Tiny Houses vermieten – der einfache Weg zum erfolgreichen Gastgeber

Auch bei kontaktloser Vermietung können Sie dafür sorgen, dass sich Ihre Gäste wie zuhause fühlen …

 
Die Vorteile einer kurzfristigen Vermietung sind vielfältig. Grundsätzlich ist bei einem Ferienhaus der Doppelnutzen attraktiv: Das Tiny House dient als privater Rückzugsort, vielleicht sogar an einem Sehnsuchtsziel. In der Zeit, in der es nicht selbst bewohnt wird, lässt sich mit der Vermietung eine gute Nebeneinkunft erzielen.

Gastgeber in spe, die vor allem eine lukrative Rendite interessiert, werden die niedrigen Investitionskosten im Vergleich zur Aussicht auf verhältnismäßig hohe Erlöse attraktiv finden: Ein bezugsfertiges Tiny House zum Bespiel ist ab € 45.000 zu haben – zugegeben: nicht mit Luxusausstattung, dies wird von Gästen in diesem Segment jedoch auch selten erwartet. Hinzu kommt der Erwerb und die Erschließung eines Standplatzes – im günstigsten Fall handelt es sich um eine erschlossene Parzelle zur Pacht. Diesen Ausgaben gegenüber stehen die Einnahmen aus der Vermietung:
Die Übernachtungspreise bei Tiny Houses bewegen sich im Allgemeinen zwischen € 75,00 und € 120,00. Je nach Auslastung können sich die Ausgaben für ein touristisch genutztes Tiny House damit in wenigen Jahren ammortisieren. Laut einer Erhebung, die Airbnb, eines der Top-Portale für die Vermietung von Unterkünften, intern durchgeführt hat, konnten engagierte Gastgeber in 2019 durchschnittlich 16.000 Euro pro gelistetem Tiny House einnehmen.
Wenn auch Sie jetzt überlegen, in ein Tiny House zur Vermietung zu investieren, könnten die folgenden Tipps, die wir für Sie zusammengestellt haben, hilfreich sein …

Gut geplant, ist halb vermietet

Wer ein Tiny House vermieten möchte, sollte nicht nur an den späteren Erlös denken. Für ein erfolgreiches Projekt sind Vorüberlegungen nötig, zum Beispiel zum Standort und zur Art der Vermietung.

Standort und Baurecht

In der Natur, in der Stadt oder an außergewöhnlicher Stelle: Es gibt viele verschiedene Standorte für Tiny Houses. Voraussetzung ist, dass der Aufstellung nichts im Wege steht. Ob eine Vermietung möglich ist, geht aus den örtlichen (Bau-)Vorschriften hervor. Die zuständige Verwaltungsbehörde erteilt hierzu Auskunft. In unserer Beratungspraxis machen wir die Erfahrung, dass für touristisch genutzte Wohnobjekte oftmals eine Baugenehmigung erteilt wird, die für eine ausschließlich private Wohnnutzung verweigert werden würde.

Finanzierung, Meldpflicht, Steuern

Die Möglichkeiten zu Finanzierung sind sehr individuell, deshalb ist es umso erfreulicher dass der Begriff Tiny House auch für die Finanzierungsberater der großen Nachhaltigkeitsbanken schon längst kein Fremdwort mehr ist. Wie dort eine Beratung abläuft, erschließt sich sehr gut aus einem Interview, das Nico Czimmernings von der EthikBank mit Sophie Müller von Tiny Escape zum Thema “Baufinanzierung für Tiny Houses” geführt hat.

Was den laufenden Betrieb betrifft, müssen Sie wissen, dass in Deutschland eine Meldepflicht besteht. Für kurzfristig beherbergte Gäste – das heißt bis zu einer Aufenthaltsdauer von 3 Monaten – muss eine Meldebescheinigung ausgestellt werden. Je nach gewählter Art der Nutzung (Vermietung zusätzlich zum persönlichen Gebrauch oder ausschließlich als Ferienimmobilie) fallen außerdem Einkommenssteuer, Umsatzsteuer oder Gewerbesteuer an.

Attribute, die Gäste ansprechen

Auch Kleinigkeiten können zum Wohlgefühl der Gäste beitragen …

Baurecht und Meldepflicht? Mieter interessieren sich natürlich viel mehr für Originalität, ein schönes Setting sowie eine ansprechende Einrichtung und Ausstattung. Wer sein Tiny House erfolgreich vermieten möchte, sollte den Standort also mit Bedacht wählen und es den Gästen so behaglich wie möglich machen. Gastgeber, die sich besonders gut über die Bedürfnisse ihrer Zielgruppe informieren und sich in ihre Gäste hineinversetzen können, haben auch im Minihaus-Segment den größten Erfolg.

 
Ein zusätzlicher Tipp: Ein Probewohnen im eigenen Vermietobjekt kann Schwächen aufdecken und bietet die Chance für eventuell nötige Nachbesserungen.
Ein freundlicher, unkomplizierter Kontakt zum Gastgeber kommt bei den Gästen selbstredend ebenfalls gut an. In Zeiten von Corona sollten Sie jedoch darauf achten, wie alternativ eine kontaktlose Vermietung angeboten werden kann.

Vermietungsportale mit großer Reichweite

Wenn das Tiny House für die Ferienvermietung steht und alle rechtlichen Fragen geklärt sind, dann fehlt nur noch eins: Gäste. Egal, ob Tiny House, Baumhaus oder Jurte, die Auslastung des Objektes hängt zum einen vom Standort sowie der Innen- und Außengestaltung ab, zum anderen vom Marketing. Werbung kann man über eigene Kanäle machen, meist bietet es sich jedoch an, das jeweilige Objekt zusätzlich auf einer der einschlägigen Plattformen listen zu lassen. Bei der Wahl der passenden Plattform sollte man einerseits die Zielgruppe und die Reichweite der Plattform als Kriterium in die Überlegungen mit einbeziehen.

Bei Airbnb beispielsweise wird die Mini-Immobilie einem sehr breiten Publikum präsentiert. Zudem ist die Abwicklung sowohl für die Gastgeber als auch für die Gäste durch ein standardisiertes Buchungsverfahren denkbar einfach. Die Registrierung ist kostenlos, lediglich bei erfolgten Buchungen fällt eine Gebühr (3 %) an. Diese Lösung ist in der Regel deutlich günstiger und einfacher zu handhaben, als die Investition in eine eigene Homepage mit Buchungssoftware. Wie Sie Gastgeber auf Airbnb werden können, erfahren Sie in diesem Artikel.

 

Bildquellen: lutavia / iStock.com (Bild 1), Rainer Sturm / pixelio.de (Bild 2)