Individuell & kreativ: Selbstgebaute Möbel für Tiny Houses

Wenn Sie sich dazu entschließen, Ihr Leben zu entschleunigen und zukünftig in einem Tiny House zu leben, sollten Sie nicht nur Grundriss und Look des neuen Heims gut planen, sondern auch den Innenausbau. Denn, das perfekte Tiny House vereint idealerweise Behaglichkeit und Funktionalität miteinander. Um dies zu erreichen und möglichst viele persönliche Wünsche umzusetzen, ist es sinnvoll, sich vorab über die eigenen Bedürnisse klar zu werden und das Haus dann zusammen mit einem Fachmann (in der Regel mit dem Hersteller der Wahl) zu entwickeln.

Bauen oder (nur) Ausbauen – eine wichtige Entscheidung

Auch wenn es nicht unmöglich ist, sich sein Tiny House selbst zu bauen – die auf unserer Website vorgestellten Selbstbauprojekte zeugen davon –, ist dies eine große Herausforderung und Erfahrungen im Umgang mit Holz (oder alternativ eine fachliche Begleitung beim Bau) sind unabdingbar. Mag man bei einem Hühnerstall oder einem Geräteschuppen noch nach Gutdünken bauen können, verlangt der Bau eines Tiny Houses (nicht zuletzt um eine Baugenehmigung zu erhalten) exakte Berechnungen bezüglich Statik, Dämmeigenschaften und Gewicht der verwendeten Materialien.

Die Konzeption und der Bau eines Tiny Houses ist also nicht etwas, das man aus einer Laune heraus an ein paar Wochenenden auf die Beine stellen kann. BauherrInnen in spe sollten sich daher diesbezüglich keine Illusionen machen. Aus unserer Erfahrung ist es ratsamer, das eigene Tiny House als Ausbauversion von Profis bauen zu lassen und erst bei der Innenausstattung und Einrichtung selber Hand anzulegen. Auf diese Art und Weise kann die eigene Kreativität ausgelebt und Erfahrung gesammelt werden, ohne dass dies unerwünschte Auswirkungen auf die Gebäudehülle und die Genehmigungsfähigkeit hat. Egal, ob es sich um Einbaumöbel wie Schränke, Regale und Sitzgelegenheiten für die Innenausstattung des Tiny House handelt oder einfach nur um praktische Accessoires mit Pfiff, die das neue Domizil aufwerten sollen, mit Zeit und Geduld lässt sich das Tiny House ganz nach den eigenen Vorstellungen ausstatten.

Hochwertiges Werkzeug ist unabdingbar

Um Freude am Bau maßgefertigter Möbel für Ihr Tiny Houses zu haben, sollten Sie beim Kauf des Werkzeugs unbedingt auf gute Qualität achten – vorzugsweise auf Profi-Qualität.
Wer billg kauft, kauft (und zahlt) zweimal“. Dies ist ein in vielen Bereichen des Lebens oft zitierter Spruch, aber Heimwerker können hiervon ganz besonders ein Lied singen: Nicht nur, dass billige Werkzeuge sich durch die Belastung leichter in ihre Bestandteile auflösen oder schneller stumpf werden, dem Arbeitsergebnis mangelt es auch leichter an Präzision. Bei all der Arbeit, die Sie sich machen, sollten Sie sich diesen Frust ersparen.

Neben der Qualität der Werkzeuge ist für das Resultat aber natürlich auch entscheidend, wie Ihre Werkstatt ausgestattet ist, ob Sie also für die betreffende Arbeit auch die richtigen (oder nur halbwegs passende) Werkzeuge haben.

Um sich bei kleinen, fälligen Reparaturen und Ausbesserungen selbst behelfen zu können, sollten Sie als Grundausstattung folgendes Werkzeug für den Heimbedarf zu Hause haben:

  • verschiedene Schraubenzieher,
  • einen Hammer,
  • eine Wasserwaage,
  • ein Teppichmesser,
  • eine Flach- und eine Kneifzange,
  • einen Meterstab,
  • eine Stichsäge,
  • und einen Akkuschrauber mit einem Set Bits.

