Auf der sicheren Seite: Wertsachen in Minihäusern

Seit Jahren setzt die Europäische Zentralbank auf eine sogenannte Niedrigzinspolitik. Das bedeutet, dass sich Banken für deutlich niedrigere Zinssätze bei ihr refinanzieren können. Sie sind deshalb nicht mehr unbedingt auf eine Refinanzierung durch Kunden angewiesen, dementsprechend gering liegen auch die Zinssätze für Spareinlagen, Tagesgeld- oder Festgeldkonten. Da liegt der Gedanke nicht gerade fern, Erspartes auf andere Art und Weise anzulegen oder für Krisenzeiten zu sichern.

goldmuenzen

In einschlägigen Foren wird zur Krisenvorsorge die Anlage eines (kleingestückelten) Notvorrates an Gold- und Silbermünzen empfohlen; dieser soll z.B. auch Sicherheit in der Überganggsphase einer Währungsreform bieten. Derzeit findet eine solche Reform in Indien statt. Die Not in der Bevölkerung ist groß und auch europäische Touristen hat die „Blitzreform“ kalt erwischt. Es liegt in der Sache, dass derlei Aktionen keinen langen Vorlauf haben und kurzfristig angekündigt werden. In Europa verläuft der Abschied vom Bargeld bislang eher schleichend: Das Zahlen „mit Karte“ ist hierzulande bereits so gebräuchlich, dass fast die Hälfte aller Deutschen bargeldlose Zahlung bevorzugen. In den skandinavischen Ländern – allen voran Dänemark und Schweden – bezahlt bereits ein Großteil der Bevölkerung mit Karte oder mobil per App.

Vorbehalte gegenüber der völligen Bargeldlosigkeit gibt es hierzulande dagegen genug: Zahlungen per Karte werden dokumentiert und Verbraucher werden von Kreditinstituten abhängig – ganz abgesehen davon, dass das Geld beim bargeldlosen Zahlungsverkehr nur noch in virtueller Form besteht. Wer also nach dem Motto „Nur Bares ist Wahres“ als Krisenvorsorge ein Notgroschen anlegen will, wird (da beim Papiergeld der materielle Wert in keinem Verhältnis zum Nennwert steht) wohl am ehesten ein paar Silbermünzen zurücklegen. Hierfür bieten sich z.B. DM- oder Euro-Gedenkmünzen an, da beim Bezahlen mit hoher Annahmeakzeptanz zu rechnen ist.

Wie sichert man nun aber seinen „Silberschatz“ oder andere Wertgegenstände wie Schmuck oder wichtige Dokumente in einem Minihaus oder gar Tiny House vor unbefugter Entwendung?

Studio Becker

Ein Tresor – muss das wirklich sein?

Auch ohne Krise kann man mit einem Einbruch(-veruch) konfrontiert werden. Einfache Fenster oder Türen stellen für Langfinger meist kein Hindernis dar. Kurzum, zur Sicherung wertvoller Gegenstände und Dokumente, von Schmuck und Erinnerungsstücken kann eine professionelle Absicherung sinnvoll sein. Die Möglichkeiten sind hier durchaus vielfältig: Bauherren können natürlich einerseits das Haus einbruchsicherer machen oder andererseits einen Tresor kaufen.

Tresore – vor allem in Form von Wandsafes – finden auch in Privathaushalten verstärkt Verwendung. Je nach Ausführung sind die Tresore entweder ziemlich schwer bzw. werden im Boden verankert, wodurch sie nicht ohne Weiteres zu bewegen oder gar außer Haus zu bringen sind (hierbei handelt es sich um Wertschutzschränke), alternativ werden sie in ein Möbel,  eine Wand oder den Boden eingebaut (Einbautresore). Relevant ist diese Differenzierung nicht zuletzt aufgrund des möglicherweise gegebenen Versicherungsschutzes. Voraussetzung für einen hohen Versicherungsschutz ist ein Wertschutzschrank gemäß der Euro-Norm EN 1143-1. Bestätigt und gegenüber der Versicherung nachgewiesen wird dies mittels eines Zertifikats, möglich wäre je nach Ausgestaltung des Versicherungsvertrages außerdem der Einbau eines Wertschutzschrankes nach EN 144450 Norm.

Ein Nachteil der Wertschutzschränke besteht in ihrem hohen Eigengewicht, auch bieten sie nur einen Basis-Brandschutz. Wer Dokumente gegen Brand sicher möchte sollte eher einen Dokumententresor wählen (welcher wiederum jedoch keinen hohen Einbruchschutz bietet). Nach Abwägung aller Vor-und Nachteile, sowie des Aufwands im Vergleich zu den zu schützenden Werten, fällt die Wahl in Privathaushalten meist auf Einbautresore.

