Minihaus-Umfrage 2013 – Die Ergebnisse

Vor kurzem haben wir unter unseren Website-Besuchern eine Umfrage zum Thema “Minihaus bauen” durchgeführt. Knapp 300 Leser haben daran teilgenommen und Fragen zu ihrer aktuellen Wohn- und Lebenssituation, zu ihrem Traumhaus und ökologischen Ansprüchen beantwortet. Vielen Dank nochmal an alle Teilnehmer! Wir haben die Antworten inzwischen ausgewertet. Hier sind die Ergebnisse in Kürze:

Aktuelle Wohnsituation

Fast 50% aller Teilnehmer, die von einem Mini- oder Kleinhaus träumen, leben derzeit in einer Mietwohnung, ein Viertel lebt dagegen in einem größeren, eigenen Haus und beabsichtigt sich in Zukunft räumlich zu reduzieren.

Bauvorhaben

Das Wunschhaus soll Hauptwohnsitz für 2 Personen (22%), für 2 Personen mit Kind (17%), für nur eine Person sein (10%), 17% der Teilnehmer möchten ihr zukünftiges Minihaus als Ferienhaus nutzen und 4% suchen ein Gartenstudio als Extraraum z.B. als Büro im Garten. Aufgrund dieser Verteilung ist es auch nicht verwunderlich, dass die größtenteils bevorzugte Wohnfläche um die 80 Quadratmeter liegt [aufgrund der Thematik dieser Website standen nur Wohnflächen bis max. 80 qm zur Auswahl].

Entsprechend diesen Wohnflächenbedürfnissen, verteilen sich auch die Vorlieben was den Haustyp betrifft vor allem auf Bungalows in Modulbauweise, Fertighaus-Bungalows, ebenerdige Kleinhäuser mit Schlafloft, sowie 1,5- und 2-geschossige Kleinhäuser.

Auf ein vorgefertigtes Baukonzept, das auf individuelle Bedürfnisse angepasst werden kann, entfielen 66% aller Stimmen. 35% der Bauherren in spe würde selber planen wollen oder einen Architekten beauftragen. Fast die Hälfte aller Teilnehmer würde dabei als Fertigungsvariante die schlüsselfertige Version bevorzugen, ein Drittel kann sich auch ein Ausbauhaus zur Fertigstellung in Eigenarbeit vorstellen.

Eine deutliche Mehrheit der Befragten (fast zwei Drittel) würde eine massive Holzbauweise favorisieren, für jeweils ein Drittel der Teilnehmer käme (auch) die massive Steinbauweise oder Holzständerbau in Frage (Mehrfachnennungen waren möglich). Interessant ist an dieser Stelle, dass die Mehrheit gleichzeitig mit einem Bau komplett vor Ort rechnet, wenn auch dicht gefolgt von der Gruppe, die mit vorgefertigten Wand- und Deckenmodulen bauen wollen würde. Interessant deshalb, weil lediglich “Stein auf Stein”- und Blockhausbauweise einen kompletten Bau vor Ort nötig machen. Nicht nur die Holzständerbauweise, sondern auch massive Holzbauweise ist mit vorgefertigten Wandmodulen möglich, welche die Bauzeit radikal verkürzen (über den Bau mit vorgefertigten Massivholzwänden daher in Kürze mehr Informationen).

Sei es wegen persönlicher Vorlieben oder Vorschriften im Bebauungsplan am Standort, für 48% der Teilnehmer wäre ein Haus mit Satteldach erste Wahl, gefolgt vom Flachdach (31%), Pultdach (22%) und Walmdach (9%, Mehrfachauswahl war möglich).

Zwei Drittel aller Befragten würden ihr Haus ohne Unterkellerung planen. 35% würden aus Gründen der Barrierefreiheit ohnehin nur ebenerdig planen, für 55% der Teilnehmer wäre Barrierefreiheit ein Plus, wobei ihnen auch Raum für den späteren Einbau eines Treppenliftes genügen würde.

Energieeffizienz

Im Bereich Nachhaltigkeit und Energieeffizienz waren die Ergebnisse keine Überraschung: Für eine überwältigende Mehrheit der Teilnehmer ist eine hohe Energieeffizienz des Hauses und Nachhaltigkeit in Bezug auf die Energieversorgung sehr wichtig, ebenso eine potentielle Unabhängigkeit vom öffentlichen Stromnetz. Für die Warmwasserbereitung und Beheizung würden mehr als zwei Drittel der Teilnehmer Solarthermie bevorzugen, gefolgt von Erdwärmepumpe, Holzpellets und Holzscheiten. Wobei angemerkt werden kann, dass Erdwärmepumpen aus Effizienz-, Kosten- und  anderen Gründen für Singlehäuser in der Regel keine optimale Lösung darstellen (auch hierzu bei Gelegenheit mehr).

Baubiologie und Gesundheit

Im Bereich “Gesundes Wohnen” gaben 62% der Befragten an, ganz einfach die Gewissheit haben zu wollen, gesund zu wohnen. Weitere 12% wünschen sich ein allergikerfreundliches Haus und 2% sogar ein tendenziell MCS-gerechtes, also extrem allergikerfreundliches Haus.

Mobilität

Im Bezug auf Mobilität schieden sich die Geister: Für ein Drittel der Teilnehmer war ein potenziell “umziehbares” Haus wichtig, ein Drittel will sesshaft werden und/oder bleiben und ein weiteres Drittel gab sich noch unentschieden.

