Weniger ist mehr:
Kleine Häuser stilvoll einrichten

Minihäuser sind zum heimlichen Trend geworden. Sie erfüllen den Traum vom Eigenheim: Raum für Individualität, statt nachbarschaftlicher Querelen, wie sie in Mehrfamilienhäusern häufig der Fall sind, und dennoch ohne jahrzehntelange Schuldenlast. Auch wenn beim Bau preislich nach oben keine Grenzen gesetzt sind und kleine Häuser, wie wir bereits mehrfach erläutert haben, im Verhältnis teurer sind, als „normale“ Einfamilienhäuser, kann man bereits ab  50.000 Euro ein eigenes Dach über dem Kopf haben – den Baugrund nicht eingerechnet. Aufgrund ihren kompakten Formen beanspruchen sie jedoch wesentlich weniger Baufläche als größere Exemplare, was auch den Grunderwerb günstiger macht.

Die größte Herausforderung beim Projekt „Minihaus-Bau“ besteht oft in der Suche nach einem geeigneten Baugrund. Ist der Bau jedoch über die Bühne folgt gleich die nächste – häufig unterschätzte – Herausforderung: eine platzsparende und zugleich ansprechende Einrichtung. Ähnlich wie bei kleinen Zimmern in großen Häusern können Bewohner viel Zeit in die Schaffung einer heimeligen Atmosphäre investieren, die wie selbstverständlich und nicht überladen wirkt. Gleichzeitig heißt es, den vorhandenen Raum perfekt auszunutzen.

Warum Minihäuser die Zukunft sind

Die Bevölkerung der Erde wächst – das ist seit Jahren bekannt. Vielen Menschen sind aber das rapide Wachstum und seine Folgen nicht bewusst. Kurz gesagt: Wohnraum wird in Zukunft knapper und teurer werden. Der Prozentsatz der Menschen, die sich den Traum vom eigenen Haus – wie er bisher geträumt geträumt wurde – leisten können, wir weiter abnehmen. Derzeit beansprucht jeder Bundesbürger im Schnitt eine Wohnfläche von 45-50 Quadratmetern. Wohneigentum kostet im Mittel 95.000 Euro – in großen Städten das Doppelte oder mehr.

Große Häuser werden voraussichtlich immer mehr außer Mode geraten, da sie einerseits nicht bezahlbar sein werden, andererseits auch nicht jeder Mensch so viel Platz beansprucht. In überbevölkerten Städten wie Tokio ist das bereits heute der Fall. Der japanische Bewohner benötigt nicht mehr als 15 Quadratmeter.
In einer solchen Welt kommen Minihäuser genau richtig. Auf wenigen Quadratmetern können Minihaus-Bauherren ihr kleines Haus errichten (lassen) und dabei in den Genuss von Privatsphäre kommen, ohne ihren Wohnraum mit anderen Menschen zu teilen, die sich auf anderen Etagen desselben Gebäudes befinden.


Wie diese Hausidee zeigt, ist Wohnen selbst auf einer Fläche von sieben Quadratmetern möglich: Der Wohnwürfel m-ch besitzt einen Tisch mit Sitzbänken, ein Bett, eine Kochzeile sowie eine Dusche und ein WC. Jeder Kubikzentimeter des Würfels wird klug ausgenutzt, sodass kein Platz verloren geht.

Kreativität bei geringer Wohnfläche zeigen

Bei einer Wohnfläche von sieben bis 30 Quadratmetern können professionelle wie auch Hobby-Innendesigner beweisen, dass Kreativität in ihnen steckt. Im Gegensatz zu klassischen Wohnungen erfolgt die Einrichtung eines Mini- oder Kleinhauses vom Boden bis an die Decke. Platz dafür erhält man, indem man hohe Einbauschränke wählt, welche beispielsweise in Wänden integriert sind.

Platzsparende Regale und Schränke sind die Grundlage für ein funktionelles Interior Design im Minihaus. Was aber passt stilistisch zum jeweiligen Gebäude? Kubische, moderne Häuser finden in einer minimalistischen Einrichtung ihre Entsprechung, wohingegen ein Häuschen im viktorianischen, Kolonial- oder englischen Landhausstil auch mal etwas Schnickschnack zur Dekoration verträgt. In der Regel ist auch hier weniger mehr. Dass man einen Zuckerguss-Look aber auch in einem Minihaus regelrecht zelebrieren kann, beweist Sandy Foster mit ihrem „Shabby Streamside Studio“.

Wer es Sandy nachmachen will, findet einige Produkte zur Dekoration auf miavilla.de. Ansonsten sind Floh- und Trödelmärkte ein passender Ort zum Stöbern nach Dekoartikeln mit Geschichte. Für Mini- und Kleinhaus-Bewohner ist jedoch auch hier Mäßigung geboten und ein Augenmerk auf eher platzsparende oder multifunktionale Dekoration, wie zum Beispiel:

  • eine antiquarische Wandablage, auf der man Post und Hausschlüssel hinter der Eingangstüre ablegen kann,
  • alte Kristallgläser, Kerzenständer und Kronleuchter,
  • alte Spiegel und Bilderrahmen.

Das Leben in Minihäusern erfordert ein Umdenken

Wer sich für das Leben in einem Minihaus entscheidet, muss nicht nur beim Dekorieren Kompromisse eingehen. Das Minihaus erfordert ein Umdenken des Lebensstils sowie alter Gewohnheiten: Es gibt keinen Platz für eine große Sammlung von CDs, stattdessen kann sie digital auf einem Notebook aufbewahrt werden. Auch für umfangreiche Bibliotheken ist im Haus kein Platz.

Umdenken sollten Bewohner eines Minihauses auch bei ihrem Lebensstil, denn der ist vorzugsweise umweltfreundlich. Soll heißen: Verwenden Sie recycelbare Produkte und Materialien, leben Sie generell sparsam und scheuen Sie sich nicht davor, alten Dingen einen neuen Zweck zu geben (Stichwort: Upcycling)!

Diese Lebensweise funktioniert auch beim Dekorieren: Gekaufte Artikel kann man beispielsweise mit selbst gemachten Produkten kombinieren. Beim Basteln sollte man darauf achten, dass man Naturprodukte – am besten aus Holz – verwendet. Das Basteln lohnt sich insbesondere für saisonale Dekoration, zu Ostern oder Weihnachten zum Beispiel – das nächste kommt übrigens bestimmt.

Bildquellen: Oregon Cottage Company via Houzz.de (Bild 1+2), Trevor Tondro/Sandy Foster (Bild 3).