Behagliche Atmosphäre im Minihaus – mit Teppichen

Befürworter eines minimalistischen Einrichtungsstils bevorzugen Holzdielen, Fliesen oder auch polierten Beton als Bodenbelag. Diese Materialien sind pflegeleicht, allergikerfreundlich und wirken „clean“ – möglicherweise sogar zu clean. Wenn der Boden mangels Unterkellerung fußkalt ist, Schall gedämpft werden oder das Minihaus einfach etwas behaglicher werden soll, dann ist das Auslegen von Teppichen eine gute Option.

Teppich und Teppichboden – worin besteht der Unterschied?

Bei der Suche nach dem passenden textilen Bodenbelag ist es wichtig zwischen Teppich und Teppichboden, also Auslegware, zu unterscheiden: Teppiche gibt es in rechteckig oder rund und sie werden in den Raum gelegt, die Auslegware gibt es meterweise und sie wird vollflächig, also die gesamte Grundfläche des Raums bedeckend, ausgelegt. Anders als (traditionelle) Teppiche besteht ein Teppichboden aus zwei bis drei Schichten: zu oberst dem Flor, je nach Produkt einer Mittelschicht in der die Teppichfasern mit der Trägerschicht verklebt werden und zu unterst einer Trägerschicht, die als Wärme- und Trittschalldämmung dient.

Die Auslegware – man höre und staune – hilft dabei Hausstaub zu binden und empfiehlt sich damit für Allergiker eher als zum Beispiel ein Laminatboden. In Minihäusern ist von Vorteil, dass hier die Kosten für eine vollflächige Verlegung niedriger sind, als bei großen Bodenflächen. Zudem wirken kleine Räume großzügiger, wenn wenig auf dem Boden „herumliegt“. Ein weiterer Vorteil ist, dass mit einem Teppichboden weder eine Stolper- noch eine Rutschgefahr entsteht. Teppiche dagegen können helfen, den Raum bei einer offenen Grundrissgestaltung zu strukturieren und – ganz egal, in welchem Wohnstil Sie Ihr Minihaus einrichten – die Raumgestaltung abzurunden.

Verschiedene Teppicharten

Um dem Traum eines Wohlfühldomizils näher zu kommen, lohnt es sich, die verschiedenen Teppicharten genauer unter die Lupe zu nehmen. Gibt es Farben oder Materialien, die mit bisherigen Einrichtungsgegenständen harmonieren können? Indem Sie bereits vorhandene Materialien, Farben oder – sofern nicht zu unruhig – auch Muster aufgreifen, können Sie ein stimmiges Gesamtbild zu schaffen.
Minihäuser sollten weder mit Dekogegenständen noch mit Farben und Mustern überfrachtet werden. Wenn Sie das bedenken und einem gut gewählten Farb- und Stilkonzept folgen, können Sie auf dem virtuellen Teppichbasar des World Wide Web mit Leichtigkeit passende Einzelstücke finden.

Unterschieden werden folgende Teppicharten: 

Hochflorteppiche und Langflorteppiche: Die Florhöhe des Hochflorteppichs beträgt mindestens 13 Millimeter. Beim Langflorteppich erreichen die Fasern eine Länge von bis zu 5 Zentimetern. Beide erhöhen den Kuschelfaktor und schaffen kalten Füßen Abhilfe. Diese Teppiche kommen insbesondere dann zum Einsatz, wenn es gilt, Bodenkälte punktuell zu vermeiden – also zum Beispiel als Bettvorleger.

Kurzflorteppiche: Nicht nur Allergiker profitieren dagegen von einem Kurzflorteppich. Hier kann sich weniger Staub verfangen und der Teppich kann leichter gereinigt werden. Ferner kommen diese Teppiche besser mit einer hohen Beanspruchung zurecht. Wer regelmäßig Besuch in seinem Minihaus empfängt, könnte demnach mit einem solchen Teppich besser bedient sein.

Webteppiche: Wie der Name bereits sagt, werden Webteppiche gewebt und nicht geknüpft. Diese besonders flachen Teppiche – am bekanntesten darunter die Kelime – bestehen ausschließlich aus der sogenannten „Kette“ und dem „Schuss“. Der Schuss bildet auf beiden Seiten des Teppichs das Muster, weshalb Webteppiche wendbar sind. Webteppiche sind nicht nur in den Magreb-Staaten, im Kaukasusgebiet, im Iran, in Kleinasien und auf dem Balkan beheimatet. In Form des „Fleckerlteppichs“ kann diese Teppichart auch im österreichischen Mühlviertel, im bayerischen Chiemgau und in Oberschwaben auf eine lange Tradition zurückblicken.

Zu klein, zu groß, perfekt: eine Fautregel

Um in die optimale Raumwirkung zu erzielen, gilt es, die Innengestaltung von Grund auf bewusst zu planen: Der neue Teppich sollte weder zu groß noch zu klein sein, denn ein Minihaus kann andernfalls schnell überladen wirken. Eine Faustregel besagt, dass die Teppichkante etwa 60 Zentimeter von der Wand weit weg sein sollte. Eine Sitzecke beispielsweise wirkt in vielen Fällen erst mit einem Teppich komplett, der eine Verbindung zwischen den einzelnen Sitzmöbeln schafft. Teppiche im Miniformat dagegen können sehr gut als Bettvorleger dienen oder alternativ als Wandbehang.

Wenn Sie unsicher sind, wie die Größe eines Teppichs auf Dauer wirken könnte, haben wir einen kleinen Tipp: Legen Sie altes Zeitungspapier in Ihrem Minihaus aus, um eine Vorstellung davon zu bekommen, wie eine Fläche wirkt und der Raum gestaltet wird.

Möchten Sie der Optik halber oder zum Schallschutz einen Teppich(-boden) über einer Fußbodenheizung verlegen? Dann achten Sie im Vorfeld unbedingt darauf, dass der gewünschte Teppich zu diesem Zweck geeignet ist!

Für jeden Wohnstil der richtige Teppich

Die Frage des perfekten Teppichs richtet sich vor allem nach dem bevorzugten Wohnstil. Bewohner von Minihäusern, die dem modernen Wohnstil folgen, sollten eher auf helle Farben sowie einen pflegeleichten Kurzflorteppich setzen. Der skandinavische Wohnstil wird vor allem von hellen Möbeln dominiert. Ein Hochflorteppich in Pastelltönen setzt sanfte Kontraste und fügt sich dennoch harmonisch in das Gesamtbild ein. Im Landhausstil geht es vorrangig um einen natürlichen Look – hier dominieren Naturfasern wie Jute, Wolle und Sisal und es herrschen vor allem Beige- und Cremetöne vor. Ähnliches gilt auch für den angesagten Boho Chic. Wem das zu langweilig erscheint und wer daher ein paar Akzente setzen möchte, kann auch zu Kelims in kräftigen Farben greifen. Kelims gibt es in allen Größen, Farben und Mustern. Sie sind preiswert und lassen sich mit praktisch allen Einrichtungsstilen kombinieren.

Bildquellen: PicsbyFran / Pixabay, Megan Markham / Unsplash

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