Sicherheit für Tiny Houses (2) – Schutz gegen Einbruch

Die Bezeichnung Tiny House bedeutet natürlich nicht, dass es darin für Diebe nichts zu holen geben könnte. Tiny Houses, die als Hauptwohnsitz genutzt werden, können z.B. einiges an technischem Equipement beinhalten, wie Computer, Fotokamera u.ä. Gleichzeitig sehen die meisten Tiny Houses nicht gerade nach einem Hochsicherheitstrakt, sondern erinnern mit ihrer Bauweise an Gartenstudios. Für Langfinger mag es also auf den ersten Blick wie ein Kinderspiel aussehen, in so ein Häuschen einzusteigen. Diesen Eindruck gilt es bei genauerem Hinsehen zu widerlegen und das rollende Domizil so weit zu sichern, dass sich potenzielle Einbrecher lieber leichterer Beute zuwenden.

Wie bereits im vorhergehenden Beitrag – „Sicherheit für Tiny Houses (1) – Schutz gegen Diebstahl“ – erwähnt, finden Einbrüche und Diebstähle zunehmend auch im dichtbesiedelten Raum und am helllichten Tag statt. Da Tiny Houses auf den Straßen und in Wohngebieten allerdings ein noch recht ungewohnter Anblick und sie ohnedies Hingucker sind, wird bei ihnen eher an abgelegenen Standorten ein Einbruchsrisiko bestehen. Gerade an solchen Standorten mit gleichzeitig negativer Einbruchsstatistik sollten sich Besitzer um einen entsprechenden Schutz Gedanken machen: Was kann unternommen werden, um zu einem angemessenen Preis größtmögliche Sicherheit zu erreichen? Mit den folgenden Informationen möchten wir Ihnen helfen, Ihr Tiny House einbruchsicher zu machen:

Das A und O für eine grundlegende Sicherheit: die Eingangstüre

vorhaengeschloss-alte-tuereZunächst gilt es für einen adäquaten Einbruchsschutz auch das Verhalten der Diebe mit in die eigene Betrachtung einzubeziehen. Es mag überraschen: In der Mehrzahl der Fälle entschließen sich diese dazu, über die vordere Tür in Häuser einzudringen. Als Besitzer hält man genau diese Variante fälschlicherweise für sehr unwahrscheinlich. Dies liegt in erster Linie daran, dass es als dreist angesehen wird, diesen Einstieg zu wählen. Die geringe Größe des Hauses alleine muss natürlich nicht mit sich bringen, dass an der Solidität der Eingangstüre gespart wird. Jedoch mag der eine oder andere Bauherr, der ohnehin schon an allen Ecken und Enden nach Möglichkeiten sucht, das Gewicht zu reduzieren, um die „magische Grenze“ von 3,5 to nicht zu überschreiten, in Erwägung ziehen, an der Ausführung der Türe zu sparen. Andere Häuslebauer erliegen dem Charme historischer Baustoffe, nicht nur weil der Einbau alter Türen und Fenster dem Nachhaltigkeitsgedanken Rechnung trägt, sondern weil solche Unikate dem neugebauten Häuschen einen ganz eigenen Charakter verleihen.

Diese sieben (und weitere) Tipps sollten trotz allem unbedingt beachtet werden:

  1. Wählen Sie eine Türe aus Massivholz oder aus Glasfaser!
  2. Verwenden Sie ein durch „Lockpicking“ nicht überlistbares Zylinderschloss mit Zylinderschutz!
  3. Versehen Sie den Türrahmen mit einem stabilen Schließblech!
  4. Achten Sie darauf, dass die Türscharniere auf der Innenseite liegen!
  5. Verwenden Sie für zusätzlichen Schutz Scharnierseitensicherungen!
  6. Verschrauben Sie den Türrahmen unbedingt mit den Wandpfosten!
  7. Verwenden Sie zusätzlich ein Bolzenschloss, wenn Sie mehr Sicherheitsbedarf haben!

 
Werden diese Punkte berücksichtigt ist zumindest der Eingangsbereich gut gesichert und zusätzliche „Verrammelungsmethoden“ wie z.B. mit Stangenschlössern – die ohnehin bei der Innenansicht leicht den Eindruck eines überspitzten Sicherheitsbedürfnisses vermitteln – werden überflüssig.