 
Wenn Sie ad hoc Do-It-Yourself-Projekte in Angriff nehmen möchten, lohnt sich die Anschaffung weiterer immer wieder benötigter Werkzeuge und Geräte wie

  • Tischkreissäge
  • Bandschleifmaschine
  • Stechbeitel
  • Multitool u.dgl.m.

 
Ebenfalls stets vorrätig für den Holzbau sollte ein Magazin mit Spax-Schrauben verschiedener Stärke und Länge sein.

Tool-Sharing: Nicht jeder braucht (s)eine eigene Werkstatt

Wie passt das minimalistische Leben in einem Tiny House aber mit einer solchen Heimwerker-Ausstattung zusammen? Nun für eine Grundausstattung wie Schraubenzieher, Hammer und Zange sollte auch in einem Tiny House noch Platz sein. Für alles andere bietet sich das Tool-Sharing an: Genauso wie beim Auto stellt sich auch bei Dingen wie einem Freischneider oder eben einer Tischkreissäge die (rhetorische) Frage, warum eigentlich jeder solche Anschaffungen für sich alleine tätigen muss … Tiny-House-Communities bieten hierfür die passende Antwort:
Grundgedanke der Communities ist die Ressourcenersparnis durch Zusammenschluss und Teilen von Raum und Geräten. Wohl dem also, der seiner Lust an DIY-Projekten in einer gut ausgestatteten Gemeinschaftswerkstatt – vielleicht sogar mit Hobelbank und Absauganlage – freien Lauf lassen kann. Wer nicht in einer solchen Community lebt, wohl aber in Hamburg, Berlin oder einer der Städte in denen schon sogenannte Toolboxen oder Toolbots – die übrigens einer Packstation ähnlen – betrieben werden, kann sich dort die nötigen Werkzeuge per App zum Ausleihen bestellen und dann bequem jederzeit (7/24) abholen.

Möbel selber bauen: Kreative Projekte mit Mehrwer

Das Schöne daran, Möbel und Einrichtungsgegenstände für ein Tiny House selbst zu bauen, ist die Tatsache, dass der Kreativität kaum Grenzen gesetzt sind. Wenn Sie Anregungen für den Einstieg in derlei DIY-Projekte suchen, dann finden Sie auf einschlägigen Seiten im Internet viel Inspiration und Anleitungen, mit denen schöne Möbel einfach und schnell gebaut werden können. Insbesondere die DIY-Ikone Ana White bietet auf Ihrer Website viele gut erklärte Anleitungen für Möbel, die selbst ein Tiny House oder Minihaus von der Stange zu etwas Besonderem machen.

Anleitungen für DIY-Projekte in Haus und Garten

Unabhängig davon, ob es darum geht, mit genialen Accessoires ein Tiny House funktionell und praktisch auszustatten oder der optische Aspekt eines Möbelstücks im Vordergrund steht, bei Ana White findet man die unterschiedlichsten Ideen in verschiedenen Schwierigkeitsgraden.

Sehr beeindruckend sind auch die vielen Ideen für Bauprojekte im Außenbereich, mit denen jeder Garten eine besondere Note bekommt. So bietet Ana White beispielsweise Bauanleitungen für Sitzmöbel, die auf der Terrasse oder im Garten genutzt werden können. Aber auch für Gewächshäuser, Hühnerställe und Sandkisten findet man bei ihr zahlreiche Anregungen und kann entweder ihre Vorschläge einfach komplett nachbauen oder Elemente davon in eigene Projekte einfließen lassen.

Bildquelle: Handcrafted Movement / iStock.com (Bild 1), Sergey05 / iStock.com (Bild 2), Monoliza21 / iStock.com (Bild 3).

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