Die Baufinanzierung: Mit dem Zinsrechner zum Minihaus

Die Zinsen sind so niedrig wie noch nie. Da liegt es nahe, sich den Traum vom Eigenheim endlich zu erfüllen. Eine eigene Immobilie soll es sein. Ob kaufen oder bauen – mit der richtigen Finanzierung sollte das ganz einfach umsetzbar sein. Doch leider bringen die seit Langem auf Rekordtief liegenden Zinsen auch große Nachteile: Die Immobilienpreise steigen teilweise ins Unermessliche und Baugrundstücke werden immer knapper. Eine mögliche Lösung für alle, die trotzdem Ihren Traum vom Eigenheim verwirklichen wollen, können Tiny Houses – auf einem Trailer aufgebaute kleine Häuschen – oder transportable Modulhäuser sein. Wer sich richtig informiert und weiß, wie eine Finanzierung funktioniert oder welche Hürden bei der Anschaffung zu nehmen sind, hat echte Vorteile.

Mit dem Zinsrechner die Kosten für ein Minihaus im Blick

Waren es in den vergangenen Jahren die großen Häuser, die reißenden Absatz fanden, geht der Trend heute auch hin zum kleinen und gemütlichen Eigenheim. Ob für Singles, Paare oder kleine Familien – Minihäuser können eine gute Lösung für das Wohnen in der Traumimmobilie sein. Die Größe der Wohnfläche kann genauso variieren wie die Gestaltung und Ausstattung. Auch wenn so ein kleines Häuschen relativ günstig im Vergleich zur klassischen Immobilie ist, muss sich der Käufer im Vorfeld dessen ungeachtet Gedanken über die Finanzierung machen. Hat man nicht genügend eigenes Kapital für einen Kauf angespart, kann eine Finanzierung mithilfe eines Kredits das Mittel der Wahl sein. Am besten ist es dann, wenn man sich bereits frühzeitig – zum Beispiel über einen Zinsrechner – eine gute Übersicht über eine realistische Kreditsumme und die monatlich zahlbaren Raten verschafft hat.

Was ist beim Kauf eines transportablen Minihauses zu beachten?

Die erste Frage, die man sich beim Immobilienkauf stellen sollte ist: Was möchte ich überhaupt? Soll es eine gebrauchte Immobilie sein oder kommt ein Neubau in Frage? Soll der Wohnsitz auf dem Land oder in der Stadt sein? Wie groß darf das Grundstück sein und wie viel Wohnfläche wird benötigt? Fällt die Entscheidung dann auf ein transportables Minihaus, müssen Käufer beziehungsweise Besitzer drei wichtige Punkte beachten:

  1. Der passende Ort beziehungsweise ein Grundstück ist ein wichtiger Faktor beim Kauf. Dabei können zum Beispiel das Katasteramt oder auch die unterschiedlichen Anbieter für die kleinen Häuschen Auskunft geben.
  2. Ein Bauantrag muss gestellt werden. Vorab gibt der Bebauungsplan der Gemeinden Auskunft darüber, welche Vorgaben für die Immobilien in den jeweiligen Gebieten vorliegen. Es kann sein, dass ein Tiny House diese Voraussetzungen nicht erfüllt, sodass die Suche nach einem passenden Platz fortgesetzt werden muss.
  3. Reicht das Eigenkapital nicht für den Kauf des Tiny House aus, muss sich der potenzielle Käufer über Finanzierungsmöglichkeiten informieren.

 

Unterschiede bei der Finanzierung: Tiny House oder stationäres Haus

Möchte man bei einer Bank einen Kredit für eine Immobilie aufnehmen, benötigt der Geldgeber Sicherheiten für den Fall eines Zahlungsausfalls. Als Sicherheit dient prinzipiell bei einer Immobilie, die fest mit dem Grundstück verbunden ist, der Eintrag der Grundschuld in Höhe des Darlehensbetrags in das Grundbuch. Da ein transportables Minihaus nicht fest mit dem Grundstück verbunden ist, muss allein der Wert des Grundstücks als Sicherheit herhalten. Reicht dieser Wert dem potenziellen Geldgeber nicht, ist eine Finanzierung unsicher. Steht das Tiny House nicht auf dem eigenen Grund und Boden muss der Kreditnehmer andere Sicherheiten wie Bürgen, Kapital aus Riester-Verträgen, Bausparverträgen oder Depots vorweisen können. Auch hier können Banken sich bei einer Finanzierung querstellen, wenn ihnen die angebotenen beziehungsweise vorliegenden Sicherheiten nicht ausreichen.