Eingeplantes Budget

Bezüglich des Budgets, mit dem die Bauherren in spe für die unterschiedlichen Haustypen planen, machte jeweils die Mehrheit der Teilnehmer die folgenden Angaben:

  • Minihaus auf Rädern bis 25 qm: < € 1.000/qm
  • Minihaus ortsgebunden bis 25 qm: < € 1.000 – 2.000/qm
  • Modulbungalow bis 25 qm: < € 2.000/qm
  • Modulbungalow bis 50 qm: < € 1.000 – 1.500/qm
  • Modulbungalow bis 80 qm: < € 1.250/qm
  • Kleinhaus mit Schlafloft bis 50 qm: < € 1.500/qm
  • Kleinhaus 1,5-geschossig bis 80 qm: < € 1.250/qm
  • Kleinhaus 2-geschossig bis 80 qm: < € 1.875/qm (wobei hier kein höherer Preis zur Auswahl stand)

Demographie

An unserer Umfrage haben übrigens deutlich mehr Frauen als Männer teilgenommen, was zwar allgemein auf eine höhere Auskunftsfreudigkeit schließen lassen könnte, letztlich aber die Marktsituation (nicht nur hierzulande, sondern auch in den USA) abbildet: Sowohl was Anfragen bei Hausanbietern betrifft, als auch in der Demographie von (potentiellen) Kleinhausbesitzern, sind Frauen in der Mehrheit.

Die Mehrheit der Teilnehmer hat (mindestens) ein abgeschlossenes Studium und arbeitet in einem Angestelltenverhältnis (54%), gefolgt von der Gruppe der Selbstständigen (30%).

Die am stärksten vertretene Altersgruppe war bei unserer Umfrage die Gruppe von 47-63 Jahre, gefolgt von den 27-35-Jährigen und dahinter die 36-45-Jährigen. Bezüglich der Lebenssituation gab die Mehrheit der Teilnehmer entweder an, mit dem Partner oder als Alleinerziehende mit Kind zusammenzuleben.

Kommentare und Anregungen

Im Rahmen der Umfrage haben wir viele positive und interessante Kommentare erhalten, die u.a. wieder verdeutlicht haben, dass es hierzulande in der Minihaus-Bewegung zwei Strömungen gibt: die Singles, Paare und Kleinfamilien, die ein gesundes, ökologisches und preisgünstiges kleines Eigenheim bauen und darin auf, sagen wir mal, “konventionelle” Weise leben möchten, und die Gruppe derer, die vom “Aussteigen” träumt, vom autarken Leben in der Natur. Zwei sehr unterschiedliche Lebenskonzepte, mit ebenfalls sehr unterschiedlichen Ansprüchen an die Behausung.

Das “Aussteiger-Modell” wird aufgrund der Gesetze in Deutschland, die das Abstellen oder Bauen eines Tiny Houses in der Pampa untersagen, sicher am ehesten in Gemeinschaftsprojekten realisierbar sein. Auf vielfachen Wunsch planen wir die Integration eines Forums in diese Website, um ganz allgemein den Austausch zu allem was Minihäuser und entsprechende Projekte betrifft, zu unterstützen. Dies wird schätzungsweise in 2-3 Monaten der Fall sein. In diesem Rahmen wird die Website dann auch smartphonetauglich werden.

Was in den Kommentaren zur Umfrage auch zur Sprache kam, war die anzunehmende Höhe der Baukosten. Auch hier muss definitiv zwischen der “Aussteiger-Variante” und dem Bau eines soliden Kleinhauses unterschieden werden: Wem baubiologisch-einwandfreie Materialien und Werthaltigkeit wichtig ist, der wird bei der Kalkulation für den Bau mit etwa € 2.000 pro Quadratmeter Wohnfläche rechnen müssen. Ein alter Bauwagen ist dagegen schnell mal mit Dämmplatten für ein paar Euro ausgekleidet. Alles eine Frage des Lebenskonzeptes, und sicher auch der Lebensphase in der sich der Einzelne befindet.

Das Konzept für ein Singlehaus, an dem wir weiterhin arbeiten und auf das wir auch im Rahmen der Umfrage angesprochen wurden, wird sich an diejenigen richten, die “konventionell”, nachhaltig und gesund in einem Kleinhaus leben möchten, weil wir hier die eigentlich Marktlücke sehen. Trotz des Labels “Singlehaus” wird das Haus für zwei Personen konzipiert sein, da sich vermutlich kein Single allein mit dem Bau eines kleinen Hauses ein Leben zu zweit verbauen will 😉
Die Entwicklung ist im Gange, die Veröffentlichung der Pläne wird sich voraussichtlich auf Herbst verschieben. In den nächsten Tagen wird es aber schon mal ein paar Bilder als Vorgeschmack geben.

UPDATE:
Das von uns (auch auf Basis dieser Umfrage) entwickelte Singlehaus ist das ecohome 4.2. Alle Details zu diesem ökologischen und wohngesunden Hauskonzept finden Sie hier.

UPDATE 2019: Wir überarbeiten derzeit das ecohome 4.2 mit dem Ziel eines noch geringeren Flächenverbrauchs – in diesem Zuge fallen die Modelle V35/50 aus dem Programm. Alle Interessenten bitten wir um etwas Geduld. Sobald die Überarbeitung abgeschlossen ist, werden wir Sie mittels des ecohome 4.2-Newsletters informieren.