Inhalt
Das Wichtigste in Kürze
- Entscheide, ob du dein Tiny House selbst baust oder ein fertiges Modell kaufst.
- Die Suche nach einem legalen Stellplatz ist ein entscheidender Schritt für dein Zuhause.
- Eine durchdachte Planung von Stauraum ist auf kleiner Wohnfläche essenziell.
- Vor dem Einzug ist Ausmisten und Downsizing eine wichtige Voraussetzung.
- Bedenke neben dem Hauspreis auch die Kosten für den eigentlichen Umzug.
Einleitung
Das Leben im Tiny House ist seit einiger Zeit ein regelrechter Wohntrend – und das nicht nur aufgrund des hübschen Aussehens der kleinen Häuser auf Rädern: Sie versprechen Flexibilität in Bezug auf einen eventuell anstehenden Ortswechsel und ermöglichen ein minimalistisches Leben und Gemütlichkeit auf kleiner Wohnfläche. Du bist bereits fest entschlossen, dem Trend zu folgen und selbst in ein Tiny House zu ziehen? Wir geben dir Tipps, was du bei deinem Umzug ins Tiny House beachten solltest …
Selber bauen oder in ein Fertighaus ziehen?
Möchten Sie in ein Tiny House ziehen, können Sie dieses entweder von Grund auf selbst bauen oder auf ein bereits fertiges Häuschen zurückgreifen. Beim Eigenbau hast du den Vorteil, dass du das Häuschen – sofern du dich an Bauvorschriften hältst und einen vorlageberechtigten Architekten, Statiker oder Bauingenieur hinzuziehst – nach deinen Vorstellungen entwerfen kannst. Du legst selbst fest, wo später das Bett steht, wo sich die Küche befindet und wie viele Schubladen, Schränke und Kommoden du benötigst. So musst du weniger Kompromisse eingehen und kannst das Haus nach deinen eigenen Wünschen bauen.

Das Beachten von Bauvorschriften und die Absegnung durch einen vorlageberechtigten Fachmann oder eine Fachfrau ist nötig, weil du auch für das Errichten eines Tiny Houses am Bestimmungsort eine Baugenehmigung brauchst. Natürlich erfordert der Bau auch ein gewisses handwerkliches Geschick und viel Zeit. Ein Tiny House baut sich nicht an einem Tag. Deshalb muss bereits vor dem Bau alles genau geplant werden. Dass mal etwas schiefgeht, ein Brett falsch ausgesägt wird oder kaputtgeht, ist ganz normal und gehört dazu.
Denke beim Eigenbau daran, dass das Minihaus die magische Gewichtsgrenze von 3,5 Tonnen nicht überschreiten darf, damit es mit einem Pkw transportiert werden darf. Zudem benötigst du ein Auto mit Anhängerkupplung und der entsprechenden Zugkraft. Darüber hinaus darf das Häuschen auch eine bestimmte Größe nicht überschreiten, da du sonst eine Sondergenehmigung für den Transport benötigst.
Der Stellplatz
Wenn du dich für ein mobiles Tiny House mit Rädern entschieden hast, wird es daran liegen, dass du nicht an einen bestimmten Ort gebunden sein, sondern gegebenenfalls ohne Probleme mitsamt dem Häuschen umziehen können möchtest. Die Tatsache, dass das Haus auf einem Anhänger gebaut wird, bringt allerdings einige Besonderheiten mit sich: Zum einen muss der Anhänger wie jedes andere Fahrzeug technisch abgenommen werden, bevor das Haus in den Straßenverkehr gebracht werden darf. Zum anderen kann der Aufbau auf einem Trailer eine Baugenehmigung – also die Erlaubnis zum Aufstellen des Tiny Houses zu Wohnzwecken am Bestimmungsort – erschweren. Der Grund für Letzteres ist, dass Bebauungspläne selten so verfasst wurden, dass Tiny Houses ins Schema passen, oder, falls es keinen Bebauungsplan gibt – dass ein Tiny House auf Rädern oder Wechselbrücke nicht gemäß dem „Einfügungsgebot“ zur Umgebungsbebauung passt. Informiere dich deshalb im Voraus über die geltenden Regelungen.