Eine gute Vorbereitung hilft bei der Finanzierung

Da ein Tiny House eine deutlich geringere Wohnfläche als herkömmliche Immobilien hat, sind die Kosten dafür meist auch deutlich geringer. Abhängig vom Quadratmeterpreis, von den Gestaltungswünschen sowie der Ausstattung liegt der Preis meist bei der Hälfte der sonstigen Ausgaben für Immobilien. Nichtsdestotrotz sollten Käufer sich vorab einen Haushaltsplan erstellen, in dem alle monatlichen Einnahmen den Ausgaben gegenübergestellt werden. Damit erhält man eine gute Übersicht darüber, wie viel Geld am Ende für eine monatliche Ratenzahlung in Frage käme. Zudem hilft ein Finanzierungsplan mit einer Auflistung aller vom Käufer zu erwartenden Kosten wie zum Beispiel Kaufnebenkosten und auch den später folgenden Wohnnebenkosten für die Immobilie. Hat man die Aufstellung zusammen, gibt ein Zinsrechner einen ersten Einblick in die Finanzierung des Immobilienkredits.

Schritt für Schritt zur Immobilienfinanzierung

Der Verkauf von Tiny Houses ist in Deutschland noch nicht so etabliert wie zum Beispiel in den USA. Viele Banken müssen sich erst näher mit dieser Immobilienform befassen. Das hat zur Folge, dass es für Kreditnehmer möglicherweise etwas mehr Aufwand und Vorarbeit für eine Finanzierung bedeutet. Einige Geldinstitute haben sich allerdings bereits auf die Finanzierung solcher Wohnformen ausgerichtet und bieten Alternativen zum herkömmlichen Baukredit mit Eintragung einer Grundschuld.

Immer steht für Banken die Sicherheit an erster Stelle. Und ganz gleich, ob Ratenkredit oder herkömmliche Baufinanzierung, folgende Schritte haben sich bewährt:

  1. Steht fest, welche Kreditsumme möglicherweise zu finanzieren ist, folgt der Gang zum Finanzinstitut. Der potenzielle Käufer stellt bei der Bank einen Antrag zur Baufinanzierung oder für einen Ratenkredit über eine bestimmte Summe.
  2. Der Kreditgeber prüft den Finanzierungsantrag und legt je nach vorliegenden Sicherheiten, Bonität und Eigenkapital des Kreditnehmers den Zinssatz für die Rückzahlung fest. Dieser wird für eine bestimmte Dauer von meist zehn bis fünfzehn Jahren festgeschrieben.
  3. Nimmt der Kreditnehmer das Angebot an, folgt der Kreditvertrag zwischen Bank und Kreditnehmer.
  4. Ist der Kredit bis zum Ende der Zinsbindungsfrist noch nicht abbezahlt, folgt eine Anschlussfinanzierung.

 

Allgemein gilt: Je kürzer die vereinbarte Zinsbindungsfrist, umso günstiger ist der Zinssatz. Doch Obacht: Umso kürzer die festgelegte Laufzeit, umso eher kann sich der anschließende Zinssatz auch zu Ungunsten des Kreditnehmers ändern.

Die monatlich zu zahlende Rate setzt sich aus Zinssatz und Tilgungsrate zusammen. Der Tilgungssatz beschreibt, um wie viel Geld sich die Restschuld jährlich verringert. Je länger der Kredit läuft, desto höher fällt bei gleichbleibender Rate der Tilgungsteil aus. Eine relativ lange Laufzeit und ein geringer Zinssatz bedeuten somit in den meisten Fällen eine schnelle Schuldenfreiheit.

In jedem Fall sollten sich Kreditnehmer im Vorfeld gut informieren. Viele Geldgeber bieten bereits online Zinsrechner an, um sich einen ersten Überblick über die verschiedenen Angebote machen zu können. Für individuelle Angebote durch die Bank kann ein persönliches Kreditgespräch äußerst hilfreich sein.

Bildquellen: Andrea Davis / Unsplash (Bild 1+2), Alexander Stein / Pixabay (Bild 3)

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