Sicherheit für Tiny Houses (1) – Schutz gegen Diebstahl

Weil sie kostengünstig und mobil sind, stellen Tiny Houses eine immer beliebtere Alternative zu Miet- und Eigentumswohnungen dar. Doch das, was die rollenden Häuschen so attraktiv macht, kann sich auch als Sicherheitsrisiko erweisen: So macht es die Mobilität der Tiny Houses möglich, dass Diebe ungeschützte Häuschen einfach abschleppen und ggf. an einem abgelegenen Ort in ihre Einzelteile zerlegen können.

Potentielles Risiko: Diebstahl oder Vandalismus

Seien wir ehrlich: Wer mit einem Tiny House durch die Lande fährt, macht sich zum sprichwörtlichen „bunten Hund“. Das Risiko, dass Ihnen ein fertiggestelltes Tiny House von jemandem geklaut wird, der selber darin wohnen möchte, wird also relativ gering sein. Anders sieht es vielleicht mit halbfertigen Häuschen aus, die einerseits oft abseits und unbewacht auf die nächsten Arbeitsschritte warten und deren Erscheinungsbild andererseits noch einfach zu verändern ist.
Auch erwecken Tiny Houses Neugierde, sodass „Spaßvögel“ sich bemüßigt fühlen könnten, sich Zutritt zu verschaffen und sich mal darin „umzusehen“. Je nachdem, wie gut das Häuschen bereits ausgebaut und ausgestattet ist, ob es nur als Gästewohnung für den Garten oder als Hauptwohnsitz genutzt wird, kann sich darin dann auch der eine oder andere Gegenstand befinden, den ungebetene Besucher als „mitnehmenswert“ ansehen könnten.
Wenden wir uns heute zuerst einmal der Frage zu, wie man sein Tiny House gegen Diebstahl schützen kann:

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Wie lassen sich Tiny Houses diebstahlsicher machen?

Wie zuvor erwähnt, stellt die Mobilität der Tiny Houses nicht nur einen Vorteil, sondern auch eine potentielle Schwachstelle in Bezug auf den Diebstahlschutz dar. Eine ganz einfache Maßnahme zum Diebstahlschutz ist daher, das Häuschen aufzubocken und die Räder zu entfernen. Bei längeren Standzeiten empfiehlt sich dies ohnehin.
Steht das Tiny House nur vorübergehend an einem Platz kann die Anbringung einer Radkralle ein unbefugtes Abschleppen des mobilen Zuhauses verhindern. Auch sind im Fachhandel Kastenschlösser für Kugelkupplungen zur Diebstahlsicherung für ab- und angekuppelte Anhänger erhältlich.

Versichern gegen Diebstahl

Tiny Houses, die als Wohnwagen zugelassen sind, besitzen die für Anhänger obligate, separate Haftpflicht- und Kaskoversicherung: Auch für Anhänger – und speziell für Wohnwagen – lassen sich wahlweise Teil- und Vollkaskoversicherungen abschließen. Ein Diebstahl des Fahrzeugs wird bereits durch die Teilkaskoversicherung abgedeckt.
Da Tiny Houses ein relatives Novum in Deutschland sind und Versicherer bisher kaum mit diesbezüglichen Versicherungsfragen konfrontiert wurden, ist es ratsam sich vor Abschluss einer Versicherung bestätigen zu lassen, dass der Versicherungsschutz auch für als Wohnwagen zugelassene Tiny Houses gilt.
Wird das Tiny House nicht als Wohnwagen zugelassen, sondern als Ladung deklariert – oder befindet sich das Häuschen noch im Bau, sodass die Zulassung noch nicht erfolgt ist – ist die Ladung idealerweise über die Anhängerversicherung mit abgesichert. Dieser Punkt sollte bei der Auswahl des Versicherers also mitbeachtet werden. Eine spezielle Versicherung gegen Ladungsdiebstahl, die statt des meist geringeren Wertes des Trailers den Wert des Hauses abdeckt, ist dann nicht nötig.

Vorsorge ist besser als Nachsorge

Bei Tiny Houses, vor allem bei Exemplaren der Marke „Eigenbau“ in die viel Energie und Herzblut geflossen ist, ist der ideelle Wert besonders hoch. Daher wäre im Falle eines Diebstahls ein Ausgleich des materiellen Verlustes durch die Versicherung sicher keine adäquate Entschädigung. Umso wichtiger sind Maßnahmen, die im Vorfeld einen Diebstahl verhindern.
Auf den Internetpräsenzen verschiedenster regionaler Sicherheitsdienstleister – wie beispielsweise auf der Website von „Schlüsseldienst Bochum“ (http://www.schlüsseldienst-bochum.org/), aber natürlich auch auf den Websites der Polizeibehörden der Bundesländer – ist zu lesen, dass anders als in der Vergangenheit Einbrüche und Diebstähle nicht mehr nur in verlassenen Gegenden und im Schutz der Dunkelheit stattfinden, sondern zunehmend auch im dichtbesiedelten Raum und am helllichten Tag. Der Grund, weshalb diese Taktik aufgeht, ist schlicht und einfach, dass kaum jemand mit einer solchen Dreistigkeit rechnet und z.B. Passanten daher auch weniger aufmerksam sind.

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Egal ob bei Tag oder Nacht, der beste Diebstahlschutz besteht darin, für so viele Hürden wie möglich zu sorgen, damit ein eventueller Diebstahlversuch möglichst langwierig wird. Welche zusätzlichen Hürden das sein können, lässt sich nur individuell entscheiden: Bei einem fertiggestellten, vorübergehend geparkten Tiny House kann eine Parkkralle reichen, während des Bauprozesses kann es Sinn machen, sowohl den Trailer mit halbfertigem Aufbau, als auch alle vorrätigen Baumaterialien mit spezieller Sicherheitstechnik zu sichern. Hilfreich bei der Entscheidung über das Ausmaß und die Art der Absicherung kann auch die eingehende Lektüre der Klauseln eines ggf. vorhandenen Versicherungsvertrages sein …

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