Four Winds

Arten und Typen von Tresoren für den Hausgebrauch

Nicht jede Tresorart ist für den heimischen Gebrauch geeignet. Im Folgenden stellen wir die drei in Privathaushalten am häufigsten verwendeten professionellen Verwahrungsmöglichkeiten vor:

Standtresor Einbautresor Geldkassette
Eigenschaften Standtresore können freistehend oder im Inneren von Möbelstücken Verwendung finden. Ein auf dem Drei-Seiten-Modul basierendes Verriegelungssystem ist Standard. Verschluss-/Zugangsmöglichkeit entweder mittels Doppelbartschloss, mechanischem oder elektronischem Zahlenschloss oder elektronischem Schloss mit Finger-Scan-Modul. Die Standardversionen bieten nur einen Basis-Feuerschutz. Erhältlich sind aber auch Ausführungen, die einen guten Feuerschutz bieten (Dokumententresore). Tresore zum flächenbündigen Einbau in die Wand oder den Boden. Bedingt durch die flache, der Wand bzw. dem Bodenaufbau angepasste Konstruktion ist die Aufnahmekapazität (besonders bei Steckdosentresoren) gering. Vorteil: sehr platzsparend und gut versteckbar. Brandschutz u.a. abhängig von dem umgebenden Material. Feuerfeste und löschwasserfeste Ausführungen sind vorzuziehen. Geldkassetten sind eine probate Methode Gelegenheitsdiebstähle zu verhindern und (in ihrer feuerfesten Variante) die Wertsachen vor der Vernichtung durch einen Brand zu schützen. Bei Einbrüchen schützen sie durch ihr geringes Gewicht jedoch nicht vor einer Entwendung der Wertsachen. Verschließbar durch Zylinderschloss.
Anmerkungen Versicherungsschutz in Abhängigkeit zur Widerstandsklasse und normgerechter Herstellung (Zertifikat notwendig). Versicherungsschutz in Abhängigkeit zur Widerstandsklasse, normgerechter Herstellung und fachmännischem Einbau. Kein Versicherungsschutz möglich, da nicht verankerbar.

geldkassette

Welche Tresore eignen sich für Minihäuser?

Die grundlegende Frage lautet, wie innerhalb der eigenen vier Wände ausreichend Schutz für Wertgegenstände erreicht werden kann und wenn die Wahl auf einen Wertschutzschrank fällt, wie dieser verankert oder verbaut werden kann …
Minihäuser mit Keller stellen eine große Ausnahme dar, jedoch werden einige Minihäuser auf einer Bodenplatte aus Beton errichtet, in die ein Tresor ggf. verankert werden kann. Modulhäuser werden heutzutage meist fix und fertig angeliefert und (ohne Bodenplatte) auf Punkt- oder Steifenfundamente gesetzt. In ihrem Fall hängt eine Verankerungsmöglichkeit vom Bodenaufbau ab. Wenn es sich um einen einfachen Holzrahmenbau handelt, ist – wie bei Tiny Houses – ein Einbautresor das Mittel der Wahl:
Das Gewicht ist geringer und der Safe lässt sich – vor allem, wenn er beim Bau bereits eingeplant wird – leicht in den Boden versenken oder in die Wand einfügen und später unter einem Läufer oder hinter einem Bild verstecken. Bezüglich des Zugangsmechanismus wird von Fachleuten empfohlen, Tresoren mit Zahlenschloss oder Finger-Scan den Vorrang zu geben. Das hat ganz praktische Gründe, denn Einbrecher würden auf der Suche nach Schlüsseln viel eher das ganze Haus auf den Kopf stellen und so womöglich mehr Schaden anrichten.

Weitere Tipps zur Sicherung ohne Tresor

Die Frage, inwiefern sich wichtige und wertvolle Dokumente und Gegenstände sichern lassen, ist höchst individuell. Nicht jeder Hausbesitzer ist dazu bereit, derart in die Struktur des Hauses einzugreifen und einen zusätzlich Platz beanspruchenden Wandsafe zu installieren. Nicht ganz ohne Belang ist aber natürlich auch die Thematik eines möglichen Versicherungsschutzes. Die Versicherungen haben hier höchst unterschiedliche Maßgaben bezüglich des Baustandards, es handelt sich im Regelfall um eine Anfrageversicherung. Selbst dann, wenn Versicherungsschutz gewährt wird, gibt es noch Unterschiede bezüglich der versicherbaren Summe zu beachten.
Wer auf Nummer sicher gehen will und Wertsachen schützen möchte, auf die er nur selten Zugriff braucht, kann alternativ die Anmietung eines Bankschließfachs in Erwägung ziehen.

In jedem Fall ist ein möglichst gut funktionierender Einbruchschutz für das Haus ratsam:

  • Tipps, wie ein Minihaus oder Tiny House weitgehend gegen unbefugtes Eindringen abgesichert wird, finden Sie hier.
  • Bei Alarmanlagen wird zwischen Gefahrenwarnanlagen und Gefahrenmeldeanlagen unterschieden. Erstere sind eher informativer Natur, wohingegen Letztere in Form von Einbruchmeldeanlagen (EMA) oder Überfallmeldeanlagen (ÜMA) einen höheren praktischen Schutz bieten. Vor allem in Form eines hohen abschreckenden Effektes.
  • SmartHome-Systeme bieten laut eine Steuerung über Videoüberwachung, eine sogenannte Anwesenheitssimulation und andere Dinge. Sie basieren auf individuellen Szenarien, die nach außen hin die Anwesenheit der Bewohner simulieren sollen.

 

Fazit

Welche Art der Absicherung auch gewählt wird, eine Kombination mehrerer Systeme ist am effektivsten um ein Einbruchs- und Diebstahlrisiko bzw. den Schaden zu minimieren. Viele Module haben allein durch ihre Installation bereits abschreckenden Charakter und beugen so einem Schadensfall vor. Versicherbar sind Wertgegenstände im Vorfeld durch eine Hausratsversicherung oder – im Fall von Tiny Houses, die nicht als Wohnwagen zugelassen sind – durch eine Ladungsversicherung.

Bildquellen: feiern1/pixabay.com (Bild 1), Karlson Kitchens/houzz.de (Bild 2), Clos-ette LLC/houzz.de (Bild 3), Alexas_Fotos/pixabay.com (Bild 4)

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