Stoßlüften mit High-Tech


Wärmebild PassivhausDas Lüften der Wohnräume ist heutzutage wichtiger denn je: Früher, als die Häuser und Wohnungen noch undichte Fugen und Ritzen hatten, war neben dem unerwünschten Wärmeverlust ein natürlicher Luftaustausch gegeben und Feuchtigkeit vom Duschen und Kochen wurde teilweise gleich mit hinaus transportiert. Bei den heutigen Häusern mit hohen Dämmwerten, allen voran die Passivhäuser, ist das regelmäßige Lüften unabdingbar. Zur Vorbeugung vor Schimmelbildung und für ein gesundes Raumklima. Und dies gilt natürlich nicht nur für große Wohngebäude, sondern auch für hochgedämmte Klein- und Singlehäuser.

Bis zu vier Liter Wasser pro Tag, die an die Luft abgegeben werden, „produziert“ jeder Mensch durchschnittlich. Durch Duschen, Kochen, Schwitzen, Abatmung. Wenn diese Feuchtigkeit nicht abtransportiert wird, schlägt sie sich an kalten Stellen, wie z.B. den Außenwänden, nieder. In der Folge steigt hier das Risiko von Schimmelbildung. Aber nicht nur die Luftfeuchtigkeit, sondern auch VOCs (= volatile organic compounds), flüchtige organische Verbindungen, die von Verkleidungen, Möbeln und anderen Einrichtungsgegenständen ausgedünstet und auch vom Menschen abgeatmet werden, tragen zu einer Verschlechterung der Luftqualität bei.

Mögliche Lösungen für das Lüften der Wohnräume sind:

  • das manuelle Lüften durch regelmäßiges Öffnen der Fenster
  • eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung
  • das zeitgesteuerte automatische Öffnen der Fenster
  • das bedarfsgerechte Lüften mit Feuchtigkeits- und VOC-Sensor

Fachleute empfehlen in gut gedämmten Häusern drei- bis fünfmal täglich zu lüften. Das dürfte in nur sehr wenigen Haushalten praktiziert werden. Oft ist ein angemessenes Lüften auch nicht praktikabel, weil die Bewohner z.B. nach dem morgendlichen Duschen gleich zur Arbeit müssen und erst abends wieder zurück kommen. Eine automatische Steuerung kann da schon entscheidende Vorteile haben.

Die kontrollierte Wohnraumlüftung (kurz KWL) mit Wärmerückgewinnung ist ein zentrales oder auch dezentrales Lüftungssystem, das automatisch über Lüftungsein- und -auslässe die Luft austauscht. Der Abluft wird die Wärme entzogen und der Zuluft wieder zugeführt, sodass duch den Luftaustausch kein Wärmeverlust entsteht. Soweit ganz praktisch und in vielen, vor allem größeren Gebäuden eine gute Lösung. Nachteil hierbei kann bei dauerhaftem Betrieb der Energiebedarf sein und auch der Umstand, dass bei niedriger Luftfeuchtigkeit der Außenluft im Winter auch die Luftfeuchtigkeit in den Wohnräumen zu stark abgesenkt wird. Zusätzlich eingesetzte Luftbefeuchter oder Anlagen mit integrierter Luftfeuchterückgewinnung können leicht verkeimen und müssen daher regelmäßig gewartet werden.

Eine weitere Lösung zum automatischen Lüften stellt das zeitgesteuerte Öffnen der Fenster dar, eine Option, die der Fensterhersteller VELUX seit langem in Verbindung mit seinen elektrisch betriebenen Dachfenstern anbietet. Zur Ausstattung gehört ein Regensensor, der die Fenster bei beginnendem Regen automatisch schließt bzw. ein Öffnen verhindert, wenn es bereits regnet. Ein Wasserschaden ist daher nicht zu befürchten.

Noch einen Schritt weiter ging VELUX mit der Sensorkombination von Luftfeuchte- und VOC-Messung, die zusammen mit den Elektro- und Solarfenstern des Herstellers eine bedarfsgerechte Lüftung ermöglicht:
Durch die beiden Sensoren wird dem Risiko von Schimmel und einer zu hohen Schadstoffkonzentration in Wohnräumen vorgebeugt. Beide Sensoren reagieren, wenn Grenzwerte überschritten sind und sorgen dafür, dass sich die Fenster automatisch öffnen. So wird mit Schadstoffen belastete oder feuchte Luft gegen frische, trockene Luft ausgetauscht. Kombiniert ist dieses System ebenfalls mit einem Regensensor, sodass die Fenster bei Niederschlag geschlossen bleiben, und mit einem Temperatursensor, der verhindert, dass die Raumtemperatur während des Lüftens zu stark absinkt und die Fenster ggf. wieder schließt.  Dieses intelligente Lüftungssystem stellt sicher, dass tatsächlich dann (und nur dann) gelüftet wird, wenn Bedarf besteht.

Mittlerweile verbringen die meisten von uns bis zu 90 Prozent des Tages in geschlossenen Räumen, daher sollte die Qualität des Raumklimas einen besonders hohen Stellenwert einnehmen. Vor allem für Menschen, die einen hohen Wert auf Wohngesundheit legen, ist abgesehen von der Luftfeuchtigkeit die Messung der VOCs sicher ein interessanter Punkt. Wir verlosen derzeit (neben dem Wochenende für zwei in einem Baumhaus) 20 USB-Raumluftsensoren von VELUX. Machen Sie mit, gewinnen Sie mit etwas Glück einen dieser Sticks und messen Sie selbst die Luftqualität bei sich zuhause!

Bildquellen: Passivhaus-Institut (Bild 1), Velux (Bild 2).