Genug Stauraum einplanen
Planst du dein Tiny House selbst, ist genügend Stauraum das A und O, da die Wohnfläche vergleichsweise gering ist. Hier ist es wichtig, dass kein Platz verschwendet wird, sondern jede vorhandene Lücke zum Beispiel als Regal, Schublade oder Ähnliches genutzt wird. Einen Keller oder einen Dachboden gibt es in einem Tiny House schließlich nicht. Alles, was du besitzt, befindet sich in Reichweite. Alternativ kannst du dir überlegen, ob du dir ein Lager mietest oder Freunde fragst, ob du bei ihnen etwas unterstellen kannst. Das lohnt sich vor allem für Kleidung, die man je nach Jahreszeit nicht benötigt.
Ausmisten und Platz schaffen
Da das Tiny House kleiner sein wird als deine vorige Wohnung, ist es vorab nötig, persönliche Sachen auszumisten und ein wenig „Downsizing“ zu betreiben. Einiges kann zwar in Kisten verstaut werden, jedoch ist bei dieser Wohnform weniger Stauraum als gewohnt verfügbar. Frage dich also, was du tatsächlich zum Leben im Tiny House benötigen wirst und was du getrost verkaufen, verschenken oder spenden kannst. Die Reduzierung auf das Nötigste – auch Minimalismus genannt – tut der Seele gut, da du dich von unnützen Dingen trennst. Das Ausmisten und Reduzieren auf das Wesentliche ist sogar der Hauptgrund für viele Menschen, in einem Minihaus zu wohnen.
Neben dem Verkaufen und Ausmisten müssen aber mitunter auch neue Dinge gekauft werden. Die Einsätze für die Schubladen sind zu groß oder der Esstisch zu sperrig für die Wohnfläche? Dann musst du neue Dinge kaufen oder sogar – wenn du dein Tiny House eigenständig baust und Standardmodelle nicht passen – selbst herstellen. Im Internet gibt es bereits eine große Tiny-House-Community, mit der du dich austauschen kannst. In Foren und Facebook-Gruppen erfährst du, wie du die Grundfläche am besten ausnutzen kannst, und bekommst wertvolle Tipps zum Leben im Minihaus.
Kosten für den Umzug
Ein Umzug in ein Tiny House muss nicht nur geplant werden, sondern auch bezahlbar sein. Denn beim Umzug kommen nicht nur die Kosten für das Haus auf dich zu, sondern auch der Umzug selbst. Hast du dein Hab und Gut auf das Wesentliche reduziert, ist der Umzug kein Hexenwerk. Sofern nicht eine Waschmaschine ins Tiny House mit umziehen soll, kannst du den Umzug selbst erledigen. Etwas anderes ist es, wenn du einen größeren Hausstand auflösen musst oder deine gesamten Habseligkeiten (gegebenenfalls für eine Tiny-House-Testphase) einlagern willst. Hier können Freunde oder auch eine Umzugsfirma behilflich sein. Bedenke auch, dass in diesem Fall weitere Kosten für Verpackungsmaterialien und Einlagerungsgebühren auf dich zukommen.
Wer das erforderliche Eigenkapital für den Umzug nicht hat, für den lohnt es sich, die Umzugskosten zu finanzieren und so in Raten aufzuteilen. Ein Umzugskredit kann nämlich nicht nur für die Beauftragung einer Umzugsfirma genutzt werden, sondern auch für Renovierungskosten, Umzugskartons und Kosten für neue Möbel sowie Nachsendeaufträge. Meist handelt es sich bei einem Umzugskredit um einen Ratenkredit, in dem die Höhe der Rückzahlungsrate festgelegt ist und bei dem du die gesamte Summe direkt ausgezahlt bekommst. So kannst du die Umzugskosten stemmen und dein neues Leben im Tiny House beginnen.
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