Einrichten mit Stil:
die Chaiselongue

Ging es in unserem gestrigen Beitrag „Einrichten mit Stil: Hochflor, Kelim & Co.“ um Teppiche, widmen wir uns heute Möbelstücken, die ebenso zu einer behaglichen Atmosphäre beitragen können: Gemütlich in einem Buch schmökern oder einen kleinen Mittagsschlaf machen, die Chaiselongue bietet Platz für beides und ist damit der ideale Begleiter im Minihaus.
Der Begriff Chaiselongue stammt aus dem Französischem und bedeutet eigentlich “langer Stuhl”. Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eroberte das kombinierte Sitz- und Liegemöbelstück für eine Person die Häuser der gehobenen Schichten. Heute erfreut es sich dank seiner Versatilität wieder großer Beliebtheit und wird von vielen namhaften Herstellern angeboten.

 

Chaiselongue, Récamière und Ottomane: verschiedene Möbelvariationen, ein Zweck

Wenn es darum geht, das Wohn- oder Gästezimmer stilvoll einzurichten und einen Platz zum Relaxen zu schaffen, ist eine Chaiselongue genau richtig. Doch was ist der Unterschied zu einem Ottomanen oder einer Récamière? Die Gestaltung dieser Möbelstücke unterscheidet sich nur minimal und die Übergänge können fließend sein, sodass die Begriffe heutzutage oft synonym verwendet werden:

Die Chaiselongue ging, wie der Name bereits sagt, aus einem verlängertem Stuhl (oder auch Sessel) hervor. Sie weist daher ein erhöhtes Ende vor und oftmals dazu im rechten Winkel eine kurze Rückenlehne. Zum anderen Ende läuft die Sitzfläche ohne Lehne aus.

Im Englischen werden Chaiselongues mit geschwungenen Lehnen als „fainting couch“ bezeichnet. Ein sehr bildhafter Ausdruck: Man kann sie förmlich vor sich sehen, die Damen des viktorianischen Zeitalters mit eng geschnürtem Korsett, wie sie mit dramatischer Geste der Ohnmacht nahe auf das Möbel sinken. Die Lehne auf der einen Seite bot ihnen Halt und zur anderen Seite war Platz für die ausladenden Kleider mit Reifröcken.
Diese minimalistische Variante eines Sofas ist jedoch nach wie vor ein Möbelstück, in dem sich wunderbar entspannen lässt.

Die Récamiere war ursprünglich ein kombiniertes Sitz- und Liegemöbelstück ohne Rückenlehne, aber mit zwei hoch geschwungenen Armlehnen.

Als Ottomane wird ein Liegesofa ganz ohne eine Rückenlehne oder aber lediglich einer Rückenlehne bezeichnet, die nicht über die gesamte Längsseite geht. Sofalandschaften in L-Form setzen sich oft aus einem Drei- oder Viersitzer und einem Ottomanen zusammen.

Sofa mit Ottomane – Von John Lewis & PartnersMehr Bilder: Wohnzimmer

Namen wie Chaiselongue, Ottomane und Récamière besitzen einen Hauch alten Charmes und werden vor allem für klassisch gestaltete Möbel verwendet. Bei modernen Design sprechen die Hersteller dagegen gern von einer Relaxliege oder einem Daybed, verwenden manchmal aber auch die französischen Namen.

Relaxliege und Gästebett: Deshalb sind Chaiselongues ideal für das Minihaus

Récamièren und Chaiselongues sind Multitalente, wenn es um die Einrichtung von Wohn- und Gästezimmer geht. Dank ihrer kompakten Form eignen sie sich auch sehr gut für kleine Räume und bieten sowohl Sitz- als auch Schlafmöglichkeiten. Besitzt die Relaxliege eine Rückenlehne, erfüllt sie sogar die Funktion eines Sofas. Gleichzeitig bietet Sie Ihnen Platz für den Mittagsschlaf oder ersetzt das Gästebett.

„Gebrochene“, zweiteilige Chaiselongue (Duchesse brisée)
Von LückerBeckmannArchitektenFinden Sie mehr Inspiration: Kinderzimmer

 

Praktische Zusatzfunktionen für mehr Komfort

Besonders praktisch ist eine Récamière, deren Kopf- und Fußende so verstellbar ist, dass sie zu Armlehnen umfunktioniert werden können. Wer oft Gäste bekommt, sollte zudem eine ausziehbare Chaiselongue in Erwägung ziehen, denn sie bietet gleich mehreren Übernachtungsgästen Platz und ersetzt ein gewöhnliches Schlafsofa. Für diejenigen, die das Möbelstück häufig nutzen, ist zudem ein abziehbarer und waschbarer Bezug praktisch.

Eine Chaiselongue für drinnen und draußen

Auch im Garten oder auf der Terrasse sind Relaxliegen ideal, um seine Zeit im Freien zum Relaxen oder Schlafen zu nutzen. Dabei kann die Chaiselongue sogar die Sonnenliege ersetzen, wenn die Liegefläche entsprechend verstellbar ist. Zum Einsatz im Freien sollte das Modell auf jeden Fall outdoortauglich sein. Das Möbel muss also aus robusten, UV-beständigen und wasserabweisenden Materialien gearbeitet sein. So hält es auch mal einem Regenschauer und der intensiven Sonneneinstrahlung stand.
Ist das Möbelstück zudem leicht, können Sie es unter Umständen sowohl im Wohnzimmer als auch auf der Terrasse verwenden und sparen doppelt Platz. Modelle aus Rattan sind für diese Doppelfunktion besonders gut geeignet, während Kunststoffmöbel im Innenraum nicht zu empfehlen sind.

Das passende Design: Eine Reise durch die Stilepochen

Klassische Chaiselongues mit geschwungenen Holzbeinen und aufwendig gepolstertem Sitz versprühen einen romantischen Charme. Bei Antiquitätenhändlern können Sie solche Schätze entdecken und einen Hauch von Nostalgie in Ihr Heim bringen.

Meist mehr Komfort bieten allerdings die modernen Chaiselongues und Récamièren. Immer mehr Hersteller haben solche im Angebot, da sie ideal für die Ansprüche der heutigen Zeit sind. Knapper werdender Wohnraum und mobilere Menschen, erfordern immer häufiger eine Beschränkung der Möbel auf ein Mindestmaß. Viele Möbelanbieter folgen diesem Trend und bieten komfortable Relaxliegen für jedes Bugdet. Von minimalistisch bis elegant geschwungen gibt es dabei eine große Auswahl, die auch das Passende für Ihr Minihaus bietet. Gestelle aus Holz, Metall oder Rattan werden dabei mit bequemen Kissen oder Polsterungen kombiniert und in den unterschiedlichsten Farbnuancen abgestimmt.
Wer seine ganz persönliche Chaiselongue gestalten will, kann sie natürlich auch selbst beziehen lassen. So können Sie auch klassische Modelle mit modernen Stoffen aufpeppen lassen und damit Ihren eigenen Stil verwirklichen.

Bildquellen: houzz.de

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