Mini-Doppelhaus

Minihäuser:
Kleine Häuser zum Selberbauen

Der Trend zu kleineren Häusern ist nicht nur hier auf dieser Website DAS Thema: Sowohl Herausgeber von Hochglanz-Zeitschriften und Buchverlage, wie auch Messeveranstalter greifen den Trend unter dem Titel „Tiny Houses“ regelmäßig auf. Unter diesem Begriff wird dann Vieles subsummiert: von Holzwohnwägen über Tiny Houses „on Wheels“ bis hin zu Modulhäusern. In diesem Artikel befassen wir uns mit Tiny Houses „on Wheels“, den Häuschen auf Rädern, für wen sie sich eignen und was beim Selbstbau zu beachten ist.

Minihäuser werden immer beliebter

Laut einer repräsentativen Umfrage aus dem Jahr 2019 vom Vermittler für Baufinanzierungen Interhyp, haben 13 Prozent der Befragten durchaus ein Interesse an „Tiny Houses“ und würden darin auch gerne wohnen wollen.

Der Trend selbst stammt aber nicht aus Deutschland, sondern aus den USA. Im Jahr 2017 wurde dort im Baugesetz eine spezielle Definition eingefügt, in welcher es heißt: „Eine Wohnstätte mit bis zu 400 Quadratfuß Grundfläche – die Schlaflofts ausgenommen.“ 400 Quadratfuß entsprechen 37 Quadratmetern.

Für wen eignet sich ein Minihaus?

Ein Minihaus eignet sich prinzipiell für jeden, der sich vorstellen kann, auf sehr begrenztem Raum leben zu können. Das setzt auch voraus, dass man selbst den Minimalismus verfolgt und somit keinen großen Wert auf materielle Dinge legt. Besonders attraktiv erscheint vielen Interessenten wohl die Tatsache, dass die meisten modernen Minihäuser transportabel sind, ein Ortwechsel mitsamt dem Haus also möglich ist.

Mit dem Haus umziehen

Tiny Houses „on Wheels“ überdies sind nicht nur transportabel sondern (mehr oder weniger) mobil: Sie werden auf Kfz-Anhänger aufgebaut und lassen sich so von A nach B ziehen. Zum Reisen sind sie zwar nicht gemacht – und auch für Umzüge an einen mehr als ein paar Kilometer entfernten Standort lässt man sie besser auf einem Tieflader transportieren –, nichtsdestotrotz haftet an ihnen ein Flair von Abenteuerlust und Ungebundenheit.

Als Hauptwohnsitz sind Tiny Houses „on Wheels“ wenig praktikabel und längst nicht so wertbeständig wie Wohnmodule, sie stellen aber eine gute Lösung für einen Zweitwohnsitz in einem landschaftlich reizvoll gelegenen Erholungsgebiet dar. Auch für digitale Nomaden, die sich vorrangig im Ausland aufhalten, kann ein Tiny House „on Wheels“ eine gute Homebase darstellen.
Für alle anderen Interessenten sind Wohnmodule die empfehlenswertere Lösung. Hier ein paar ihrer Vorzüge:

  • Der Quadratmeterpreis ist geringer als bei Tiny Houses „on Wheels“,
  • die für eine Baugenehmigung erforderlichen Standards können leichter eingehalten werden,
  • auch sie können bei Bedarf an einen anderen Standort transportiert werden und nehmen dabei weniger Schaden,
  • sie beiten mehr Flexibilität bezüglich der Wohnfläche – es kann an- und wieder rückgebaut werden.

Ein Grund, weshalb die auf Anhängern aufgebauten Tiny Houses in der Szene so beliebt sind, ist allerdings die Möglichkeit sich mit etwas handwerklichem Geschick ein solches Haus selbst zu bauen. Mit dem Anhänger ist bereits das Fundament erstellt und der Rest ist Holzbau.

Eigenbau und Grundstücksuche – zwei Herausforderungen

Für den Bau eines Tiny Houses muss in jedem Fall berücksichtigt werden, dass professionelles Werkzeug erforderlich ist. Eine Flex, ein Schweißgerät, eine Profilmaschine für die Blechverarbeitung oder eine Aufspannplatte können sinnvoll sein. Letztere finden sich jedoch nicht bei jedem Heimwerker, sondern eher in kleinen oder mittelständischen Unternehmen und diese können auch angefragt werden, um diese Arbeiten durchzuführen.

Wenn die eigene Werkstatt ausgestattet ist und der Bau beginnen kann, spätestens dann sollte auch die Grundstücksuche beginnen – am besten steht der zukünftige Standplatz jedoch bereits vor dem Bau (oder Kauf) fest. Unzählige ambitionierte Selberbauer hatten bereits die baurechtlichen Bestimmungen unterschätzt und wussten bei Fertigstellung ihres Häuschens nicht, wohin damit.
Wie wir in unserer Rubrik „Baurecht“ umfassend erläutern, braucht selbst ein Tiny House auf Rädern, wenn es zu Wohnzwecken genutzt werden soll, eine Baugenehmigung – in Fall der bereits fertiggestellten Tiny Houses ist für das bloße Aufstellen (und Bewohnen) also eine Baugenehmigung erforderlich.

Im Sinne von Flexibilität und Kostenersparnis sollten Tiny-House-Bewohner in spe nicht nur nach günstigen Grundstücken zum Kauf Ausschau halten: Pachtgrundstücke für Tiny Houses können eine gute Lösung darstellen und werden in zunehmenden Maße für diese Nutzung angeboten.

Dass der spätere Standplatz optimalerweise bereits vor dem Bau feststehen sollte, begründet sich darin, dass Bebauungspläne und Ortsgestaltungssatzungen zum Beispiel bestimmte Dachformen oder Fassaden vorgeben können. Punkte, die beim Bau leicht angepasst werden können, andernfalls später jedoch der Erteilung einer Baugenehmigung entgegenstehen könnten.

Was kostet ein Tiny House?

Der Selbstbau eines Tiny Houses kostet im Durchschnitt 25.000 bis 40.000 Euro, wobei sich dies auch nach den eigenen Bedürfnissen bezüglich Ausstattung und Optik richtet. Die Preise für schlüsselfertige Tiny Houses von renommierten Herstellern beginnen dagegen bei etwa 50.000 Euro. Je nach gewünschtem Komfort kann ein Tiny House jedoch durchaus auch 150.000 Euro und mehr kosten – insbesondere, wenn die Technik und Ausstattung des Tiny Houses auf potentielle Autarkie ausgerichtet sein soll. Kostet doch alleine die Photovoltaikanlage bereits um die 8.000 Euro.

Bildquellen:
alexandre zveiger / stock.adobe.com (Bild 1),
Sarah Richter / Pixabay (Bild 2),
Brett / stock.adobe.com (Bild 3),
Christin Lola / stock.adobe.com (Bild 4).

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