Gesund wohnen: 5 Tipps für mehr Ergonomie im Minihaus

Wer einen verantwortungsvollen Arbeitgeber hat, mag die Umsetzung einer ergonomischen Gestaltung des Arbeitsplatzes schon vom Job her kennen. Zuhause wird selten ein Gedanke an die Ergonomie verschwendet, selbst wenn viele Arbeitnehmer – spätestens seit dem Corona-Lockdown – die Möglichkeit bekommen haben, vom Homeoffice aus zu arbeiten.

 

Was bedeutet Ergonomie?
Der Begriff “Ergonomie” setzt sich zusammen aus “ergon” (griech.: Arbeit, Werk) und “nomos” (griech.: Gesetz, Regel) und ist somit die Wissenschaft von der Gesetzmäßigkeit menschlicher Arbeit bzw. – gemäß der Definition der International Ergonomics Association (IEA) – die Lehre von der menschlichen Arbeit und die Erkenntnis ihrer Gesetzmäßigkeiten.

In der Ergonomie werden die natürlichen und gesundheitlichen Bedürfnisse des Menschen in Bezug zur Arbeitsumgebung betrachtet. Letztere soll sich an die physischen und psychologischen Ansprüche und Bedürfnisse des Menschen anpassen lassen (statt umgekehrt) – und zwar ganz individuell. Ziel einer solchen Adaption ist eine Minimierung körperlicher und psychischer Belastungen.

Im Rahmen einer ergonomischen Arbeitsplatzgestaltung werden idealerweise entsprechend geformte Arbeitsgeräte so platziert, dass sie mühelos zu handhaben sind. Möbel müssen in Bezug auf ihre Maße dem Benutzer angepasst sein – bei mehreren Benutzern muss sich Höhe und Anordnung individuell anpassen lassen.

Ergonomie im häuslichen Bereich

Ergonomische Maßstäbe an die Einrichtung des eigenen Zuhauses anzulegen, macht insbesondere dann Sinn, wenn man

  • dort regelmäßig und über längere Zeit an einem Arbeitsplatz gleichförmige Arbeiten verrichtet (das kann z.B. am Schreibtisch oder in der Küche sein),
  • bewusst körperlichen Beschwerden vorbeugen möchte oder mit diesen bereits konfrontiert ist.

 
Schon eine länger andauernde 20°-Neigung des Oberkörpers nach vorne, belastet bereits die Bandscheiben und kann langfristig zu Beschwerden führen. Vor allem im Homeoffice – bei überwiegend sitzender Tätigkeit vor dem Bildschirm – ist die ergonomische Gestaltung des Arbeitsplatzes von nicht zu unterschätzender Bedeutung. Stühle, Tische, Tastaturen und Bildschirme sollten an die eigene Körpergröße angepasst sein. Eine bekannte Faustregel für die Einstellung von Sitzflächen- und Tischplattenhöhe lautet, dass beim Sitzen die Arme am Ellenbogen und die Beine am Knie jeweils einen rechten Winkel bilden sollten.

Ergonomisches Sitzen beinhaltet aber auch, dass man regelmäßig aufsteht, selbst wenn es keine Notwendigkeit dafür gibt. Es gibt Menschen, die durch Positionswechsel oder häufiges Aufstehen instinktiv für eine ausgleichende Bewegung sorgen. Andere wiederum bleiben den ganzen Tag in einer relativ unveränderten Haltung sitzen und wundern sich abends über Verspannungen und Schmerzen. Der beste ergonomische Stuhl kann ein Aufstehen zwischendurch nicht ersetzen.
 

Ergonomie leicht gemacht: 5 einfach umzusetzende Tipps

Tipp #1: Verwenden Sie ergonomisch konzipierte Möbel!

Natürlich können Sie einen Stuhl und einen Tisch verwenden, die von den Maßen her (und der oben angeführten Faustregel) ideal zu Ihrer Körpergröße passen, jedoch fördern normale Stühle und Tische leicht ein starres Sitzen. Ergonomische Bürostühle lassen sich nicht nur drehen und in der Höhe verstellen, sondern begünstigen auch die ständige Bewegung indem die Sitzfläche oder -schale mit einer Wippmechanik ausgestattet ist.
Bei höhenverstellbaren Schreibtischen geht es ebenfalls nicht nur um die Anpassung der Tischplattenhöhe für ein statisches Sitzen, sondern um ein Anheben in eine Höhe, die Ihnen außerdem das Arbeiten im Stehen erlaubt. Ein müheloser Wechsel zwischen den beiden Positionen wird durch elektrisch betriebene höhenverstellbare Schreibtische möglich, wie sie auf der Website des Online-Möbelhauses Möbel-Eins angeboten werden. Auf einem kleinen Bedienfeld (das beliebig unterhalb der Tischplatte montiert werden kann) können verschiedene Tischhöhen einprogrammiert werden und ganz nach Bedarf mit einem Tippen angesteuert werden. Auch unser Büro ist mit einem derartigen höhenverstellbaren Tisch ausgestattet und wir wissen diese Flexibilität sehr zu schätzen.

Bedienfeld eines elektrisch höhenverstellbaren Schreibtisches

 

Tipp #2: Nutzen Sie Hilfsmittel für Positionsänderungen!

Für den Fall, dass Sie einen statischen Tisch verwenden und hin und wieder zwischen Sitz- und Steh-Position wechseln wollen, bieten sich Sitz-Steh-Halterungen für Monitor und Tastatur an. Durch sie können Sie diese Arbeitsmittel in die gewünschte Höhe bringen.

Tipp #3: Sitzen und stehen Sie körpergerecht!

