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Eindrücke der Messe
Messe unter fordernden Bedingungen
Dass der Messebesuch in diesem Jahr etwas anders werden würde als gewohnt, war allerdings schnell klar: Temperaturen von über 37 Grad stellten Besucher und Aussteller gleichermaßen auf eine harte Probe. Vor allem auf den Außenflächen war die Hitze deutlich zu spüren. Insgesamt wirkte die Messe deshalb etwas ruhiger als in den vergangenen Jahren – was auch Vorteile hatte. An vielen Ständen blieb mehr Zeit für persönliche Gespräche, ausführliche Besichtigungen und den direkten Austausch mit Herstellern.
Große Vielfalt bei den ausgestellten Häusern
Inhaltlich bot die NEW HOUSING auch 2026 wieder genau das, was sie seit Jahren auszeichnet: eine große Vielfalt unterschiedlichster Wohnkonzepte. Vom klassischen Tiny House auf Rädern über moderne Modulhäuser bis hin zu kompakten Ferienhäusern konnten Besucher zahlreiche Gebäude direkt vergleichen.
Neben bekannten Unternehmen waren erneut viele internationale Hersteller vertreten. Besonders interessant war die Mischung aus etablierten Anbietern und neuen Marktteilnehmern. Zu den bekannten Namen gehörten unter anderem Aurora und Nestio, die ihre aktuellen Hausmodelle präsentierten. Gleichzeitig nutzten auch neue Anbieter wie Wohncontainer Handel oder Tiniwunder S.R.L. die Messe, um ihre Konzepte einem größeren Publikum vorzustellen.
Workshops mit praktischen Informationen
Neben den ausgestellten Häusern gehört das Rahmenprogramm seit Jahren zu den Stärken der NEW HOUSING. Auch 2026 standen wieder zahlreiche Vorträge, Tiny Talks und Workshops auf dem Programm.
Besonders gut besucht war der Vortrag von Caro und Chris vom tinyon Podcast mit dem Titel „Vom kleinen Wohntraum zum fertigen Zuhause – Gewinne Klarheit für deinen Weg ins Tiny House“. Statt ausschließlich technische Fragen zu behandeln, ging es hier vor allem um die vielen Entscheidungen, die zukünftige Tiny-House-Besitzer treffen müssen – von der Grundstückssuche über Genehmigungen bis hin zur Auswahl des passenden Hauses.
Großes Interesse weckte außerdem der Vortrag „Die neue Tiny-House-Norm – Was hat sich verändert und welche Vorteile bietet die Industrienorm?“. Einheitlichere Standards schaffen mehr Orientierung und können Genehmigungs- und Planungsprozesse langfristig vereinfachen.
Die Branche wird professioneller
Ein Eindruck zog sich durch viele Gespräche: Die Tiny-House-Branche wird von Jahr zu Jahr professioneller.
Während früher häufig einzelne Prototypen oder sehr individuelle Lösungen im Mittelpunkt standen, präsentieren heute viele Hersteller ausgereifte Wohnkonzepte mit hochwertiger Ausstattung, durchdachten Grundrissen und klar definierten Zielgruppen. Dauerhaftes Wohnen, Ferienanlagen oder modulare Erweiterungsmöglichkeiten werden inzwischen deutlich systematischer gedacht als noch vor einigen Jahren.
Ein ungewöhnliches Konzept vom Bosch Health Campus
Eine der spannendsten Ideen der diesjährigen Messe kam aus einem anderen Bereich als dem klassischen Wohnen. Der Bosch Health Campus stellte ein Tiny House vor, das als mobile Pflegestation konzipiert wurde.
Das Projekt verdeutlicht, dass kompakte Gebäude inzwischen weit über den privaten Wohnbereich hinausgedacht werden. Flexible Tiny-House-Konzepte könnten künftig auch in der Pflege oder im Gesundheitswesen neue Einsatzmöglichkeiten eröffnen – etwa als temporäre Versorgungsstationen oder ergänzende Pflegeeinheiten.
Tiny Houses als Teil größerer Wohnkonzepte
Beim Rundgang fiel außerdem auf, dass sich die Messe immer stärker zu einer Plattform für ganzheitliche Wohnlösungen entwickelt. Längst geht es nicht mehr ausschließlich um das Tiny House selbst.
Viele Aussteller präsentierten ergänzende Produkte wie Photovoltaikanlagen, Batteriespeicher, Saunen, Whirlpools oder technische Lösungen für autarkes Wohnen. Gerade Betreiber von Ferienanlagen oder Menschen, die dauerhaft auf kleinem Raum leben möchten, finden hier inzwischen vieles, was für die Planung eines vollständigen Wohnkonzepts benötigt wird.
Verbände als wichtige Ansprechpartner
Ein fester Bestandteil der Messe waren erneut die Verbände der Branche. Unter anderem waren der Tiny House Verband e.V. sowie der Landesverband Baden-Württemberg vertreten und standen für Fragen rund um Genehmigungen, politische Entwicklungen und die weitere Etablierung von Tiny Houses als Wohnform zur Verfügung.
Gerade dieser Austausch zeigt, dass sich die Diskussion längst nicht mehr nur um einzelne Häuser dreht. Themen wie Bauordnungsrecht, Normen, kommunale Projekte oder dauerhaftes Wohnen gewinnen weiter an Bedeutung.
Unser Fazit
Die NEW HOUSING bleibt Europas wichtigste Messe rund um Tiny Houses und Kleinwohnformen. Trotz der außergewöhnlichen Hitze bot sie auch 2026 wieder einen guten Überblick über den aktuellen Markt, interessante Gespräche mit Herstellern und viele spannende Einblicke in die weitere Entwicklung der Branche.
Besonders deutlich wurde in diesem Jahr, dass Tiny Houses längst mehr sind als eine alternative Wohnidee. Die Branche wird professioneller, die Einsatzmöglichkeiten vielfältiger und die Konzepte ausgereifter. Wer wissen möchte, wohin sich das kleine Wohnen entwickelt, findet auf der NEW HOUSING weiterhin einen der besten Orte, um sich einen umfassenden Eindruck zu verschaffen.
Der Termin für's nächste Jahr steht bereits fest: 25.-27. Juni 2027!