Unverwechselbare Minihäuser

In seinem Buch Handmade Houses: A Century of Earth-Friendly Home Design skizziert Richard Olsen die Geschichte der amerikanischen Öko-Architektur:

In den 60er Jahren des 20.Jahrhunderts hatten politische, soziale und kulturelle Ereignisse zu Paradigmenwechseln geführt, welche sich in der Folge auch auf den Bereich der Architektur auswirkten. Die Pioniere der Öko-Architektur kamen zu dem Schluss, dass, wenn sie aus den festgefahrenen Wegen ausbrechen wollten, selbst Hand anlegen mussten. Sprich: sich handwerkliche Fertigkeiten aneignen mussten. So wurden auch an Colleges entsprechende Kurse für Architektur-Studenten gegeben, in denen sie (teilweise aus Abrissmaterialien) auf dem Land selber Behausungen bauten. Die dabei entstandenen Bauobjekte unterschieden sich nicht nur stark von der ansonsten vorherrschenden modernen Architektur, diese Kurse änderten auch die Einstellung der Studenten gegenüber althergebrachten Werten und Praktiken.
Auf dem Land entwickelte sich zusehens eine Bewegung für selbstgebaute Häuser, die den Fokus auf Handwerk, auf das Wohngefühl und die Beseeltheit des Raums, statt auf Technik richtete. Die Zentren dieser Bewegung befanden sich vor allem an der Westküste, in Kalifornien und British Columbia.

Zu einer Zeit also, in der Das Durchschnittshaus ein Massenprodukt und mit den neuesten technischen Errungenschaften ausgestattet war, gingen die “outlaw” (die “gesetzlosen”) Baumeister den entgegengesetzten Weg und bauten bewusst “unvollkommene”, unverwechselbare Häuser.
In seinem Buch stellt Richard Olsen einige solcher Häuser vor. Handgefertigte Häuser aus Amerika, Europa und Australien. Hier drei Beispiele:

Das die gemauerte “Jurte” mit Glasdach von Mickey Muennig, Big Sur, CA


Das zen-inspirierte “Leaf House” Auf Hornby Island, British Columbia


Und das selbstgebaute Minihaus von Scott Newkirk in Yulan, New York