Solarfinanzierung: Starthilfe für die eigene Energiewende

Solarenergie 15

Die Anschaffung einer Photovoltaikanlage lässt sich trotz des rasanten Preisverfalls nicht gerade aus der Portokasse bezahlen. Für einen Vier-Personen-Haushalt werden Solaranlagen überlicherweise für eine Leistung zwischen 4 und 5 Kwp ausgelegt. Bei Single- und Zwei-Personen-Haushalten ist der Strombedarf natürlich etwas geringer, rechnen Sie aber nicht mit der Hälfte, denn ein nicht unwesentlicher Anteil am Stromverbrauch entsteht unabhängig von der Anzahl der Personen! Kleinere Solaranlagen sind zudem in der Relation wesentlich teurer als auf „normale“ EFH ausgelegte Anlagen, wodurch eine detailierte Kalkulation und Abwägung unbedingt erforderlich ist. In diesem Beitrag werden wir deshalb von der Auslegung auf einen Vier-Personen-Haushalt ausgehen, wir geben Ihnen einen Überblick darüber, in welcher Größenordung der Investitionsbedarf liegen wird und wie sich eine Photovoltaikanlage rechnen kann:

Der weitaus größte Teil, nämlich 80 Prozent, der Kosten für eine Photovoltaikanlage entfallen auf die Module, 10 Prozent auf Netzanschluss und Stromzähler und weitere 10 Prozent auf den Wechselrichter. Hinzu kommt – sofern man einigermaßen unabhängig vom öffentlichen Netz werden will – ein zweiter größerer Posten: der Stromspeicher.
Bei einer Leistung von 4 bis 5 kWp müssen Sie für die Module einer Solaranlage zwischen 6.500 und 9.000 Euro veranschlagen. Dabei ist der Preis von der Technologie – Dünnschichtmodule sind vergleichsweise günstig, polykristalline und monokristalline Zellen teurer, aber effizienter – vom Hersteller, der Qualität und Leistung ab. Wechselrichter, die den von den Modulen produzierten Gleichstrom in haushaltsgerechten Wechselstrom umwandeln, kosten derzeit zwischen 400 und 2.000 Euro. Ein passender kleiner Stromspeicher, wie z.B. „Eco“ des Startup-Unternehmens Sonnenbatterie, kostet weitere 5.900 Euro, womit wir bei insgesamt um die 14.000 Euro wären.

Starthilfe: Finanzierung über Solarkredit + Förderung für Speicher

Auch wenn sich eine Solaranlage langfristig rechnet, wird sich in vielen Haushalten die Frage stellen, aus welcher Quelle die anfänglichen Investitionskosten bezahlt werden können. Die realtiv hohen Kosten stellen für manch einen Hausbesitzer eine beträchtliche Hürde dar, sodass die Solarfinanzierung über eine Bank der einzige sinnvolle Weg ist, um die benötigten Gelder für die Installation einer Photovoltaikanlage zu erhalten. Der ÖkoKredit der EthikBank ist explizit für kleine ökologische und soziale Projekte – wie es z.B. PV-Anlagen auf Einfamilienhäusern sind – gedacht und lässt sich unkompliziert beantragen. Ein Blick auf die Konditionen lohnt sich also, wenn für die persönliche Energiewende nicht genügend Geld auf der hohen Kante ist.
Speziell für die Anschaffung von Stromspeichern für neuere PV-Anlagen gibt es außerdem eine KFW-Förderung, bei der im Rahmen des Kredites ein Tilgungszuschuss von 30 % der förderfähigen Kosten des Batteriespeichersystems vorgesehen ist.

Amortisation durch Einsparung bei steigenden Strompreisen

Der Ertrag aus einer Solaranlage kann nicht pauschal vorhergesagt werden. Er ist abhängig von verschiedenen Faktoren, wie etwa der Ausrichtung der Photovoltaikanlage, der geografischen Lage, der Sonnenscheindauer und auch von den technischen Komponenten. Auslegung und Ertrag der Anlage bestimmen, wie schnell sich die Investition amortisiert, wann die anfänglichen Kosten also durch Einsparungen oder Vergütungen gedeckt sind.
Derzeit liegen die Kosten für selbst auf dem Dach erzeugten Strom bei etwa 12 Cent pro Kilowattstunde – zum Vergleich: Strom aus dem öffentlichen Netzt kostet je nach Anbieter zwischen 25 und 30 Cent pro Kilowattstunde. Nun ist es aber sinnvoll, in die Anlage einen Stromspeicher zu integrieren, um den eigenen Strom auch nachts nutzen zu können und nicht zukaufen zu müssen, sobald die Sonne untergegangen ist. Da Stromspeicher jedoch immer noch verhältnismäßig teuer sind, ergeben sich umgelegt auf die Kilowattstunde zusätzliche Kosten von ca. 20 Cent (auch dies für einen konventionellen EFH-Haushalt). Insgesamt kostet der selbstproduzierte Solarstrom somit 32 Cent pro Kilowattstunde. Wird überschüssiger Strom ins öffentliche Netz eingespeist reduzieren sich diese Kosten zeitweise, wodurch der eigene Strom bereits jetzt schon günstiger sein kann, als der aus dem öffentlichen Netz – hierzu muss die Anlage aber auch soweit ausgelegt sein, dass Überschuss entstehen kann. Bei den kontinuierlich steigenden Strompreisen ist jedoch zu erwarten, dass die Preise der großen Stromversorger ohnehin bald über die Kosten des selbsterzeugten Stroms klettern werden.

Einspeisung ins öffentliche Stromnetz mit Einspeisevergütung

Eine wichtige Quelle für eine Solarfinanzierung ist die Einspeisevergütung, die im Erneuerbare-Energie-Gesetz (EEG) festgelegt ist. Da Photovoltaikanlagen das Sonnenlicht in Strom umwandeln und damit umweltfreundlich sind, unterstützt der Staat die Anschaffung von Solaranlagen mit finanziellen Mitteln.

Aktuell erhalten Besitzer von Dachanlagen folgende Vergütungen (Stand Juni 2014):

  • bis 10 kWp 13,01 Cent
  • 10 bis 40 kWp 12,34 Cent
  • 40 bis 1.000 kWp 11,01 Cent
  • 1.000 bis 10.000 kWp 9,01 Cent

 
Für Dachanlagen bis 10 kWp, wie sie auf Einfamilienhäusern üblich sind,  gibt es zwar den höchsten Einspeisevergütungssatz und der eingespeiste Strom wird bis zu 100% der Anlagenleistung vergütet, dennoch empfiehlt sich aus verschiedenen Gründen ein Eigenverbrauchsanteil von mindestens 40% der Anlagenleistung. Mit größeren Speicherbatterien oder gar einer Thermobatterie, die verlustfrei spreichern kann, lässt sich der Eigenverbrauchsanteil sehr einfach steigern; jedoch verursacht eine größer ausgelegte Speicherlösung auch höhere Investitionskosten, die wiederum umgelegt werden müssen. Welche Auslegung der Anlage am sinnvollsten, nachhaltigsten und in finanzieller Hinsicht am besten ist, kann nur durch eine komplexe und individuelle Berechnung festgestellt werden.

Bildquelle: © danielschoenen – Fotolia.com

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