Vorbereitung auf den Umzug: Einlagern oder Entrümpeln?

Minihäuser wirken auf viele Menschen – zumindest unter anderem – so ansprechend, weil sie Einfachheit in unserer so komplex gewordenen Welt zu versprechen scheinen: Der Raum ist relativ übersichtlich und die Unterhaltskosten meist ebenso. Zur ersehnten Einfachheit kann bzw. sollte aber auch die eigene Einstellung beitragen. Das einfache Leben kann durch eine entsprechende Lebensführung begünstigt werden und das Zuhause bietet dann den adäquaten Rahmen.

Einlagern …

mietlager-containerWer sich also mit dem Gedanken trägt, sich zu “verkleinern”, wird sich vielleicht fragen, “Wohin nur mit all den über die Jahre angesammelten Habseligkeiten?” Die seit der Jahrtausendwende wie Pilze aus dem Boden schießenden Selfstorage-Anlagen sind dann eine Möglichkeit: Sie werden nicht nur von Büros in Anspruch genommen, die ihre Aktenberge, und Online-Shops, die ihre Waren auslagern. Auch viele Privatleute nutzen Selfstorage-Lagerangebote, wie z.B. von elbstorage.com: Studenten, die ihr WG-Zimmer räumen, um ein Auslandsjahr anzutreten und ihr Hab und Gut in bewachten Lagerräumen oder Containern zwischenlagern, genauso wie Paare, die zusammenziehen, den zweiten Hausstand aber nicht gleich gänzlich auflösen wollen.

Hinter dem Begriff “Selfstorage” verbergen sich “abgeschlossene, sichere, sichtgeschützte und bequem zugängliche individuelle Mieteinheiten unterschiedlicher Größe bei sehr flexiblen Mietzeiten” (Zitat Verband deutscher Selfstorage Unternehmen e.V. ). Die Bandbreite reicht allerdings von unbeheizten Verschlägen in Lagerhallen mit einmaligem Zutrittsrecht pro Quartal, über klimatisierte, videoüberwachte Räume mit jederzeitiger Zutrittsmöglichkeit (Indoor-Lager), bis hin zu Containern auf einem Freigelände (Outdoor-Lager).

Eine andere Möglichkeit des Einlagerns stellen 8- oder 20-Fuß-Seecontainer dar, die gemietet oder gekauft auf dem eigenen Grundstück abgestellt werden und für mehr Stauraum sorgen. 20-Fuß-Container z.B. haben eine Grundfläche von knapp 15 qm und sind gebraucht bereits günstig zu haben (siehe aktuelle Angebote der Containerbasis). Eine Stellfläche auf dem eigenen Grund und Boden vorausgesetzt, ist damit üppig Platz für alle Dinge, von denen man sich nicht ad hoc trennen mag oder kann. Und mit einer selbstgezimmerten Holzverschalung aus alten Paletten z.B. braucht der Container auch kein Schandfleck im Garten zu sein.

…oder auf ein Minimum reduzieren

ballonDerjenige ist klar im Vorteil, für den der Umzug in eine kleinere Behausung nicht überraschend kommt, sondern von langer Hand geplant ist. Ansonsten liegt der Gedanke nahe “erst mal einzulagern und später in Ruhe auszumisten” – was oft nicht so klappt wie geplant, da Provisorien bekanntlich am längsten halten.

Wer also davon träumt, langfristig in ein Minihaus umzuziehen, kann die Zwischenzeit nutzen, um Ballast abzuwerfen und wird – vielleicht erstaunt – feststellen, wieviel Auftrieb das gibt.

quote-minimalismInspiration für Downsizing und Minimalismus gibt es in diversen Weblogs in Hülle und Fülle. Dennoch ist es unter Umständen nicht ganz einfach, sich aufzuraffen und mit dem Ausmisten anzufangen, denn der Status Quo – so lähmend er auf uns wirken mag – gibt uns oft auch ein Gefühl der Sicherheit. Man muss sich also manchmal schon regelrecht überlisten, um sich ans Werk zu machen.

Einen Anfang lässt sich gut mit dem Ein-Tüten-Trick machen. Dieser besteht darin, dass Sie jeden Tag ein Tüte voll unnützer Dinge wegwerfen. Innerhalb eines Monats werden Sie dann bereits eine beachtliche Menge an Kleinkram entsorgt haben.

Genauso, wie es selbstverständlich ist, fast täglich etwas zu kaufen, können Sie es sich zur Gewohnheit machen, täglich 1, 2 oder 3 Dinge zu entsorgen: Verabschieden Sie sich täglich von einem Kleidungsstück, dass Sie ohnehin nicht mehr tragen, Medikamenten, deren Verfallsdatum abgelaufen ist, von CDs, die Sie ohnehin nie anhören, Betriebsanleitungen zu Geräten, die schon ihren Geist aufgegeben haben und längst entsorgt wurden und dergleichen. Mit diesem Ritual kann nach Kurzem auch das Loslassen von sperrigeren Sachen leichter fallen.

Bildquellen: elbstorage.com (Bild 1), Frank Dittmar/pixelio.de (Bild 2), becomingminimalist via simplifyyourlife.tumblr.com (Bild 3)