Ratgeber Bauen: DIY-Projekte aus Stegplatten

Bauen mit Stegplatten liegt heutzutage im Trend. Der Grund ist der günstige Preis, ein geringes Gewicht und eine verbesserte UV-Beständigkeit der Platten gegenüber früher. Damit ist die Stegplatte nun eine tatsächliche Alternative zum Baustoff Glas und wird für unterschiedliche Baulösungen im Inneren von Häusern oder im Außenbereich verwendet.

 

Was ist eine Stegplatte?

Stegplatten werden aus Polycarbonat hergestellt und deshalb auch als Polycarbonat Platten bezeichnet. Die Platten bestehen aus strukturiertem und mehrwandigem Kunststoff. Durch eine Extrusion des Polycarbonats sind komplexe Formen möglich. Damit wird die Festigkeit der Platten erhöht und die thermischen Eigenschaften wesentlich verbessert. Mittels dieser Verformungsmöglichkeit sieht eine Stegplatte aus wie eine durchscheinende Sandwichplatte. Im Inneren der Platte sind längliche Rillen aus dem selben Material, also Polycarbonat, und schaffen eine Art Luftpuffer. Die innere Struktur kommt so einem I-Profil nahe und gewährt die erforderliche Stabilität bei gleichzeitiger Leichtigkeit des Gewichts.

Einsatzmöglichkeiten der Stegplatten

Projekt #1: ein Frühbeet

Frühbeete wurden früher mit alten ausrangierten Fensterelementen abgedeckt. Heute ist die Stegplatte das Mittel der Wahl. Es ist dabei egal, ob das gesamte Frühbeet mit Stegplatten gebaut wird, oder nur die obere Fläche gedeckt wird, um das Sonnenlicht durchzulassen. Ein Frühbeet zu bauen ist sehr einfach. Es empfiehlt sich eine Lärchenholzkonstruktion für die vier Seiten zu erstellen und das Dach aus Stegplatten hinzuzufügen.

Projekt #2: ein Gewächshaus

Mitunter kann ein ganzes Gewächshaus aus Stegplatten gebaut werden. Hierbei wird eine Konstruktion aus Stahl oder Holz aufgestellt und die Stegplatten dienen dann, wie die Glasscheiben, für die Wände und das Dach. Die Konstruktion mit Stegplatten hat den Vorteil, dass sie leichter als Glas ist und deshalb auch mit geringer dimensionierten Trägern und Stützen auskommen kann. Wichtig ist es auf die Schnee-Last zu achten, die im Winter auf dem Gewächshaus liegen kann.
Gewächshäuser aus Kunststoffmaterialien sind weltberühmt geworden, wie zum Beispiel das organische Gewächshaus in Graz von dem Architekten Volker Giencke. Hier zeigt sich, dass Kunststoff dem Glas schon lange das Wasser reichen kann und durch experimentelle Architektur ungewöhnliche Formen und damit ungewöhnliche Architekturen entstehen können.

 

Projekt #3: eine Terrassen-Überdachung

Terrassen-Überdachungen mit Stegplatten sind eine weitere Anwendungsform. Der Vorteil liegt im geringeren Gewicht des Materials bei gleichzeitig hellem Durchscheinen des Lichtes. Es gibt kleine Konstruktionen, die von der Wand mit Stahlseilen abgehängt werden, und andere größere Konstruktionen mit Stützen. Auch ein Vordach vor dem Haus ist mit Stegplatten leicht zu errichten und fällt in die Kategorie Terrassen-Überdachung.

Projekt #4: ein Tiny House

Auch bei Tiny Houses spielt das Gewicht eine Rolle. Um für den Straßenverkehr zugelassen zu werden, dürfen sie ein Gesamtgewicht von 3,5 to nicht überschreiten. Hier bieten die Stegplatten eine große Palette an Möglichkeiten, um ein mobiles Zuhause zu bauen: Sei es als Außenwände, als Belichtungsfunktion wie transluzente Fenster, oder aber auch mögliche Verwendungen im Innenbereich. Stegplatten sind auch in bunter Farbe erhältlich, sodass die gewünschte ästhetische Wirkung erzielt werden kann. Klassisch ist die transluzente milchfarbene Platte.

Plattengrößen

Stegplatten sind in vielen Größen erhältlich. Eine Plattenlänge liegt zwischen 7 und 10 Metern. Auch längere Platten sind theoretisch lieferbar, jedoch stellt sich die Frage des Transports. Als Standard-breiten kommen Breiten zwischen 1 und 2 Meter zum Einsatz. Generell gilt die Devise: Je weniger Platten benötigt werden, desto geringer ist der Aufwand beim Einbau. Von der Dicke her sind Platten von 4 bis 32 mm zu haben, wobei die Breite von 6 bis 12 mm am weitesten verbreitet ist. Trennwände im nicht tragenden Bereich sollten zwischen 4 und 8 Millimeter dick sein. Außenwände sollten mindestens 8 Millimeter betragen, hier spielt die Statik eine Rolle und sollte mit bedacht werden. Befestigungen sind, verglichen mit Glasplatten, unkompliziert und recht einfach. Aus diesem Grund kann das Bauelement Stegplatten ästhetisch leicht und luftig in Erscheinung treten und bezaubern.

Bildquellen: Houzz.de (Bild 1+2), Tech Tiny House (Bild 3)

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