Bauen leichtgemacht:
Minihäuser bauen oder fertig kaufen?

Fertighäuser liegen im Trend – nicht nur bei den großen Bauprojekten. Auch Minihäuser gibt es mittlerweile „von der Stange“. Aber ist das sinnvoll oder ist der eigene Entwurf doch die bessere Wahl?

Bauen oder kaufen? Das ist die Frage …

Mittlerweile gibt es viele Anbieter, die sich auf Minihäuser spezialisiert haben. Dass der Trend zum kleinen Wohnen aus den USA zu uns gekommen ist, zeigt sich an den Begriffen, mit denen die kleinen Häuser beworben werden: Manche Hersteller sprechen klassisch vom Tiny House, andere – insbesondere die Anbieter der solideren, nicht-mobilen Wohnlösungen – verwenden die englisch-deutsche Mischform und sprechen vom „Tiny Haus“. In jedem Fall gibt es reichlich Auswahl. Und da stellt sich die Frage: Tiny Haus kaufen oder bauen? Unsere Antwort lautet: Das kommt darauf an … In diesem Artikel skizzieren wir die wichtigsten Vorteile und Unterschiede …

Die 5 grundsätzlichen Vorteile von Mini-Fertighäusern

Ein Minihaus zu kaufen, hat unter anderem folgende Vorteile:

Vorteil #1: Zeitersparnis

Selbst die aktuellen Rohstoffengpässe eingerechnet, ist der Einzug nach mehreren Wochen bis wenigen Monaten möglich. Die meisten Hersteller sind perfekt organisiert und können verlässliche Liefertermine nennen. Bei einem Selbstbauprojekt sieht das anders aus: Mit Überraschungen muss immer gerechnet werden und so ziehen sich die meisten DIY-Bauvorhaben länger als erwartet (und gewünscht) hin.

Vorteil #2: Effizienz

Beim fertigen Minihaus ist es wie bei großen Bauprojekten auch: Für Typenhäuser existieren Entwurf und Planung bereits und es entstehen so gut wie keine zusätzlichen Kosten für diesen Bauabschnitt. Zudem funktioniert die Materialbeschaffung bei den Herstellern oft sehr gut, sodass die Rohstoffkosten geringer ausfallen als beim eigenen Bauprojekt. Das alles sorgt für ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bei wenig Aufwand.

Vorteil #3: Expertise

Wie lassen sich 20, 30, 40 Quadratmeter am besten nutzen? Keine Frage: Die Hersteller kennen viele Tricks, um auf kleinem Raum möglichst viel unterzubringen. Vom Schlafalkoven bis zur multifunktionalen Möblierung – hier gibt es unzählige Innovationen. Ein Fertighaus bietet eine Menge davon, ohne eigene Bastelarbeit hineinstecken zu müssen.

Vorteil #4: Gewährleistung

Vom Wolkenkratzer bis zum Minihaus: Wer ein Gebäude errichtet, übernimmt Gewährleistung für die durchgeführten Baumaßnahmen. Wenn die Wasserleitung hinter der Verkleidung platzt, übernimmt der Hersteller die Ausbesserung. Aber keine Sorge: Ein Rohrbruch passiert im Fertighaus so gut wie nie. Im selbstgezimmerten Minihaus gibt es keine Gewährleistung.

Vorteil #5: Einfachheit

Ein fertiges Minihaus macht keinen Aufwand. Langwierige Planungen, komplizierte Entwürfe – all das gibt es nicht. Dafür ist selbstverständlich die Auswahl begrenzt. Fertighäuser oder Modulhäuser gibt es nur in bestimmten Ausführungen – allerdings mit dem Trend zur Individualisierung. Gerade bei Modulhäusern bietet die Kombination verschiedener Elemente zahlreiche Optionen – und, da die Konkurrenz das Geschäft belebt, werden die Raumkonzepte immer ausgefeilter. Moderne Minihäuser sind ansehnlich und komfortabel wie nie.

Minihaus bauen lassen

Eine Alternative zum Mini-Fertighaus ist es, einen Architekten mit einer individuellen Planung zu beauftragen. Im Grunde widerspricht dies ein wenig dem Grundgedanken, Dinge einfach zu halten – ein individueller Entwurf ist nämlich gerade bei Wohnen auf begrenztem Raum mit viel Aufwand verbunden. Diesen erkaufen sich Bauherren und Bauherrinnen durch höhere Kosten. Hinzu kommt, dass es schwierig sein kann, ausführende Unternehmen für ein individuell geplantes Minihaus zu finden. Denn, der administrative Aufwand für kleine Bauvorhaben ist genauso groß wie für konventionelle Einfamilienhäuser, jedoch verdient der Bauunternehmer weniger (und gibt deshalb größeren Bauvorhaben den Vorzug). Minihaus-Bauvorhaben sind deshalb meist eine Mischform aus modularem Aufbau und persönlicher Individualisierung.

Individuelle Minihäuser selber bauen

Wer es sich zutraut und handwerkliche Fähigkeiten mitbringt, kann sich sein Häuschen auch selbst bauen. Dies ist sicher die anspruchsvollste Variante, sie bietet dafür die meisten Freiheiten bei der Gestaltung. Auch Ideen wie Upcycling lassen sich hier am einfachsten umsetzen.

Grundsätzlich gilt: Ein erfolgreiches Projekt beginnt mit einer guten Planung. Hier steht schon zu Beginn die Frage im Raum, ob es ein Tiny House „on Wheels“ (oder auf einer Wechselbrücke) werden soll oder ein stationäres Minihaus. Bei Ersterem gilt es zusätzlich zu baurechtlichen Vorgaben auch die Straßenverkehrsordnung zu bedenken. Ganz ohne fachliche Unterstützung, etwa von einem Statiker, ist ein Haus (egal, ob auf Rädern oder mit Fundament) nicht realisierbar. Allerdings haben Sie beim Innenausbau freie Hand, wenn einmal der Rohbau steht.

Kaufen oder bauen? Wer vor der Frage steht, hat verschiedene Vor- und Nachteile abzuwägen. Sinnvoll ist es, beide Varianten ergebnisoffen zu betrachten. Musterhäuser der Fertighaushersteller bieten die Möglichkeit, sie vorab zu besichtigen. Warum also nicht von diesem Vorteil Gebrauch machen? Hinsichtlich eines geplanten Selbstbauprojektes ist dagegen der Erfahrungsaustausch mit anderen Selbstbauern empfehlenswert.

Bildquellen: Tiny Lofts (Bild 1), Schwörer / Flying Space (Bild 2), Cabin One (Bild 3), Houzz.de (Bild 4).