Aus 1 mach 2: Stapelbare Wohnmodule

Die Reduzierung auf das Wesentliche, Flexibilität und Nachhaltigkeit, diese Aspekte sind den meisten Bauherren, die sich für ein Modulhaus entscheiden, besonders wichtig. Modulhäuser sind Wohnlösungen, die all dies in idealer Weise vereinen.

Modulares Bauen und seine Vorzüge

Die Reduzierung auf ein Wohnflächenmaß, das der aktuellen Lebenssituation besser angemessen ist, als ein überdimensioniertes Haus, bedeutet nicht nur eine Ersparnis bei Erwerbs- und Unterhaltskosten, sondern auch eine Zeitersparnis bei der alltäglichen Haushaltsführung. Nach dem Umzug in ein Tiny House on Wheels sind Bewohner, die ursprünglich in einer “normalen” Wohnung gewohnt haben, aufgrund des Platzmangels, des fehlenden Komforts und des problembehafteten Raumklimas – ganz zu schweigen von dem auf Dauer lästigen Mangel an Barrierefreiheit – schnell desillusioniert. Im Gegensatz dazu äußern sich die meisten frischgebackenen Modulhausbesitzer jedoch enthusiastisch über ihre neue Wohnsituation: mehr Zeit, mehr finanzielle Ressourcen, ohne das Gefühl, eine Entscheidung fürs Leben getroffen haben zu müssen. Insofern empfehlen wir allen Menschen, die für sich selbst eine minimalistische Wohnform in Erwägung ziehen, genau zu erwägen, welcher Haustyp den eigenen Bedürfnissen tatsächlich entspricht.

“Da ist noch Platz nach oben”: Aufstockung beim modularen Bauen

Das Prinzip, durch das sich die Architektur der Modulhäuser auszeichnet, ermöglicht einfache Anbauten, im Bedarfsfall eine neue Organisation der einzelnen Module oder auch den Umzug an einen neuen Wohnort mitsamt dem kompletten Haus. Anders, als es bei einem Tiny House on Wheels der Fall ist, lassen sich Wohnmodule relativ einfach koppeln und stapeln. Die Bewohnbarkeit einer zweiten Wohneinheit auf dem Dach ist im Nu gegeben – nicht zuletzt, weil sich auch die Schaffung eines Zugangs zum oberen Stockwerk unter fachlicher Begleitung in Eigenregie umsetzen lässt: Die Tatsache, dass es so gut wie nichts mehr gibt, was nicht über das Internet bestellt werden kann, gilt selbst für Treppen. Im Treppen-Online-Shop Ihrer Wahl werden Sie sowohl Aufstiegslösungen für den Innen- als auch für den Außenbereich finden. Am raumsparendsten und flexibelsten, was die Maße vor Ort betrifft, sind Spindel- oder Mittelholmtreppen. Spindel- bzw. Wendeltreppen winden sich um einen Holm im Zentrum senkrecht nach oben. Bei Mittelholmtreppen verläuft der Holm mittig unter jeder Stufe. Obwohl diese Art von Treppe keine Wangen hat, kann sie genau wie eine Wendeltreppe mit einem Geländer versehen werden. Nach dem Bausatzprinzip lässt sich eine Mittelholmtreppe selber bauen: Stufen und Geländer dieser Systemtreppe werden als Einzelteile angeliefert und vor Ort zusammengesteckt. Doch zum Thema “Treppe” später mehr. Schauen wir uns zuerst einmal an, wie der Bedarf für eine Aufstockung entstehen kann …

Minihäuser, die bei Bedarf mitwachsen

Die Haupt-Zielgruppe für kleine Modulhäuser sind naturgemäß Singles, Alleinerziehende oder Paare, die wenig (bzw. weniger) Platz beanspruchen möchten: Ein kleines Haus auf einem kleinen Grundstück, das erscheint hier – zuerst einmal völlig zu Recht – ausreichend. Dennoch sollten mögliche Veränderungen der Lebenssituation in die Planung des Hausbaus unbedingt mit einbezogen werden.

Eine Wohnraumerweiterung kann aus vielerlei Gründen sinnvoll erscheinen:

  • Das (freiwillige oder notgedrungene) Singleleben findet ein Ende,
  • Nachwuchs meldet sich an,
  • dem Hausfrieden zuliebe benötigen Paare oder Alleinerziehende mit Kind doch mehr Rückzugsmöglichkeit als erwartet,
  • ein zusätzliches Appartement im Haus sorgt für Mieteinnahmen (und damit ggf. eine Rentenaufstockung),
  • ein zusätzliches Appartement bietet Wohnraum für eine Haushaltshilfe oder Pflegekraft …

 
Gerade wenn Grundstück und Baufenster klein sind, ist es sinnvoll, folgende zwei Fragen vor Beginn des Bauvorhabens zu klären, um sich die Option zur Wohnraumerweiterung offen zu halten:

  • Lässt die Statik des Modulhauses eine spätere Aufstockung zu?
  • Sind nach dem Bebauungsplan zwei Vollgeschosse zulässig?

 
Können beide Fragen mit “Ja” beantwortet werden, lässt sich im Bedarfsfall durch Aufstockung weiterer Wohnraum schaffen: Auf das vorhandene Modul wird lediglich ein zweites gesetzt. Der Zugang zu dem damit geschaffenen neuen Wohnraum erfolgt am einfachsten durch eine Außentreppe. Diese Lösung eignet sich insbesondere dann, wenn ohnehin zwei getrennte Wohneinheiten das Ziel sind. Soll das aufgesetzte Modul direkt vom ebenerdigen Modul aus zugänglich sein, bietet sich der Einbau einer Wendeltreppe an, die beide Geschosse auf platzsparende Weise verbindet.

Da es sich allerdings bei einer Treppe, die in den ersten Stock führt, um einen möglichen Fluchtweg handelt, muss die Planung unter Beachtung verschiedener Anforderungen durchgeführt und eine Genehmigung zur Umsetzung eingeholt werden. Die für Gebäudetreppen relevante Verordnung ist die DIN 18065. Durch sie sind die zulässigen Werte für die Steigung, die Laufbreite und den Auftritt einer Treppe sowie für die Ausführung von Treppengeländern und Podesten vorgegeben.

Alternative zum modularen Bauen: Wandelbare Kleinhäuser

Als Alternative zu einer späteren Aufstockung bieten sich modifizierbare Kleinhäuser an. Diese zeichnen sich durch raumsparende Grundrisse und die Möglichkeit zur Umnutzung einzelner Bereiche aus. Genauso wie im Bereich “konventioneller” Wohnhäuser gibt es im Bereich der Mini- und Kleinhäuser Planungsbüros, die Konzepte entwickeln, durch die das Haus im Bedarfsfall relativ einfach adaptiert werden kann. Die Außenhülle bleibt dabei unverändert, nur im Inneren findet eine Umstrukturierung statt: Lufträume können zum Beispiel zugunsten von mehr Wohnfläche geschlossen und durch Austausch eines bodentiefen Fensters gegen eine Türe ein zweiter Zugang geschaffen werden, sodass aus den Etagen doppelgeschossiger Kleinhäuser separate Wohneinheiten entstehen.

Bildquellen: SchwörerHaus (Bild 1), Nick Karvounis / Unsplash (Bild 2), Judah Guttmann / Unsplash (Bild 3)

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