Die Heizung im Minihaus:
Welche Technik ist empfehlenswert?

Minihäuser liegen absolut im Trend. Das Wohnen auf kleinstem Raum, idealerweise in einer naturnahen Umgebung, und die Besinnung auf das Notwendigste zieht immer mehr Menschen an. Wenn Sie selbst zu den Menschen gehören, die „minihaus-affin“ sind und ein Leben auf kleinem Raum planen, stehen viele Überlegungen und Entscheidungen an, um den kostbaren Platz effizient zu nutzen. Das gilt auch für die Heiztechnik. Im Folgenden stellen wir Ihnen einige Lösungen vor, wie Sie ein Minihaus platzsparend beheizen können …

Welche Eigenschaften sollte eine Minihaus-Heizung haben?

Genauso wie beim herkömmlichen Eigenheim gibt es nicht die eine, allgemeingültige Lösung, um ein Minihaus zu beheizen. Das liegt nicht zuletzt daran, dass auch Minihäuser sehr unterschiedlich gebaut sind. Tiny Houses „on Wheels“, die Häuschen auf Rädern, dürfen ein Maximalgewicht von 3,5 Tonnen haben, andere Minihäuser werden – ohne ein Gewichtslimit einhalten zu müssen – stationär gebaut. Allen gemeinsam ist allerdings, dass das Verhältnis von Außenwandfläche zum Raumvolumen ungünstig ist und dadurch – abhängig von der Dämmung – im Winter ein höherer Heizbedarf bestehen kann.

Bei Tiny Houses „on Wheels“ kommt hinzu, dass ein Luftraum unter der Bodenplatte besteht, der eine besondere Fußbodendämmung erforderlich macht. Aufgrund des Gewichtlimits bei Tiny Houses muss auch das Gewicht der Heizung selbst bedacht werden. Die Heizung für ein Tiny House sollte also den baulichen Voraussetzungen angepasst sein sowie den persönlichen Ansprüchen an die Nachhaltigkeit und den Komfort genügen.

6 moderne Heizmöglichkeiten, ihre Vor- und Nachteile

Früheren Generationen reichte eine Küchenhexe zum Kochen und Heizen. Nachteil: Es musste im Winter ständig Holz nachgelegt werde. Für die meisten von uns dürfte das im modernen Berufsalltag unpraktikabel sein. Hier folgt deshalb eine Auflistung von Möglichkeiten, mit denen Sie Ihr Minihaus mit weniger Betreuungsaufwand beheizen können:

1. Wärmepumpe

Wärmepumpen beziehen ihre Energie aus der Luft oder der Erde. Alle Typen funktionieren nach dem selben Prinzip: Der Umgebung wird Heizwärme entzogen und anschließend in den eigenen vier Wänden verfügbar gemacht. Die Ausschöpfung einer solchen kostenlosen Umweltenergie liegt bei 75-80 %. Da bei einer Wärmepumpe keine Brennstoffe gelagert werden müssen, kann es schon aus Platzgründen sinnvoll sein, eine Wärmepumpe zu installieren. Ein zusätzlicher Pluspunkt, vor allem an Standorten mit starker Sonneneinstrahlung, ist die zusätzliche Kühlfunktion vieler Geräte.

Eine Wärmepumpe ist relativ effizient und – sofern Sie mit Ökostrom betrieben wird – CO2-neutral. Man kann eine Wärmepumpe online kaufen und könnte insbesondere die kleineren Geräte theoretisch auch selber anschließen. Nach der EU Verordnung 517/2014 darf die Inbetriebnahme von Klimageräten jedoch nur durch ein zertifiziertes Unternehmen erfolgen.

Dass aber Split-Klimaanlagen in Altbauten eine interessante Alternative zu Wärmepumpen sein können, erläutert „Akku DoKtor“ Andreas Schmitz im folgenden Video:

2. Infrarotheizung

Infrarotheizungen funktionieren über Strom und geben eine sehr angenehme Strahlungswärme ab. Man kann sie als Module direkt an der Decke oder Wand montieren. Installation, Wartung und Platzverbrauch sind sehr überschaubar. Zudem gibt es die Infrarotheizungen häufig auch unauffällig verbaut in Spiegeln oder bedruckt als Wandbild.

