Tipps für Badezimmer im Miniformat

Das Leben auf kleinem Raum kann zugleich herausfordernd und gemütlich sein. Viele Minihäuser bieten auf wenigen Quadratmetern all das, was auch große Häuser können – nur eben im Mini-Format. Einiges lässt sich in einem Raum kombinieren: Wohnbereich, Küchenzeile und Schlafplatz. Nur das Bad benötigt extra Platz.
Damit bei der Konzeption der Nasszelle nicht unnötig viel Wohnfläche verbraucht wird, geben wir Ihnen hier wieder einmal ein paar Tipps für die intelligente Grundrissplanung und Ausstattung kleiner Badezimmer – und wie Sie sehen werden: Ein Wohlfühlbad auf kleinem Raum ist durchaus möglich!
 

 

Spezielle Badplanung für kleine Häuser

Minibad im Minihaus

Wer sein Minihaus plant, sollte bei der Badgestaltung nicht nur auf optische Aspekte, sondern auch auf den praktischen Nutzen achten: So ist es sinnvoll, das Waschbecken, das WC und wenn möglich auch die Dusche so zu platzieren, dass die Wege von Wasser- und Abwasserleitungen möglichst kurz sind, also in einer Wand verlaufen können – zugunsten der Wärmedämmung übrigens am besten in einer innenliegenden Wand. Um etwas Intimsphäre zu schaffen, kann vor dem WC ein (zumindest halbhoher) Wandvorsprung eingeplant werden. Hat die Grundfläche des Bades mindestens drei Meter im Quadrat lässt sich ein T-förmiges Vorwandelement so in den Raum setzen, dass der Querstrich des Ts in der Mitte des Raumes liegt und der Abstrich zur Rückwand führt. An der Front lässt sich dann der Waschtisch anbringen. Dahinter entstehen zwei getrennte Bereiche für die Dusche und die Toilette. Ist eine Badewanne gewünscht und lässt die Größe des Raumes diese zu, sollte sie auf der gegenüberliegenden Seite der Tür stehen. Das vergrößert den Raum optisch ohne den Eindruck eines “Schlauchs” zu erwecken. Gerade wenn wenig Platz zur Verfügung steht, benötigt die Grundrissplanung des Bades etwas Gehirnschmalz. Ist die Lösung aber erst einmal gefunden, ist die Befriedigung groß, denn das Bad wirkt ohne 08/15-Anordnung gleich viel moderner.

Micro-Bad im Tiny House

In Tiny Houses ist der Platz so begrenzt und die Raumaufteilung so individuell, dass es besondere, kreative Lösungen braucht. Inspiration für die Planung finden Tiny-House-Bauherren und -frauen im Netz unter den Suchbegriffen

  • “Grundriss Mobilheim”
  • “Grundriss Wohncontainer”
  • “Raumbad”
  • “Badezimmer Hotel”
  • “Gästebad”

 

 

Raumsparende Badkeramik

Genauso wichtig wie ein platzsparender Grundriss ist die Verwendung spezieller Badkeramik für kleine Räume. Handwaschbecken für Gästetoiletten eignen sich zum Beispiel in idealer Weise: Diese kleinen Modelle sind bis 65 cm breit, aber – noch wichtiger – nur 25 bis 35 cm tief. Sie nehmen damit kaum Platz in Anspruch. Erreicht wird das dadurch, dass sich die Armaturenbank statt hinter dem Becken seitlich befindet (oder dass die Armatur in der Wand untergebracht ist). Die Auswahl an Designs ist bei beiden Varianten fast genauso üppig wie bei den größeren Modellen: Von klassisch oval geformten und eckigen Varianten bis hin zu kreisrunden Eck-Waschbecken haben Anbieter wie der Online Shop Calmwaters oder selbst IKEA eine hübsche Auswahl im Sortiment.

Wichtig ist, dass das Waschbecken trotz der geringen Abmessungen eine komfortable Reinigung ermöglicht. Hände und Gesicht sollten sich bequem waschen lassen. Der Waschbereich wirkt optisch besonders luftig – und damit größer – wenn eine wandhängende Lösung gewählt wurde. Da der Platz in Mini-Bädern allerdings naturgemäß stark beschränkt ist, kann eine Möbel-Waschtisch-Kombination Sinn machen. Gut eignet sich dann ein wandhängender Unterschrank. Denn ist der Boden zu erkennen, fühlt sich der Raum etwas weitläufiger an – und das Möbel vereint Stauraum und Design in einem.
 

 
Dasselbe gilt für die Wahl des WCs: Die Wand-Toilette punktet durch ihr leicht wirkendes Aussehen. Zusätzlich fällt die Bodenreinigung erheblich leichter, da beim Wischen und Saugen kein Abflussrohr im Weg ist. Auch beim WC können schon wenige Zentimeter in Breite und Länge sowie die Form den Eindruck des Badezimmers verändern. Während kreisrunde Toiletten eher klobig wirken, stellen schmale, ovale WCs die optisch beste Variante für kleine Räume dar:

Bodengleiche Dusche

Ganz gleich ob Minihaus oder Villa – eine bodengleiche Dusche steht bei der Badgestaltung ganz oben auf der Trend-Liste. Durch den ebenerdigen Zugang verleiht die Duschwanne dem Raum ein hohes Maß an Komfort. Stolpergefahren werden effektiv ausgeschlossen, vielmehr gilt diese Art der Dusche als zukunftsweisend und altersgerecht. Auch in Sachen Optik punktet das bodengleiche Modell. Der Raum wirkt größer, da Fußboden und Duschwanne stärker miteinander harmonieren. Durch den Einsatz von Duschabtrennungen, am besten aus transparentem Glas, können Wasserspritzer dennoch vermieden werden.
 

 
Für den Einsatz in kleinen Räumen eignen sich schmale Varianten gut. Kleine Duschwannen gibt es schon als winzige 75 cm breite und lange Lösung. Ein wahres Raumspar-Wunder ist übrigens die Eckbadewanne, die sich an die Nischen des Raumes schmiegt und den ansonsten wahrscheinlich unbenutzten Platz vollkommen nutzt. Wer trotz aller Platz-Verhältnisse nicht auf eine Badewanne verzichten mag, sollte am besten ein Exemplar wählen, dass neben der bequemen Liegeposition auch den sicheren Stand erlaubt.

Wie sich optische Weite erzielen lässt

Ist die Badplanung so weit umgesetzt? Dann können sich nun gestalterische Ideen entfalten: Generell eignen sich helle Farben wie Weiß, Creme und Beige wunderbar für das kleine Bad. Die vergrößern den Raum optisch und sorgen für eine heitere Stimmung. Darüber hinaus lässt sich mit gezielt gestaffelter Farbtönung oder kleinen optischen Täuschungen etwas schummeln: Eine Tapete mit Bücherregal-Design in Weiß lässt den Raum zum Beispiel zusätzlich etwas größer erscheinen:
 

 
Gezielte Details in dunkleren Nuancen oder farbigen Schattierungen peppen den Raum auf. Mit diffusem Licht und einer breiten Spiegelfront erhält das Bad eine freundliche, helle Ausstrahlung. Mit frischen Blumen und kuscheligen Handtüchern lässt das harmonische Bild abrunden.