, aber eine größere Herausforderung zum Erhalt gleichmäßiger Fugenbreiten, ist das Ablösen aller Kiesel und individuelles Verlegen.
Wenn man alle Kiesel ablöst und einzeln verlegt, könnten Sie sich nun fragen, warum dann nicht selber Kiesel sammeln und verlegen? Das weitaus natürlichstes Endergebnis wird das sicher geben, aber – da Sie kaum gleich flache Kiesel finden werden – optisch auch das unruhigere Bild und den ungleichmäßigeren, schlechter zu reinigenden Boden. Wer allerdings Geduld hat und die nötige Anzahl flacher, möglichst glatter d.h. nicht allzu poröser Kieselsteine findet, wird selber einen Bezug zu ihnen und dem Fundort haben, was den selbst verlegten Boden umso schöner macht.

Von blasserschimmer.de – fine nature photography

 

Fugenlose Steinteppiche

Was die Pflegeleichtigkeit betrifft, haben Steinteppiche den Kieselmosaiken noch einiges voraus. Bei Steinteppichen handelt es sich um einen fugenlosen, offenporigen Bodenbelag, bei dem Quarzide oder kleine Marmortrommelsteine mit Bindemitteln wie beispielsweise Epoxidharzen oder PU-Harzen vermengt und so als Schicht auf dem vorhandenen Untergrund (Estrich, Beton u.a.) aufgetragen werden. Bei Nassräumen muss wegen der Offenporigkeit des Steinteppichs darauf geachtet werden, dass der Untergrund wasserundurchlässig ist und ein Gefälle hin zu einem Abfluss angelegt wurde. In Dauernassbereichen wie Walk-in-Duschen wird eine Versiegelung empfohlen, allerdings sollte für solche sensiblen Bereiche auch eher ein Fachmann mit der “Verlegung” des Steinteppichs beauftragt werden.

 
Folgende Schritte zur Ausbringung eines Steinteppichs haben wir der Website bodendoc.de entnommen:

  1. Der Untergrund wir aufgeraut, danach wird die Grundierung aufgetragen.
  2. Als nächstes folgt der Auftrag einer (Feuchtigkeits-)Abdichtung, in diese wird ein Baumwollvlies eingelegt.
  3. Es folgt eine zweite Abdichtungsschicht, welche mit einem Quarzsand bestreut wird, der für einen guten Grip der Marmorkiesel sorgt.
  4. Anschließend wird der Boden mit einem Gemisch aus Marmorkieseln und einem 2-Komponenten-Epoxidharz überzogen.
  5. Bei Bedarf wird noch eine transparente Acyl-Versigelung aufgebracht, welche als Porenverschluss dient.

 

Vor- und Nachteile von Steinteppichen

Steinteppiche sind sehr strapazierfähig: Sie sind schlagfester als Fliesen und abriebfest. Die Oberfläche ist rutschhemmend. Desweiteren ist ein solcher Bodenbelag pflegeleicht und allergikergeeignet. Ein weiterer Vorteil und Nutzen kann die gute Schallisolierung sein.
Ohne Fußbodenheizung kann ein Steinfußboden, wie auch Fliesen, kühl sein. Gegen eine Ausbringen über einer Fußbodenheizung spricht jedoch nichts.

Fazit

Besonders ein Boden aus Naturkieseln kann ein archaisches Flair ins Haus bringen und besonders mit altem Holz wunderbar harmonieren. Wenn es sich nicht gerade um Nassbereiche handelt, kann ein Naturkieselboden ein sehr schönes DIY-Projekt sein, an das sich auch Anfänger wagen können. Wir wünschen viel Vernügen beim Verlegen!

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