Möbel aus Massivholz – nachhaltiges Material für ein gutes Raumklima

Beim Einrichten von Minihäusern ist ein kritischer Blick auf Materialien empfehlenswert. Insbesondere beim Thema Nachhaltigkeit gibt es erhebliche Unterschiede. Hochwertiges Massivholz ist dahingehend ein positives Beispiel, weil es sich um einen nachwachsenden Rohstoff handelt, der sich umweltfreundlich recyceln lässt. Zudem beeinflusst es das Raumklima gesundheitsfördernd. Nachfolgend Wissenswertes sowie Tipps zu Kauf und Pflege.

Möbel aus Massivholz – Was ist Massivholz eigentlich?

Die Bezeichnung Massivholz unterliegt hierzulande der DIN 68871 Norm und darf nur dann verwendet werden, wenn Möbel (fast) komplett aus massivem Holz gefertigt wurden. Das Gefüge von Massivholz wird weder mechanisch noch chemisch verändert. Lediglich Schubladenböden, Rückwände und Schienen dürfen aus anderen Materialien bestehen. Möbel aus Furnier sind beispielsweise keine Massivholzmöbel. Massivholzmöbel können alternativ mit Begriffen wie „massiv“ oder „Vollholz“ beschrieben sein. Folgende Begriffe, die bei Produktbezeichnungen verwendet werden, beschreiben keine massiven Holzmöbel, sondern Alternativen:

  • Furnier
  • Echtholz
  • Faserplatten
  • Sperrholz
  • Massivholzfurnier

 
Bei der Herstellung von Massivholzmöbeln werden aus den natürlich gewachsenen Holzstämmen zunächst Bretter gemacht – auch Bohlen genannt. Diese können sich, abhängig vom Baumstamm, bei Gewicht und Größe unterscheiden. Nach dem Trocknungsprozess folgt die Weiterverarbeitung zu Lamellen, welche dann zu Möbelstücken zusammengebaut werden.

Wichtige Kaufkriterien

Massivholz ist leider nicht gleich Massivholz. Bei der Produktion von Mobiliar kommt es je nach Hersteller zu Unterschieden im Bereich der ökologischen Verträglichkeit. Massives Holz ist hinsichtlich des ökologischen Fußabdrucks zwar besser als Metall oder Kunststoff, weil es ein natürlicher Rohstoff ist und wesentlich einfacher recycelt werden kann, dennoch können Massivholzmöbel auch negative Aspekte mit sich bringen. Stammt das massive Holz beispielswiese nicht aus verantwortungsvoller Fortwirtschaft oder wird beim Verarbeiten mit umweltschädlichen Substanzen behandelt, schmälert das die Nachhaltigkeit der Produkte. Das ökologisch orientierte Unternehmen allnatura mit Sitz in Baden-Württemberg agiert klimaneutral und betreut neben Deutschland Kunden in Österreich sowie anderen Teilen der Europäischen Union. Der Betrieb bezieht für Vollholzmöbel ausschließlich Vollholz aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Der Großteil stammt aus heimischen Wäldern. Regelmäßige Schadstoffprüfungen nach Richtlinien des Umweltgütesiegels natureplus gewährleisten Umweltverträglichkeit. Auch beim Oberflächenschutz der Möbel kommen natürliche Produkte wie Öle oder Wachse zum Einsatz. Diese Faktoren dienen beim Kauf massiver Möbel als Orientierung. Auch Siegel wie der Blaue Engel und das Gütezeichen für geprüfte Möbel Das Goldene M sind nützliche Wegweiser für eine nachhaltige Einrichtung.

Achtung Tropenholz – nicht jedes Massivholz ist empfehlenswert

Und was ist der Unterschied zwischen Massivholz, Sheeshamholz und Teakholz? Was Massivholz ist, wurde bereits beantwortet – Holzerzeugnisse, die aus Baumstämmen herausgearbeitet werden. Bei Sheeshamholz handelt es sich um eine Holzsorte. Sheeshamholz stammt vom Staatsbaum Dalbergia sissoo des Staates Punjab in Indien. Der Baum wird auch als Indischer Palisander betitelt. Er gilt in Punjab nach Teak als wichtigster Forstbaum. Aufgrund der zahlreichen Verwendungsmöglichkeiten und Eignung für Tischlerarbeiten ist die Sorte sehr beliebt. Doch wie bei Teakholz muss auch hier kritisch auf Herkunft und Anbaumethoden geachtet werden. Nicht jede Quelle legt auf nachhaltige Forstwirtschaft wert.

Der Teakbaum wächst wiederum in Süd- und Südostasien in Monsunwäldern und bringt wertvolles Holz hervor. Das Tropenholz ist hart, stabil und von Natur aus wasserabweisend sowie unempfindlich gegenüber Termiten. Das macht es so interessant für Gartenmöbel. Weil die Transportwege derartiger Holzsorten lang sind, ist die Nachhaltigkeit aber höchst fragwürdig. Schließlich sind die CO2-Emissionen bei mehreren tausend Kilometern Transportweg enorm. Nicht zu vergessen ist, dass insbesondere Teak in Regenwaldgebieten wächst und vor dem Transport aufwändig getrocknet werden muss, um Qualitätseinbußen vorzubeugen. Folgende heimische Teak-Alternativen sind diesbezüglich im Vorteil:

  • Douglasie
  • Robinie
  • Eiche

 

Wie pflege ich Möbel aus Massivholz?

Im Idealfall werden unbehandelte Massivholzmöbel gekauft – also ohne Lackierung oder Ähnliches. Denn dann können die einmaligen Eigenschaften des Naturmaterials das Raumklima positiv prägen. Unbehandelte Massivholzmöbel sind feuchtigkeitsregulierend und begeistern mit einer antibakteriellen Oberfläche. Vor einer pflegenden Behandlung werden zunächst alle Flecken sowie Staub entfernt. Baumwolltücher sind ideal, Mikrofasertücher hingegen zu meiden. Anschließend die Holzoberfläche mit einem pflanzlichen Öl in Richtung der Maserung gleichmäßig bedecken und etwa 20 Minuten einwirken lassen. Anschließend überschüssiges Öl entfernen. Frisch geölte Möbel einen Tag trocknen lassen und währenddessen nicht benutzen!

Bildquellen: Aurelien Thomas / Unsplash (Bild 1), Nareeta Martin / Unsplash (Bild 2), Tiana Borcherding / Unsplash (Bild 3).

Leave a Comment