Um ergonomisch zu arbeiten, bedarf es einer gewissen Selbstdisziplin: Wichtig ist es, die Sitzposition nach spätestens 15 Minuten zu wechseln und nicht erst, wenn es im Rücken zieht. Beim Stehen sollten Sie auf eine aufrechte Haltung achten und ein Kippen in der Hüfte vermeiden. Immer wenn Schmerzen auftreten, kann man davon ausgehen, dass im Vorfeld etwas schiefgelaufen ist. Erleichtert wird Ihnen eine physiologisch korrekte Haltung durch die richtige Höhe der Arbeitsfläche.

Ergonomisch günstig sitzen Sie, wenn

  • der Drehstuhl auf Ihre Körpergröße eingestellt ist,
  • Ihr Becken während des Sitzens leicht gekippt ist – ein ergonomischer Drehstuhl mit entsprechend geformtem Sitzkissen erleichtert diese Haltung
  • und Ihre Füße parallel und fest auf dem Boden oder auf einer Fußwippe platziert sind.

 

Tipp #4: Achten Sie auf Ihre persönlichen Körperreaktionen und Empfindungen!

Neben der Wahl einer physiologischen Sitzposition und viel Bewegung können auch Sitzmöglichkeiten wie Bälle oder Kniestühle eine individuelle Lösung sein. In jedem Fall sollten Sie aber experimentieren, welche Möglichkeiten Ihnen gut tun, denn eine Patentlösung für alle gibt es nicht:

  • Sitzbälle können für den eigenen Geschmack zu instabil sein – die Instabilität und Vorkehrungen zu Unfallverhütung sind der Grund, weshalb die Nutzung von Sitzbällen in manchen Unternehmen verboten ist.
  • Kniehocker entlasten zwar den unteren Rücken, können bei Dauernutzung interessanterweise aber Kniebeschwerden verursachen. Durch die langanhaltende (und oftmals im Schlaf fortgeführte) starke Abwinkelung der Beine büßen die Sehnen und Faszien leicht an Elastizität ein.

 

Tipp #5: Legen Sie auch bei Kleinigkeiten Wert auf ergonomisches Design!

Der Unterschied liegt im Detail: Möbel-, Tür- und Fenstergriffe, Armaturen, Tastaturen und Computermäuse – alles Mögliche kann ergonomisch (oder auch nicht) geformt sein. Vergleichen Sie bei der Auswahl solcher Produkte wie unterschiedlich diese in der Hand liegen. Einmal eine ergonomische Wahl getroffen, wird die Benutzung bei jedem einzelnen Gebrauch wesentlich angenehmer sein. Übrigens: Ergonomie geht auch in klein …

 

Ergonomie im Minihaus – ein Thema für alle Wohnbereiche

Da es durch das begrenzte Platzangebot in einem Minihaus ratsam ist, die Einrichtung auch im Hinblick auf die Funktionalität gut zu planen, können in diesem Rahmen auch gleich ergonomische Gesichtspunkte berücksichtigt werden. Am einfachsten ist dies, wenn Sie sich ganz gezielt einzelne Bereiche vornehmen, wie zum Beispiel die Küche, den Hauswirtschaftsraum oder das Büromodul im Garten: Warum sollte man zum Beispiel eine Küche in einem Minihaus nicht so gestalten, dass man müheloser in ihr arbeiten kann?

Wohnt man alleine (oder mit einem Partner gleicher Körpergröße), kann man die Höhe der Arbeitsfläche von vorne herein gezielt anpassen (lassen) – hierzu gibt es Füße und Sockel für Küchenunterschränke in verschiedenen Höhen. Leben verschieden große Personen im Haushalt, können höhenverstellbare Arbeitsflächen sehr nützlich und angenehm sein. Ein guter Kniff, der ohne viel Technik auskommt, ist die Installation verschieden hoch angeordneter Arbeitsflächen. So kann sich jeder – auch Kinder – leichter den passenden Arbeitsplatz aussuchen.

Wie generell im Minihaus ist ein Denken “out of the box” bei der Planung wichtig: Wer sagt schließlich, dass alles auf einer Ebene angeordnet sein muss? Aus ergonomischer Sicht sollten Arbeitsfläche, Herd und Spülbecken ohnehin in unterschiedlichen Höhen angeordnet sein. Eine Planung die auch besondere Bedürfnisse und Gewohnheiten einbezieht, kann zu ganz neuen, erfrischenden Lösungen führen.

Faustregel für die Küchenplanung
Bei rechtwinklig gebeugtem Arm sollte der Abstand zwischen Ellenbogen und Arbeitsfläche zwischen 10 und 20 cm betragen. Die Kochfläche sollte – da hier in Höhe der Topf-Oberkante gearbeitet wird – 10 bis 20 cm tiefer angeordnet sein, das Spülbecken hingegen – da man hier unterhalb des Beckenrands arbeitet – 10 bis 20 cm höher.

 

Fazit:

Egal ob im Beruf oder zuhause: Die Ergonomie ist wichtig für ein nachhaltiges Wohlbefinden. Effektive Methoden, um Haltungsschäden bei Arbeiten jeglicher Art zu verhindern, sind folgende Maßnahmen:

  • Auf die individuell richtige Arbeitshöhe und -anordnung achten,
  • höhenverstellbare Komponenten nutzen,
  • regelmäßige Positionswechsel, auch vom Sitzen zum Stehen und umgekehrt.

 
Möbel, die ergonomisch designed sind, können bereits eine gute Basis für körperschonende Sitz- und Arbeitshaltungen bieten.

Bildquellen: Rückgrat Unna/houzz.de (Bild 1), THCUG (Bild 2), Keyboardio (Video), Thalmeier Einrichtungen GmbH (Bild 3).

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