Minihaus bauen. Mit Know-How.

In der Rubrik „Ratgeber Bauen“ finden Sie Informationen, die für Sie hilfreich sein können, wenn Sie ein (Mini-)Haus selber bauen oder errichten lassen möchten, u.a. sind das

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Photo: Wolfgang Teuber /pixelio.de

Informationen zum Baurecht

Viele Menschen träumen von einem eigenen Dach über dem Kopf. Besonders in Krisenzeiten stellt sich die Frage, wie Sicherheit geschaffen und die Kosten niedrig gehalten werden können. Ein eigenes Zuhause ohne jahrelange Kreditzahlungen. Die Lösung heißt „Downsizing“ und schont nicht nur den Geldbeutel, sondern auch die Umwelt. Je nach persönlicher Situation und Lebensphase stehen verschiedenen Lösungen zur Auswahl:

Minihäuser sind aufgrund ihrer geringen Quadratmeterzahl am ehesten für Singles geeignet. Soll der Wohnraum in der Zukunft erweiterbar sein, bieten sich containerförmige Modulhäuser als flexible Lösung an, da diese aufgestockt oder angesetzt werden können. Modulhäuser lassen also eine unkomplizierte Veränderung (Umzug und/oder Erweiterung) von Anfang an zu. Zudem schonen Modulhäuser aufgrund des Baukastenprinzips den Geldbeutel.
Was muss ich beachten, wenn ich mir ein Minihaus in den Garten stellen will? Brauche ich eine Baugenehmigung, einen Energiepass, oder falls mein kleines Domizil auf Rädern steht, nur eine Stellplatzgenehmigung? Welche Möglichkeiten der Energieversorgung und Abwasserentsorgung gibt es?
Diese und weitere Fragen wird Ihnen Ihr Architekt und das Bauunternehmen beantworten können, aber wir wollen Ihnen schon im Vorfeld einige Informationen zur groben Orientierung zur Verfügung stellen. Ein Gang zur Gemeindeverwaltung wird Ihnen dann weiteren Aufschluss bzgl. der in Ihrer Gegend geltenden besonderen Bestimmungen geben.

Baugenehmigung

Auch kleine und kleinste Gebäude sind in Deutschland grundsätzlich genehmigungspflichtig, sofern sie nicht nur zum Unterstellen von Geräten, sondern auch als längerfristiger Aufenthaltsraum dienen sollen. Selbst bei Gartenhäusern kann es Einwände geben. Bitte erkundigen Sie sich bei Ihrer Gemeinde nach den für Sie und Ihr Vorhaben gültigen Bestimmungen. Das Planungsrecht ist Landesrecht und wird in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich geregelt.

Vor Errichtung eines (Wohn-)Gebäudes auf einem Grundstück muss in der Regel ein Bauantrag bei der Gemeinde eingereicht werden. Für sonstige bauliche Anlagen, sogenannte „untergeordnete Gebäude“, wie Carports, Gartenhäuser oder auch Baumhäuser, die nicht zum ständigen Aufenthalt bestimmt sind und eine gewisse Größe nicht überschreiten, reicht meist eine Anmeldung.

Für den Bauantrag gibt es amtlich vorgeschriebene Formulare (erhältlich im Buchhandel oder über die Websites der Landesministerien). Er ist mit den erforderlichen Unterlagen (u. a. Baubeschreibung, Lageplan, Bauzeichnungen, usw.) bei der Gemeinde einzureichen und muss vom Antragsteller sowie vom Architekten oder Zimmermeister unterschrieben sein. Die Gemeinde legt den Bauantrag nach ihrer Entscheidung dem Landratsamt (Bauaufsichtsbehörde) vor. Die Bauaufsichtsbehörde überprüft den Bauantrag und entscheidet, ggf. nach einer Begehung vor Ort, abschließend über die Erteilung der Baugenehmigung.
Sprechen Sie unbedingt mit Ihren Nachbarn über Ihr Vorhaben, zeigen Sie ihnen Pläne und Skizzen und bitten Sie sie um ihr Einverständnis. Die Zustimmung der Nachbarn ist bei jedem Bauvorhaben relevant und beeinflusst die Erteilung der Baugenehmigung.