Die Modelle sind zwar nicht sonderlich effizient und sorgen für verhältnismäßig hohe Betriebskosten, jedoch bieten sich Infrarotmodule jerade für kleine Räume besonders gut an. Die Ökobilanz lässt sich verbessern, wenn für den Betrieb grüner Strom genutzt wird. Zum Betrieb durch eine Photovoltaikanlage sollte das Kosten-Nutzen-Verhältnis gut kalkuliert werden. In der Regel ist zur Beheizung mit Strom eine recht große PV-Anlage und Speicherkapazitäten nötig. Diese stehen meist in einem ungünstigen Verhältnis zu den Kosten des Hauses selbst.

3. Gasheizung

Eine Gasheizung ist generell eine günstige und zuverlässige Lösung. Sie ist effizient, wärmt gut und hat einen hohen Wirkungsgrad. Der Brennstoff Gas kommt entweder aus einem Tank, einer Flasche oder einer Leitung. Die Ökobilanz fällt bei Gas eher schlecht aus – und wie wir aktuell sehen, ist Gas kein krisensicherer Brennstoff.
Mit Gas kann aber zum Beispiel eine kleine Gastherme für Heizung und Warmwasser betrieben werden. Die Wärme wird anschließend über eine wassergeführte Boden- oder Wandheizung übertragen. Wassergeführte Flächenheizungen kommen – aufgrund ihres Gewichts – für Tiny Houses „on Wheels“ allerdings nicht infrage.

4. elektrische Flächenheizung

Elektrische Flächenheizungen benötigen keine lange Aufheizphase, wodurch die Wärme relativ rasch verfügbar ist. Strahlungswärme ist generell sehr behaglich und lässt sich gut regulieren. Auch diese Art der elektrischen Heizung benötigt einen Stromanschluss – zugunsten einer guten Ökobilanz von einem (echten) „grünen“ Stromversorger. Bei einer elektrischen Flächenheizung werden Heizkabel, Matten, Folien oder Gewebe im Boden, Wand oder der Decke verlegt. Diese Art der Heizung ist somit quasi unsichtbar und auch ihr geringes Gewicht ist von Vorteil. Allerdings muss für eine einwandfreie Abschirmung gegen elektromagnetische Felder gesorgt sein. Hierfür sollten Sie bei der Auswahl des Produktes und später beim Verbauen einen Baubiologen zu Rate ziehen.

5. Kaminofen

Wenn Sie sich nur hin und wieder in Ihrem Tiny House aufhalten, dann können Sie auch einen kleinen Kaminofen installieren. Holz ist ein natürlicher Brennstoff, der nachwächst und mit dem klimaneutral geheizt werden kann – zudem sind die Mini-Kaminöfen recht günstig in der Anschaffung, genau wie der Brennstoff selbst. Nachteil eines Kaminofens: Die Wärme lässt sich nur schwer regulieren und Sie benötigen einen Außenluftanschluss. Wer dauerhaft in einem Tiny House lebt, für den wird ein Stückholz-Kaminofen nicht gut geeignet sein.

6. Pelletofen

Pelletöfen werden ebenfalls mit nachwachsenden Brennstoffen betrieben und verfügen über damit einen sehr geringen CO2-Fußabdruck. Wie ökologisch das Heizen mit Holz (und damit auch mit Pellets) ist, darüber gehen die Meinungen auseinander. Die abgegebene Wärme eines Pelletofens ist zumindest sehr angenehm. Ein Pelletofen kann im Vergleich zu einem Kamin automatisch laufen und sogar gesteuert werden. Die Regulierung der Wärme ist im Gegensatz zum Stückholz-Ofen viel einfacher möglich und es müssen weder Asche noch andere Rückstände entfernt werden. Pelletöfen sind in der Anschaffung jedoch etwas teurer und Sie müssen einen Lagerplatz für die Brennstoffe einplanen. Für das Zünden eines Pelletofens muss das Minihaus über einen Stromanschluss verfügen – dieser ist aber in der Regel ohnehin Bedingung für eine Baugenehmigung.

Bildquellen: YakobchukOlena / iStock (Bild 1), urfinguss / iStock.com (Bild 2).

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