Fenster als weitere potentielle Risikoquelle

Anders als man auf Anhieb vermuten mag, stellen bei den Fenstern von Tiny Houses weniger die Glasflächen ein Sicherheitsrisiko dar, als die Fensterrahmen: Zugunsten von Wärmeschutz und entsprechend der TÜV-Bestimmungen greifen Bauherren gerne zu Zweifachverglasung und Verbundsicherheitsglas. Gleichzeitig werden einfache, teilweise recycelte Holzrahmen verwendet. Dadurch haben Einbrecher ein leichtes Spiel beim Versuch, die Fenster von außen mit einem Brecheisen aufzuhebeln, aber auch hierfür gibt es eine Lösung, ohne dass Hightech-Fensterrahmen zum Einsatz kommen müssen: Bei der gezielten Sicherung sollte der Fokus zunächst auf die am leichtesten zugänglichen Fenster gerichtet werden. Wie der Schlüsseldienst Wuppertal auf seiner Webseite aufzeigt, ist häufig schon eine Investition in ein Stangenschloss bzw. einen Querriegel ausreichend, um ein Fester adäquat zu sichern. Dies bedeutet natürlich nicht, dass es für Diebe in der Folge unmöglich wäre, in das Innere des Hauses zu gelangen. Die Sicherungsstrategie sollte dennoch zu allererst darauf abzielen, jeden Einbruchsversuch so langwierig zu machen, dass der Einbrecher diesen einfach aufgibt. Wie Polizeistatistiken belegen brechen die meisten Täter in kürzester Zeit den Einstiegsversuch ab, wenn sie merken, dass die Sicherheitsvorrichtungen schwer zu knacken sind.

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Gestaffelte Sicherheitskonzepte

Mit der geschilderten Sicherungstrategie ist Ihr Tiny House in der Regel ausreichend geschützt. Wenn sich jedoch besonders kostbares Inventar im Haus befindet können sich weitere Sicherungs- und Abschreckungsmaßnahmen lohnen – von Überwachungsanlagen mit Bewegungsmelder bis zu echten Alarmanlagen. Überwachungsanlagen schalten sich nur dann ein, wenn der Bewegungsmelder eine Bewegung im oder um das Haus herum registriert. Daraufhin schickt die Software die aufgezeichneten Bilder an das Smartphone des Besitzers. Dieser kann dann selbst erkennen, ob es sich hierbei um gebetene oder ungebetene Gäste handelt. Echte Alarmanlagen registrieren das Aufbrechen der Tür oder das Einschlagen der Fenster und senden dann ein stummes Signal entweder an die Polizei oder an die beauftragte Sicherheitsfirma.
Am besten wird es natürlich immer sein, potenzielle Täter von einem Einbruchsversuch abzuhalten. Dafür eignen sich Hinweise auf eine verbaute Sicherheitsanlage. Statten Sie Ihr mobiles Zuhause also ggf. prophylaktisch mit solchem Hinweis aus, wenn Sie sich die Kosten der Beseitigung von Einbruchsspuren ersparen möchten!

Preis-Leistung im richtigen Verhältnis

Die Maßnahmen zur Sicherung des Objektes sollten selbstverständlich stets im richtigen Verhältnis zu seinem (materiellen und ideellen) Wert gehalten werden. Bei Tiny Houses wird die Installation einer teuren Alarmanlage selten angebracht sein. Stattdessen ist es ratsam, das zur Verfügung stehende Kapital gezielt einzusetzen, um Fenster und Türen zu sichern. Wer über grundlegende handwerkliche Fähigkeiten verfügt, wird die Installation von Scharnierverstärkungen und einem Stangenschloss selbst vornehmen können. Dadurch lassen sich die Kosten in Grenzen halten.

Im Fall der Fälle: Welche Versicherung zahlt?

Einen Einbruchsversuch abzuwehren, ist eine Sache, für den Fall der Fälle versichert zu sein, eine andere. Tiny Houses sind, auch wenn das Wohngefühl dem in einem Häuschen entspricht, durch ihre Mobilität streng genommen Mobilheime. Eine Standard-Hausratversicherung, die bei ortsgebundenen Häusern Schäden durch Einbruch, Diebstahl und Vandalismus abdecken würde, greift bei „rolling homes“ jedoch nicht.

dauercamper
Je nachdem ob man mit dem Tiny House auf Achse sein will oder ob es einen Dauerstandplatz erhält, gibt es unterschiedliche Versicherungsmöglichkeiten:

  1. Versicherung für zugelassene Wohnwagen und Mobilheime
    • Haftpflichtversicherung (Pflicht!)
    • Kaskoversicherung
    • Campingversicherung (Spezialbereich der Transportversicherung), mit oder ohne Inhaltsversicherung
      • während der Nutzung von Campingplätzen in Deutschland und/oder im europäischen Ausland
      • mit oder ohne Inhaltsversicherung
  2. Versicherungsschutz für NICHT zugelassene Wohnwagen und Mobilheime
    • Haftpflichtversicherung
    • Campingversicherung für Dauercamper
      • auf Campingplätzen in Deutschland und/oder im europäischen Ausland
      • mit oder ohne Inhaltsversicherung

 
Campingversicherungen bieten explizit nur Schutz bei Nutzung von offiziell geführten Campingplätzen. Für auf sonstigem Grund abgestellte Tiny Houses müssen jeweils spezielle Lösungen gefunden werden. Da die Versicherungsbedürfnisse sehr unterschiedlich sind, ist eine individuelle Beratung erforderlich. Wenden Sie sich hierfür bitte an die Versicherung bzw. den Versicherungsberater Ihres Vertrauens.

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