Wie aussichtsreich eine Antrag auf Baugenehmigung ist, hängt auch davon ab, ob sich das Grundstück im Innen- oder Außenbereich (der Gemeinde) befindet. Die Vermutung, dass eine Genehmigung auf einem abgelegenen Grundstück leichter zu erhalten ist, kann sich als Irrtum erweisen. Für ein bebauungspflichtiges Unterfangen müsste im Außenbereich der Flächennutzungsplan geändert und ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Ein aufwendiges Verfahren, in dem auch die Träger öffentlicher Belange wie der Bund Naturschutz, die Landwirtschaftskammer, das Wasserwirtschaftsamt und viele andere gehört werden müssen. Die Errichtung eines Minihauses innerhalb der Gemeindegrenzen wird also (zumindest in Deutschland) in aller Regel einfacher zu realisieren sein. Lassen Sie sich von Ihrer Gemeindeverwaltung beraten!

Was ist auf einem Freizeitgrundstück erlaubt?

Im Zusammenhang mit Minihäusern, vor allem den autark konzipierten, die keinen Anschluss an die öffentliche Energieversorgung oder Abwasserentsorgung benötigen, stellt sich schnell die Frage, ob ein unter der Bezeichnung „Freizeitgrundstück“ zu günstigem Preis angebotener Grund als Baugrund für ein (ggf. mobiles) Häuschen in Frage kommen kann.
Generell lässt sich sagen, dass der Begriff „Freizeitgrundstück“ nicht offiziell definiert ist und nur die zuständige Baubehörde konkrete Auskünfte darüber erteilen kann, was gerade auf diesem Grund zulässig ist und was nicht. Freizeitgrundstücke befinden sich meist im Außenbereich, außerhalb von erschlossenen Baugebieten, und dort sind die Bestimmungen noch enger gefasst als im Innenbereich. Auf Freizeitgrundstücken, die offiziell als landwirtschaftliche Nutzfläche eingetragen sind, kann sogar das Abstellen eines Wohnwagens oder auch eine Umzäunung untersagt sein. Die besten Chancen für eine legale ganzjährige Nutzung zu Wohnzwecken wird in Gebieten bestehen, die im Bebauungsplan als Mischgebiet für Wohn- und Gartengrundstücke ausgewiesen sind. Die wenigsten Freizeitgrundstücke werden sich aber als Schnäppchen zum naturnahen Wohnen erweisen. Eine Nachfrage beim zuständigen Bauamt ist äußerst ratsam.

Erstwohnsitz auf dem Campingplatz

Wer nicht auf dem eigenen Grund und Boden leben will, sondern nur ein Fleckchen zum Pachten sucht, für den ist möglicherweise ein Campingplatz die Lösung. Campingplätze, auf denen dauerhaft gewohnt werden kann, müssen neben der ganzjährigen Öffnungszeit einige Auflagen von der Gemeinde erfüllen. Bayern und das Saarland sind generell nicht sonderlich für ein Leben auf dem Campingplatz aufgeschlossen, in anderen Bundesländern sieht es da wesentlich besser aus. Um einen passenden Campingplatz zu finden, sollten Sie also neben der Lage darauf achten, ob dort Dauercamping angeboten wird (dies bedeutet noch nicht Dauerwohnen). Fragen Sie dann beim Campingplatzbetreiber und/oder der Gemeindeverwaltung nach, ob Sie Ihren Wohnsitz auf dem Campingplatz anmelden können. Bei der Suche nach geeigneten Campingplätzen können Ihnen folgende Websites und Foren helfen:

 

Das Leben auf dem Campingplatz stellt für Tiny-House-, Zirkuswagen- und Wohncontainer-Fans, die keinen eigenen Baugrund/Stellplatz haben, eine einfache und günstige Alternative zum Grundstückserwerb dar. Die Eintragung des Erstwohnsitzes auf einem Campingplatz sollte aber, vor allem wenn Sie noch im Berufsleben stehen, gut durchdacht sein. So kann die Campingplatz-Adresse auf Stellenbewerbungen einen ungünstigen Eindruck hinterlassen. In dieser Lebensphase mag sich eher die Anmeldung als Zweitwohnsitz anbieten.

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Teil 2: „Straßenverkehrzulassung, Stellplatzgenehmigungen und Hausboot-Liegeplätze“

Teil 3: „Grundstückerschließung und Energieausweis“