Hausbau der Zukunft? – Häuser aus dem 3D-Drucker

omote3D-Druck ist keine neue Errungenschaft, er wurde bereits in den 80er-Jahren in den USA erfunden. Künstler und Designer, aber auch Architekten, bedienen sich gerne eines sogenannten 3D-Druckers, um Prototypen ihrer Entwürfe herzustellen. Darüberhinaus gibt es auch Designstudios – wie das in Tokyo ansässige Omote 3D – deren Arbeit komplett auf den faszinierenden Möglichkeiten des 3D-Drucks basiert: Bei Omote 3D wird aus einem Ganzkörperscan eine detailgetreue Plastik (siehe rechts im Bild), die man sich ins Regal stellen oder dem/der Liebsten schenken kann. Im Onlineshop von 3dpcase* dagegen, können Kunden ein individuelles Smartphone-Case gestalten und per 3D-Druck produzieren lassen.

Nun war die Nutzung von 3D-Druckern im Architekturbereich bisher auf die Erstellung von Modellen zur Präsentation des Entwurfes beschränkt. Die Mitglieder des Amsterdamer Architekturbüros DUS Architects dachten jedoch einen Schritt weiter, bauten einen Seecontainer zu einem überdimensionalen 3D-Drucker aus, der 2 x 2 x 3,5 Meter große Elemente produzieren kann, um damit ganze Räume tatsächlich im Verhältnis 1:1 erstellen zu können. Die Pläne für einzelne Räume werden dabei eingelesen und produziert, um dann am Schluss zu einem Haus zusammengesetzt zu werden. Kürzlich fiel der Startschuss für das Projekt; in 3 Jahren soll das erste „3D Print Canal House“ fertig sein. Das Baukastenkonzept soll zukünftig den Bauherren ermöglichen, die Raumaufteilung ihres Hauses individuell zusammenstellen zu können.

Bei 3D-Druckern handelt es sich um Geräte, die anhand der eingelesenen Daten aus einem pastösen Werkstoff einen dreidimensionalen Gegestand Lage um Lage aufbauen. Als Werkstoffe werden vorrangig Kunststoffe und Kunstharze verwendet, DUS Architects sind jedoch nach eigenen Angaben dabei, einen Werkstoff auf biologischer Basis zu entwickeln.

Zeitgleich mit dem Start des Amsterdamer Projektes kam aus China die Nachricht, das dort mittels 3D-Druck zehn Häuser an einem Tag produziert werden können – jedes von ihnen mit 20 qm Wohnfläche. Das chinesische Unternehmen WinSun Decoration Design Engineering Co. begnügt sich dabei nicht mit einem Drucker der Größe eines Seecontainers, sondern bedient sich einer Druckstraße mit 149 Metern Länge, zehn Metern Breite und sechs Metern Höhe.

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Auch in China werden – genau wie in Amsterdam – einzelne Bauelemente gefertigt, die später zusammengesetzt werden, neben den gigantischen Ausmaßen unterscheidet sich die Produktion in China jedoch auch durch den verwendeten Werkstoff vom niederländischen Projekt: Zum Einsatz kommt eine glasfaserverstärkte Betonmasse aus recycletem Bauschutt und Industriemüll. Nach Angaben des Unternehmens belaufen sich die Produktionskosten für ein Haus damit auf gerade einmal USD 4.800.

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Laut dem Informationsportal für die 3D-Druck-Branche, 3Ders.org, plant WinSun den Bau von 100 Fabriken, die verstreut über ganz China Bauschutt explizit zu neuem Baumaterial für derlei Häuser recyclen sollen. Bleibt abzuwarten, wie sich diese neue Blüte der Baubranche weiter entwickelt. Der Einsatz der 3D-Drucktechnologie, die groß angelegte Druckstraße und dazu die Verwendung von recyceltem Bauschutt lassen das Konzept auf alle Fälle äußerst interessant erscheinen.


Bildquellen: Omote3D (Bild 1), 3D Print Canal House (Video), 3ders.org (Bild 2-4)