Hühner im Garten – eine Bereicherung nicht nur für Kinder

Ein Hühnerstall im eigenen Garten hat einen großen Nutzeffekt und bereichert das eigene Leben ungemein. Dies gilt insbesondere, wenn Kinder im Haus sind, die an dem Leben der Hühner Anteil nehmen und dabei einiges über und für das Leben lernen. Die frischen Eier (und ggf. das Fleisch) können – auch im urbanen Raum – zudem einen Beitrag zur Selbstversorgung leisten. Mit einem halben Dutzend Hühner kann man ein schönes Hobby pflegen. Je mehr Hühner man jedoch hält, umso leichter amortisieren sich die Kosten für deren Anschaffung, den Stall und das Futter. Eine große Schar an Hühnern macht kaum mehr Arbeit als ein paar wenige, sorgen aber mit der Eierflut oder der Nachzucht dafür, dass man sich etwas dazu verdienen kann. Wer Hühner liebt, muss also nicht extra auf einen Bauernhof umziehen. Der eigene Garten tut es auch, vorausgesetzt man wählt eine passende Hühnerrasse und die Nachbarn spielen mit.

Einbeziehung der Nachbarn

Das Problem mit der Nachbarschaft ist, dass nicht jeder Nachbar das Gackern der Hühner als Bereicherung empfindet. Für viele Nachbarn stellt Hühnerhaltung schlichtweg eine Lärmbelästigung dar, und in Deutschland ist man bei Klagen wegen Ruhestörung bekanntlich schnell zur Hand. Ein Hahn im Hühnerstall potenziert das Problem noch durch sein besonders kraftvolles Organ. Ein Hahn kräht nicht nur, um den Tag zu begrüßen, sondern den ganzen Tag. Besonders mitteilungsbedürftige Hähne stoßen alle paar Minuten ihre Laute aus.

Damit keine Spielverderber drohen, hilft es, sich mit den Nachbarn vorher abzusprechen und ihnen die Gelegenheit zu geben, eigene Wünsche zu äußern und leckere Frühstückseier in Aussicht zu stellen. Das nimmt bereits Druck vom Kessel, zumal die Nachbarn sich nicht übergangen und vor vollendeten Tatsachen gestellt fühlen. Eine weitere Maßnahme, um Klagen vorzubeugen, besteht in einer elektronischen Hühnerklappe, die so eingestellt werden kann, dass sie morgens erst öffnet, wenn Halter und Nachbarn bereits auf dem Weg zur Arbeit sind.

Was zu einem Hühnerstall gehört

Wer ein geeignetes Gartenhaus aus Holz hat, dessen Konstruktion es zulässt, dass dies für die Hühnerhaltung ausgebaut werden kann, hat bereits einen Vorteil. Doch auch mobile Gartenhäuser und entkernte Bauwagen sind eine günstige und flexible Lösung. Einen Hühnerstall selber zu bauen empfiehlt sich erst nach einer Testphase und der Entscheidung für eine langfristige Hühnerhaltung, denn der Selbstbau eines Hühnerstalls ist zeitaufwendig und selten günstiger als der Ausbau eines vorgeferttigen Gartenhäuschens.

Evolutionär sind Hühner so gepolt, dass sie nur auf Anhöhen schlafen. In freier Natur flattern die Hühner nämlich auf Bäume, um vor Fressfeinden geschützt zu sein. Damit die Hühner beruhigt einschlafen können, benötigen sie Sitzstangen in einer Höhe zwischen 40 Zentimetern und einem Meter. Diese Zahlen sind abhängig von der Größe der Hühner. Zudem hat es sich als nützlich erwiesen, die Sitzstangen in einem Stall in unterschiedlichen Höhen anzulegen, weil jedes Huhn seine eigenen Vorlieben hat.

Unter den Sitzstangen gehören Kotbretter. Für die Verpflegung müssen Trog und Tränke eingeplant werden. Zudem benötigen Hühner ein sogenanntes Sandbad, um sich das Gefieder zu säubern. Zur Unterstützung beim Eierlegen leisten spezielle Brutplätze wertvolle Dienste. Zur Nahrung benötigen Hühner zudem als Verdauungshilfe Grit. Dabei handelt es sich um kleine Steinchen. Ist diesen Kalk zugesetzt, unterstützt dies die Hühner beim Eierlegen. Außerdem stärkt der Kalk den Knochenaufbau.

Neben der Behausung brauchen Hühner eine Scharr- und Auslauffläche. Von einer artgerechten Haltung spricht man bei einem Platzanteil von mindestens 10 Quadratmetern Freilauf pro Huhn.

Der Auslauf

Hühner müssen vor Fressfeinden und vor ihrer natürlichen Neigung zum Ausbruch geschützt werden. Bei der Umzäunung des Auslaufs sollte einkalkuliert werden, dass Hühner zumindest in Ansätzen Flugversuche unternehmen können. Bei den Flugversuchen können sie sich einige Sekunden in der Luft halten oder Zaunpfähle als Sprunghilfe nutzen. Abhängig von der Rasse der Hühner sollte der Schutzzaun deswegen zwischen einem Meter und zwei Metern hoch sein.

In Bezug auf die Fressfeinde haben es Marder, Füchse und große Raubvögel auf Hühner abgesehen. Am raffiniertesten geht bei der Hühnerjagd der Rotfuchs vor. Dieser verfügt über ein ausgezeichnetes Gehör, einen phantastischen Geruchssinn und über scharfe Augen, die er ähnlich wie die Katze auch in der Dunkelheit nutzen kann. Lebt ein Rotfuchs im Umkreis des Hühnerstalls, wird er also schnell die Hühner gewittert haben und fortan Pläne schmieden, wie er sich das leckere Mahl unter den Nagel reißen kann. Zu beachten ist dabei, dass ein Fuchs sehr gut graben kann, weswegen ein Gartenhaus ohne festen Boden ein Sicherheitsrisiko für die Hühner darstellt.

Da der Fuchs sowohl nachts als auch in der Morgen- und Abenddämmerung jagt, sollte der Stall erst bei Helligkeit geöffnet und abends umgehend geschlossen werden, sobald alle Hühner im Stall sind. Stacheldraht, elektronischen Ladungen im Zaun und Netze über dem Auslauf halten Füchse kaum ab. Gegen Füchse, die tagsüber auf Beute gehen ist deshalb kaum ein Huhn sicher. Vor Greifvögeln, die im Gegensatz zum Fuchs tagsüber jagen, warnt der Hahn (oder die Oberhenne) die übrige Schar, sodass sich alle Hühner dann möglichst unauffällig verhalten. Auch gibt es sogenannte “Greifvogel-Abwehrkugeln”, große glänzende Kugeln in denen sich der Greifvogel beim Herabstoßen aus der Luft spiegelt, das Spiegelbild für einen anderen Angreifer hält und dann (so die Theorie) abdreht.

Bildquellen: Mai Moeslund / Unsplash (Bild 1), Pixabay (Bild 2), Jason Leung / Unsplash (Bild 3)



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